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Von 4 gewinnnt einer


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 15/2022 vom 06.07.2022

Vergleich

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 15/2022

Benziner

BMW xDrive30i 245 PS, 235 km/h, 8,9 l S/100 km, 60.350 Euro

Elektro

BMW iX3 286 PS, 180 km/h, 21,9 kWh/100 km, 67.300 Euro

Diesel

BMW X3 xDrive30d 286 PS, 245 km/h, 7,6 l D/100 km, 62.950 Euro

Plug-in-Hybrid

BMW X3 xDrive30e 292 PS, 210 km/h, 5,7 l S/100 km 6,0 kWh/100 km, 62.150 Euro

Reduziert auf das Wesentliche, aufgefrischt bis in die Details, Schwächen beseitigt, Stärken unterstrichen – so geht die aktuelle Generation des BMW X3 in die zweite Hälfte ihres Modellzyklus und beweist wieder einmal, weshalb das Mittelklasse-SUV im BMW-Modellprogramm zu den Topsellern gehört und auch weltweit eine Erfolgsgeschichte ist. Darüber hinaus reicht nun auch das Programm an Motorund Antriebsvarianten über die ganze Bandbreite moderner Technologien: Vom vollelektrischen iX3 bis zum Plug-in-Hybrid X3 xDrive30e reicht das Spektrum, aber auch die vielfältigen Verbrenner-Versionen sind mittlerweile ...

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... durchgehend elektrifiziert. Den Einstieg bei den Benzinern macht der 53.150 Euro teure xDrive20i mit 184 PS, die Spitze markiert der 510 PS starke X3 M Competition für 100.700 Euro. Dieselversionen gibt es von 190 PS (xDrive20d) bis 340 PS (M40d), Allrad ist ebenso wie ein Automatik-Getriebe immer Serie, lediglich der Elektro-iX3 kommt mit reinem Hinterradantrieb. Und welcher X3 ist nun der beste? Diese Frage kann natürlich ganz objektiv beantwortet werden. Für – mit einem Leistungsspektrum von 245 PS bis 292 PS. Aber natürlich müssen auch subjektive Vorlieben und Einsatzzwecke berücksichtigt werden – „der beste X3“ ist eben nicht „der Beste“ für jede Gelegenheit. Aber der Reihe nach:

Karosserie

Hochwertig, solide, funktional: Das ist jeder BMX X3. Er verbindet einen großen Schuss Premium-Anmutung mit handfesten Alltagsqualitäten. Geräumiges Cockpit, langstreckentauglicher Fond, übersichtlich und intuitiv zu bedienen – hier schert keiner der X3-Typen aus. Allerdings müssen Fahrer von iX3 und xDrive30e mit etwas weniger Kofferraum auskommen. Trotzdem bleibt hier das Fazit: Gut, dass BMW die beiden „Elektriker“ auf die ausgereifte X3-Basis stellt, die so von deren Funktionalität und Souveränität profitieren. Das zahlt am Ende mehr Positives ein, kleine Raumeinbußen sind da zu verschmerzenHinweis für Wohnwagen-Fans und andere Abschlepp-Unterneh-mer: Während 30i und 30d solide 2400 Kilogramm an den Haken nehmen, sind es beim Plug-in-Hy-brid 30e nur noch 2000 Kilo, und der iX3 muss sich gar mit 750 Kilo-gramm begnügen. Damit scheidet er als vollelektrische Caravan-Zugmaschine aus.

Fahrkomfort

Sitzen und Ergonomie, beides sieht bei den X3-Versionen nahezu völlig gleich aus, hier kann sich keine Motorvariante besonders absetzen. Dass man die Elektro-X3 aber an der Garagen-Wallbox über Nacht herrlich vorwärmen kann, ohne eine Sprit-Standheizung zu benötigen, ist ebenso ein Klimakomfort-Vorteil wie das schnelle Aufheizen nach kalten Nächten durch die rein elektrische Klimatisierung im iX3. Das kostet ein paar Kilometer Reichweite, aber das zitternde Warten auf Motorwärme ist im E-Auto passé.

Dass der vollelektrische iX3 durch fehlende Motorvibrationen den Fahrkomfort-Vogel abschießt, ist in der Praxis reine Theorie: Der supersanft laufende Zweiliter-Vierzylinder in 30i und 30e ist verblüffend laufruhig und leise, der seidige Sechszylinder-Diesel im 30d ebenfalls vorbildlich. Dass ausgerechnet der iX3 dann im Sportmodus beim kräftigen Beschleunigen mit übertrieben lautem Science Fiction-Kunstsound nervt, kann man abschalten ... Weil das Thema Federungs- und Abrollkomfort in diesem Vergleich eher charakterliche denn substanzielle Unterschiede aufweist, soll es im Rahmen der Fahrdynamik besprochen werden.

Fahrdynamik

Nur wenige Unterschiede sind zu vermelden, wenn es um das Lieblings-Kapitel aller BMW-Liebhaber geht: Vom xDrive30i bis zum iX3 profitieren alle X3 von einem hervorragenden Chassis, das mit präziser Lenkung, gutem Feedback, ausgewogener Fahrzeugkontrolle sowie ansprechender Agilität überzeugen kann. Geradeheraus gesagt: Die vom Fahrer gewählte Konfiguration oder Ausstattung schlägt sich deutlicher im Fahrverhalten nieder als der Antrieb. Wer zum Beispiel mit sportlichem M Paket sowie breiten und großen Reifen-Rad-Kombinationen ausrückt, wird mehr Einfluss nehmen als etwas anderes. Im Test zeigt sich das sehr gut: Die Unterschiede im Slalom, beim Ausweichen oder Bremsen liegen im Bereich von Wimpernschlägen. Aber natürlich prägen die Gewichtsunterschiede oder anzupassende Federraten den Charakter eines Fahrzeugs. So machen sich etwa die schwereren Elektro- und Plug-in-Hybrid-Varianten durch stärkere Aufbaubewegungen bemerkbar, auch der Diesel fährt sich spürbar gewichtig. Wenn es also um den reinen Fahrspaß geht, hat der Leichteste die Nase vorn: Der 30i fährt schlank, leichtfüßig und zackig – zum Verlieben.

Dass der iX3 mit reinem Hinterradantrieb bestückt ist, ist übrigens für die Mehrzahl aller Betriebsmomente kein Beinbruch. Die überlegene Traktion des anerkannt guten xDrive-Allradantriebs beginnt eben dann erst richtig zu scheinen, wenn es „heiß und fettig“ wird: Bei Regen und Schnee und ausgeprägt sportlicher Fahrweise. In allen anderen Fällen liefert der iX3 ein erfreulich traktionsstarkes und frisches Fahren.

Motor / Getriebe

Kommen wir zum Wesentlichen dieses Vergleichs und schonungslos auf den Punkt: Der mit Abstand beste Antrieb im X3 ist der Diesel. Seiner satten Beschleunigung, dem druckvollen Durchzug und faszinierendem Beharrungsvermögen, der samtigen Laufruhe und hohen Effizienz kann in Summe keine der anderen Antriebsvarianten das Wasser reichen. Er verbindet enormen Fahrspaß mit lässiger Langstrecke und schlankem Verbrauch. Die anderen Antriebsvarianten sind hier lediglich Alternativen: Je nach Nutzungszweck könnte sich dann doch der Benziner, Plug-in-Hybrid oder E-Wagen empfehlen.

So dürfte beispielsweise der preisgünstigere und spritzige Benziner im 30i ein Held für sportive Kurzstrecken sein – und dem Diesel durch den momentan höheren Preis für Dieselkraftstoffe durchaus auch auf der Langstrecke Konkurrenz machen. In Sachen Charakter und Fahrfreude schlägt er sich hervorragend. Dank seiner zupackenden, agilen Art macht er im X3 richtig Freude. Er harmoniert darüber hinaus ausgezeichnet mit der komfortabel und schnell schaltenden Achtstufen-Automatik.

All das geht dem Plug-in-Hybrid- 30e bei Weitem nicht so erfreulich leicht von der Hand: Er wirkt im gemischten Hybrid-Modus gefahren deutlich gehemmter, auch wenn seine Fahrleistungen überzeugen. Die reelle Reichweite im reinen Elektro-Modus ist nicht besonders hoch, dazu kommt, dass die Leistungsentfaltung des im Getriebe integrierten 80-kW-E-Motors als eher zurückhaltend bezeichnet werden muss. Das können manche Wettbewerber deutlich besser, die bereits als hervorragende Elektro-Autos mit zusätzlichem Verbrenner für Langstrecken durchgehen. Die Ladegeschwindigkeit der AC-Buchse im 30e ist zu gering, in dieser Form beschränkt sich der Einsatz des xDrive30e auf die Fahrt von der heimischen Wallbox zur Arbeit und zurück – kluges Langstrecken-Schachern mit gelegentlichen Lade-Impulsen ist nicht machbar. Und auch die Integration der E-Maschine scheint verbesserungswürdig: Beim kräftigen Anbremsen einer Kurve und gleichzeitigen Umschalten aus dem Comfort- in den Sport-Modus macht sich der Antrieb des 30e durch einen kräftigen Schlag bemerkbar.

Der vollelektrische iX3 macht mit breiter Brust den Verbrennern Konkurrenz

Der iX3 holt dann wieder die Kastanien aus dem Feuer, die sein Plug-in-Hybrid-Kollege dort hat liegenlassen: Mit dem kräftigen Punch seiner Motorengattung schnellt er von Ampeln los, legt auch bei Zwischensprints satt nach und gibt sich bis zur (abgeregelten) Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h immer ungemein lebendig und leistungsbereit. Dass er nicht zu den Leistungsprotzen unter den E-Autos gehört, lässt er sich so gesehen überhaupt nicht anmerken, ein Mangel an Durchsetzungsvermögen wird man ihm nicht einmal im Vergleich mit dem brachial anschiebenden Diesel vorwerfen.

Hinzu kommt, dass der iX3 an Schnell-Ladesäulen mit bis zu 150 kW lädt und ausgesprochen effizient unterwegs ist. Zum besseren Verständnis: Die im Test erfahrene Reichweite von 337 Kilometern – immerhin Köln bis beinahe Stuttgart mit einer Ladung – wurde bei völlig „normaler“ Fahrweise ermittelt. Mit etwas leichterer Fahrweise sind durchaus realistisch über 400 Kilometer zu schaffen. Der iX3 darf also ganz offiziell zu den aktuell besten Elektro-Autos zählen –und macht mit breiter Brust auch den wirklich souveränen Verbrennern im X3-Modellprogramm Konkurrenz. Lediglich den Plug-in-Hybrid würden wir nur eingeschränkt empfehlen – mehr dazu im Kapitel „Umwelt/ Kosten“ …

Umwelt / Kosten

Zeit für einen Spaziergang durch die Kostentabelle, denn wenn wir nur die reinen Kilometerkosten vergleichen, haben wir im iX3 einen klaren Sieger. Er punktet mit den geringsten Kraftstoff(-Strom) und den günstigsten Wartungskosten, und es muss für ihn aktuell nicht einmal Kfz-Steuer bezahlt werden. Das eindeutige Bild ändert sich aber, sobald man den zu erwartenden Wertverlust mit einkalkuliert: Nun landet der vollelektrische iX3 mitten unter seinen preisgünstigeren Verbrenner-Kollegen. Lediglich der Wertverlust für den Diesel wird ähnlich negativ gesehen – hier sitzen wir mitten in einer Zeitenwende: Der Diesel geht, das Elektro-Auto kommt – eine sichere Werterhaltsbank sind deshalb aktuell beide Konzepte nicht.

Wenn es nur um die reine Fahrfreude geht, hat der BMW X3 mit Dieselantrieb die Nase vorn

Die bisher stets positiven Kosten-Effekte effizienter Dieselmotoren kann der starke xDrive30d nicht mehr einsammeln, die Tatsache, dass Dieselkraftstoff im Moment sogar mehr kostet als Super-Sprit, macht seinem gelernten Vorteil einen Strich durch die Rechnung.Dass sich der Diesel durch eine um zwei Punkte bessere Haftpflicht-Schadensfreiheitsklasse etwas günstiger versichern lässt, ergibt am Ende dann auch keinen Unterschied mehr – der viele Jahre laufende Ausreißversuch des Dieselmotors kann derzeit wohl auch unter realen Kostengesichtspunkten endgültig als beendet erklärt werden, das Feld hat ihn eingeholt und geschluckt.

Mit dem leichten Kostenvorteil des Plug-in-Hybrids gegenüber seinen Verbrenner-Brüdern hadern wir – zugegeben. Fahrerisch hat er uns nicht unbedingt überzeugt, und bei einem BMW schnöde Kostengesichtspunkte als Sieg-Vorteile einzuräumen, fällt uns schwer. Allerdings muss man eben auch feststellen: Die geringen Kraftstoffkosten hat sich der xDrive30e handfest verdient: Er ist sehr spritsparend unterwegs, sein Benzinverbrauch von 5,7 l/100 km kann sich angesichts einer Leistung von nahezu 300 PS wirklich sehen lassen. Auch wenn der Diesel jetzt protestiert – das macht der Plug-in-Hybrid gut.

FAZIT

Johannes Riegsinger

Wenn wir Fahrfreude und motorische Souveränität, Effizienz und Charakter als objektive Parameter wählen dürfen, die für ein Antriebskonzept sprechen, kann es in diesem Vergleich nur einen Sieger geben: Der BMW X3 xDrive30d mit seinem herrlich starken und geschmeidigen Sechszylinder-Diesel ist einfach ein ungemein überzeugendes Auto. Er verbraucht trotz überragender Fahrleistungen wenig Sprit – kann sich aber in Sachen „Kosten/Umwelt“ trotzdem nicht profilieren: Ein höherer Wertverlust und der höchste Spritpreis lassen ihn im Feld nach hinten wandern. Das bringt den neuesten der X3-Brüder nach vorn: Der BMW iX3 zeigt, wie eine moderne und zeitgemäße Fortbewegung aussehen kann: Mit geringen Unterhaltskosten und effizientem Elektro-Antrieb fährt er unter Kostengesichtspunkten ganz nach vorn. Dass wir den Wertverlust auf Basis seines Listenpreises berechnen und nicht auf Basis des mit E-Auto-Prämie subventionierten Preises, lässt ihn bei den Kilometerkosten samt Wertverlust sogar noch eher schlecht dastehen. Wirklich gut gefällt uns aber, wie der iX3 fährt: druckvoll, sympathisch, kompetent und reichweitenstark.