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Vorbereitung ist Alles!


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 10.09.2021

Drückjagdvorbereitungen

Unterschiedliche Reviere bringen unterschiedliche Vorbereitungen für eine Drückjagd mit sich. Am Anfang ist zu schauen, welche Strukturen finde ich in meinem Revier. Bejage ich nur Wald oder auch Feld und Schilf ? Wie sind die Geländegegebenheiten, habe ich Hänge oder flaches Land? Diese Gegebenheiten bringen grundlegende Unterschiede in der Vorbereitung mit sich.

Mit Karten arbeiten

So unterscheidet sich die Standwahl und Anzahl in den jeweiligen Strukturen. In einem hügeligen Wald lassen sich mehr Stände unterbringen, als auf dem flachen Feld. Denn bei der Auswahl eines Standplatzes ist Kugelfang und Schussfeld das erste, was gegeben sein muss. Sind also noch keine oder wenig Drückjagdstände im Revier vorhanden, sollte dies rechtzeitig geändert werden. Ein Revier mit Ansitzeinrichtungen auszustatten kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei der Wahl der Standorte sollte eine ...

Artikelbild für den Artikel "Vorbereitung ist Alles!" aus der Ausgabe 100/2021 von JÄGER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: JÄGER, Ausgabe 100/2021

Schussschneisen freischneiden gehört bei den Vorbereitungen einer Drückjagd dazu.
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... Revierkarte vorliegen. Diese kann man mit Google Maps oder diversen Revier-Apps erstellen. Dort trägt man alle für die Drückjagd tauglichen Sitze ein. Diese sollten vorher kontrolliert und die Standwahl überprüft werden. Sind alle vorhandenen Sitze in der Karte eingetragen, fällt auf, wo Lücken sind. Es ist auch zu empfehlen, Dickungen und Einstände farbig zu markieren. Dies hilft nicht nur bei der Standwahl, sondern wird später auch für die Hundeführer wichtig. In den Lücken müssen neue Drückjagdeinrichtungen aufgestellt werden. Wo diese genau stehen, erfährt man nur im Revier. Vor Ort sollte mit zwei Personen geschaut werden, wo der beste Standplatz ist. Dieser ist selten am Weg. Drückjagdstände, die nur an den Wegen stehen, zeugen von wenig Interesse am Jagderfolg, ganz zu schweigen von einem nötigen Sicherheitsbewusstsein. Wie findet man also den richtigen Standort für einen Sitz?

Wechsel ausgehen und Pirschwege markieren

Wie Anfangs erwähnt, muss Kugelfang und Schussfeld vorhanden sein. Letzteres lässt sich durch Freischneiden schaffen. Dies sollte sich allerdings im Rahmen halten und bei größeren Eingriffen mit dem Revierleiter abgesprochen werden. Dann ist es hilfreich, die Hauptwechsel zu kennen. Flüchtet das Wild vor den spurlauten Hunden, flüchtet es nicht planlos, sondern auf den ihm bekannten Wechseln. Erst mit viel Druck geht die Flucht abseits der Hauptwechsel. Diese Wechsel sollte man vor der Standwahl einige hundert Meter ausgehen, um zu überprüfen, ob es nicht bessere Plätze für einen Drückjagdstand gibt. Auch hier bietet es sich an, Geländegegebenheiten auszunutzen. Wild flüchtet oft hangparallel, zwischen Einständen, die relativ nah zusammen liegen. Dabei flieht es an Kulturzäunen, entlang von Gräben oder Flüssen und Wegen oder Straßen. Ist ein Platz gefunden, muss dieser sichtbar markiert werden. Ob die Stände mit Nummern versehen oder anders benannt werden, ist jedem selbst überlassen. Es ist aber von Vorteil, eindeutige Benennungen vorzunehmen. Der kürzeste Weg zum Sitz sollte auch markiert werden und am Waldweg der Punkt, an dem der Schütze aussteigen und zum Sitz gehen soll. Ob der Weg zum Sitz mit Pfeilen, Punkten oder Bändern markiert wird, ist Geschmackssache. Ein weiterer Vorteil davon, dass die Sitze nicht an den Wegen stehen ist, dass eventuelle Waldbesucher nicht am Sitz vorbeikommen. Außerdem flüchtet Wild im Bestand ruhiger als über einen Weg hinweg.

Jagdgäste und Hundeführer

Sind alle Stände aufgestellt und alle Lücken geschlossen, hat man eine Zahl an Schützen, die man für seine Jagd braucht. Nun sollten rechtzeitig Einladungen verschickt werden. Als erstes an die Hundeführer, da gute Leute schnell ausgebucht sind. Bei der Art des Hundeeinsatzes scheiden sich oft die Geister. Es hat sich bewährt, eine Mischung aus Standschnallern und Durchgehern zu nutzen. Die Verteilung hängt allerdings sehr vom Revier ab. Wie groß ist es, wie viel Dickungen sind vorhanden, wie weit ist die nächste Straße und wie ist das Verhältnis zum Nachbarrevier. Es gibt wenige Jagden mit zu vielen guten Hunden, deswegen sollte damit nicht gespart werden. Bei der Planung des Hundeeinsatzes ist auch zu beachten, dass Nachsuchengespanne eingeladen werden. Als grobe Richtlinie sollte man für zehn Schützen einen Schweißhundführer einladen.

Jagdansprache und Erklärungen

Der Jagdleiter begrüßt alle Gäste und weist sie auf die gängigen Sicherheitsregeln einer Gesellschaftsjagd hin. Dafür sollte er sich Stichpunkte machen, damit nichts vergessen wird. Wichtig ist auch, die Freigabe genau zu kommunizieren. Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Schützen wissen, wie zum Beispiel ein Knieper aussieht. Dann ist es hilfreich, wenn es eine Trophäe als Beispiel gibt. Auch Verhaltensregeln sollten klar vorgegeben werden. Es hat sich als praktikabel erwiesen, den Schützen vorzugeben, die Jagd nach zwei ungeklärten Anschüssen einzustellen. Ansonsten nehmen die Nach- und Kontrollsuchen überhand. Auch sollten die Schützen keine Nachsuchen selbstständig beginnen. Während der Jagd hat jeder Schütze auf dem Stand zu bleiben. Ausgenommen sind Hundeführer, die ihre Hunde vom Stand schnallen, um ihre Hunde zu unterstützen. Auch die Ansteller können, da sie die nötige Ortskenntnis besitzen, den Stand verlassen, um zum Beispiel einen Standlaut aufzulösen, der sich in unmittelbarer Nähe befindet und kein Hundeführer in Sicht ist. Sind treibende Hundeführer geplant, müssen ortskundige Personen für jede Treiberlinie eingeplant werden. Diese sollten natürlich die Grenzen kennen. Gut ist es, wenn jeder eine Karte bekommt, in der eingezeichnet ist, wo die Grenzen verlaufen und wo die Dickungen sind. Hundeführer müssen im Treiben flexibel sein, um gegebenenfalls die Hunde bei einem Standlaut zu unterstützen.

Die Beschilderung

Nach der Jagd müssen die Nachsuchengespanne eingeteilt werden. Dafür sollte je nach Größe des Reviers eine Person abgestellt werden. Handelt es sich um eine große Jagd, so ist eine ortskundige Person abzustellen. Dann können mehrere Nachsuchen oder Kontrollen hintereinander abgearbeitet werden. Am Tag der Jagd sollte auch geklärt sein, welcher Tierarzt gerade Dienst hat. Es ist auch gut, wenn ein Tierarzt vor Ort ist und an der Jagd teilnimmt.

Verlaufen Straßen durch das Revier, so ist es gut, wenn Schilder aufgestellt werden, die auf die Jagd hinweisen. Zwar ignorieren einige Autofahrer die Schilder, doch die meisten reduzieren die Geschwindigkeit. Es hilft auch, wenn einige Autos am Straßenrand geparkt werden. Teilweise bietet es sich auch an, die Polizei über die Jagd zu informieren. Diese hat in einigen Fällen die Beruhigung des Verkehrs übernommen.

Die Ansteller

Im besten Fall werden die Schützen und Hundeführer am Morgen der Jagd schon in Gruppen eingeteilt. So gibt es beim Abrücken kein Durcheinander. Diese Gruppen müssen von ortskundigen Anstellern angeführt werden. Die Ansteller haben zusätzlich noch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Sie bringen die Schützen zum Sitz, weisen sie auf den Stand und auf Besonderheiten wie Gefahrenbereiche hin. Sie holen die Schützen nach der Jagd wieder ab, bergen das Wild und verbrechen die Anschüsse. Ansteller sollten also gut ausgesucht sein. Diese können auch die Schweißhundführer begleiten. Trotzdem ist es sinnvoll, jedem Schützen einen Zettel mit dem Ablaufplan, Freigabe, Notfallnummern und einem Anschussprotokoll mitzugeben.

Von außen nach innen

Der Verlauf des Treibens sollte sich auch an den örtlichen Gegebenheiten orientieren. Es ist von Straßen weg zu treiben, entlang Hängen und von außen nach innen. Die Schützen fahren in Gruppen eingeteilt zu ihren Ständen. Oft bietet es sich an, auch von außen nach innen anzustellen. So kann der äußere Ring schon Strecke machen, wenn die inneren Schützen durch ihre Anfahrt Unruhe erzeugen. Müssen mehrere Gruppen denselben Weg nutzen, muss sich die vordere Gruppe so halten, dass Autos daran vorbeifahren können. Sonst kommt es nur zu Verzögerungen. Abgesehen von Jagden unter Coronabedingungen, ist es sinnvoll, Schützen in so wenige Fahrzeuge wie möglich aufzuteilen. So können Autos keinem Schützen das Schussfeld nehmen und es wird weniger beunruhigt.

Abschluss der Jagd

Der Wildabtransport muss straff organisiert werden. Dabei muss man sich vorher entscheiden, ob im Revier aufgebrochen werden soll oder zentral an einem Ort. Beide Regelungen haben Vor- und Nachteile. Sind alle Schützen Praktiker und haben die nötige Ausrüstung dabei, ist es einfacher im Revier aufzubrechen. Ist dies nicht der Fall, sollten einige geübte Personen das Aufbrechen an einem Ort übernehmen. Dort ist nach Möglichkeit auch Wasser vorhanden. Auch ist es gut, am Aufbrechplatz Möglichkeiten zu schaffen, das Wild im Hängen zu versorgen. Aus Sicht der Wildbrethygiene ist es zu empfehlen, die Strecke im Hängen zu präsentieren. Das klassische Strecke legen sorgt oft dafür, dass wieder Verunreinigung in den Wildkörper kommt. Am Streckenplatz sollte Verpflegung bereitgestellt werden und auch eine Möglichkeit sich aufzuwärmen. Besonders bei nassem Wetter ist es gut, wenn man sich trocknen und wärmen kann. Die Treiber und Hundeführer sollten als erste die Möglichkeit bekommen, sich einen Teller Suppe zu holen. Die Verpflegung muss auch im Vorfeld organisiert werden und es sollten Personen dafür abgestellt werden, die sich darum kümmern, dass das Essen verteilt wird. Zusätzlich gibt es viele Kleinigkeiten, die nicht übersehen werden sollten. Sollen Brüche verteilt werden? Wenn ja, müssen diese im Vorfeld besorgt werden. Dann müssen die Streckenlisten der Ansteller zusammengefasst werden. So kann die Gesamtstrecke verkündet werden und die individuelle Strecke der Schützen. Auch der Abtransport des Wildes muss straff organisiert sein. Es gibt Wildhändler, die die gesamte Strecke direkt vor Ort einladen und abtransportieren. Ansonsten muss das Wild in die Wildkammer verbracht und protokolliert werden. Am besten werden schon die Wildursprungsscheine ausgefüllt und die Trichinenproben entnommen.

Ist ein Schüsseltreiben möglich, kommt es immer gut an, wenn alle Beteiligten dazu eingeladen sind. Ist keins geplant, so werden die Schützen, Hundeführer und Jagdhornbläser verabschiedet. Idealerweise bekommen diejenigen, die man im nächsten Jahr wieder dabeihaben möchte, direkt die Einladung mit.

Eike Mross ist Jahrgang 1989. Er besitzt den Jagdschein seit dem Jahr 2008 und hat in Göttingen Forstwirtschaft studiert. Der ausgebildete Redakteur stammt aus dem Grenzgebiet von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an der Elbe. Er ist leidenschaftlicher Sauen-und Rehwildjäger. Seine weiteren Interessen sind die Wildbiologie sowie die Bau-und Fallenjagd. Eike schreibt für uns über jagdpraktische Themen und technische Neuheiten.