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Von Quasselstrippen und Jammerlappen


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 14.07.2020

Unsere Katzen teilen sich uns durch Miauen mit – gerne auch etwas öfter. Doch was steckt hinter diesem Verhalten? Und wie wird man das „Dauermiauen“ wieder los?


Artikelbild für den Artikel "Von Quasselstrippen und Jammerlappen" aus der Ausgabe 8/2020 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 8/2020

Miauen ist ein Teil der Katzensprache. Kommunizieren Katzen mit Artgenossen, spielt die Lautsprache eine untergeordnete Rolle. Wenn sie sich aber mit uns Menschen verständigen wollen, benutzen sie dazu häufig ihre Stimme. Es gibt von Natur aus Katzentypen, die ausgesprochen gesprächig sind. Zu diesen gehören die Siamesen und Orientalen und deren Verwandte.

Geborene Quasselstrippen

Oft genügt es bereits, wenn ein Elternteil zu einer dieser Rassen ...

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... gehört, und schon muss Katze alles kommentieren. Sie lassen sich auf regelrechte Dialoge mit ihren Haltern ein, begleiten sie durchs ganze Haus und haben fast immer etwas zu erzählen, wenn sie nicht gerade schlafen oder dösen. Wer mit so einer Katze zusammenlebt, wird unruhig, wenn sie plötzlich voneinem auf den anderen Tag nicht mehr „spricht“, denn dann könnte etwas mit dem Liebling nicht in Ordnung sein. Falls Ihre Katze also neu zu Ihnen gekommen ist, könnte das aus Ihrer Sicht ungewöhnlich häufige Miauen einfach an der Abstammung der Katze liegen.

Eine Sache der Hormone

Ist Ihre Katze zwar relativ neu bei Ihnen, hat aber plötzlich damit begonnen, vermehrt zu miauen, könnte es sein, dass sie einfach rollig ist. Oder, falls es sich um einen Kater handelt, er festgestellt hat, dass sich in der Nähe eine rollige Katzendame befindet, von deren Geruch er sich magisch angezogen fühlt.

Kätzinnen werden im Regelfall um den sechsten Lebensmonat herum das erste Mal rollig. Dabei gibt es wie immer auch Ausnahmen von der Regel.

Erneut sind es die Siamkatzen und ihre Verwandtschaft, die oft außerordentlich frühreif sind und schon mit vier Monaten erstmals diesen hormonellen Ausnahmezustand erleben. Andere sind Spätzünder und erst mit acht Monaten oder einem Jahr so weit.

Ein Minnesänger im Haus

Ist Ihr Dauersänger ein unkastrierter Kater, ist Ihnen vielleicht bereits aufgefallen, dass sein Urin verändert „duftet“.

Ihr Kater riecht auf weite Distanz, wo sich eine fortpflanzungsbereite Katzendame befindet, und wird alles dransetzen, zu ihr zu gelangen: miauen, jaulen, an der Tür kratzen und unruhig auf und ab laufen inklusive.

Auch bei Katern ist die Kastration das Mittel der Wahl, um sexuell motiviertes Miauen zu beenden. Falls Ihr Kater extrem frühreif ist, kann er bereits mit fünf Monaten geschlechtsreif sein. Lassen Sie sich nicht allzu viel Zeit mit der Entscheidung. Denn wenn Ihr Kater erst einmal damit beginnt, sein Revier mit Urin zu markieren, wird Ihre Wohnqualität sehr schnell leiden. Bringen Sie also Ihren Stubentiger zügig zum Kastrationstermin, bevor Ihr Zuhause im Geruch stark an den eines Tigerkäfigs erinnert. Bis sich die Gesänge Ihres liebeskranken Katers legen und sich auch sein übriges Verhalten wieder völlig normalisiert, können ein paar Wochen vergehen, da sich seine Hormonlage erst allmählich umstellt. Ob Katze oder Kater, Ihr Tierarzt wird mit Ihnen gern den richtigen Zeitpunkt für den Eingriff besprechen.

Spielen oder füttern

Dauermiauer sind meist reine Wohnungskatzen und unter diesen besonders häufig einzeln gehaltene Exemplare. Durch die Begrenzung ihres Lebensraumes auf die menschliche Behausung sind viele Katzen unterfordert und gelangweilt. Außer dem Menschen ist kein Sozialpartner vorhanden. In Untersuchungen haben Verhaltensforscher festgestellt, dass Katzen mit dem Menschen viel häufiger verbal kommunizieren, als sie dies mit einem Artgenossen tun würden. Blickt die Katze nur stumm auf den Schrank, in dem sich ihr Futter befindet, kann man dies leicht übersehen – untermalt sie aber ihr Begehr nach Futter mit einer kleinen Konzerteinlage, ist schneller Erfolg zu verzeichnen. Der Mensch kommt und füttert. Die Katze lernt aus dem Erfolg und wird, wenn sie wieder etwas zu fressen haben möchte, erneut miauen. Und zwar so lange und ausdauernd, bis der Mensch das tut, was sie will.

Ich hab dich fest im Griff Kaum beschwert und schon kümmert sich der Mensch


Miauen lohnt sich

Ähnlich ist es um die „Fellwecker“ bestellt. Sie erwachen in der Morgendämmerung, sie verspüren Hunger oder es ist langweilig. Der Mensch hat sich im Schlafzimmer verschanzt, und die Katze wird nun alles daransetzen, ihn dort herauszukomplimentieren. Dauermiauen ist ein erfolg versprechendes Mittel, vielleicht noch unterstützt durch auf die Klinke springen oder an der tür kratzen. In der tat sind viele „Krawallschachteln“ zu einem solchen Verhalten unabsichtlich erzogen worden.

So merken Sie, dass Ihre Katze rollig ist

Falls es sich bei Ihrer Katze um eine unkastrierte Katze handelt und Sie neben dem anhaltenden, Ihnen grundlos erscheinenden Maunzen auch noch eines oder mehrere der folgenden Symptome beobachten, haben Sie den Grund für die Verhaltensänderung wahrscheinlich gefunden:
• Die Katze ist allgemein unruhiger als bisher
• Sie wälzt oder rollt sich auf dem Boden
• Sie kauert mit erhobenem Hinterteil vor Ihnen
• Sie legt den Schwanz zur Seite
• Sie reibt sich vermehrt an Gegenständen
• Neben dem Miauen gurrt oder schreit sie vermehrt
• Sie markiert, auch außerhalb der Katzentoilette, mit Urin

Eine Kastration sorgt für Abhilfe. Kontaktieren Sie Ihre Tierarztpraxis und vereinbaren Sie einen Termin für den Eingriff. Bei ihm sollte Ihre Katze nicht mehr rollig sein, denn während dieser Zeit ist das Operationsgebiet besonders stark durchblutet. Die Kastration ist in jedem Fall sinnvoll, auch bei der reinen Wohnungskatze. Denn wenn die Katze nicht gedeckt wird, kann es zu sogenannter Dauerrolligkeit kommen, die nicht selten eine lebensbedrohliche Gebärmutterentzündung nach sich zieht.

Ich will was von dir Ein „Miau“ erfüllt Katzenwünsche


Hallo, Mama! Kitten sprechen „laut“ mit ihrer Katzenmutter


Sie haben gelernt, dass es sich lohnt, zu miauen. Mit dem Einsatz ihrer Stimme können sie den Menschen dazu bringen, das zu tun, was sie wollen. Lange genug Terror vor der Schlafzimmertür gemacht, und der Mensch wankt schlaftrunken in die Küche und füttert oder wirft das Fellmäuschen. Frauchen telefoniert und beschäftigt sich nicht mit der Katze - also voller Stimmeinsatz: Schon kümmert sie sich um die Katze, spielt und schmust mit ihr.

Was Sie tun können

Falls Ihre Katze zu den Stubentigern gehört, die gelernt haben, wie gut Sie durch Miauen zu manipulieren sind, gilt es, dieses Verhalten zu ignorieren anstatt es zu belohnen und gleichzeitig mehr Spannung, Spiel und Abenteuer ins Leben der Katze einzubauen. Sie unterbreiten häufiger Spielangebote, wenn Sie dazu Lust haben.

Sie schmusen häufiger mit ihr, wenn sie nicht miaut. Sie sorgen für ein abwechslungsreicheres Umfeld der Katze. Vielleicht ein neuer Laufsteg an der Wand, der vom Wohnzimmer in den Flur führt, oder öfter mal ein neuer Karton mit darin versteckten Überraschungen zum „Herauspfo- teln"? Oder wie wäre es mit einem Netz für den Balkon, sodass die Katze einen gesicherten Freisitz hat? Hier ist Ihre Fantasie gefragt.

Eventuell kann auch ein Katzenkumpel für mehr Ruhe sorgen, weil Ihre Katze dann einen Spielgefährten hat und sie sich nicht mehr ausschließlich auf Sie konzentriert. Gleichzeitig ignorieren Sie konsequent das Miauen.

Sie kommen also nur dann aus dem Schlafzimmer, wenn die Katze gerade Ruhe gibt. Sie füttern sie erst, wenn sie aufhört zu miauen. Um das durchzuhalten, brauchen Sie in der ersten Zeit gute Nerven, denn die Katze wird noch häufiger und ausdauernder miauen, um von Ihnen wahrgenommen zu werden. Erst wenn sie lernt, dass dieses Verhalten nicht zum Erfolg führt, lässt die Dauerbeschallung nach.

Sonderfelle: Die Waisenkinder

Mutterlos aufgezogene Kätzchen, die ganz und gar auf den Menschen fixiert sind, gehören besonders häufig zu den „Miau-Terroristen". Sie halten sich, vor allem wenn sie auch noch ohne Geschwister groß werden mussten, gar nicht für Katzen, sondern benehmen sich wie kleine haarige Menschen auf vier Beinen. Ständiges „Geplapper" inklusive. Die oft einzige Chance, solchen Katzen eine Möglichkeit auf eine halbwegs normale Entwicklung zu geben, ist es, ihnen eine wirklich gut sozialisierte Katze zur Seite zu stellen, von der sie lernen

können, wie sich Katzen eigentlich verhalten. Keine Sorge, solche Kätzchen bleiben ihr Leben lang überaus anhänglich, aber es tut ihnen gut, wenn sie Artgenossen um sich haben und normale kätzische Verhaltensweisen erlernen.

Taube Katzen

Eine Sonderstellung nehmen auch Katzen ein, die taub geboren wurden, sowie jene, die durch Krankheit oder im Alter die Hörfähiglceit einbüßen.

Da sie ihre Stimme selbst nicht wahrnehmen, tendieren sie dazu, besonders laut auf sich und ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Hier helfen nur viel Verständnis und Zuwendung. Schließlich kann das Tier nichts für seine Behinderung.

Die Freiheitsliebenden

Haben Sie eine Katze aus zweiter oder dritter Hand adoptiert, deren Vorgeschichte Sie nicht kennen? Es kommt immer wieder vor, dass Katzen, die ein freies und ungebundenes Leben geführt haben, in reine Wohnungs- haltung vermittelt werden. Das kann funktionieren, endet aber nicht selten damit, dass die Katze in der Wohnung unglücklich ist und aus Protest extrem viel miaut, weil sie der gewohnten Freiheit nachtrauert. Eine gesicherte Terrasse oder ein Balkon, so vorhanden, können ebenso wie ein Artgenosse hier Wunder wirken.

In manchen Fällen hilft aber nur die Vermittlung an einen Platz, an dem die Katze wieder hinauskann - vor allem dann, wenn sich zu den Protestgesängen auch noch Unsauberkeit und weitere Auffälligkeiten gesellen.

Schmerz als Ursache

Bei plötzlich auftretendem verstärktem Miauen können auch Schmerzen die Ursache sein. Leidet die Katze zum Beispiel unter Harnsteinen, bereitet ihr der Besuch der Toilette starke Schmerzen. Auch Zahnschmerzen lösen oft ungewöhnliche Verhaltensänderungen aus. Wenn Sie den Verdacht hegen, dass Ihre Katze unter Schmerzen leidet und deshalb miaut, stellen Sie sie bitte sofort einem Tierarzt vor.