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VON DER KRAFT DES SCHEITERNS


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 06.12.2019

Mustafah Abdulaziz hat bereits eine Ausnahmekarriere hinter sich. Der New Yorker hat sich als Autodidakt zum Vertragsfotografen des Wall Street Journals hochgearbeitet, um sich dann vom Tagesgeschäft des Fotojournalisten zurückzuziehen und an seinem Langzeitprojekt zum Thema Wasser zu arbeiten. Ein Gespräch mit dem „Leica Oskar Barnack Award“-Preisträger 2019 über das Versagen und seinen Wunsch, Bilder für die nächste Generation zu machen.


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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 10/2020

Bauarbeiten an einer Brücke über einen Zulauf zum Ganges, Bihar-Provinz, Indien 2013 2011 begann Mustafah Abdulaziz seine Arbeit an dem Projekt„Water“ . Bei seinen ...

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Bauarbeiten an einer Brücke über einen Zulauf zum Ganges, Bihar-Provinz, Indien 2013 2011 begann Mustafah Abdulaziz seine Arbeit an dem Projekt„Water“ . Bei seinen Recherchen auf verschiedenen Kontinenten geht er der Frage nach, wie die Menschen mit der Ressource Wasser umgehen.


Der Fotograf Mustafah Abdulaziz (*1986 in New York) studierte Publizistik und Politikwissenschaft, bevor er sich als Autodidakt der Fotografie zuwandte. Vor seinem Umzug nach Berlin arbeitete er als Vertragsfotograf für dasWall Street Journal. In diesem Jahr wurde er mit demLeica Oskar Barnack Award ausgezeichnet.


„WENN DU IMMER WIEDER VERSAGST UND AUS DEINEN FEHLERN LERNST, MACHT DIR DAS VERSAGEN NICHTS MEHR AUS.“
Mustafah Abdulaziz


Für Mustafah Abdulaziz ist die Berliner Preisverleihung desLeica Oskar Barnack Awards 2019 ein Heimspiel. Er lebt seit Jahren hier, plaudert vor der Galaveranstaltung angeregt mit Freunden und wird ernst, wenn es jetzt im Interview um jene Themen geht, dies ihm seit Jahren am Herzen liegen: Unser Umgang mit der Ressource Wasser und der globale Klimawandel. Wortgewandt und mit sonorer Stimmgewalt erklärt der ehemalige Publizistikstudent sein Langzeitprojekt und seinen steinigen Weg zur Dokumentarfotografie, bevor er am 25. September auf die Bühne tritt und den renommierten deutschen Fotopreis entgegennimmt.

fotoMAGAZIN: Sie haben zunächst Journalismus und Politikwissenschaften studiert. Warum haben Sie sich davon abgewandt?
Mustafah Abdulaziz: Ich wollte die Welt besser verstehen und Dinge lernen, die ichin keinem Klassenzimmer finden konnte. Schließlich war ich an einem Punkt, an dem ich das menschliche Element nicht mehr finden konnte: Das, was du lernst, wenn du dich anderen öffnest und offen für ihre Geschichten bist. Das war der Moment, an dem ich entschied, dass mich die Fotografie mehr interessierte.

fotoMAGAZIN: Der nächste Schritt war also, dass Sie sich mit den Mitteln der Fotografie ausdrücken wollten?
Mustafah Abdulaziz: Ja, aber das geschah unbewusst. Ich stand in einem Buchladen und entdeckte Richard Avedons Bildband„In the American West“ . Bis dahin hatte ich keine Sekunde über die Fotografie nachgedacht, ich kannte keine Fotografen, wusste nichts über das Medium. Ich öffnete also dieses Buch und was mich am meisten beeindruckte, war, dass bei den Bildern ein Raum zwischen der Kamera und den Abgebildeten ent-stand, der sich wie Magie anfühlte. Als ob hier ein Weg aufgezeigt würde, der mich die verborgene Stimme des Fotografen fühlen ließ und zugleich die Person, die sich hier zeigte. Diese gleichzeitig auftretenden Gefühle fand ich total interessant. Und ich dachte mir, das könnte der Ort sein, an dem ich die Welt verstehen werde. Ich beschloss, die Universität zu verlassen. Sie war mir nicht mehr wichtig.

fotoMAGAZIN: Hatten Sie einen Plan, wie Sie in die Fotografie einsteigen wollten?
Mustafah Abdulaziz: Nein, ich schnappte mir einfach die Kamera meiner Schwester, die sie von unserem Großvater geschenkt bekommen hatte.

fotoMAGAZIN: Sie haben also mit einer alten Analogkamera begonnen.
Mustafah Abdulaziz: Ja. Der Grund war nicht so sehr, dass ich etwas Spezielles damit lernen wollte, sondern dass jeder, von dem ich etwas lernte, wenn ich im Buchladen seine Fotos studierte, mit analogem Filmmaterial gearbeitet hatte. Das war nun einmal die Fotogeschichte und ich dachte mir: Wenn ich es lerne, dann so, wie die es machen.

fotoMAGAZIN: Glauben Sie aus heutiger Sicht, dass es vielleicht sogar ein Vorteil war, dass sie nicht das universitäre System einer Hochschule durchlaufen haben?
Mustafah Abdulaziz: Zu 100 Prozent! Damals habe ich das ehrlich gesagt nicht so empfunden. Ich fühlte mich sehr unsicher und überwältigt von dem Gefühl, etwas machen zu wollen ohne zu wissen wie. Dieses Gefühl motivierte mich, härter an mir zu arbeiten, noch mehr Zeit in den Buchläden zu verbringen. Ich dachte, wenn ich alles anschaue, was andere nicht kennen, weiß ich mehr.

fotoMAGAZIN: Wie haben Sie schließlich ihr Selbstbewusstsein entwickelt?
Mustafah Abdulaziz: Durch mein Versagen. Wenn du diese Entwicklung durchmachst, bei der du viele Dinge ausprobierst (ich fuhr damals ganz allein durch die USA, nahm die schrägsten Jobs an und fotografierte), gelingt dir oft etwas nicht so wie geplant. Wenn du dann immer wieder versagst, Jahr für Jahr – und aus deinen Fehlern lernst – dann macht dir das Versagen nichts mehr aus.

fotoMAGAZIN: Das Versagen war für Sie Teil eines ein Lernprozesses …
Mustafah Abdulaziz: Das ist ein wenigwie das Wachstum in der Pubertät. Es ist nicht unbedingt perfekt, du fühlst dich immer wieder komisch, doch schon bald verstehst du deinen Körper besser. Und durch diesen Lernprozess kapierst du langsam, was du alles tun kannst.

@fotoMAGAZIN: Wie lange hat es gedauert, bis Sie an dem Punkt angelangten, an dem Sie sagten: Jetzt kann ich bei einer Zeitschrift vorsprechen?
Mustafah Abdulaziz: Das geschah ziemlich früh, weil ich dachte, das machen andere auch so. Also besuchte ich Tageszeitungen. Ich kannte wie gesagt niemanden und dachte, es wäre normal, zurNew York Times zu gehen und dort mal nach dem Bildchef zu fragen. Aber die treffen sich nicht spontan mit dir. Ich musste erst lernen, wie das in diesem Business läuft. Zunächst begegnete man mir nur mit viel Ignoranz. In dieser Ignoranz liegt jedoch etwas ganz Befreiendes. Manchmal arbeitet das zu meinem Vorteil.

fotoMAGAZIN: Gab es diese Ignoranz vielleicht sogar auf beiden Seiten?
Mustafah Abdulaziz: Ja, ein wenig. Wenn ich später zu einer Redaktion ging, rauchte ich eine Zigarette vor der Tür, nachdem mich wieder einmal niemand sehen wollte. Dort stand ich dann plötzlich neben Fotografen, mit denen ich mich unterhielt. Und danach sprach ich mit dem Nächsten, der rauskam. Dieses menschliche Element war sehr wichtig.

fotoMAGAZIN: Irgendwann kamen Sie dann doch an die richtigen Leute …
Mustafah Abdulaziz: Bei diesem Lernprozess fängst du irgendwann an, deine Fotos zu zeigen und bekommst die Gelegenheit, dich mit den Leuten zu verabreden. Du kapierst, wie das Networking funktioniert, wie du deine Bilder präsentierst und wonach die suchen. So folgten langsam erste Aufträge von Zeitungen und Magazinen. Und schließlich bekamich mit 23 Jahren einen Fotografen-Vertrag beimWall Street Journal .

Aufklärungsunterricht zum Thema Cholera in der Holy Trinity Primary School, Freetown, Sierra Leone, 2012 Das„Water“ -Projekt zeigt facettenreich Probleme und Umgangsweisen mit dem Wasser in 32 Ländern. Abdulaziz Bilder stellen Fragen und zwingen uns, das Thema genauer zu betrachten.


@fotoMAGAZIN: Wo haben Sie Ihr erstes Foto veröffentlicht?
Mustafah Abdulaziz: Das erste Foto war ein ziemlich beschissenes Bild von Wasserlilien, das ich für meine Mutter aufgenommen hatte. Sie besuchte immer gerne den Botanischen Garten in Brooklyn und ich dachte, das wäre ein guter Ort zum Fotografieren. Ich war jung, wusste es nicht besser und sie mochte mein Bild. Daraufhin schickte ich das Foto der Zeitschrift Popular Photography. Ich hoffe sehr, dass es heute nicht mehr existiert.

fotoMAGAZIN: Was war das erste veröffentlichte Foto, auf das Sie stolz sind?
Mustafah Abdulaziz: Das erste, bei dem ich das Gefühl hatte, ich könnte vielleicht mit Fotos meinen Lebensunterhalt verdienen, war ein Bild, das ich für dieNew York Times machte. Ich lebte damals in Philadelphia und hatte den dortigen Bürgermeister abgelichtet. Ich erinnere mich noch daran, weil ich plötzlich diesen Anruf von einem Redakteur derNew York Times bekam. Es war damals unglaublich, dass die mich anriefen und mir soweit vertrauten, dass ich den Auftrag für das Portrait bekam. So stand ich plötzlich im gleichen Raum mit jemand, mit dem ich sonst nie zusammengekommen wäre. Dabei merkte ich, welch unglaubliche Möglichkeiten mir die Fotografie bot. Sie führt dich auf Wegen durchs Leben, die nicht vielen offenstehen.

fotoMAGAZIN: Wann und warum zogen sie nach Berlin?
Mustafah Abdulaziz: Das geschah vor acht Jahren. Ich verließ dasWall Street Journal und hatte mich in eine Schwedin verliebt. Es waren private Motive, aber durch diesen Schritt bot sich mir die Möglichkeit, mich von all den Dingen zu befreien, die ich gelernt hatte. Ich musste nicht mehr wie ein Fotojournalist denken, musste auch keiner mehr sein. Ich konnte der sein, der ich sein wollte. Hier bekommst du die Gelegenheit, dich neu zu erfinden. Das habe ich in Berlin gelernt.

fotoMAGAZIN: War es schwierig für Sie, auf dem deutschen Markt für Fotografie Fuß zu fassen?
Mustafah Abdulaziz: Sehr sogar, dennder deutsche Markt ist ganz anders. Jeder Markt hat einen anderen Blick darauf, was die Fotografie für seine Kultur relevant macht und welchen Markt sie warum bedient.

Weihnachten nach dem Hurricane Michael, Panama City, Florida, USA, 2018 Für sein Projekt bekam Abdulaziz unter anderem Unterstützung von den Vereinten Nationen, derNew York Times und demNew Yorker .


Sonntagsgottesdienst der St. John Apostolic Church of the Whole World, Kapstadt, Südafrika 2018 Seine Arbeit an„Water“ plant Abdulaziz über mindestens 15 Jahre fortzusetzen. Hier kann er ganz unterschiedliche Aspekte wie gesellschaftliche Umgangsweisen mit Wasser, Naturgewalten und die Folgen des Klimawandels einbringen.


fotoMAGAZIN: Wie sieht denn die spezifisch deutsche Perspektive aus?
Mustafah Abdulaziz: Das ist nicht leicht zu beantworten. In Deutschland finde ich am häufigsten Werte, Struktur und Kontext. Ein Foto muss eine starke Relevanz für den Artikel haben. Im amerikanischen Markt riskiert man mehr. Nehmen wir Kathy Ryan von derNew York Times : Was sie besonders in ihrem Job macht, ist, dass sie die individuellen Fähigkeiten erkennt und beispielsweise einen Kriegsfotografen für Fashion einsetzt. So siehst du plötzlich Christopher Anderson bei derFashion Week .

fotoMAGAZIN: Hat Ihr Leben in Deutschland Ihren Blick auf die Fotografie verändert?
Mustafah Abdulaziz: Das Leben hier hat mich gelehrt, im Reinen mit meiner Arbeit zu sein. Ich muss mich hier nicht ständig beweisen. In den Vereinigten Staaten gibt es noch immer dieses Denken, dass du Aufmerksamkeit bekommen musst. Die Deutschen haben nicht ständig das Verlangen, dass sie die lautesten Menschen im Raum sein müssen.

fotoMAGAZIN: Lassen Sie uns über Ihr„Water“ -Projekt sprechen. Wie unterscheidet sich der deutsche Blick auf das Thema vom amerikanischen?
Mustafah Abdulaziz: Das lässt sich alles schwer vergleichen, wenn es um die Beziehung des Landes zu seiner Umwelt geht.

fotoMAGAZIN: Ein politischer Vergleich sollte hingegen leichter fallen.
Mustafah Abdulaziz: Absolut. Bei der deutschen Regierung finde ich mehr Wertschätzung für die Umwelt. Hier haben die Menschen einen Sinn dafür, dass sie für das verantwortlich sind, was sie in die Natur bringen und aus ihr schöpfen. Das hat einen kulturellen Aspekt. Der politische Aspekt ist, dass Klimathemen nicht nur für Deutschland wichtig sind.

fotoMAGAZIN: Folgt man Ihren Texten, dann überwiegt das Gefühl, dass hier zu viel als selbstverständlich betrachtet wird.
Mustafah Abdulaziz: Generell finde ich, dass die Menschen den Klimawandel nicht ernst genug nehmen. Wir sollten uns vor Augen halten, dass Wasserknappheit eben nicht nur ein äthiopisches Problem ist. Klima und Wasser sind globale Themen!

fotoMAGAZIN: Sie sind der Meinung, dass wir im Westen mehr Schwierigkeiten haben werden, mit Problemen umzugehen, je näher diese rücken, als Menschen, denen es schon jetzt nicht so gut geht.
Mustafah Abdulaziz: Stellen Sie sich die Welt in 100 Jahren vor, dann werden mehr Menschen ohne sauberes Wasser leben müssen. Dann werden diejenigen Vorteile haben, die sich bereits daran gewöhnen mussten, mit den Herausforderungen umzugehen. Hier in der sogenannten entwickelten Welt leben Menschen, die das nie lernten. So könnten diese Klimathemen zu einem gesellschaftlichen Kollaps führen, wenn die Migration massive Dimensionen annimmt und der Meeresspiegel stark ansteigen wird und wir ganze Küstenstädte verlieren werden.

fotoMAGAZIN: S ie haben in diesem Projekt einen Langzeitansatz, der sich über zwei Jahrzehnte ziehen könnte. Wie bekommen Sie einen Faden in die Erzählstruktur eines solch komplexen Themas?
Mustafah Abdulaziz: Zum einen, indem ich das nicht als die gleiche Story wie andere betrachte. Eine Geschichte mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende ist nicht unbedingt meine Arbeit. Meine Arbeit ist eher wie ein Raum, der sich aufbaut und sich ständig verändern muss.Das gilt auch für meine zu Grunde liegenden Intentionen. Ich muss bei der Arbeit Fehler machen, um zu lernen, wie etwas richtig geht. Das Erkennen meiner Grenzen erlaubt mir, sie zu verstehen.

fotoMAGAZIN: Es kann also passieren, dass sich Ihre Sicht der Dinge über die Jahre verändert. In welche Richtung entwickelt sich das momentan?
Mustafah Abdulaziz: Ich beschäftige mich viel weniger mit dem unmittelbaren Effekt der Dinge und mehr damit, wofür diese Dinge stehen. Ich würde mir gerne vorstellen, dass ich für die nächste Generation fotografiere. Sie sollen sich einmal meine Bilder ansehen und sagen: So ist das passiert, so war das also damals.

fotoMAGAZIN: Könnten Sie Ihr Langzeitprojekt ohne die Hilfe von NGOs verwirklichen?
Mustafah Abdulaziz: Es wäre viel schwieriger ohne NGOs, Stipendien und Auftragsarbeiten. Diese Arbeit ist teuer und benötigt viel Zeit. Ich brauche diese Zeit um etwas über die Probleme in dem Land zu lernen, in dem ich fotografiere oder über neue Erkenntnisse zum Klimawandel. So strukturiere ich meine Arbeit. Ich benötige diese Partnerschaften um so zu arbeiten, wie ich das jetzt mache. Zudem muss ich dabei unbedingt ohne einen Boss arbeiten. Das ist mir bei diesem Projekt am wichtigsten.


ALLE FOTOS: © MUSTAFAH ABDULAZIZ/ LEICA OSKAR BARNACK AWARD 2019

FOTO: © MANFRED ZOLLNER