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VORSICHT! HOCHSPANNUNG


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 47/2022 vom 24.11.2022

Genesis Electrified GV70

490 PS 308 km Reichweite (Test) 18 Min. Ladezeit (10–80 %) ab 67 300 Euro

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Mit sauberem Atem und unbändiger Kraft treten Genesis Electrified GV70, Ford Mustang Mach-E GT und Tesla Model Y zum Test an

Ford Mustang Mach-E GT

487 PS 350 km Reichweite (Test) 45 Min. Ladezeit (10–80 %) ab 86 200 Euro

Tesla Model Y Maximale Reichweite

514 PS 385 km Reichweite (Test) k. A. Ladezeit (10–80 %) ab 59 965 Euro

EINE ILLUSTRE ELEKTRI-KERRUNDE, die hier zum Test antritt. Da wäre das Tesla Model Y mit maximaler Reichweite. Unser auf dem Model 3 basierendes SUV stammt tatsächlich aus der Gigafactory im brandenburgischen Grünheide, was ihm einen deutlichen Qualitätssprung verschafft.

An seiner Seite fährt der Genesis Electrified GV70. Anders als der GV60 ruht er auf der gleichen Plattform wie Benziner und Diesel. Der Dritte im Bunde ist der Ford Mustang Mach-E GT. Das elektrifizierte Muscle-Car wurde in den USA bereits 2019 präsentiert und ist in der GT-Version die schärfste Variante.

Während der Tesla in ...

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... jeder Hinsicht ein Minimalist ist, glänzt der Genesis mit gepflegtem Luxus. Der Ford hingegen soll denen, die in der Namensgebung ein Sakrileg sehen, klarmachen, dass Ford auch elektrisch die Muskeln spielen lassen kann.

Folgerichtig bringen es zwei Elektromotoren im Overboost auf stattliche 487 PS. Noch überzeugender wirken die 860 Newtonmeter maximales Drehmoment, die bei spontaner Pedalbewegung ansatzlos und zu großen Teilen an die Hinterräder gereicht werden. Wer mit eingeschlagenem Lenkrad durchtritt, kann sicher sein, dass der Mach-E quer geht. Um es kurz zu machen: Das elektrisierte Pferdchen wirkt übermotiviert.

Und trifft mit Tesla sowie Genesis Electrified GV70 auf starke Gegner. Letzterer leistet mit zwei E-Motoren bestückt 436 PS und lässt auf Knopfdruck im Boost für zehn Sekunden 490 Pferde galoppieren. Dazu reicht der Koreaner zwar „nur“ 700 Newtonmeter an beide Achsen, geht aber deutlich feinfühliger zu Werke als der Ford.

Das ebenfalls doppelt motorisierte Model Y bringt es sogar auf 514 PS. Über das Drehmoment schweigt sich Tesla aus. Fakt ist aber, dass auch der zweite US-Elektriker die Gummis nicht so aufgeregt am Asphalt wetzt wie der Mustang, der trotz seines adaptiven Fahrwerks auch noch knochenhart federt und vom Lenkverhalten her nicht halten kann, was die PS-Power verspricht.

Auch der Tesla wirkt am Zügel etwas zittrig, dafür ist das Fahrwerk erstaunlich ruhig, informiert lediglich bei Querfugen genauer über den Straßenzustand.

Mit vorausschauendem adaptiven Fahrwerk schwebt der GV70 den beiden Konkur- renten in diesem Bereich einfach davon.

Die benzinschwangere Verbrennerklientel kann man auf der Autobahn dann auch am besten mit dem Genesis foppen. Der 2,3 Tonnen schwere Luxus-Elektriker fährt nämlich Strich 235. Zugegeben, wer sich über längere Strecken im Eiltempo bewegt, muss bei den 455 Kilometern WLTP- Reichweite deutliche Abstriche machen. Im Test reichte es im Schnitt für mäßige 308 Kilometer.

Das ist natürlich kein Phänomen, das nur beim GV70 auftritt. Gleiches gilt für das mit zwei Tonnen recht leichte Model Y und den ebenfalls 2,3 Tonnen wiegenden Mach-E. Während der Erstgenannte auf Wunsch forsch bis 217 km/h antritt, reicht der Enthusiasmus beim GT lediglich bis Tempo 130. Dann lässt der Tatendrang nach, und ab 160 km/h wird es bis zur Spitze von Tempo 200 zäh.

Der Ford Mustang Mach-E GT will vielleicht zu viel. 1 Die Menüs im Zentraldisplay sind nicht wirklich selbsterklärend.

2 Die Assistenzsysteme arbeiten etwas zögerlich.

3 Druckknopf und Haken zum Öffnen der Tür.

4 Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umlegen, keine Durchreiche

Auch beim Stromtanken kann der GT sich nicht vor Tesla und Genesis schieben. Der Koreaner braucht im Test durchschnittlich 28,1 kWh/100 km, füllt den 77,4 kWh fassenden Akku dank einer maximalen Ladegeschwindigkeit von 240 kW an einem Schnelllader aber in knapp 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der Mustang, mit 30 kWh/100 km der Durstigste, hängt nur mit maximal 150 kW an der Strippe und braucht gut 45 Minuten für 10 bis 80 Prozent Akkufüllung. Auch das Model Y zieht beim Laden am GT vorbei. Hier kann der Akku in der Spitze mit bis zu 250 kW befüllt werden. Und mit 26,8 kWh auf 100 Kilometer glänzt der Tesla auch mit der besten Energieeffizienz. Da wundert es nicht, dass im Model Y mit 385 Kilometern die größte Langstreckenkompetenz steckt. Dank größtem Akku kommt der Ford auf noch ordentliche 350 Kilometer – immerhin 42 Kilometer weiter als der Genesis.

Wer die Reichweite verlängern will, muss langsam fahren. Das geht am besten mit aktiven Assistenzsystemen. Was die Funktion angeht, hat der GV70 die Nase vorn. Die Verkehrszeichenerkennung ist gut. Die automatische Geschwindigkeitsanpassung sanft, aber nicht verschlafen, der adap-tive Spurhalter werkelt unaufgeregt und ohne boshaft an der Lenkung zu reißen. Das Model Y steht dem kaum nach, hat aber ein Problem beim Erkennen von Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Insgesamt verleiht der Minimalismus dem Model Y Charme. Keines der Autos ist so befreit von Knöpfen, Schaltern und Drehreglern wie der Tesla. Die entscheidende Bedieneinheit ist der Zentralmonitor. Alle Informationen und nahezu alle Funktionen sind hier integriert. Im Ford liefert ein 10,2-Zoll-Display vor dem Fahrer alle relevanten Daten. Für einen großen Teil der Bedienung ist ein senkrecht stehender 15,5-Zoll-Touchscreen zuständig. Das Vorbild Tesla ist klar erkennbar. Leider sind die Menüs fürchterlich verworren und alles andere als selbsterklärend.

Elegant ist der Arbeitsplatz des Fahrers im Genesis. Zentrales Steuerelement ist ein Drehdrücksteller, wobei sich die am häufigsten benutzten Menüs auf dem 12,3 Zoll großen Zentraldisplay auch über Drucktasten anwählen lassen. Insofern wirkt die Bedienung angenehm vertraut.

Beim Platzangebot herrscht fast Gleichstand, der Ford nutzt den längsten Radstand aber für den gemütlichsten Fond. Geht es ums Kofferpacken, wird der Tesla zum besten Freund – maximal 2158 Liter plus 117 Liter vorn sind ein Wort. Ford und Genesis fallen deutlich kleiner aus.

Andersherum sieht es bei den Preisen im Testtrimm aus. Mit 59 965 Euro bleibt das Model Y am preiswertesten. Immerhin 11 385 Euro mehr möchte Genesis für den GV70 haben, und Ford verlangt für den Mustang Mach-E GT sogar satte 86 200 Euro. Derart illustre Starkstromer gibt es eben leider nicht für lau.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

TESTSIEGER

1. Genesis Electrified GV70 Der Sieg wird am Ende hauptsächlich durch den gebotenen Komfort eingefahren. 569 Punkte

2. Tesla Model Y Mit maximaler Reichweite und viel Platz hätte es bei etwas mehr Komfort der Sieg sein können. 561 Punkte

3. Ford Mustang Mach-E GT Irgendwie überambitioniert angetreten und viel zu teuer, bleibt dem Ford nur Rang drei. 509 Punkte

FAZIT

HOLGER PREISS, BEREND SANDERS

Es ist ein knappes Ergebnis, aber am Ende überzeugen beim Genesis vor allem der Komfort, die Konnektivität und die Fahrdynamik. Wem das nicht so wichtig ist, wer auf Reichweite und Raum setzt, der wird beim Model Y landen. Der Mustang verspricht einfach zu viel und löst davon doch zu wenig ein.