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Vorsicht! Der Schlitzer von Gainesville geht um!


die aktuelle Krimi - epaper ⋅ Ausgabe 16/2021 vom 08.08.2021

Psycho-Killer

Artikelbild für den Artikel "Vorsicht! Der Schlitzer von Gainesville geht um!" aus der Ausgabe 16/2021 von die aktuelle Krimi. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: die aktuelle Krimi, Ausgabe 16/2021

Danny Rolling, der brutale Mörder mit dem unschuldigen Blick. Was geht in so einem Teufel in Menschengestalt nur vor ??

Sie schreit und schreit und schreit. Gerade hat Ada am Telefon erfahren, dass ihre Tochter Sonja ermordet wurde. Was sie nicht erfahren hat, sind die unvorstellbar grausigen Details der Tat. Wie aus einem Horror-Film. Ja, schlimmer noch! So furchtbar, dass sich kaum Worte dafür finden lassen. Wer sich schon im Kino bei gruseligen Szenen die Augen zuhält, sollte jetzt lieber nicht weiterlesen! Dieser Fall ist nichts für schwache Nerven

Wir sind in Florida im August des Jahres 1990 – und der Schlitzer von Gainesville geht um. Einige Tage lang versetzt er die Stadt und vor allem den Campus der Universität so in Schrecken, dass Hunderte Studierende panikartig fliehen. Er tötet seine Opfer nicht nur, er massakriert sie! Selbst nach ihrem Tod treibt er sein böses, perverses Spiel mit ihnen.

In Florida ist das Leben leichter, so scheint es. Sonne und Wärme. Fast ...

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... überall ist es nah zum Meer. Sonja Larson, 18, und Christina Powell, 17, wohnen zum ersten Mal allein. Nette, brave Mädchen. Sie sind in Gainesville, um zu studieren. Sicher auch um Spaß zu haben oder Partys zu feiern. „Don’t Worry Be Happy“, steht auf einem von Sonjas T-Shirts. Christina hat sechs ältere Geschwister – nun kann sie ihr eigenes Ding machen. Tausende andere Studierende leben hier. Zu Semester-Beginn summt und brummt es in der ganzen Stadt wie in einem Bienenstock. Endlich geht es los, das richtige Erwachsenenleben. Doch für fünf hoffnungsvolle Menschen endet es schneller und entsetzlicher, als wir es uns vorstellen möchten …

An den Tatorten richtete der Slasher wahre Massaker an!

Er vergewaltigte seine Opfer und trennte einem den Kopf ab…

Fortsetzung von Seite 19

Sonjas Mutter Ada hatte gewollt, dass ihre Tochter in ein Wohnheim auf dem Uni-Gelände zieht. Doch alle Zimmer sind belegt. Schweren Herzens erlaubt sie, dass Sonja in einem nahen Apartment-Komplex wohnen darf – mit ihrer neuen Freundin Christina.

Beide haben noch nicht einmal alle Umzugskartons ausgepackt, als ein Unbekannter heimlich in ihre Wohnung eindringt. Innerhalb von Sekunden sticht er mehrmals aggressiv auf Sonja ein. So wild und stark, dass er Knochen durchschneidet und ganze Hautfetzen abtrennt. Mit Klebeband versiegelt er ihren Mund und dämpft so ihre Schreie. Höchstwahrscheinlich hat sie schnell das Bewusstsein verloren. Hoffentlich ...

Christinas Leiche liegt auf dem Boden des Wohnzimmers. Auch auf sie hat der Mörder mehrmals eingestochen. Allein im Rücken sind fünf tiefe Stichwunden. Der Mörder hat sie vorher vergewaltigt und ihr die Brustwarzen abgeschnitten. Dann isst er einen Apfel und eine Banane.

Beide Mädchen sind nackt, als die Polizei sie findet. Beide hatte der Täter mit gespreizten Beinen positioniert und so zur Schau gestellt. Ihre langen Haare aufgefächert. Eine grausame Inszenierung! Als weder Freunde noch die Familie die jungen Frauen erreichen können, kommt der schreckliche Doppelmord ans Tageslicht. Ada Larson, die Mutter, sagt später: „Ich wollte einfach nur sterben und bei Sonja sein!“

Die Stadt kann kaum Luftholen, da passiert schon die nächste Bluttat. Nur wenige Stunden später wird die Leiche von Christa Hoyt entdeckt. Sie war nicht zur Mitternachts-Schicht ihrer Arbeit erschienen. Sehr untypisch für die zuverlässige junge Frau. Christa sammelte Teddy-Bären. Ihr größter Wunsch war es, Polizistin zu werden. Darum jobbte sie neben dem Studium im Polizeirevier.

Christa geht nicht ans Telefon. Es ist dunkelste Nacht. Zwei Kollegen werden geschickt, um nachzuschauen. Einer leuchtet mit seiner Taschenlampe in ein bodentiefes Fenster. Er zuckt erschrocken zusammen, dreht sich zu seiner Kollegin um und stammelt: „Schau bloß nicht hin. Das willst du nicht sehen!“ Christa ist tot. Vergewaltigt, erstochen, verstümmelt und geköpft. Der Mörder hatte ihre Leiche sitzend auf dem Bett drapiert. Ihre Beine weit gespreizt, ihre Füße (mit Socken und Schuhen) in einer Pfütze aus Blut. Ihre Brustwarzen abgeschnitten. Ihr Torso, aufgeschlitzt von unten nach oben. Ihren Kopf hatte der Mörder so ins Regal gestellt, dass er auf den leblosen Körper des Opfers blickte. Mit Spülmittel versuchte er seine Spuren zu verwischen. Sofort vermuten die Ermittler einen Serientäter. Und sie haben recht: Der Killer hat noch lange nicht genug. Er zieht direkt weiter und tötet wieder …

Manuel Taboada ist ein gut aussehender, muskulöser Typ. Footballspieler, 23 Jahre alt. Möchte Architekt werden. Seine beste Freundin, Tracy Paules, 23, studiert Jura und liebt es zu tanzen. Die beiden kennen sich schon lange und wohnen zusammen. Tracy fühlt sich mit einem männlichen Mitbewohner sicherer.

Als die ersten beiden Morde bekannt werden, wird sie von einer Freundin angerufen: „Pass auf dich auf!“, warnt diese noch. Nur wenige Stunden später ist Tracy tot!

Zuerst bringt der Mörder Manuel um. Er versucht ihn im Schlaf mit einem Armee-Messer zu erstechen. Manuel wacht auf und wehrt sich. Ein kräftiger junger Mann – doch wer im Schlaf vom „Gainesville Ripper“ überrascht wird, der hat keine Chance. Manuel verliert den Kampf mit seinem Mörder. 31 Stichwunden zählt der Gerichtsmediziner später. Manuel stirbt, bevor er seine Freundin Tracy retten kann.

Um drei Uhr morgens hört ein Nachbar einen furchtbaren Schrei. Tracys Zimmertür wurde gewaltsam aufgebrochen. Wahrscheinlich hatte sie verzweifelt versucht, sich vor dem Killer zu schützen. Doch vergeblich! Er vergewaltigt sie, sticht auf sie ein und missbraucht sie wieder. Vielleicht war Tracy da schon nicht mehr am Leben. Dieses Mal verstümmelt der Mörder den leblosen Körper allerdings nicht. Später vermutet die Polizei, dass er bei seiner Tat gestört wurde und sie nicht vollenden konnte. Morgens um 8.30 Uhr werden die Toten entdeckt – und wieder fühlt sich die ganze Stadt wie in einem Grusel-Schocker.

Fünf Opfer in vier Tagen. Dann plötzlich nichts mehr. Unzählige Eltern rufen panisch den Polizei-Notruf an, sobald sie nichts von ihren Kindern hören. Viele bewaffnen sich oder verlassen die Stadt. Sie haben Angst, dass der Schlitzer sie als Nächstes erwischt.

Doch wer ist dieses Ungeheuer? Ein Student? Ein Verrückter? Hat er Komplizen? Wann holt er sich sein nächstes Opfer? Was die Polizei sicher weiß: Der Killer kommt in der Dunkelheit und bricht durch Hintertüren in das Zuhause seiner Opfer ein. Er fesselt sie mit Klebeband, das er nach der Tat mitnimmt. Er benutzt für alle Taten dasselbe Messer. Leert die Handtaschen seiner weiblichen Opfer aus und durchwühlt sie. Er bevorzugt brünette Studentinnen – ihre Auswahl aber ist wahrscheinlich Zufall.

Und bei se iner Hinrichtung trällerte er ein Kirchenlied!

Christina schnitt er die Brustwarzen ab, Sonja malträtierte er mit 19 Messerstichen ...

Die Ermittlung läuft auf Hochtouren. In der Sonderkommission arbeiten über hundert Leute an dem Fall. Polizeistreifen und sogar die Nationalgarde helfen mit. Landesweit wird nach dem Täter gefahndet. Über sechs Millionen Dollar wird die Ermittlungsarbeit am Ende kosten.

Allerdings: Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass der Täter längst in Haft sitzt! Ganz zufällig: Wenige Tage nach den Morden an Manuel und Tracy ist der Ripper wegen eines bewaffneten Überfalls verhaftet worden …

Danny Rolling ist 36 und hat eine beginnende Stirnglatze. Er wirkt nicht wie ein eis kalter Killer, eher wie ein spießiger Angestellter. Doch Christa Hoyts Stiefmutter meint: „Ich spürte das Böse in diesem Menschen!“

Danny campt damals in einem Zelt im nahen Wald. Er stammt aus Shreveport in Louisiana, etwa zwölf Autostunden entfernt. Gefängnis ist nichts Neues für ihn. Warum er aber seine Heimat verlassen hat, findet die Polizei erst später heraus: Auch dort hat er vergewaltigt. Auch dort hat er gemordet! Gestehen wird Rolling das aber erst Jahre danach.

Er hatte keine einfache Kindheit. Sein Vater, ein Polizist, misshandelte und terrorisierte ihn jahrelang auf schlimmste Art und Weise. Mit 15 schmiss Daddy ihn zu Hause raus. Eine Zeit danach schoss Danny ihm ins Gesicht und in den Bauch.

Ein psychologisches Gutachten bestätigt eine schwere Persönlichkeits-Störung. In Rollings Familie sollten psychische Krankheiten schon öfter vorgekommen sein. Danny erzählt von multiplen Persönlichkeiten. Eine davon heiße „Gemini“ – eine durch und durch böse Kraft, die ihn zu den Morden getrieben habe. Seine Aussagen macht Danny Rolling übrigens nicht allein. Er besteht darauf, dass sein Mitgefangener Bobby Lewis sein Sprecher ist. Das geht so: Die Polizisten stellen ihre Fragen. Danny flüstert Bobby die Antworten zu und Bobby gibt sie laut wieder. Bizarr!

Furchtbare Kindheit, psychotische Störung, traumatische Erfahrungen, Lust am Töten – was ist die Erklärung dafür, dass jemand so bestialisch quält und mordet? Kann es da überhaupt eine plausible Antwort geben? Danny bekennt, er habe acht Menschen töten wollen – einen für jedes Jahr, das er zuvor im Gefängnis gesessen hatte. Ein Mitgefangener sagt allerdings aus, Danny habe ein Verbrecher-Superstar werden wollen. Wie Ted Bundy.

Als beim Gerichtsverfahren Tatort-Fotos gezeigt werden, benötigen einige der Jury- Mitglieder eine Pause. So unerträglich sind die Details. Eine Geschworene beginnt immer wieder zu weinen, sagt zu den Opfer-Fami-lien: „Ich würde Sie alle so gern umarmen …“ Ein anderes Jury-Mitglied erzählt später: „Ich konnte drei Nächte lang nicht schlafen.“

Danny Rolling wird zum Tode verurteilt. 2006 wird das Urteil vollstreckt. Mit einer Giftspritze. Viel zu sanft, wie sich manche der Hinterbliebenen beklagen. Kurz vor seiner Hinrichtung gesteht er endlich auch die Morde an Julie Grissom, 24, ihrem Vater Tom, 55, und ihrem 8-jährigen Neffen Sean. Die Ermittler aus seiner Heimatstadt Shreveport hatten ihn schon jahrelang in Verdacht.

An diesem Tag im Oktober 2006 sind Freunde und Verwandte der Opfer gekommen, um dem Serienmörder beim Sterben zuzusehen. Vor dem Gebäude protestieren Menschen gegen die Todesstrafe und singen „Kumbaya My Lord“ und „Blowin’ in the Wind“. Rolling liegt festgeschnallt auf einer Liege. Drei Minuten lang dauert es, bis er stirbt. Er schaut dabei nach draußen zur Zuschauer-Kabine. Keine letzten Worte, keine Bitte um Vergebung. Stattdessen singt er wieder und wieder: „Niemand ist größer als du, oh Herr. Niemand ist größer als du ...“ Aber selbst der liebe Gott kann dem furchtbaren Schlitzer von Gainesville nicht mehr helfen. Um 18.13 Uhr wird Danny Rolling für tot erklärt.

Julia Rizzolo

Mehr Morde gibt’s im Kino

Bluttaten wie aus einem Horror-Film! Das dachte sich auch Drehbuchautor Kevin Williamson, als er aus den Nachrichten von den Gainesville-Morden erfuhr. Sie gaben ihm die Idee zum Kino-Thriller „Scream“ (1996), in dem ein Killer auf einem Uni-Campus Studierende meuchelt. Ein Riesenerfolg, der viele Fortsetzungen nach sich zog