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Vorsorge schützt vor Unfällen


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 5/2013 vom 10.05.2013

Sobald die Kleinen krabbeln können, leben sie gefährlich: Kinder entdecken ihre Welt ganz unbedarft. Dabei kann schnell ein Unglück passieren. Wir zeigen, wie Sie Ihr Zuhause sicherer machen können.


Artikelbild für den Artikel "Vorsorge schützt vor Unfällen" aus der Ausgabe 5/2013 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie, Ausgabe 5/2013

Die Kaffeetasse abgestellt, ans läutende Telefon gespurtet und kurz darauf schreit das Kind wie am Spieß. Zum Glück nur vor Schreck. Klein Carla hat sich am Tischtuch hochgezogen, das ihr dann mitsamt dem Frühstück entgegenkam. Der Schluck Kaffee hat sich, Gott sei Dank!, nur übers Tuch ergossen. „Uff, gerade noch mal gutgegangen.“ Und jetzt? Schimpfen, erklären? Versteht das Kind doch noch gar nicht. ...

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Kinder vor den alltäglichen Gefahren zu schützen und ihnen gleichzeitig eine kindgerechte Entwicklung im Abenteuerland Umwelt zu ermöglichen, ist ziemlich schwierig. Patentrezepte gibt es keine, denn Kinder sind unterschiedlich geschickt, risikobereit und sicher heitsbewusst. Eltern schwanken daher zwischen der Hoffnung, dass schon nichts Schlimmes passiert, und dem Wunsch, jede potenzielle Gefahr ausschalten zu wollen. Die Unfallstatistiken zeigen, dass Letzteres unmöglich ist. Jedes Jahr verletzen sich in Deutschland 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren.

100-prozentige Sicherheit gibt es nicht

Eltern fürchten sich generell vor Unfällen im Straßenverkehr viel mehr als vor Unfällen im Haushalt. 85 Prozent schätzen das Risiko hier besonders hoch ein. Zu Hause sind die Befragten dagegen kaum beunruhigt. 82 Prozent glauben, dass das Unfallrisiko für ihr Kind zu Hause oder im Garten gering ist. Das hat eine neue repräsentative Studie der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft von 2012 ergeben.

Dabei zeigen die Erfahrungen der in der Umfrage interviewten Eltern eine ganz andere Realität: Ein gutes Drittel der Kinder hatte bereits einen Unfall. Dabei sind 60 Prozent der Unfälle zu Hause passiert, nur 14 Prozent dagegen im Straßenverkehr. Bei Kindern im Alter ab sechs Jahren nahm der Anteil der Verkehrsunfälle zwar zu, aber doppelt so häufig passierten Unfälle zu Hause und in der Freizeit. Kinder bis fünf Jahre erlitten laut Umfrage zu 66 Prozent ihrer Unfälle zu Hause.

Auch die Statistiken der Unfallversicherer bestätigen dies: So geht der Anteil der Verkehrsunfälle bei Kindern seit Jahren stetig zurück und lag 2010 unter 16 Prozent, für die eine Leistung in der Kinderunfallversicherung erbracht wurde. Bei Kindern bis zu fünf Jahren geschieht nur jeder zehnte Unfall im Straßenverkehr.

Stürze werden unterschätzt

Die meisten Kinderunfälle sind Stürze. Etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren erleiden pro Jahr einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Dies zeigen die Ergebnisse einer Kinder- und Jugendgesundheitsumfrage (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts und die Daten der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherungen. Gefährliche Stürze gehören zu den häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei kleinen Kindern, obwohl sie in den meisten Fällen vermeidbar wären.

Allerdings halten nur 15 Prozent der Eltern dies für die größte Unfallgefahr. Am häufigsten ist bei einem Unfall der Kopf des Kindes betroffen: In 37 Prozent der Unfälle war nach den Angaben der Eltern der Kopf verletzt. Den Daten der Unfallversicherer zufolge ist der Anteil der Kopfverletzungen umso höher, je jünger das Kind ist. Er liegt bei den Sechsjährigen bei 33 Prozent; bei den Drei- bis Vierjährigen ist bei jedem zweiten Unfall eine Verletzung des Kopfes die Folge, bei Einjährigen bei rund 70 Prozent.

Gefährliche Küche

Laut aktueller Studie der GfK Finanzmarktforschung ist die Küche für Kinder einer der gefährlichsten Orte im Haushalt. Hier drohen Verbrühungen und Verbrennungen durch heißes Fett, siedendes Wasser auf dem Herd oder im Wasser kocher und die glühende Herdplatte. In der Küche stehen auch ätzende Putzmittel und andere giftige Substanzen – nicht selten in Reichweite von Kleinkindern. Obwohl rund 40 Prozent der befragten Eltern die Küche als große Unfallgefahr sehen, lassen 41 Prozent der Eltern schon kleine Kinder bis fünf Jahre unbeaufsichtigt in die Küche. Ab sechs Jahren halten sich 81 Prozent der Kinder allein in der Küche auf.

Risikobewusstsein für Strom

Die meisten Eltern sind sich der Gefahrenquelle Strom bewusst; 89 Prozent der befragten Eltern haben Steckdosen mit einer Kindersicherung ausgerüstet. Beim Kauf sollte auf das GS-Siegel für Geprüfte Sicherheit geachtet werden. Zusätzliche Sicherheit vor Stromschlägen verschafft ein sogenannter Fehlerstromschutzschalter oder FI-Schalter im Sicherungskasten, der jederzeit nachgerüstet werden kann. FI-Schalter unterbrechen im Falle einer Störung des regulären Stromkreislaufs, zum Beispiel beim Kontakt des Geräts mit Wasser, schnell und effektiv den Stromfluss und verhindern damit tödliche Stromunfälle. Im Neubau ist die Verschaltung mit einer FI-Sicherung für Badezimmersteckdosen Pflicht.

Doch nicht nur Steckdosen können für Kinder gefährlich sein. Um vor Stromunfällen zu schützen, sollten Eltern dafür Sorge tragen, dass herabhängende Kabel und Mehrfachsteckdosen nicht in Kinderhände gelangen. Die Kabel dazu möglichst kurz abbinden und die Elektrogeräte für Kinder unerreichbar aufstellen, insbesondere niemals in der Nähe von Wasser lagern.

Bei Schmorbrand, ausgelöst etwa von überhitzten Elektrogeräten und anderen Bränden, können Brandmelder in Haus oder Wohnung lebensrettend sein. Fachleute empfehlen Modelle mit dem Q-Prüfzeichen in Verbindung mit dem Logo VdS Schadenverhütung oder dem Schriftzug Kriwan. Es steht für hochwertige Rauchmelder, die für den Langzeiteinsatz besonders geeignet sind.

Die Welt mit Kinderaugen sehen

Wie gefährlich die Umgebung für kleine Kinder wirklich ist, wissen Eltern aber oft erst, wenn ein Unglück passiert ist. Experten geben daher den Tipp, das Zuhause einmal mit Kinderaugen zu sehen. Wo ein Erwachsener sich das Knie stößt, können die Kleinen beispielsweise schwere Kopfverletzungen davontragen. Begeben Sie sich daher mal in die Hocke oder auf die Knie und betrachten Sie die Welt aus einer anderen Perspektive. So tauchen plötzlich ungeahnte Gefahrenquellen auf. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder führt Eltern eventuelle Risiken mit einer überdimensionalen Riesenküche mit Herd, Schränken, Tisch und Stuhl vor Augen. Die Installation, die als Dauerausstellung im Zentrum für Brandschutzerziehung im Floriansdorf Aachen steht, veranschaulicht auf fantasievolle Weise, wie riesig, wie verlockend, aber vor allem wie gefährlich eine Küche sein kann. Erwachsene stehen darin vor Küchenschränken, die fast so hoch wie Wohnungstüren sind, und die Herdknöpfe befinden sich auf Augen höhe.

Jeder nur denkbaren Gefahr begegnen zu wollen, ist allerdings sinnlos: Eine absolute Sicherheit kann es nicht geben. Daher müssen Eltern lernen, die Fähigkeiten der Kinder richtig einzuschätzen, Grenzen zu setzen und diese durchzusetzen. Aber auch der Mut zur Ausnahme von der Regel gehört dazu.
Mehr Informationen: www.bzga.de/kindersicherheit, www.kindersicherheit.de und www.das.sichere-haus.de

Elektrik

Steckdosen

üben auf Kinder einen unwiderstehlichen Reiz aus. Steckdosensicherungen bieten Schutz gegen Stromschläge. Sie werden einfach in die Steckdose eingeklebt.

Kabel,

zum Beispiel von der Steckdose zur Wandbeleuchtung, bergen viele Unfallgefahren. Lange Kabel daher möglichst kurz abbinden, damit sie nicht zur Verletzungsgefahr werden, und hinter einem Schrank entlang verlegen, sodass das Kind sie nicht erreichen kann.

Stehlampen

im Kinderzimmer können beim Toben umfallen und Kinder verletzen. Zudem sind die Kabel gefährliche Stolperfallen. Stehlampen gehören also nicht ins Kinderzimmer.

Abzuraten

ist auch von Lampen auf dem Nachttisch, die leicht umgestoßen werden können.

Lampen, die Spielzeug ähneln,

gehören nicht in Kinderhände. Sie werden womöglich als „Spielkamerad“ ins Bett geholt. Zimmerbrände können die Folge sein.

Kinderbetten

Kinderbetten

eignen sich vorzüglich zum Toben. Sie müssen deshalb besonders stabil sein. Mit einem kräftigen Rütteltest im Geschäft können instabile Exemplare aussortiert werden.

Unruhige Kinder

fallen schnell aus dem Bett. Schutz bieten Bettgitter, wobei der Abstand zwischen Matratzenunterkante und oberer Gitterkante mindestens 60 Zentimeter betragen sollte.

Die Bettelemente

sollten nicht nur robust, sondern auch splitterfrei sein. Zu empfehlen sind deshalb Elemente aus Holz oder Metall und nicht aus Spanplatten. Manche Betten sind mit Rohren verstrebt. Geschlossene Rohrenden vermeiden das Einklemmen von Kinderfingern.

Hochbetten

sind erst ab sechs Jahren zu empfehlen, denn Kleinkinder stürzen oft ab, weil sie noch zu wenig Koordinationsvermögen besitzen. Sie sollten der für Etagen-/ Hochbetten gültigen Norm DIN EN 747 entsprechen. Ein entsprechender Hinweis ist in der Gebrauchsanweisung oder direkt am Bett zu finden.

Eine wackelige Bettleiter

ist gefährlich. Am besten ist die Leiter am Bett fixiert und hat einen fest montierten Handlauf.

Möbel

Umkippende Regale

können zur tödlichen Falle werden. Deshalb Regale und andere nicht kippsichere Möbelstücke mit Dübeln an der Wand fest verankern.

Auch an Heizkörpern,

insbesondere an älteren Modelle mit Rippen, können sich Kinder verletzen. Die Kanten können mit einem speziellen hitzeresistenten Polster gesichert werden, die in Heizungsfachgeschäften erhältlich sind.

Schränke

laden zum Versteckspielen ein. Kunststoffriegel, die am Schrankkorpus sowie an Schranktüren und -schubladen angebracht werden, machen das Öffnen für Kleinkinder unmöglich.

Tische, Stühle und andere Möbelstücke

haben oft scharfe Kanten. Das gilt insbesondere für ansonsten kaum sichtbare Verstrebungen zwischen den Tischbeinen. Sie können mit einem Kantenschutz unschädlich gemacht werden.

Böden

Stürze vom Hochbett

können nie ausgeschlossen werden. Ein weicher Teppich vor dem Bett kann da wenigstens das Schlimmste verhindern.

Teppichböden

geben Kinderfüßen festeren Halt als ein glatter Boden. Allerdings spielt es sich darauf oft nicht so gut.

Küche

Kinder greifen schnell

einmal auf heiße Herdplatten. Das verhindert ein in der Breite verstellbarer Herdschutz an der Herdvorderkante. Solche Schutzvorrichtungen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, zum Beispiel Herdgitter aus Edelstahl oder Platten aus transparentem, hitzebeständigem Kunststoff. Einfache Montage ohne Schrauben mit Klebeband oder Saugnäpfen.

Backofentürriegel aus Kunststoff

verhindern, dass das Kind die Tür öffnen kann.

Backofentüren

mit einfacher oder selbst zweifacher Verglasung können sich extrem erhitzen. Hier helfen Metallschutzgitter, die vor die Tür geklebt oder geschraubt werden.

Herdschalter

üben auf Kinder eine wahre Faszina tion aus und sollten deshalb mit Sicherheitsdrehknöpfen besonders geschützt werden. Um den Herd in Gang zu setzen, muss der Knopf erst 2,5 Millimeter nach innen gedrückt werden.

Putzmittelschränke

und Schubladen mit Messern und anderen gefährlichen Küchenutensilien am besten mit Tür- und Schubladensperren versehen.

Allgemein

Kinder auf dem Wickeltisch

nie allein lassen. Wird man unterbrochen, das Kind mitnehmen oder auf den Boden legen.

Beim Baden

das Kind ständig beaufsichtigen.

Heiße Getränke

außerhalb der Reichweite von Kindern auf den Tisch stellen. Eine Tasse Tee, die bereits fünf bis zehn Minuten abgekühlt hat, ist noch immer rund 60 Grad Celsius warm. Keine Tischdecken benutzen.

Die Kinder

altersgemäß im Haushalt beteiligen und mit ihnen – je nach Alter und Geschicklichkeit – Dinge wie Schneiden oder das Anzünden von Kerzen üben.

Immer wieder erklären,

warum etwas gefährlich ist.


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