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Vorsorge: Was tun gegen Altersarmut?


Sachwert Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Die Sparer müssen umdenken und anders handeln um der Altersarmut zu entrinnen


Artikelbild für den Artikel "Vorsorge: Was tun gegen Altersarmut?" aus der Ausgabe 1/2019 von Sachwert Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sachwert Magazin, Ausgabe 1/2019

Thomas Hennings ist Experte für Sachwertlösungen und Makroökonomie. Er ist Inhaber des Sachwert-Center Bremen.


Was waren das früher für Zeiten, Guthabenzinsen auf Girokonten von 1% und mehr, 2 bis 3% Zinsen auf Festgeldkonten, das Sparbuch warf auch respektable Zinsen von 1% und mehr ab, dazu Lebens- und Rentenversicherung mit über 7% Überschussdeklarationen auf die Sparanteile und unschlagbare Garantiezinsen von 4%. Dagegen waren Kredit- und Darlehenszinsen damals hoch, je nach Sparte 5% und viel mehr. Das war alles „früher“ ...

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Was waren das früher für Zeiten, Guthabenzinsen auf Girokonten von 1% und mehr, 2 bis 3% Zinsen auf Festgeldkonten, das Sparbuch warf auch respektable Zinsen von 1% und mehr ab, dazu Lebens- und Rentenversicherung mit über 7% Überschussdeklarationen auf die Sparanteile und unschlagbare Garantiezinsen von 4%. Dagegen waren Kredit- und Darlehenszinsen damals hoch, je nach Sparte 5% und viel mehr. Das war alles „früher“ normal. Wie sieht die Sparerlandschaft heute aus? Schiere Tristesse allerorts, Niedrigzinsniveau, Nullzinspolitik, Wertverlust von Geld, Minuskredite, Sichteinlagen ohne Guthabenzinsen, dazu Strafzinsen bei vielen Banken (übrigens es werden immer mehr…) und Kreditangebote sogar für Kleinstelektronikprodukte und Waren, herzlich Willkommen im Jahr 2018 und ff.!
Nun ist der Sparer von heute nicht mehr verwöhnt, er freut sich schier, „wenn er bloß sein Eingezahltes wieder herausbekommt.“ Abzüglich des Kaufkraftverlustes hat er weniger in den Händen als vorher. Warum geben sich so viele Menschen diesen Gegebenheiten einfach so hin und steuern nicht wirklich dagegen? Schließlich geht es um das eigene Geld, um das eigene Vermögen. Was sind die psychologischen Trigger und Gründe diese Themen als Verbraucher so teilnahmslos hinzunehmen? Warum gewinnt hier oftmals die Lethargie der Menschen und nicht das aktive Handeln? Nochmal zurück zur Gegenwart. Massenprodukte wie Banksparpläne, Festgelder, festverzinsliche Wertpapiere, Tagesgelder, Bausparen, Lebens- und Rentenversicherungen dienen nicht mehr ansatzweise dem Sparer, sondern den Institutionen kostenträchtige Produkte zu „vertreiben“. Der Druck auf die Berater bzw. Verkäufer ist enorm. Verkauf steht über dem Nutzen. Den Sparern muss ich endlich bewusst werden, dass wenn man überproportional solche renditeschwachen Produkte bedient, die eigenen Versorgungsziele im Alter nicht ansatzweise erreicht werden können. Ein Beispiel: Die gesetzlichen Rentenansprüche liegen im Durchschnitt aktuell bei gerade einmal ca. 1.250 € (alte Bundesländer) pro Rentenbezieher. Inflation und ggfls. Krankenversicherungsbeiträge und mögliche Steuerabzüge reduzieren diese Rentenbezüge. Nun erfolgen (hoffentlich) weitere Renteneinkünfte aus Kapitalanlagen, Lebensversicherungen, Betriebsrenten o.ä., die in der Vergangenheit abgeschlossen worden sind. Zum Teil haben sich hier Auszahlungssummen halbiert, somit reduzieren sich weitere finanzielle Einnahmen drastisch für heutige Rentner. Das immense Problem für die heutigen Rentner? Sie alle haben keine Zeit mehr Vermögen anzusparen, der Zug ist leider zeitlich abgefahren. Wie schaut es für die zukünftigen Rentenbezieher in zehn, zwanzig, dreißig und mehr Jahren aus? Die gesetzliche Rente wird schon aus rein mathematischen Gründen die avisierten Rentenhöhen nicht mehr erreichen können. Es gibt schlichtweg zu wenig „Beitragszahler“ zukünftig durch den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft. Somit ist nahezu jeder, der der Altersarmut entrinnen möchte und muss, gezwungen andere und lukrativere Wege im vermögensaufbau und Ausbau zu gehen, als man u.U. bisher gegangen ist. D.h. man muss die Augen und Ohren öffnen für Anlageformen, die höhere Chancenpotenziale beinhalten. Der deutsche Sparer und Anleger ist zu sehr sicherheitsgetrieben, Ängste und Garantiedenken sind bei vielen Menschen zum Teil in den „Erbanlagen“ manifestiert. Konservative Lebenseinstellungen sind ja grundsätzlich sehr zu loben, aber in Form der Vermögensanlagen gilt es nun zukünftig den „obersten Knopf“ mal zu öffnen und sich insgesamt breiter aufzustellen. Die Sparer von heute und die zukünftigen sollten in der Mischung und Streuung Ihrer Anlagen und Ihres Portfolios überproportional mehr echte Werte berücksichtigen wie z.B. Aktien, ETFs, Unternehmensbeteiligungen, Private Equity, Venture Capital, Logistik-und Infrastrukturwerte sowie Edelmetalle, Rohstoffe, Grund und Boden bzw. Immobilienwerte. Wer weiterhin den i.d.R. suboptimalen und inhaltlosen Versprechungen von Banken und Versicherungen vertraut, der wird einer Altersarmut nicht entfliehen können. Es gilt endlich selber anders zu denken und dann sinnvoll und nachhaltig zu handeln.


Bilder: Depositphotos.com/ginasanders, Hennings: Privat