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Wachablösung bei JCB


PROTRADER - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 24.04.2018

Nach über vierjähriger Entwicklung und intensiven Komponenten- und Produkttests stellte JCB jüngst den ersten Vertreter seiner neuen X-Serie vor. Der 220X ist eine Maschine der 20-Tonnen-Klasse und damit volumenmäßig wohl die wichtigste Neuheit der Briten


Artikelbild für den Artikel "Wachablösung bei JCB" aus der Ausgabe 5/2018 von PROTRADER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PROTRADER, Ausgabe 5/2018

Branche
Baumaschinen

Maschinenvorstellung
JCB 220X

Bestens geeignet für den Einsatz im Baustoffrecycling oder in der Gewinnung, wie hier bei der Beschickung eines Brechers


Mit der neuen X-Serie will der britische Baumaschinenhersteller JCB ab Mitte des Jahres die nächste Evolutionsstufe seiner Kettenbagger auf den Markt bringen. Den Anfang macht jetzt ...

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Mit der neuen X-Serie will der britische Baumaschinenhersteller JCB ab Mitte des Jahres die nächste Evolutionsstufe seiner Kettenbagger auf den Markt bringen. Den Anfang macht jetzt das Modell 220X der volumenmäßig besonders wichtigen 20-Tonnen-Klasse.
Bereits durch sein kraftvolles und markantes Design, das für sämtliche folgenden Typen übernommen werden soll, kommuniziert das Pilotmodell der Baureihe, dass hier eine ganz neue Generation am Start ist.

Neue Konstruktion

Seine stämmige Erscheinung verdankt der 220X dabei nicht zuletzt dem komplett überarbeiteten Oberwagen, der nunmehr ganze 2,7 Meter in der Breite misst und in dieser Dimension gegenüber den Vorgängermodellen um 200 Millimeter gewachsen ist. Diese visuell auffälli-geNeuerung markiert zugleich auch die wichtigste konstruktive Veränderung, die unterdessen weitreichende Konsequenzen hat. Den so gewonnenen Raum nutzten die JCB-Konstrukteure nämlich, um den Hauptausleger mittig (statt wie sonst um die Längsachse versetzt) am Oberwagen zu positionieren. Hauptgewinner dieser Konstruktion ist das Drehkranzlager, das durch die nunmehr symmetrische Beaufschlagung wirkender Kräfte erheblich entlastet wird. Außerdem versprechen sich die Engländer von diesem Kunstgriff insbesondere eine gesteigerte Präzision beim Grabenziehen.

Eine der zentralen Strategien bei der Weiterentwicklung war die bestmögliche Vereinfachung von Wartungsarbeiten


Gesteigerte Effizienz

Gegenstand kontinuierlicher Verbesserung nahezu ausnahmslos aller Hersteller ist von jeher der Faktor Effizienz. In diesem Punkte konzentrierten sich die Ingenieure des Herstellers auf Detailmodifikationen der Hydraulik. Während man auch bei der neuen Generation zu den bewährten Kawasaki-Hydraulikpumpen griff, kamen demgegenüber größere Schieberventile und Kayaba-Ventilblöcke der neuesten Generation zum Einsatz, was sich laut Hersteller in einer Reduktion hydraulischer Verluste niederschlägt.
Verschiedene weitere Maßnahmen, namentlich die Vergrößerung des Durchmessers des Hauptschlauchs zum und vom Hauptventil der Hydraulik von 19 auf 25 Millimeter, verfolgten zudem die Erzielung eines höheren Volumenstroms bei gleichbleibender Fließgeschwindigkeit des Öls. Sie soll vor Verschleiß schützen und die Lebensdauer des Schlauchs verlängern.
Der Steigerung der Effizienz dient darüber hinaus natürlich auch die optionale werksseitige Ausstattung der Maschinen mit GPS-Steuerung sowie der werksseitige Anbau eines Schwenkrotators.

Einsatz erprobter Baugruppen

Auf der anderen Seite scheut sich JCB auch nicht, bewährte Komponenten unverändert weiterzuverwenden. Insbesondere trifft das auf Ausleger und Stiel des 20-Tonnen-Baggers zu, an dem der Hersteller nichts ge-ändert hat. Dennoch bietet JCB als Option künftig eine Auslegerschwimmfunktion mit zwei Betriebsarten an, die Begradigungsarbeiten erleichtern und bei der Arbeit mit einem Hydraulikhammer die Belastung reduzieren soll. Den Löffelzylinder stattet der Hersteller ab sofort wahlweise mit einem Schlauchbruchventil aus.

JCB 220X bei der Arbeit mit werksseitig montiertem Schnellwechsler und Betonschere mit eigenem Rotator


Auch in der Fertigung beschreitet der Hersteller zum Teil neue Wege. 42 Prozent der Maschine werden jetzt vor der Hauptmontage in Unterbaugruppen gefertigt. Damit steigert JCB den Anteil dieser Teilegruppe nahezu auf das Doppelte. Neben einer Entlastung der Mechaniker bei der Montage der Maschine verfolgen die Briten mit dieser Strategie vor allem die Einschaltung zusätzlicher Qualitätskontrollen und Zuverlässigkeitsprüfungen. Zudem wurde der „Heißtest“, dem alle Maschinen am Ende der Montage unterzogen werden, nunmehr auf einen Volltest der Maschinen erweitert.

Neu konzipierter Arbeitsplatz

Eine große Zahl der über 1000 von JCB bei Kunden in aller Welt eingeholten Anforderungen und Verbesserungsvorschläge konzentrierte sich allerdings auch auf weitere Vereinfachungen bei Bedienung und Wartung.

Die geräumige Kabine des 220X mit neu entwickeltem Sitz, mitschwingenden Joysticks und der Kommandozentrale


Wartungseinheit mi zentral gruppierten Filtern und Servicepunkten sowie zuschaltbarer LED-Beleuchtung


Entsprechend stand der Arbeitsplatz des Maschinisten im uneingeschränkten Fokus sämtlicher Weiterentwicklungen. So werden etwa alle Bagger der neuen X-Serie mit einer völlig neu konstruierten Kabine ausgestattet. Der neue Arbeitsplatz punktet mit einem gegenüber den Vorgängermodellen um 100 Millimeter verlängerten und einem vollen Meter breiten Raumangebot, allseitiger Flachverglasung, einem außerordentlich niedrigen, von 73 dB(A) auf nunmehr 68 dB(A) gesenkten Innengeräuschpegel und einer schwingungsdämpfenden Lagerung auf vier neuen Kabinendämpfern. Drei neue, gemeinsam mit dem Hersteller Grammer entwickelte Sitzvarianten, bei denen die Servohebel am Sitzrahmen montiert sind, sorgen auch hier für maximalen Komfort und lassen sich auf Wunsch mit Beheizung und Belüftung ausstatten.

Ebenso wurden Fußpedale, Fußstützen und Fahrhebel unter dem Aspekt des Komforts überarbeitet. Rechts vom Maschinenführer befindet sich die neue Kommandozentrale, auf der alle Schalter und Bedieneinrichtungen in einer einzigen sitzmontierten Einheit zusammengelegt sind. Ein 7 Zoll großer und im Winkel verstellbarer Monitor informiert über Betriebszustände und soll über eine intuitiv verständliche Menüführung die Einstellung sämtlicher Parameter erlauben. Bedient wird er über einen Drehknopf, ähnlich wie im Auto.

Komfortable Wartung

Auch unter dem Gesichtspunkt von Service- und Wartungsarbeiten will der 220X die Tür zu einer neuen Dimension aufstoßen. Alle Tanks sind nun vom Boden aus erreichbar in der Karosserie untergebracht. Leicht zugänglich sind nicht nur der große Werkzeugkasten mit integrierter Betankungspumpe und Filter, sondern auch der AdBlue-Tank, der sich unter einer separaten Abdeckung befindet, um Kreuzkontamination zu vermeiden. Auch die oberen Schmierpunkte von Ausleger und Stiel sind nach unten verlegt und somit bestens zu erreichen. Selbes gilt bei offener Kabinentür auch für die Filter von Heizung und Lüftung. Als praktisch erweist sich zudem der von JCB verbaute zusätzliche Betriebsstundenzähler, der außerhalb der Kabine vom Boden aus ablesbar ist.
Unter den auf Wunsch lieferbaren Extras seien an dieser Stelle vor allem die optionale automatische Zentralschmierung sowie die Ausstattung sämtlicher Servicebereiche mit LED-Leuchten genannt.


Fotos | JCB