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VPN DIENSTE:TARN-KAPPE FÜRS INTERNET


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 14/2019 vom 21.06.2019

Sicher und anonym ins Internet? COMPUTER BILD hat acht Anbieter für virtuelle private Netzwerke getestet.


Artikelbild für den Artikel "VPN DIENSTE:TARN-KAPPE FÜRS INTERNET" aus der Ausgabe 14/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 14/2019

Glaubt man einschlägigen Meldungen und den Berichten von Whistleblowern wie Edward Snowden, schweben Internet-Nutzer in ständiger Gefahr und sind stets bedroht: etwa von Hackern, die unsere Zugangsdaten ergattern, oder von zwielichtigen+ Unternehmen und möglicherweise auch Regierungen, die uns ohne Anlass überwachen und ausspionieren wollen.

Das mag manchmal wie eine große Verschwörungstheorie klingen. Enthüllungen wie der NSA-Skandal haben aber gezeigt: Privatsphäre gibt es im Internet offenbar ...

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Das mag manchmal wie eine große Verschwörungstheorie klingen. Enthüllungen wie der NSA-Skandal haben aber gezeigt: Privatsphäre gibt es im Internet offenbar nicht. Andererseits versprechen AnbieterV irtuellerP rivaterN etzwerke (VPN) Anonymität beim Surfen. Geht das wirklich? Funktioniert die Tarnkappe im Netz? COMPUTER BILD hat acht große VPN-Anbieter getestet. Hier erfahren Sie, was diese Technik leistet, wann VPN für Sie interessant sein kann, was der Zugang kostet und wie einfach, gut und zuverlässig die Testkandidaten sind.

Was macht ein VPN-Dienst?

VPN-Anbieter stellen einen Service zur Verfügung, der den gesamten Datenverkehr verschlüsseln und zugleich Ihre Identität im Internet verschleiern kann. Dazu stellen Nutzer eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Anbieter her. Der ersetzt die IP-Adresse des Kunden im Internet durch seine eigene, sodass die Identität des Nutzers im Internet nicht mehr anhand dieser Zahlenkombination feststellbar ist.

Bei richtiger Verwendung von VPN-Diensten ist es laut den Anbietern möglich, Datenspuren und übermittelte Inhalte im Internet weitgehend zu verschleiern, sodass beispielsweise Überwachungsaktivitäten wie die Vorratsdatenspeicherung ins Leere laufen. Genauso machen VPN-Verbindungen Hackern das Leben schwer, die auf der Suche nach unverschlüsselten, sensiblen Daten wie Passwörtern sind. Genau genommen sind VPN-Dienste also Privatsphäre-Schutzdienste.

Wer braucht einen VPN-Dienst?

Wer nichts zu verbergen hat, muss auch nichts verstecken! Mit diesem Argument tun viele Menschen den Ruf nach mehr Anonymität im Internet ab. Doch das ist zu kurz gegriffen. Wer einen VPN-Dienst nutzt, will nicht unbedingt etwas verbergen, sondern oft einfach nur seine Privatsphäre wahren – wie im echten Leben. Und da ist das völlig selbstverständlich.

Oder würden Sie etwa fremde Leute im Wohnzimmer dulden, die Unterhaltungen mithören, Fotoalben durchblättern, Aktenordner durchwühlen und Ihre alltäglichen Gewohnheiten studieren? Genauso schützenswert ist die Privatsphäre im Internet. So geht es etwa Pharma-Unternehmen nichts an, nach welchen Krankheiten jemand googelt. Und den Arbeitgeber hat auch nicht zu interessieren, wenn sich ein Angestellter nach anderen freien Stellen umschaut. All dies lässt sich aber ohne einen angemessenen Privatsphäreschutz im Internet recht einfach ausspionieren.

VPN-Dienste richtig nutzen

Dass VPN-Dienste vor allem für die Verschleierung illegaler Aktivitäten etwa auf Tauschbörsen gedacht sind, ist ein Vorurteil. Für Nutzer mit etwas Geschick bietet ein VPN aber durchaus Möglichkeiten, ein paar Einschränkungen zu umgehen: So lassen sich mit VPN-Verbindungen etwa geografische Sperren aushebeln, also Zugangsbeschränkungen aufgrund des Standorts.

Laut Gesetz ist der virtuelle Ortswechsel per VPN nicht verboten, er verstößt aber oft gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen etwa von Shoppingseiten oder Streaming-Diensten. Wer mit dem Risiko leben kann, aufgrund eines solchen Verstoßes vielleicht von einem Dienst ausgeschlossen zu werden, kann per VPN etwa heimische TV-Angebote im Ausland schauen (siehe rechte Spalte).

Anonym im Internet? Nicht ganz

Viele Interessenten für einen VPNZugang haben einen großen Wunsch: vollständige Anonymität. Doch der ist nicht einhundertprozentig erfüllbar. Zwar ist die Identitätsfeststellung mit VPN-Verbindung erheblich schwieriger, aber meist nicht völlig unmöglich. Denn beim Surfen im Internet fallen stets an verschiedenen Stellen Daten an: Die Rückverfolgung folgender Spuren zu einer bestimmten Person ist zwar immens aufwendig – aber immer noch machbar:
Daten beim Provider: Wer einen verschlüsselten VPN-Zugang nutzt, der im weiteren Verlauf die eigene IPAdresse austauscht, liefert seinem Internetprovider die Information, wann er welchen Dienst nutzt. Auch wenn mit VPN nicht nachvollziehbar ist, was der Nutzer dann im Internet macht: Es soll Geheimdienste geben, die schon, weil ein Surfer per VPN-Dienste im Netz ist, Verdacht schöpfen – getreu dem Motto: Wer seine Aktivitäten verschleiert, muss doch etwas zu verbergen haben.
Daten beim Surfen: Der VPN-Server verschleiert zwar die eindeutige IPAdresse. Aber es gibt noch viele andere Identifikationsmerkmale, die einzeln zwar weniger eindeutig, aber in Kombination durchaus verräterisch sind. Dazu gehören vor allem das sogenannte OS- und Browser- Fingerprinting. Das sind Meta- Informationen wie das verwendete Betriebssystem, Browserversionen und -einstellungen sowie Fenstergrößen. Wer solche Daten verschleiern will, braucht weitere Software wie AntiBrowserSpy. Den Download gibt’s aufcomputerbild.de mit dem Webcode12464.
Daten beim VPN-Anbieter: Fast alle Anbieter behaupten, dass sie gar keine Nutzerdaten speichern. So werben viele Dienste mit dem Verzicht auf sogenannte Logfiles (etwa: „Protokoll-Dateien“). Das ist schon aus technischer Sicht kaum möglich und damit unglaubwürdig. Was genau hinter den Versprechungen der Anbieter steckt, steht im Kasten oben.

VPN EINRICHTEN

Bei Einrichtung eines VPN installiert der Dienst ein Zertififikat auf dem Gerät (iOS; oben). Unten: Ob, wann und wie die VPNVerbindung aktiviert wird, lässt sich per Menü festlegen.


VPN-Dienste sind im alltäglichen Betrieb im Idealfall unsichtbar. Ein gut eingerichteter VPN-Dienst schaltet sich bei Bedarf (etwa in unbekannten Netzwerken) automatisch dazwischen, ohne dass der Nutzer viel davon merkt.

Serverauswahl und Individualisierung
Im Einzelfall kann es aber auch wichtig sein, verschiedene Konfigurationen auszuprobieren beziehungsweise einzustellen. Dafür gibt es bei den meisten Anbietern übersichtliche Menüs in persönlichen Nutzerkonten, in denen sich Einstellungen festlegen lassen. Besonders wichtig sind natürlich die Auswahl der Server und die Art der Verbindung. Egal, ob am PC oder mobil: Überall lassen sich automatische Verbindungsoptionen (immer, nie, nur im WLAN), vertrauenswürdige WLAN-Router oder ausgesuchte Serververbindungen in verschiedenen Ländern auswählen.

ENTZAUBERT: SIEBEN MYTHEN RUND UM VPN

Christian Oberwetter Fachanwalt für IT-Recht


Fotos: istock; Montage: COMPUTER BILD

1Mit VPN kann ich bei Google, Facebook, Twitter und Co. nicht identifiziert werden.
Falsch! Das Gegenteil ist sogar der Fall: Wer personalisierte Dienste nutzt, muss sich auf den Seiten einloggen und gibt damit seine Identität vor dem jeweiligen Dienst preis. VPN-Dienste verschleiern die IPAdresse, aber haben keinen Einfluss auf die Inhalte der übertragenen Daten. Faustregel daher: Wer mit VPN anonym unterwegs sein will, sollte sich nicht bei personalisierten Diensten anmelden.

2VPN-Verbindungen drosseln die Internetgeschwindigkeit erheblich.
Das kommt drauf an. In der Regel betreiben kostenpflichtige VPN-Dienste sehr leistungsfähige Server, sodass sich die Geschwindigkeiten meist nur minimal unterscheiden. Eine Ausnahme: Wer zum Zweck besonders schwieriger Nachverfolgung über viele verschiedene VPN-Server ins Internet geht („Kaskaden“), muss mit stärkeren Einbußen rechnen.

3Gratis- oder Lifetime-VPN-Dienste sind genauso gut wie teurere Abo-Dienste.
Nein. Es ist viel zu teuer, ein weltweites Netz leistungsfähiger Server sicher zu betreiben, wenn Nutzer nichts oder nur sehr wenig bezahlen. Gratis- oder Lifetime-Angebote sind meist noch langsamer, teilweise unsicherer, und es besteht die Gefahr, dass der Dienst plötzlich komplett eingestellt wird.

4Wenn die Verbindung zum VPN-Server abbricht, surfe ich ungeschützt im Internet weiter.
Stimmt. Um das zu verhindern, haben viele Anbieter aber eine sogenannte „Killswitch-Option“: Sie kappt den Internetzugang komplett und automatisch, sobald die Verbindung zum VPN-Server abbricht.

5Alle Anbieter in den USA sind unsicher, denn sie arbeiten mit der NSA zusammen.
Falsch. Selbst wenn alle US-VPN-Dienste mit der NSA zusammenarbeiten würden – was nicht nachzuweisen ist –, wären die Dienste kaum unsicherer als andere. Grund: Wie spätestens seit Snowden bekannt ist, hat die NSA genug Möglichkeiten, Serverzentren und Provider weltweit direkt anzuzapfen. Die Kooperation der VPN-Anbieter ist gar nicht nötig.

6Anonyme Zahlungsdienste sind eine Voraussetzung für sicheres und anonymes Surfen.
Nein. Zwar helfen Zahlungsmittel wie Bitcoin, den Weg des Geldes zu verschleiern, doch mindestens der Internetprovider weiß immer, wann und mit welchem VPN-Dienst sich ein Nutzer verbindet.

7Die Nutzung von VPN-Diensten ist rechtlich fragwürdig.
Falsch. In den meisten Ländern ist die Nutzung vollkommen legal und sogar gesetzlich abgesichert – auch in Deutschland. Surfen über VPN-Verbindungen ist allerdings kein Freifahrtschein für illegale Aktivitäten, denn auch mit VPN sind Nutzer natürlich an Recht und Gesetz gebunden.

PRAXIS-TIPP: VPN-DIENSTE IM EINSATZ

Öffentliches WLAN
Wer im Hotel oder im Café das WLAN nutzt, läuft Gefahr, dass andere Nutzer mitlesen. Spezielle Programme schneiden den kompletten Datenverkehr mit. Um das zu verhindern, schalten Sie das VPN ein. Egal, ob der Router unverschlüsseltes WLAN anbietet oder die besuchte Internetseite eine HTTP-Verbindung nutzt – niemand kann mitlesen.

Streaming wie zu Hause
Einige Streaming-Anbieter passen das Angebot auf das Land an, in dem Sie gerade sind – oder sperren Länder sogar ganz aus. Wollen Sie im Urlaub eine Serie schauen, brauchen Sie dann eine VPNVerbindung. Mit der wählen Sie einfach einen Server in Deutschland und können wie gewohnt auf alles zugreifen.

Günstige Auslandstarife
Umgekehrt funktioniert das auch: Wählen Sie einen Server im Ausland, sehen Sie das Angebot für das gewählte Land. Kostet dort ein Abo beispielsweise nur die Hälfte, ist es über die VPN-Verbindung möglich, das auch aus Deutschland abzuschließen. Aber Vorsicht: Oft verstößt das gegen die AGB.

Bitdefender Premium VPN ist günstig, setzt aber eine installierte Sicherheits- Suite des Anbieters voraus.


LOGFILES: VERRÄTERISCHE DATEN

Wer einen VPN-Dienst nutzt, will meist seine Privatsphäre schützen und anonym im Internet surfen. Darum glauben viele, dass es das Wichtigste sei, einen VPN-Dienst auszuwählen, der keine Protokolldateien („Logfiles“) speichert. Das macht aber in irgendeiner Form jeder Anbieter. Darum ist vollständige Anonymität auch so gut wie unmöglich.

Auf der Suche nach dem Täter, nicht der Tat
Wenn VPN-Anbieter damit werben, keine Logfiles zu speichern, meinen sie damit meist Protokolle über Nutzeraktivitäten wie aufgerufene Seiten. Andere Infos müssen VPN-Anbieter meist schon aus technischen Gründen speichern. Dazu gehören Daten wie Zeitstempel (An- und Abmeldung), Benutzernamen oder IP-Adressen (zugewiesene und Nutzer-IP). Andernfalls wäre es beispielsweise technisch unmöglich, Tarife mit limitierter Gerätenutzung oder nach Zeitdauer oder Datenmenge anzubieten. Welche Daten die Anbieter speichern und welche nicht, lässt sich nicht zweifelsfrei überprüfen. Hier hilft nur ein Blick in die Datenschutzbestimmungen des Anbieters und eine gute Portion Vertrauen in die dortigen Angaben. VPN-Dienste, die keine oder zumindest keine verräterischen Logfiles speichern, sind unter anderem an diesen Merkmalen zu erkennen: keine Limitierungen (Geräteanzahl, Traffic), Verwendung eigener Server und IP-Adressen sowie Verbindungen, die bis zum eigentlichen Ziel über mehrere VPN-Server geleitet werden („Server-Hopping“).

Überwachung? Ja, aber …

In Deutschland ist panische Angst vor willkürlicher Überwachung durch Staatsorgane nicht angebracht. Wichtigster Grund: Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung geistert zwar schon seit über zehn Jahren durchs Land, ist bislang aber immer noch nicht in Kraft. Erst wenn das kommt, bestünde eine gesetzliche Legitimation für eine anlasslose, massenhafte Speicherung von personenbezogenen Kommunikations- Verkehrsdaten wie Standort, Telefonnummer, IP-Adresse oder Aktivitäten – und den behördlichen Zugriff darauf.

Dennoch ist die Rechtslage alles andere als eindeutig. Der Grund: Für Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung gibt es global betrachtet keine einheitlichen Gesetze und Regeln. Die wären aber nötig. Denn wer im Internet surft, sendet meist auch Daten über Server in anderen Ländern mit anderen Gesetzen. VPN-Dienste minimieren zumindest die Gefahr spontaner Überwachung, weil der Wechsel der IP-Adresse die Identität des Nutzers verschleiert und seine Aktivitäten aufgrund der verschlüsselten Datenübertragung nur sehr schwer einsehbar sind.

Trotzdem spielt der Standort des VPN-Servers eine wichtige Rolle. Denn es gibt Länder, in denen die Behörden den Anbieter zwingen können, seinen Sicherheitsschlüssel herauszurücken („Key Disclosure Act“). Solche Gesetze gelten etwa in Kanada, Frankreich und Norwegen. Und unter gewissen Voraussetzungen können sich auch die US-ameri- kanischen Behörden den Sicherheitsschlüssel holen. Anders sieht es etwa in Deutschland, Italien und Island aus: Hier gibt es kein entsprechendes Gesetz. Eine detailliertere Liste findet sich unterwww.privacytools.io/provider.

Entscheidend: Speed und Komfort

All dies zeigt: Ein guter oder schlechter VPN-Service lässt sich nicht zwangsläufig daran festmachen, wo der Anbieter seinen Firmensitz hat. Überwachung funktioniert global. Deshalb sind bei der Wahl des VPN-Anbieters Kriterien wichtig wie die Anzahl und Auswahl der angebotenen Server-Standorte, die Verbindungsgeschwindigkeit und die Erreichbarkeit sowie der Bedienkomfort und der Funktionsumfang des PC-Clients sowie der Smartphone-Apps. Ebenfalls wichtig: Ist die Anzahl der verknüpfbaren Geräte oder das Datenvolumen limitiert? Nähere Angaben stehen in der Testtabelle.[jb]

FAZIT

Riesige Unterschiede zwischen den VPN-Anbietern im Test gibt es nicht. Unseriöse Angebote hat COMPUTER BILD vorab bereits aussortiert. So sind alle Testkandidaten auf vergleichsweise hohem Niveau. Das ist zwar schön, macht die Entscheidung für oder gegen einen Anbieter nicht leichter. Den Testsieg sicherte sich NordVPN aufgrund der besten Kombination aus Funktionsumfang und Komfort, vergleichsweise hohen Sicherheitsstandards und starker Performance. Bitdefender ist zwar das Schlusslicht im Vergleich, aber trotzdem Preis- Leistungs-Sieger, weil es zu einem erschwinglichen Preis eine ordentliche Leistung bietet.

Welche Daten ein VPN-Dienst (hier: Avast) speichert, verrät oft nur der Blick in die Datenschutzbestimmungen.