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Vorsorge verpasst?


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myself - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 09.03.2022

Artikelbild für den Artikel "Vorsorge verpasst?" aus der Ausgabe 4/2022 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Nicht mal zwei Drittel der Deuts chen nehmen Vorsorge untersuchungen regelmäßig in Anspruch. Etwa zehn Millionen gehen na ch eigenen Angaben nie zur Früherkennung.

Aus Angst vor der einen Krankheit die Früherkennung einer anderen zu verschleppen kann böse enden. Erst kürzlich warnte das Deutsche Krebsforschungszentrum: Wegen Corona würden Menschen noch seltener als sonst zur Vorsorge gehen – nach der Pandemie werde es einen rasanten Anstieg von Krebspatienten geben. Verspätete Diagnosen lassen sich nur durch regelmäßige Check-ups verhindern. Das gilt für alle Krankheiten.

Brustkrebs-Vorsorge

Von jährlich 70 000 Neuerkrankungen in Deutschland entfallen 99 Prozent auf Frauen. Bei jeder achten bildet sich irgendwann ein Mammakarzinom. Je früher es erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

❚ Wann und wie oft hin?

Ab 30 einmal im Jahr zur Tastuntersuchung bei der Frauenärztin. Zwischen 50 und 70 kommt alle zwei Jahre die Einladung zum Mammografie-Screening.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei der manuellen Untersuchung fragt die Ärztin nach Beschwerden oder ...

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... Veränderungen der Brust und tastet sie zusammen mit Lymphknoten und Achselhöhlen ab. Die Mammografie ist eine radiologische Untersuchung: Die Brust wird fürs Röntgen zwischen zwei Kunststoffplatten gelegt (leichter Druckschmerz möglich). Danach prüft ein Facharzt die Aufnahmen, die nicht tastbare Veränderungen sichtbar machen. Kalkformationen im Gewebe können ein Hinweis auf Brustkrebs sein. Wegen der radioaktiven Strahlung schreckt die Mammografie manche Frauen ab, aber der Nutzen der Methode übersteigt mögliche Risiken um ein Vielfaches.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nein.

❚ Was kann ich vorbeugend tun?

Die Brüste einmal im Monat selbst abtasten. Vor den Wechseljahren gilt: ein paar Tage nach Beginn der Periode. Sonst an einem fixen Tag im Monat. Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, Hormonbehandlung und Rauchen erhöhen das Brustkrebsrisiko.

Gesundheits-Check-up

Herz-Kreislauf-und Nieren-Probleme oder Diabetes zeichnen sich ab, bevor sie einsetzen. Mithilfe von Früherkennung kann man entsprechend vorbeugen.

❚ Wann und wie oft hin?

Zwischen 18 und 34 sollte man den Check-up einmal machen lassen. Ab dem 35. Geburtstag dann: alle drei Jahre.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Im Vorgespräch verschafft sich der Hausarzt einen Überblick: Lebensstil, Rauchen, familiäre Vorerkrankungen? Der Körper wird untersucht, Blutdruck gemessen, ein Piks, eine Urinprobe, fertig. Dauer: eine halbe bis eine Stunde. Laborergebnisse geben hinterher Aufschluss über Cholesterinwerte und Blutzucker. Auch auf Hepatitis B und C wird getestet. Die Urinprobe wird auf Eiweiße, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen sowie Nitrit analysiert. Anschließend wird man über Auffälligkeiten und eventuell nötige Folgetermine informiert.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nur wenn Sie spezielle Fragen haben – die sollten Sie sich in Ruhe vorher überlegen. Zum Check-up am besten den Impfpass mitbringen, um gleich prüfen zu lassen, ob aufgefrischt werden muss.

❚ Was kann ich vorbeugend tun? 

Einen gesunden Lebensstil pf legen.

Hautkrebs-Screening

Rund 23 000 Menschen erkranken jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs, davon etwa 40 Prozent Frauen. Bei einer frühen Diagnose lässt sich das maligne Melanom gut behandeln. Neben dem schwarzen Hautkrebs achten Ärzte beim Screening auch auf die weiße Variante: Sie ist selten gefährlich, aber im frühen Stadium kann die gutartige Hautveränderung leichter entfernt werden als zu einem späteren Zeitpunkt.

❚ Wann und wie oft hin?

Ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Mit einer speziellen Lampe inspiziert der Hautarzt alles vom Kopf bis zu den Zehenzwischenräumen, inklusive der äußeren Genitalien. Sprich: Man ist nackt. An auffälligen Stellen kommt ein Auflichtmikroskop zum Einsatz. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nein, aber zum Check bitte ohne Makeup und Nagellack kommen. Aufwendige Frisuren lieber sein lassen, damit die Kopf haut untersucht werden kann.

❚ Was kann ich vorbeugend tun?

Starke UV-Strahlung meiden, keine Solarienbesuche, Sonnenschutz tragen.

Darmkrebs-Vorsorge

Eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland bei Menschen ab 55: Circa 60 000 Fälle kommen jedes Jahr hinzu, knapp die Hälfte sind Frauen.

❚ Wann und wie oft hin?

Zwischen 50 bis 54 sollte man einmal pro Jahr den Stuhl auf Blut untersuchen lassen, ab 55 alle zwei Jahre – oder man macht als Frau zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Stuhlprobe wird zu Hause mit einem Testkit entnommen und beim Hausarzt abgeliefert. Ist der Test positiv, kommen Hämorriden, Magenschleimhautentzündung und, ja, Zahnf leischbluten als Ursache infrage. Darmkrebs lässt sich nur durch die Spiegelung beim Gastroenterologen ausschließen. Dabei wird ein f lexibler Schlauch mit Lampe und Kamera durch den After eingeführt (auf Wunsch mit Beruhigungsmittel). So kann der Arzt das Innere des Dickdarms betrachten und mit kleinem chirurgischen Instrumenten am Schlauch Gewebeproben entnehmen. Polypen, die zu Darmkrebs mutieren können, werden abgetragen. Die Untersuchung dauert 15 bis 45 Minuten.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Für die Endoskopie muss der Darm sauber sein. Wie das gelingt, erklärt der Arzt. Fünf Tage vorher darf man etwa keine körnerhaltigen Lebensmittel mehr essen.

❚ Was kann ich vorbeugend tun?

Aufs Rauchen verzichten, eventuelles Übergewicht reduzieren, regelmäßig bewegen. Wichtig ist außerdem eine ballaststoffreiche Ernährung. Rotes und verarbeitetes Fleisch eher meiden.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Das sogenannte Zervixkarzinom zeigt in der Regel keine Frühsymptome. Gebärmutterhalskrebs wird jedes Jahr bei rund 4300 Frauen dia gnostiziert, im Schnitt sind sie bei der Diagnose 55 Jahre alt. Oft ist die Erkrankung dann schon fortgeschritten, und die Heilungschancen sind reduziert. Umso wichtiger ist die Vorsorge.

❚ Wann und wie oft hin?

Ab dem 20. Geburtstag sollte man einmal pro Jahr zur Genitaluntersuchung und einen Abstrich machen lassen.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab? Nach dem Vorgespräch über eventuelle Beschwerden, Unregelmäßigkeiten und Vorerkrankungen in der Familie tastet die Frauenärztin den Bauch ab, untersucht Schamlippen und Scheide. Für den sogenannten Pap-Test wird vorsichtig ein wenig Gewebe von der Gebärmutter abgeschabt, das im Labor untersucht wird. Frauen zwischen 20 und 35 können den Pap-Test jährlich durchführen lassen, Frauen über 35 alle drei Jahre.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nein.

❚ Was kann ich vorbeugend tun?

 Rauchen erhöht das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Gleiches gilt für eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Deshalb empfiehlt die Ständige Impf kommission seit 2007 für Mädchen eine Impfung gegen HPV und seit 2018 auch für Jungen, möglichst im Alter zwischen 9 und 14 Jahren.

Chlamydien-Screening

Die weltweit am häufigsten übertragene sexuelle, bakterielle Erkrankung kann zu ungewollter Sterilität, Schwangerschaftskomplikationen und Infektionen bei Neugeborenen führen.

❚ Wann und wie oft hin?

Bei Frauen bis 25 wird die Vorsorge einmal pro Jahr empfohlen.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Der Erreger wird durch eine Urinprobe ermittelt. Liegt eine Infektion vor, wird sie mittels Antibiotikum behandelt und heilt meist folgenlos ab, wenn noch keine bleibenden Schäden entstanden sind.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nein.

❚ Was kann ich vorbeugend tun?

Nur Kondome beim Geschlechtsverkehr schützen vor einer Übertragung.

Lungenkrebs-Vorsorge

Rund 57 000-mal pro Jahr wird ein Lungenkarzinom in Deutschland diagnostiziert. 38 Prozent entfallen auf Frauen.

❚ Wann und wie oft hin?

Noch empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium keine spezielle Früherkennung. Die Low-Dose-Computertomografie könnte aber Kassenleistung werden. Bei der Frage, wem sie zusteht, werden neben Alter und Rauchhistorie wohl weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Lungenerkrankungen und familiäre Vorbelastungen eine Rolle spielen.

❚ Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Low-Dose-CT wird ohne Kontrastmittel durchgeführt und mit einer Strahlenbelastung unter zwei Millisievert – herkömmliche CT-Aufnahmen kommen auf etwa fünf Millisievert. Sieben von zehn Lungenkrebsfällen werden so im Frühstadium entdeckt. Allerdings ist der Anteil falsch-positiver Befunde mit 19 von 20 sehr hoch.

❚ Muss ich mich extra vorbereiten?

Nein.

❚ Was kann ich vorbeugend tun? 

Zigarettenrauch, Feinstaub und Asbestbelastung so gut wie möglich meiden.