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Von Anfang an entspannt


Startup Valley News - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 26.04.2019

Wie Gründer der Stressspirale entkommen


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Foto: Rosemarie Hofer

Warum ist (Dauer-) Stress so gefährlich?

Emotionaler Dauerstress macht langfristig krank, zerstört Beziehungen und Lebensträume, schwächt Wirtschaft und Gesellschaft. Lösen wir ihn nicht auf, bleibt das Gehirn in einer Stress-Schleife, in der wir uns eher im Status quo bewegen, unkreativer und misstrauischer sind, weniger Chancen und Möglichkeiten sehen. Der Körper reagiert mit Verspannungen, Leistungsverlust, Konzentrations- und Schlafproblemen, funktionellen Störungen, Entzündungen und langfristig mit Krankheiten. Die emotionalen Folgen äußern ...

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... sich in Gereiztheit, Aggressivität bis zu Depressionen oder Burnout.

Dauerstress ist Gift für den Erfolg. Besonders Gründer sind eine anfällige Risikogruppe. 60-Stunden-Wochen, ständiges Multitasking, viele Entscheidungen und jede Menge Papierkram … Wer nach einem Jahr nicht ausgebrannt aufgeben will, sollte lernen, mit Stress kompetent umzugehen.

Gründer sind oft wahre Workaholics. Sie brennen für ihr „Baby“, investieren jede Menge Zeit und Geld. Wer alles auf eine Karte setzt, ist extrem motiviert – aber auch unter Druck. Stress wird dabei häufig als temporäres Übel in Kauf genommen. Doch monatelanger Stress ist keine Phase, sondern lebensgefährlich. Viele nehmen ihre hohe Belastung nach einiger Zeit kaum noch wahr. Sie unterdrücken die Symptome so lange, bis es nicht mehr geht. Was ihnen helfen kann, ist emotionale Stresskompetenz.

Es sind verschiedene Faktoren, die bei jungen Unternehmen Stress begünstigen – fließende Strukturen, unklare Rollen, uneffektives Zeitmanagement, offene Themen, Unsicherheiten oder eine unruhige Geschäftsführung. Verfügt der Gründer über zu wenig emotionale Stresskompetenz, macht sich das im ganzen Team bemerkbar. Wer sich bei Veränderungen oder neuen Hürden nicht selbst beruhigen kann, überträgt den Stress auf die Mannschaft und schwächt die gesamte junge Unternehmenskultur.

Bedrohung durch Widerstände und Perfektionismus – Gift für Mensch und Start-up
Dabei ist emotionaler Stress fast immer hausgemacht. Menschen können sich in jeder Situation aktiv zwischen Energie im Flow und negativem Stress entscheiden. Den Unterschied macht die mentale Einstellung. Wer konstruktive Gedanken einschlägt und eine Situation zuerst mal annimmt, wie sie ist, gibt emotionalem Stress keine Chance. Denn der wird durch eine Bedrohung ausgelöst, die unser innerer Widerstand erst erzeugt. Das können wir bewusst steuern.

Stressauslöser ist beispielsweise, alles perfekt machen zu wollen. Gerade für Start-ups ist solch ein Anspruch Gift. Es lebt von Fehlern, Beta-Lösungen und Dynamik. Ob die perfekte Website, Location oder Broschüre – „perfekt“ ist fast immer eine Illusion. Wer alles perfekt machen will, stellt sich selbst ein Bein und verbrennt für die letzten 20 Prozent genauso viel Energie wie für die ersten 80.


Wer alles perfekt machen will, stellt sich selbst ein Bein.


Foto: Fotolia.com - © Rudie


Emotionaler Stress ist fast immer hausgemacht.


Warum wollen wir überhaupt die Besten sein? Der Wunsch nach Perfektion basiert meist auf der Angst, man könne nicht genug sein, um anerkannt zu werden. Wer jedoch 100 Prozent anstrebt, wird sie naturgemäß nie erreichen können und verschafft sich das Alibi, ständig unzufrieden zu sein. Frust raubt dem Körper Energie. So arbeiten sich Gründer in die Erschöpfung hinein. Nur wer intrinsisch motiviert handelt, erlebt Flow – und keinen Stress. Wer „gegen Frust“ arbeitet, sollte seinen Blickwinkel ändern – und Perfektion für sich neu definieren, wie: „Ich gebe auf meinem Weg mein Bestes. Jeder Schritt ist perfekt, weil ich dabei etwas lerne. Deshalb genieße ich jeden Schritt“. Das entspannt enorm.

Falsche Antreiber und Ziele sind große Stressauslöser. Wer „Weg-von-Ziele“ verfolgt, (Weg von Frust, Vermeidung von Ablehnung/ Schuld / existenzieller Not…) will einen Mangel ausgleichen. Alles, wovon Menschen angstgetrieben weg wollen, mutiert automatisch zur Bedrohung und zu Stress. Verfolgen Menschen „Hin-zu-Ziele“ wie eine eigene Vision, verfügen sie über emotionale Energie und können extrem viel leisten. Wer trotz richtiger Ziele mal in die „Weg-von“-Falle tappt, kann seinen Energieabbau wieder auftanken: mit konstruktiven Gedanken, denen positive Gefühle folgen, mit guten Gesprächen, durch Freunde, Beziehungen, Dankbarkeit, Bewegung in der Natur, Humor, Musik, Hobbys, Reisen, Yoga, Meditation, Achtsamkeit und gute Ernährung …

Klare Werte und klare Kommunikation
Weit verbreitete „Gründer-Krankheit“ ist auch, alles selbst machen zu wollen. Besser für das Stresskonto: delegieren statt regieren. Besonders wenn Aufgaben vielfältiger werden und das Unternehmen wächst, sollten Chefs auf ihr Team vertrauen. Das bedeutet, von Anfang an konsequent Verantwortung einzufordern, wenn andere sich vor einer Entscheidung drücken. Für andere Verantwortung zu übernehmen, bringt weder Chef noch Team voran.

Was ebenfalls Kraft und Vertrauen kostet, ist fehlende Integrität. Passen Worte und Taten des Gründers nicht zusammen, verbrauchen Team, aber auch Kundschaft viel Energie, um die wahre Fahrtrichtung zu erkennen. Schlechte Kommunikation ist der nächste Energiefresser. Auch wenn es ungezwungen erscheint, Inhalte zwischen Tür und Angel zu besprechen, erzeugt Stress; klar zu kommunizieren, entspannt. Wer in die Gruppe ruft: „Wir müssten das mal angehen“, öffnet mit diesem nebulösen Appell Tür und Tor für Stress. Mitarbeiter, die weder Aufgabe noch Sinn verstehen, verbrennen unnötig Energie mit den Fragezeichen, wozu sie etwas wie machen und ob sie überhaupt zuständig sind.

Flow oder Stress
Mit emotionalen Stresskompetenzen und der Kunst der Selbstberuhigung kann so manches Start-up Misserfolg und so mancher Gründer ein Burn-out vermeiden. Wer sich für ein emotional stresskompetentes Unternehmen entscheidet, betrachtet den Menschen nicht nur als Produktivitätsfaktor, sondern bezieht sein fühlendes Wesen mit ein. Ob Flow oder Stress ist eine Frage der Bewertung einer Situation. Die Arbeit ist dieselbe, doch der Unterschied liegt darin, ob sie Energie raubt oder gibt, ob wir sie als stressauslösende Bedrohung oder als Chance erleben.

Foto: GSA