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VORSTELLUNG: DA KOMMT WAS AUF UNS ZU…


Auto Bild sportscars - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 12.07.2019

… und zwar nichts Geringeres als die Zukunft des Supersportwagens – zumindest nach Interpretation von BMW. Wo der M8 brachial waltet, kann der M Next schnell und sauber


Schon der aktuelle i8 ist mit seinen unpraktischen, aber höchst coolen Schmetterlingstüren ein echter Hingucker – obwohl er schon seit fünf Jahren auf dem Markt ist. Die futuristische Studie Vision M Next legt da noch einen drauf. An den Flanken zeigt sie offen die Carbonstruktur ihres Chassis, die dreidimensionale Niere wirkt viel präsenter als beim i8 – und die scheinbar schwebenden BMW-Logos in den Rückleuchten zitieren den M1 aus den ...

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... 1970er-Jahren. BMW möchte zeigen, dass Fahrspaß und das Selbstfahren eine Zukunft haben.

Das futuristische Lenkrad ist Zukunftsmusik. Das Bedienkonzept soll sich schon bald in der Serie wiederfinden


Auch wenn das Concept Car in Grundform und Format stark an den BMW i8 erinnert, hatten die BMWDesigner bei der Farbgebung offenbar die Turbo-X1-Studie von Paul Bracq im Hinterkopf. Der Franzose, damals BMW-Chefdesigner, setzte mit seinem wegweisenden Concept Car – Anfang der Siebziger der Vorbote des M1 – ebenfalls auf Kontrastfarben. Beim Vision M Next flach gehalten. Die Nieren selbst sind komplett verglast und mit einem beleuchteten Muster versehen. Zur Kühlung des Verbrenners werden sie nicht benötigt – dieser sitzt beim Vision M Next hinter dem Fahrer und saugt sich seine Frischluft über Einlässe in der Karosserie. Mithilfe der neuartigen Laser Wire-Technologie konnten die Scheinwerfer sehr schmal designt werden. Sie bestehen aus phosphorbeschichteten Glasfasern.

In der Seitenansicht fällt neben der Keilform auf, dass die Designer um Adrian van Hooydonk fast ausschließlich auf glatte Flächen gesetzt haben. Am Schweller ist das Rohmaterial Karbonrezyklat zu erkennen, aus dem der Großteil der Karosserie besteht. Dabei handelt es sich um aufbereitete Kohlefaserstrukturen, die zum Teil von ausrangierten i3 und i8 stammen. Da herkömmliche Rückspiegel nicht futuristisch genug gewesen wären, setzt BMW bei der Studie auf Kameras. Der BMW-typische Hofmeisterknick wurde als markante Sicke im Schulterbereich in das Design integriert. Dahinter liegen vom M1 inspirierte Kiemen. Die Räder des Concept Cars sind vorn 21 und hinten 22 Zoll groß, dreidimensional gestaltet und verfügen so über mehrere Ebenen. Das soll Aerodyna- mik und Kühlung der Bremsscheiben verbessern; die Kunststoffeinsätze an den hinteren Rädern senken zudem den Luftwiderstand. Das Heck wird von einem riesigen Carbondiffusor dominiert, der so viel Abtrieb generiert, dass die Designer auf einen konventionellen Flügel verzichten konnten.

Die Displays in Curved Glas als mittlere Ebene des Anzeigekonzepts: Je schneller die Fahrt, desto reduzierter werden die Informationen dargestellt


Eine Hommage an den M1 sind die beiden BMW-Logos am Heck, die bei der Studie in das Leuchtband integriert sind


Die zahlreichen Lufteinlässe sorgen für eine gute Aerodynamik. So soll der Vision M Next eine Vmax von über 300 km/h erreichen

Im Schwellerbereich ist das Carbon-Rohmaterial zu sehen, aus dem der Großteil der Karosserie besteht. Form und Flügeltüren erinnern an den i8

Technisch bleibt es zwar beim Plug-in-Hybridkonzept, allerdings unterstützt nun jeweils eine Elektromaschine an Vorder- und Hinterachse einen Vierzylinder, der in Mittelmotorposition untergebracht wurde. Zusammen generieren die drei Motoren eine Systemleistung von 600 PS, die von BMW versprochenen Fahrleistungen sind über jeden Zweifel erhaben: Der M Next soll in unter drei Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen und über 300 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen. Kurzzeitig kann die Leistung wie in der Formel E durch einen Boost nochmals erhöht werden. Zudem versprechen die Münchner, dass der Supersportler rein elektrisch über 100 Kilometer weit kommen soll.

Dass sich die Sportwagenwelt rasant verändert, zeigt auch ein Blick in den Innenraum: BMW verzichtet im Vision M Next komplett auf Schalter und Knöpfe. Auch klassische Sitze gibt es nicht. Fahrer und Beifahrer nehmen auf schaligen Sitzflächen Platz, die mit Schaumstoff bezogen sind und sich an die Körperform anpassen. Für die Mittelkonsole haben sich die Münchner ein besonderes Gimmick einfallen lassen: Zwei gyroskopische Getränkehalter gleichen während der Fahrt die Quer- und Längsdynamik aus.

Alle Bedienelemente und Informationen hat BMW auf dem sogenannten Boost-Pod zusammengefasst. Das System besteht aus drei Ebenen und wird überwiegend per Sprachsteuerung bedient. Die erste ist ein kleines Display, das in das an Science-Fiction-Filme erinnernde Lenkrad integriert ist. Hier ist etwa über kleine Touchfelder der passende Fahrmodus auswählbar. Dahinter sitzen zwei kleine Curved-Glas-Displays, auf denen die Drehzahl der Elektromotoren oder die Herzfrequenz des Fahrers angezeigt wird. Das Head-up-Display mit Augmented Reality mimt die dritte Ebene. Der Boost-Pod passt sich je nach Geschwindigkeit automatisch an. Bei hohem Tempo werden nur noch die wichtigsten Infos, etwa der Tacho, im Sichtfeld des Fahrers angezeigt.

An der flachen Front fallen die verglasten Nieren, die schmalen Laser Wire-Scheinwerfer und die schaufelartigen Lufteinlässe auf


FAZIT S. Voswinkel/ E. Holdenried

Wenn die Zukunft unserer Sportwagen so aussieht, heißen wir sie herzlich willkommen! Der Vision M Next entwickelt die Grundidee des i8 weiter, ist sauschnell und trotzdem umweltfreundlich. So einer würde gut zu BMW passen und den brachialen M8 perfekt ergänzen.


Fotos: Hersteller