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Vom Schnäppchen bis zum Edelbildband


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fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 90/2022 vom 16.08.2022

FOTOBÜCHER

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Den Test durchliefen zehn Fotobücher, vom Schnäppchen-Anbieter Picanova über Massenproduzent Cewe bis zum Bildband von Whitewall.

Die Entwicklungen im Fotobuchmarkt finden derzeit „unter der Haube“ statt. Zum einen wirtschaftlich: Cewe hat neben Pixum auch Whitewall in sein Imperium eingegliedert, lässt den Kölnern aber weiterhin freie Entscheidung bei der Herstellung aller Produkte. Das ist sicherlich richtig für die Marke und gut für die Produkte – wie auch unser Test zeigt. Picanova, in unserem Test mit der Marke MeinFoto vertreten, produziert jetzt für die beiden Discounter Aldi-Foto und Lidl-Foto gleichzeitig.

Zum anderen tut sich technisch einiges: Whitewall hat seit einiger Zeit die neuen Inkjet-Maschinen von HP im Einsatz, die das Thema „Tintenstrahl in der Massenproduktion“ auf ein neues Niveau heben. Und Fotobuch.de und Cewe produzieren mit Digitaldruckmaschinen, die in Bezug auf die Detailtreue und Farbe kaum noch Raum für das Echtfotobuch lassen. Bei der Belichtung von Echtfotobüchern hat sich in den ...

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... letzten Jahren weniger getan. Gelegentlich kommen neue oder ungewöhnliche Papiere hinzu – wir haben daher ein Buch des Online-Fachlabors PixelfotoExpress auf dem metallischen Pearl-Papier in den Test aufgenommen.

ALBEN UND BÜCHER

Während im Digitaldruck im Prinzip jedes Papier bedruckt werden kann, muss bei der Belichtung Fotopapier gegeneinander verklebt und dann gebunden werden. Das führt zu harten, kaum biegsamen Seiten, die immer in einer Faltbindung (s. S. 64) zusammengefasst werden müssen. Die Seiten liegen plan auf – aber die Bücher wirken eher wie Alben, während die Klebebindung die Anmutung eines klassischen Buchs hat. Whitewall bindet Inkjet mit Klebung, Fotobook im Leporello-Verfahren. Im Test haben wir also drei Verfahren, die Bücher mit unterschiedlicher Wirkung erzeugen. Getestet haben wir das beliebteste Format DIN A4 quer mit geringer Seitenzahl. Wollen Sie mehr Seiten bestellen, dann können Sie ein Preisbeispiel der Tabelle auf S. 64-65 entnehmen.

Cewe

Cewe hat ein breites Angebot an Digitaldruck- und Echtfotobüchern. Wir haben uns für den Klassiker „Digitaldruck“ entschieden. Das Echtfotobuch bestellten wir bei Pixum – die nämlich lassen bei Cewe produzieren. Das Layout geht mit der Cewe-Software leicht von der Hand, auch wenn die App nicht ganz so intuitiv zu bedienen ist wie die von Ifolor oder Fotobuch.de. Dafür aber ist der Funktionsumfang hervorragend. Im Prinzip lässt sich jede Layoutidee umsetzen. Zudem stehen sowohl professionelle wie auch amateurhafte Layoutvorlagen zur Verfügung. Wer nicht selbst layouten mag, kann den hervorragenden Assistenten nutzen. Unser Buch ist rundum gelungen: Die Verarbeitung ist erstklassig, alle Motive sind gut gedruckt. Das Druckraster ist sehr fein und vergleichbar mit Fotobuch.de. Einziger Kritikpunkt: Das Buch ist (zusammen mit dem von MyPoster) das kleinste Digitaldruckbuch im Testfeld; hier bieten andere mehr Fläche.

Fotobook

Fotobook.at beziehungsweise -.de ist eine Marke des Dienstleisters Lamprechter. Die Innsbrucker haben als einzige im deutschsprachigen Raum die Dreamlabo-Inkjet-Machinen von Canon. Neu sind die Inkjet-Bücher mit Leporello-Bindung – bisher gab es nur die eigene Canon-Klebebindung, die weiter im Sortiment bleibt.

Bei Fotobook würden wir die Browser-Anwendung empfehlen – die Download-Software kann zwar mehr, ist aber etwas veraltet. Im Browser dagegen macht die Arbeit Spaß und es gibt kaum Einschränkungen. Wir haben lediglich eine Rechtschreibprüfung vermisst.

Das Inkjet-Buch zeigt kräftige Farben, bleibt aber bei Porträts und bei Schwarzweiß neutral. Die besten Nachtbilder im Test. Auch Motorsport-Fotos kommen gut. Bei der Schärfe sind jedoch andere besser: Zum Beispiel Fotobuch. de (Digitaldruck) und Whitewall (wie Fotobook Inkjet). Dennoch: ein sehr gut verarbeitetes Buch mit tollen Farben und dem besten Schwarz im Testfeld.

Fotobuch.de

Gestaltet wird bei Fotobuch.de mit der selbst entwickelten Software Designer 3, die laufend um neue Funktionen ergänzt wird. Dabei verbinden die Oberpfälzer innovative Bedienkonzepte mit einem großen Funktionsumfang. Das bedeutet: An jeder Stelle helfen Assistenten beim Layouten, lassen sich aber jederzeit deaktivieren, um individuelle Designs zu erstellen. Seiten, Schriften, Rahmen etc. – alles lässt sich in Vorlagen verwandeln und im selben Buch oder in späteren Projekten wiederverwenden.

Unser Buch zeigt im Digitaldruck-Testfeld die beste Auflösung. Hier kann nur Cewe mithalten – aber das Buch von Fotobuch.de ist deutlich größer. Außerdem stehen dem Fotografen Optionen offen wie schwarzes Vorsatzpapier oder auch der Druck ohne Code auf dem Rücken – allerdings gegen Aufpreis von 3 Euro. Dennoch bleibt das Buch im Vergleich relativ günstig – bei hervorragender Qualität.

Ifolor

Die Schweizer haben im Vergleich zum letzten Test noch etwas an der Druckqualität geschraubt: Unser günstiges Buch „Deluxe“ hat ein feines Druckraster, das nur noch von Fotobuch.de und Cewe übertroffen wird. Alle Motive wurden fehlerfrei wiedergegeben. Das Vorsatzpapier ist hellweiß, das Druckpapier ist etwas dünner als bei Cewe oder Fotobuch.de, was aber nur im direkten Vergleich auffällt. Ein gutes Buch in ordentlicher Größe, das nicht nur durch den günstigen Preis überzeugt.

Bei der Software konzentriert sich Ifolor mehr auf einfache Bedienung als auf Funktionsvielfalt. Daher macht die Arbeit mit dem „Ifolor Designer“ Spaß. Unter macOS ist die Software zudem gut in „Fotos“ integriert. Der eigentlich vorgesehene Direktzugriff auf Alben in Lightroom Classic funktionierte dagegen im Test nicht.

MeinFoto

MeinFoto gehört zu Picanova. Die Kölner machen mittlerweile auch die Bücher von Aldi und Lidl, sodass Sie dort eventuell noch ein oder zwei Euro sparen können. Aber auch so ist das Digitaldruckbuch das günstigste im Testfeld – wobei die Angebote bei MeinFoto sich gelegentlich verändern.

MeinFoto setzt auf die Browser-Anwendung PrintBox, die einfach zu bedienen ist. Es fehlen jedoch eigene Seitenvorlagen, Rechtschreibprüfung und ein paar andere Kleinigkeiten, deren Fehlen die meisten Anwender wohl verschmerzen können.

Das Buch ist ebenso groß wie das von Ifolor und auch in Bezug auf die Druckqualität vergleichbar: Das Druckraster ist zwar nicht ganz so fein, dennoch sind die Details mindestens genauso gut zu sehen. Außerdem sind vor allem die Porträts sehr gut geworden. Nicht so gut gefällt die Klebebindung: Sie wirkt sehr fragil und außerdem nutzt MeinFoto das Fotopapier als Vorsatzpapier. Andere Digitaldruckanbieter machen das besser.

MyPoster

MyPoster muss sich bei der Größe und vom Preis her mit Cewe messen – und liegt dabei leicht zurück. Zwar ist das Buch ordentlich verarbeitet, das Vorsatzpapier gefällt und das Druckraster ist ausreichend fein. Allerdings ist das ganze Buch heller gedruckt als bei der gesamten Digitaldruck-Konkurrenz. Das tut (vor allem den Nachtbildern) nicht gut, auch wenn einige Wildlife-Fotos vielleicht dadurch gewonnen haben.

Gestaltet wird mit einer Anwendung, die die wichtigsten Tools übersichtlich zusammenfasst. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Anwendung installieren oder das Fotobuch im Browser gestalten – der Funktionsumfang bleibt gleich.

Allerdings fehlen Blocksatz und die Möglichkeit, Text mit Fotos nach unten auszurichten und so auf eine Linie zu stellen. Auch gibt es keine Masken für die Fotos, Rahmen und Schatten hat die Software aber schon.

PixelfotoExpress

Das Dresdner Fachlabor produziert ausschließlich Echtfotobücher und das auch auf besonderen Papieren wie dem Silk oder dem Pearl von Fujifilm. Aber auch Standards in Glanz und Matt sind erhältlich. Wir haben uns für das besondere Pearl mit seiner metallisch glänzenden Oberfläche entschieden.

So ein Papier wirkt gut bei Schwarzweiß, Motorsport und sogar bei Highkey-Porträts. Das Papier ist noch etwas dicker und damit weniger flexibel als das Standard-Fotopapier. So lässt sich unser Buch nur schwer blättern. Es ist erstklassig verarbeitet (kaltgeklebt, was deutlich langlebiger ist) und insgesamt sehr gut umgesetzt.

PixelfotoExpress stellt für die Gestaltung die Browser-Anwendung PrintBox zur Verfügung, allerdings in einer älteren und etwas eingeschränkteren Version als bei Whitewall. Kunden können aber auch eigene Layouts (zum Beispiel aus Photoshop) als PDF oder einzeln als Seiten an die Produktion geben.

Pixum

Pixum lässt seine Fotobücher bei Cewe produzieren. Angebot, Software und die Produkte sindw daher (fast) gleich. Wir haben bei Pixum ein Echtfotobuch bestellt; ein Digitaldruckbuch wäre wahrscheinlich identisch mit dem direkt bei Cewe bestellten Buch (Seite 57).

Die Software ist daher ebenso hervorragend wie die von Cewe – lediglich in Pixum-Blau gehalten. Unser Buch ist so groß wie das Cewe-Digitaldruckbuch und daher etwas höher, aber weniger breit als das direkte Konkurrenzprodukt von Saal. Pixum liefert kräftige Farben auf dem matten Papier, übertreibt aber nie. Auch Porträts und Schwarzweiß-Fotos kommen sehr gut. Bei der Schärfe hat Saal die Nase leicht vorn, aber diese Nuancen spielen in der Praxis keine Rolle. Das Buch ist sehr gut verklebt und auch der Titel ist gut verarbeitet. Wer Reise, Landschaft oder Wildlife auf Echtfoto haben möchte, ist bei Pixum auf jeden Fall richtig.

Saal Digital

Saal setzt auf eine Eigenentwicklung bei der Software. Aber Achtung: Obwohl sie lokal installiert wird, benötigt sie für den Start eine Internetverbindung. Die Software ist durchdacht und bietet einen großen Leistungsumfang. Sie richtet sich vornehmlich an anspruchsvolle Gestalter und hat professionelle Layoutvorlagen im Gepäck, kommt aber auch mit vielen „spielerischen“ Vorlagen für Geburtstag & Co. Wichtig sind auch die guten Textwerkzeuge und die vielfältigen Möglichkeiten, Bilder und Texte perfekt aneinander auszurichten.

Unser Buch hat ein starkes Querformat und ist gut verarbeitet. Bei den Farben ist das Saal-Buch das neutralste im Testfeld. Ob das gut ist oder nicht, ist Geschmackssache – einzelne Fotos wirken weniger spektakulär, als Gesamtwerk ist das Buch aber ruhig und professionell. Schwarzweißbilder sind neutral, unsere Porträts auch. Bei Wildlife und Landschaft würden wir dennoch eher die kräftigeren Farben von Pixum bevorzugen.

Whitewall

Bei Whitewall heißen Fotobücher jetzt „Bildbände“. Hinter dieser Marketing-Aktion steckt u. a. die Umstellung auf Inkjet-Maschinen von HP. Im Angebot sind aber auch Echtfotobücher. Wir haben uns für Inkjet auf dem glänzenden Papier entschieden. Dieses ist jedoch eher semimatt. Ein guter Kompromiss – der zudem die deutlich höchste Detailauflösung im Testfeld zeigt. Ein Unterschied, der nicht nur mit dem Fadenzähler, sondern auch mit dem bloßen Auge sichtbar ist.

Das Buch ist durchweg gut umgesetzt mit neutralen Schwarzweißaufnahmen, schönen Porträts und ausgewogenen Landschafts- und Wildlife-Bildern. Wir wählten zum Aufpreis von drei Euro das schwarze Vorsatzpapier, das edel wirkt.

Bei der Software setzt Whitewall auf die PrintBox-Software, die gleichermaßen mit dem selben Funktionsumfang im Browser oder als Installations-Version läuft. Hier gibt es die neueste Version mit großem Funktionsumfang. Allerdings lassen sich keine Schatten für Bildboxen und auch keine Vorlagen für Seiten anlegen.

TEXTQUALITÄT & PRODUKTIONSVERFAHREN

DIGITALDRUCK Wer viel Text setzen möchte, sollte ein Digitaldruckbuch wählen. Mit dieser Technologie werden Texte scharf und gut lesbar gedruckt. Auch 10 Punkt oder kleiner sind möglich. Den besten Textdruck liefern Cewe und Fotobuch.de.

INKJET Bei Inkjet hängte die Güte des Textes stark von der verwendeten Maschine ab – generell ist das Verfahren für Text deutlich besser geeignet als die Belichtung. Der Textsatz von Whitewall ist mit den Digitaldrucken von Cewe und Fotobuch.de vergleichbar.

BELICHTUNG Die Belichtung ist das denkbar schlechteste Verfahren für lange und vor allem für klein gesetzte Texte. Es kommt neben Unschärfe im Extremfall sogar zu Farbsäumen an den Buchstaben.