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Von Tief zu Tief


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Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 08.10.2021

OSTFRIESLAND

Artikelbild für den Artikel "Von Tief zu Tief" aus der Ausgabe 110/2021 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Spinnangler am Knockster Tief bei Suurhusen. Dieses Gewässer beschert glücklichen Anglern jedes Jahr kapitale Fänge.

Ist im Wetterbericht ein Tief im Anmarsch, kann man schon mal die Regenjacke herausholen. Anders im Nordwesten Ostfrieslands, denn wer hier von einem Tief hört, denkt meistens an ein gutes Angelgewässer. Obwohl ich mehr als 300 Kilometer von Ostfriesland entfernt im Sauerland lebe, zieht es mich seit fast 30 Jahren immer wieder an die ostfriesischen Tiefs. Ich habe einige Tiefs besucht, die mir tolle Fänge bescherten.

RAUBFISCHE IM NORDER TIEF

Ganz im Nordwesten von Deutschland, direkt an der Nordseeküste, erstreckt sich das Norder Tief. Mit einer durchschnittlichen Breite von 25 Metern, im Endbereich noch breiter, und Tiefen zwischen einem und drei Metern gehört es zu den größten der Region. Die zu beangelnde Strecke hat eine Länge von knapp neun Kilometern.

Sie beginnt an der Torfwegbrücke in Norden. Nachdem das Tief die Stadt verlassen hat, durchfließt es die typisch ostfriesische ...

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... Wiesenlandlandschaft und endet an der Leypolder Insel nördlich von Neuwesteel. Da in der Wiesenlandschaft wenige Straßen zu finden sind, muss man, um an das Wasser zu kommen, im mittleren Abschnitt teilweise längere Fußwege in Kauf nehmen. Angenehmer ist es natürlich, wenn man ein Boot besitzt und hiermit an die Plätze gelangt. Das Tief zieht besonders Raubfischangler an. Zu fangen sind Hechte, teilweise in Gewichten zwischen fünf und zehn Kilo, hinzu kommen Barsche und Zander. Vielfach wird mit Kunstködern den Räubern nachgestellt.

Mit einer Spinnrute und leichter Ausrüstung bewaffnet, kann man dann auch schon einmal einen längeren Marsch in Kauf nehmen. Zwischen Mai und September hört man in der Dunkelheit die Glöckchen bimmeln, denn dann beißen hier die Aale. Friedfischangler sitzen überwiegend auf Karpfen und Schleien an. Besonders gute Schleienfänge lassen immer wieder aufhorchen. Wer stippt oder feedert, fängt Alande, Brassen, Rotfedern und Rotaugen.

DAS ADDINGGASTER TIEF

Südlich vom Norder Tief verläuft das Addinggaster Tief, das in der Stadt Norden seinen Ursprung hat und in das Norder Tief östlich von Neuwesteel mündet. Man spricht bei diesem Tief von zwei Armen, nämlich dem nördlichen, welcher in nordsüdlicher Richtung verläuft und dem südlichen, welcher seinen Lauf von Ost nach West hat. Anglerisch gesehen ist der südliche Arm, der bis zu 15 Meter breit und ein bis zwei Meter tief ist, der interessantere. Insgesamt weist das Tief eine Länge von 7,5 Kilometern auf. Der Fischbestand gleicht dem des Norder Tiefs, wobei auch hier mehr Raub- als Friedfischangler anzutreffen sind. Teilweise sind die Ufer an diesem Tief recht steil abfallend. Deshalb benötigt man einen langen Kescher.

AUCH DIE KLEINEREN TIEFS SIND VOLLER FISCH!

Lassen wir aber auch die kleineren Tiefs nicht außer Betracht, wie zum Beispiel das Störtebeker und das van-Hove-Tief, die beide westlich der Ortschaft Marienhafe liegen. Sie sind auf einer Länge von rund fünf Kilometern zu beangeln. Ihre Breite liegt im Schnitt zwischen drei und acht Metern. Natürlich kann man hier nicht unbedingt mit kapitalen Fischen rechnen, aber auch ein mittelprächtiger Hecht, eine Schleie oder ein paar Aale lassen an den kleineren Tiefs das Anglerherz höher schlagen. Aber auch mal ein Karpfen und natürlich Brassen und Rotaugen gehen hier ans Band. Die beiden Tiefs fließen übrigens zusammen und münden dann in die Abelitz, aus der natürlich immer wieder Fische in die Gräben wandern. Um die meisten Plätze zu erreichen, muss ein kleiner Fußmarsch in Kauf genommen werden.

IM KNOCKSTER TIEF WARTEN GROSSE FÄNGE

Wenn es um richtig kapitale Fänge in Ostfriesland geht, dann ist immer wieder die Rede vom Knockster Tief. Hechte bis zu 1,25 Meter, Zander bis zu einem Meter und große Spiegel- und Schuppenkarpfen werden von hier gemeldet. Hinzu kommen Aale, Barsche, fette Brassen, Alande und große Rotaugen. Beangelt werden kann das bis zu 25 Meter breite Gewässer auf einer Länge von rund 20 Kilometern. Die Strecke beginnt am Großen Meer und endet am Schöpfwerk Knock, westlich von Emden. Die Ufer sind teilweise recht dicht mit hohem Gras und Schilf bewachsen, bieten aber gute Unterstände für die großen Hechte. Zander, teilweise in Längen zwischen 80 und 100 Zentimetern, werden immer wieder im Bereich von Brücken, oft mit Gummiködern, gefangen. Auch große Barsche sind hier anzutreffen. Wer es auf Karpfen abgesehen hat, sollte ein paar Tage gezielt anfüttern. Am besten füttert man mit Boilies, denn Mais wird oftmals von einem Schwarm Brassen vertilgt, bevor die Karpfen den Futterplatz gefunden haben. Kapitale bis über 15 Kilo sind durchaus möglich. Wer mit Mais angelt, kann natürlich mit großen Brassen, Rotaugen und Schleien rechnen. Und selbstverständlich lassen sich in der warmen Jahreszeit fette Aale mit einem Tauwurm überlisten.

Angelkarten und Preise:

Tag: 9 € • 2 Tage: 15 € • Wochenende (Fr.-So.): 20 € • Woche: 35 € Jugendliche (14-15 Jahre) erhalten eine Ermäßigung.

Verkauf und Info:

Johann Wessels GmbH • Ekelser Straße 22, 26624 Südbrookmerland • Tel. 04941/991320

Müllers Hobbymarkt • Ritzweg 71, 26624 Südbrookmerland • Tel. 04941/998105

Touristik GmbH • Am Gästehafen 1, 26624 Südbrookmerland • Tel. 04942/5666

Tourist-Info Emden • Bahnhofsplatz 11, 26723 Emden • Tel. 04921/97400

Bürgerbüro Stadt Norden • Am Markt 15, 26506 Norden • Tel.: 04931/9230

Bestimmungen:

Die Erlaubniskarte gilt tagesbezogen von 0 bis 24 Uhr. Erlaubt sind zwei Friedfischruten und außerhalb der Raubfischschonzeit zusätzlich zwei Raubfischruten. Beim Spinn-oder Fliegenfischen darf nur mit einer Rute geangelt werden. Bootsangeln vom verankerten Boot ist erlaubt. Jegliche Lebendhälterung ist verboten. Karpfenzelte und geschlossene Schirme sind nicht erlaubt. Auch das Eisangeln ist verboten.

Mindestmaße und Schonzeiten:

Aal 45 cm • Hecht 45 cm (01.02. – 15.05) • Karpfen 35 cm • Schleie 25 cm • Zander 40 cm (01.02. – 15.05).

Fangbegrenzung:

Maximal 5 Hechte und 5 Zander pro Tag.

Anfahrt:

Aus Süden über die BAB 31, aus Nordosten über die BAB 28, dann weiter über die 31. Des Weiteren über die Bundesstraßen 72 oder 210.

Unterkünfte:

Touristik GmbH • Am Gästehafen 1, 26624 Südbrookmerland • Tel. 04942/5666

Tourist-Info Emden • Bahnhofsplatz 11, 26723 Emden • Tel. 04921/97400

Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel • Zur Hauener Hooge 11, 26736 Greetsiel • Tel. 04926/91880.

„Alle Tiefs dieser Region aufzuzählen, würde einen gesamten BLINKER füllen!“

HECHTE UM DIE METERMARKE BEI GREETSIEL

Auch das alte Greetsieler Sieltief beherbergt große Räuber, insbesondere Zander, wobei Exemplare über 70 Zentimeter Länge nicht selten sind. Einen Hotspot für große Stachelritter finden Sie dort, wo das Tief und die Abelitz zusammentreffen. Aber auch am Durchstich, der bei Aland das Sieltief mit der Abelitz verbindet, kann man mit guten Stachelrittern rechnen. Große Zander und Hechte um die Metermarke sind im Tief immer wieder an den Haken zubringen und auch gute Barsche kommen vor. Friedfischangler fangen Karpfen, deren Bestand aber nicht allzu hoch ist, große Brassen, Rotaugen und goldgelbe Schleien. Beangelt werden darf das im Schnitt 15 Meter breite Gewässer auf einer Länge von 12,5 Kilometern. Wer große Brassen stippen oder feedern will, sollte seine Köder zum Beispiel unterhalb der Abelitzmündung anbieten. Topköder sind kleine Rotwürmer oder ein Madenbündel. Wenn es ein „Altes“ gibt, muss es zwangsläufig auch ein „Neues“ geben. So ist es auch beim Greetsieler Sieltief. Hier stehen dem Angler mit der BVO-Karte neun Kilometer zur Verfügung, wobei die Strecke bei Pewsum endet. Auch an diesem Tief, das eine Verbindung zum Knockster Tief hat, kommen sowohl Raub- als auch Friedfischangler voll auf ihre Kosten. Bewirtschaftet werden alle beschriebenen Gräben, die zur Entwässerung des Hinterlandes dienen, vom Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) mit Sitz in Emden. Natürlich sind dies nicht alle Tiefs in dieser Region. Sie alle aufzuzählen, würde einen gesamten BLINKER füllen …