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Von Hand schreiben MACHT SCHLAU


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 28.01.2019

Greifen Sie häufiger zum Füller – das wirkt sich positiv auf Ihr Gedächtnis aus


UNTERNEHMEN KOMMEN heutzutage kaum mehr ohne Computer aus, und schnelles Tippen auf der Tastatur ist wichtiger als je zuvor. Sowohl weiterführende als auch berufliche Schulen betrachten das Maschinenschreiben als Grundbestandteil ihres Lehrplans. Aber was geben wir auf, wenn die Handschrift in unserer Gesellschaft ihre Bedeutung verliert?

Geistige Fähigkeiten, sagt die Wissenschaft. ...

Artikelbild für den Artikel "Von Hand schreiben MACHT SCHLAU" aus der Ausgabe 2/2019 von Reader´s Digest Deutschland. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 2/2019

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... Forscher an der Princeton University und der University of California, USA, zeigten in einer ganzen Reihe von Untersuchungen die Unterschiede zwischen Studierenden, die ihre Notizen handschriftlich verfassten, und Studierenden, die sie tippten. Die Studienteilnehmer fertigten jeweils Vorlesungsnotizen an. Anschließend befragte man sie einmal 30 Minuten nach der Vorlesung zu deren Inhalt und ein zweites Mal eine Woche später.

Die Ergebnisse zeigten, dass beide Gruppen beim ersten Test gut abschnitten, wobei die Studierenden mit handschriftlichen Notizen das Gesamtkonzept besser verstanden hatten. Darüber hinaus erinnerten sich diese Probanden auch nach einer Woche noch gut an die Themen der Vorlesung. Sie hatten sie besser verinnerlicht und waren auch offener für neue Gedanken.


Studierende, die ihre Notizen selbst aufschreiben, verarbeiten das Gehörte besser


Pam Mueller, die federführende Autorin der Studie, meint: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Laptops der akademischen Leistung schaden, selbst wenn sie wie vorgesehen angewendet werden.“

Der Grund liegt zum Teil darin, dass die Studierenden, die ihre Notizen mit Stift und Papier anfertigten, die Information anscheinend besser verarbeiteten. Sie konnten das Gehörte auch mit eigenen Worten wiedergeben. Diejenigen Teilnehmer mit Laptop schrieben schneller – 33 Wörter pro Minute gegenüber 22 Wörter pro Minute per Hand. Allerdings führte das Eintippen jedes einzelnen Worts dazu, dass sie sich nicht so genau mit dem Inhalt beschäftigten.

Durch das Mitschreiben des genauen Wortlauts erinnert man sich zwar kurzfristig gut an die Fakten, aber es hindert einen daran, sich auf die wichtigsten Punkte der Vorlesung zu konzentrieren.

„Ironischerweise stört genau das Merkmal, das den Laptop so reizvoll macht – die deutlich höhere Schreibgeschwindigkeit – den Gesamtlerneffekt“, erklärte der Bildungspsychologe Dr. Kenneth Kiewra demWall Street Journal .

Die Computer werden uns lange Zeit erhalten bleiben, aber das bedeutet nicht, dass sie Hefte und Stifte überflüssig machen. Am besten benutzt man sie schon in ganz jungen Jahren. Forscher an der University of Indiana, USA, verglichen Bilder von Gehirnscans fünfjähriger Kinder. Einige von ihnen übten das Nachschreiben von Buchstaben, die anderen sahen sich die Buchstaben nur an. Die Gehirnaktivität der Kinder, die die Buchstaben übten, war wesentlich weiter entwickelt und ähnelte stärker der Aktivität von Erwachsenen.

Es bleibt ein für alle Mal wahr: Da, wo die menschliche Sprache aufhört, fängt die Musik an.RICHARD WAGNER, dt. Komponist (1813-1883)


FOTO: © GETTY IMAGES