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Vorsorge – und dann?


junge familie - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 27.05.2021

Warum gehe ich eigentlich ständig zum Arzt? Ich bin doch nur schwanger und nicht krank!“ Diese Frage stellt ihr euch vermutlich auch öfters. Natürlich seid ihr nicht krank, sondern „nur“ schwanger. Doch die regelmäßigen Kontrollen sind wichtig. Euer Körper braucht zwar keine Hilfe, um schwanger zu sein, das klappt alles von allein. Aber durch die Schwangerschaft verändern sich viele Dinge in eurem Körper, und es ist sinnvoll, diese zu beobachten.

Wenn die Schwangerschaft normal und ohne Probleme verläuft, finden bis zur 30. Schwangerschaftswoche die Untersuchungen monatlich statt. Ab der 30. Schwangerschaftswoche sind die Kontrolltermine alle zwei Wochen. Sobald ihr den errechneten Termin überschreitet, müsst ihr jeden zweiten Tag zu einer Untersuchung. Die findet dann in der Woche in der Praxis beim Gynäkologen oder auch bei der Hebamme statt. Am Wochenende geht ihr für diese Kontrolltermine ins ...

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Bildquelle: junge familie, Ausgabe 2/2021

Franziska Luck
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... Krankenhaus.

… ist Hebamme und dreifache Mutter.

Welche Art der Begleitung für eure Schwangerschaft die richtige ist, könnt nur ihr für euch entscheiden. Es ist gut zu wissen, dass ihr ein Anrecht auf die Betreuung durch Arzt und Hebamme habt und die Kosten – sofern es keine IGeL-Leistungen sind – komplett von der Krankenkasse übernommen werden.

Ablauf einer normalen Schwangerschaftsvorsorge

Wie läuft aber nun so ein Vorsorgetermin ab? Als Erstes gebt ihr eine Urinprobe ab, damit dieser auf Unregelmäßigkeiten getestet werden kann. Darauf folgen eine Blutdruckkontrolle und die Überprüfung der Gewichtszunahme. Zusätzlich werdet ihr gefragt, ob ihr Wassereinlagerungen oder Krampfadern bemerkt habt. Nun ist der Bauch an der Reihe: Es wird getastet, wie hoch die Oberkante der Gebärmutter gewachsen ist und wie das Baby liegt. Der Arzt stellt diese Untersuchungen meist per Ultraschall fest. Eine Hebamme braucht als Werkzeug hierfür lediglich ihre Hände. Bei jeder Vorsorge werden die Herztöne eures Babys kontrolliert. Zusätzlich werdet ihr gefragt, ob ihr Bewegungen des Babys spürt. Eine vaginale Untersuchung sollte nicht Standard bei jeder Vorsorge sein – lediglich wenn es gute Gründe dafür gibt. Denn jede Untersuchung birgt natürlich das Risiko einer Infektion.

Neuer Begleiter: der Mutterpass

Gleich bei der ersten Untersuchung bekommt ihr das kleine blaue Heft ausgehändigt. Der Mutterpass ist eines der wichtigsten Dokumente während der Schwangerschaft. Ihr solltet ihn immer bei euch tragen. Warum? Ob Blutdruck, Gewicht oder Herztöne des Kindes – in diesem Heft stehen alle wichtigen Befunde und Ergebnisse eurer Schwangerschaft. Was für euch vielleicht böhmische Dörfer voller Abkürzungen sind, enthält für eine Hebamme oder einen Arzt wesentliche Informationen. Nicht nur euer errechneter Termin (ET) ist dort vermerkt, sondern auch alle Untersuchungen, die in der Schwangerschaft durchgeführt wurden – natürlich auch alle Vorsorgeuntersuchungen. Ab 2022 wird es den Mutterpass auch in digitaler Form geben. Ihr könnt dann entscheiden, ob euer Mutterpass wie gehabt auf Papier geführt oder elektronisch in einer digitalen Patientenakte angelegt wird. Die Daten sind über den PC oder übers Handy per App abrufbar.

Ultraschall

Die Mutterschaftsrichtlinien sehen drei Ultraschalluntersuchungen bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft vor. Diese beinhalten den ersten Ultraschall, bei dem eine Schwangerschaft festgestellt wird. Er findet in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche (SSW) statt. Das schlagende Herz des Embryos ist zu sehen und ob ein oder mehrere Embryos in der Gebärmutter liegen. Anhand der Größe des/der Embryos wird ein voraussichtlicher Geburtstermin berechnet. Der nächste geplante Ultraschall ist um die 20. SSW herum. Bei dieser Untersuchung werden alle Kindsorgane genau unter die Lupe genommen, und das Baby wird von Kopf bis Fuß vermessen. Auch werden Plazenta und Fruchtwassermenge überprüft. Dieser Termin ist besonders spannend für die werdenden Eltern, da im Zuge der Untersuchung häufig das Geschlecht des Babys festgestellt wird. In der 29. bis 32. SSW werden noch ein weiteres Mal das Baby und seine Organe von oben bis unten durchgecheckt, ebenso Plazenta und Fruchtwasser.

Viele werdende Eltern möchten zu gern wissen, wie das Kleine im Bauch wohl aussieht. Deshalb waren Selbstzahler-Leistungen wie ein 3-D- oder 4-D-Ultraschall besonders beliebt. Dieses Baby-TV, also Ultraschall ohne medizinische Notwendigkeit, ist seit diesem Jahr aber verboten. Denn Studien haben gezeigt, dass zu viel Ultraschall für das Baby belastend ist. Nur noch die drei Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der regulären Schwangerschaftsvorsorge sowie medizinisch begründete weitere Untersuchungen sind zulässig.

Herztöne und Wehen

Im letzten Drittel der Schwangerschaft (und auch während der Geburt) werden mittels des CTG, auch Kardiotokografie oder Wehenschreiber genannt, der Herzschlag des ungeborenen Kindes sowie eure Wehentätigkeit aufgezeichnet. Außerdem wird so ermittelt, ob euer Kind ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Beim CTG wird ein Gurt mit zwei Sensoren um euren Bauch befestigt. Dabei erzeugt der Kardiotokograf Ultraschallwellen. Ein Sensor zeichnet die Herztöne eures Kindes auf (Kardiogramm), der andere eure Wehen (Tokogramm). Ein CTG wird üblicherweise 30 Minuten lang

geschrieben, da es erst nach dieser Zeit bewertet werden kann. Anhand der – im besten Fall – zackig verlaufenden Linie kann eine Hebamme oder ein Arzt erkennen, ob es eurem Baby gut geht. Es gibt auch eine Art Punktesystem, mit dem ein CTG bewertet werden kann. Die zweite Linie – die untere der beiden – dokumentiert die Wehentätigkeit. Diese Methode kann aber relativ ungenau sein, da auch ein Tritt oder Lachen zum Aufzeichnen einer „Wehe“ führen kann. Dennoch ist es eine wichtige Art der Feststellung, ob eine Schwangere vorzeitige Wehen hat.

IGeL-Leistungen und Pränataldiagnostik

In den Mutterschaftsrichtlinien ist genau festgelegt, welche Untersuchungen in der Schwangerschaft von den Krankenkassen bezahlt und den Ärzten empfohlen werden. Sie stehen alle im Mutterpass. Neben dieser schon recht umfangreichen Basis-Vorsorge gibt es zudem sogenannte IGeL-Leistungen. Diese Untersuchungen werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern müssen privat bezahlt werden. Sie beinhalten unter anderem auch pränataldiagnostische Methoden wie zum Beispiel die Nackenfaltenmessung sowie einige Blutuntersuchungen (zum Beispiel auf Toxoplasmose-Antikörper). Ob diese Untersuchungen für euch Sinn machen, solltet ihr kritisch hinterfragen und mit eurem Arzt und eurer Hebamme besprechen. Unabhängige Informationen zu allen IGeL-Leistungen findet ihr außerdem auf der Website familienplanung.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Viel zu untersuchen bedeutet nämlich nicht immer nur Gutes: Manche unnötigen Untersuchungen können euch auch verunsichern. Jeder muss das für sich persönlich entscheiden. Aber eins sei gesagt: Lasst euch niemals einreden, eine schlechte Mutter zu sein, weil ihr nicht jede teure Extra-Untersuchung machen lasst! Eurer Bauch wird euch sagen, was das Richtige für euch ist.