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Warum es uns besser geht, als wir glauben


Gehirn & Geist - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

GLÜCK Kognitive Verzerrungen führen dazu, dass eine pessimistische Weltsicht oft plausibler erscheint, als sie ist.


Artikelbild für den Artikel "Warum es uns besser geht, als wir glauben" aus der Ausgabe 5/2019 von Gehirn & Geist. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gehirn & Geist, Ausgabe 5/2019

Auf einen Blick: Halb voll oder halb leer?

1 Dass es mit Umwelt, Wirtschaft und Demokratie bergab gehe und unser Leben immer schwieriger werde, ist eine weit verbreitete Meinung. Sozialwissenschaftliche Daten und Statistiken beweisen in der Regel jedoch das Gegenteil.

2 Psychologische Effekte sorgen dafür, dass uns die Vergangenheit zumeist besser erscheint, als sie tatsächlich war. Außerdem lassen steigende Ansprüche häufig auch milde Nöte gravierend erschienen.

3 Auf positive Entwicklungen ...

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... hinzuweisen, wird oft als Abwiegelei betrachtet. Doch wer sich den Fortschritt vor Augen führt, ignoriert die realen Probleme nicht, sondern will sie umso mehr beheben.

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: In Deutschland fühlt sich kaum jemand arm, Eltern haben immer mehr Zeit für ihre Kinder, und weder Terrorismus noch Kriminalität sind eine echte Bedrohung. Die Menschen hier zu Lande vertrauen sich gegenseitig und engagieren sich ehrenamtlich mehr denn je. Zudem gibt es weltweit weniger Armut, weniger Kriege und mehr Demokratien als jemals zuvor. Nicht nur das, sogar die messbare Intelligenz steigt global gesehen an, und die Menschen werden immer zufriedener! Ein wunderschöner Traum, werden Sie sagen, aber leider kaum realistisch – richtig?

Hier kommt die verblüffende Nachricht: Alle diese Entwicklungen sind Wirklichkeit! Laut den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (siehe »Kurz erklärt«, rechts) haben Familien in Deutschland heute so viel Zeit füreinander wie noch nie. Trotz gestiegener Erwerbsarbeit verbringen Mütter täglich fast 1,5-mal und Männer fast doppelt so viel Zeit mit ihren Kindern wie Eltern Mitte der 1980er Jahre.

Auch ist kaum jemand in Deutschland wirklich unzufrieden. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten nur sieben Prozent aller Deutschen ihre Lebenszufriedenheit mit weniger als fünf Punkten. Der Durchschnitt liegt dem Sozio-oekonomischen Panel zufolge bei 7,3. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts nehmen sich heute jährlich weniger als halb so viele Deutsche das Leben wie noch vor 30 Jahren.

UNSER EXPERTE

Martin Schröder ist Professor für Soziologie an der Philipps-Universität Marburg. Er war selbst lange der Ansicht, die Welt würde immer schlechter – bis ihn empirische Daten vom Gegenteil überzeugten.


Selbst der gefürchtete Terrorismus ist keine wirkliche Bedrohung. Man müsste mehr als zwei Millionen Jahre in Deutschland leben, um mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Die Gefahr, in der eigenen Badewanne zu ertrinken, ist mehr als doppelt so groß. Eine 50 : 50-Chance, Mordopfer zu werden, hat man in Deutschland nach zirka 100 000 Jahren. Im Mittelalter war die Chance, umgebracht zu werden, ungefähr 50-mal so hoch. Laut der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) 2018 haben die Deutschen einander noch nie so sehr vertraut und sich noch nie so viel ehrenamtlich engagiert.

Weltweit betrachtet ist die Entwicklung genauso erfreulich. Das von schwedischen Konfliktforschern erstellte Uppsala Conflict Data Program berechnete zum Beispiel das Risiko, in einem Krieg umzukommen. Es ist seit 1950 um über 90 Prozent gesunken. Mittlerweile sterben jährlich mehr Menschen durch zuckerhaltige Softdrinks als durch kriegerische Auseinandersetzungen, zeigt die »Global Burden of Disease«-Studie der Harvard School of Public Health.

Demokratie auf dem Vormarsch, extreme Armut nimmt ab

Und die Demokratie ist, anders lautenden Vorurteilen zum Trotz, keineswegs auf dem Rückzug. 1977 waren auf der Skala des von dem US-amerikanischen Sozialforscher Monty G. Marshall geleiteten Polity IV Project nur 24 Prozent aller Länder demokratisch, heute sind es 59 Prozent. Anfang der 1980er Jahre lebten nach Berechnungen der Weltbank mehr als 40 Prozent der Menschheit in extremer Armut, 2000 waren es noch 30 Prozent, inzwischen nur etwa 10 Prozent. Allgemein bekannt ist das nicht: Nach einer Umfrage der Hilfsorganisation Oxfam unterschätzen 99,5 Prozent der Deutschen den weltweiten Rückgang extremer Armut.

Die vielleicht unglaublichste Veränderung betrifft den globalen IQ-Durchschnitt. Laut einer Metastudie von Psychologen um Jakob Pietschnig von der Universität Duisburg-Essen von 2015 steigt seit zirka 100 Jahren die Intelligenz im weltweiten Mittel um drei Punkte pro Jahrzehnt (siehe Gehirn&Geist 4/2019, S. 20). Auf Grund dieses als Flynn-Effekt bekannten Phänomens haben – statistisch gesehen – 98 Prozent aller Menschen heute einen höheren IQ als ein Durchschnittsmensch vor 100 Jahren. Die Zugewinne finden sich dabei weniger bei spezialisierten Aufgaben als bei der so genannten fluiden Intelligenz, die wir zum Beispiel bei Tätigkeiten brauchen, die man nicht auswendig lernen kann.

So unwahrscheinlich sich all das anhört, es ist durch umfangreiche empirische Analysen bestens belegt. Die Botschaft lautet: Egal, wie man Lebensqualität im Detail definiert, sie stieg und steigt in den meisten Regionen der Welt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es jedem einzelnen Menschen besser geht; wir sprechen hier von statistischen Durchschnittswerten. Aber zu wissen, dass eine Mutter in den 1960er Jahren mit fast 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit ihr Kind vor dem fünften Geburtstag verlor, während diese Quote heute bei 4,3 Prozent liegt, ist eben in sehr vielen Einzelfällen eine sehr positive Sache. Und es handelt sich nicht um wenige ausgewählte Parameter oder Regionen – es gibt vielmehr kaum einen Teil der Welt, in dem die Menschen heute nicht im Schnitt besser dastehen als vor 30, 50 oder 100 Jahren.

Nun könnte man einwenden, dass es für unser subjektives Wohlbefinden nicht so entscheidend ist, wie schlecht es anderen früher einmal ging, sondern wie sich der aktuelle Wohlstand, die medizinische Versorgung und weitere Ressourcen unter den Menschen verteilen. Das Schicksal eines Arbeiters im 19. Jahrhundert lässt mich womöglich eher kalt – anders als der reiche Nachbar, der meinen eigenen Lebensstandard dürftig erscheinen lässt.

Tatsächlich muss man einräumen, dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht. Zwar verringerte sich das Elend in der Welt messbar, und selbst den Ärmsten geht es heute im Schnitt nicht mehr so schlecht wie vor Jahrzehnten. Doch die Wohlhabenden häuften im Verhältnis ungleich mehr Reichtümer an. Allerdings weiß wohl auch jeder, wie wohltuend es sein kann, wenn man einmal nicht nach den anderen schielt, sondern sich das schwerere Los früherer Generationen vor Augen führt.

Ach, denken wir dann, so schlecht geht es mir doch gar nicht. Wir sollten uns also öfter einmal vergegenwärtigen, was alles besser geworden ist – das fühlt sich nicht nur gut an, sondern motiviert uns auch eher, für weiteren Fortschritt einzutreten.

Warum die Vergangenheit rosarot erscheint

Unsere Neigung, offenkundig positive Trends zu unterschätzen, wurzelt nicht zuletzt in menschlichen Wahrnehmungsfehlern. Etliche Experimente von Psychologen belegen, dass wir die Vergangenheit oft durch eine rosarote Brille betrachten – und die Gegenwart kann damit selten mithalten. Bereits 1997 zeigten dies Forscher um Terrence Mitchell von der University of Washington in Seattle. Sie befragten die Teilnehmer einer Europareise, einer Fahrradtour sowie eines Ausflugs an Thanksgiving (dem amerikanischen Erntedankfest), wie gut ihnen diese Unternehmungen gefielen, während sie stattfanden. Die Antworten fielen mittelmäßig aus. Erkundigte man sich bei denselben Menschen jedoch einige Wochen später nach dem Erlebnis, so fanden sie es fast durchweg positiver. Der Grund: Wir erinnern uns oft nur an die schönen Seiten der Vergangenheit, alles Beschwerliche und Lästige gerät hingegen in Vergessenheit.

fragKURZ ERKLÄRT:

Die sozialwissenschaftliche Forschung ist auf möglichst umfangreiche, regelmäßig erhobene Daten angewiesen, um etwas über die Art und Qualität des Alltags von Menschen aussagen zu können. Zu den wichtigsten langfristigen Zeitreihenanalysen in Deutschland zählen:

Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)
Seit 1984 befragen Wissenschaftler im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin rund 30 000 repräsentativ ausgewählte Deutsche, vom Grundschulkind bis zum Greis, über deren Leben. Dabei kommen unter anderem soziale, wirtschaftliche, gesundheitliche, psychologische und demografische Aspekte zur Sprache. An solchen umfangreichen Daten können Sozialforscher wichtige Entwicklungen etwa der Lebensgestaltung und Zufriedenheit ablesen und auf dieser Grundlage auch die Politik beraten.

Allgemeine Bevölkerungsumfrage
Die vom Leibniz-Zentrum für Sozialwissenschaften in Köln durchgeführte Dauerbefragung ALLBUS von rund 3000 Personen bildet vor allem die »gefühlte Realität« in Deutschland ab. Freizeitgestaltung und Mediennutzung, politische Einstellungen und Nationalstolz, Zuversicht und Vertrauen sind einige der erhobenen Parameter.

Eine weitere Ursache für den verbreiteten Hang zum Trübsalblasen liegt in einem Phänomen, das Psychologen als »prävalenzinduzierten Konzeptwandel« bezeichnen. Wir messen die Verbreitung oder Ausprägung einer Sache nicht an absoluten Kriterien, sondern relativ zu unserer Umgebung. Werden wir im Winter gefragt, ob der gestrige Tag mit einem (objektiv feststellbaren) Höchstwert von 15 Grad Celsius warm war, so bejahen wir dies; im Sommer würden wir die gleiche Frage verneinen. Genauso werden wir im Schnitt sensibler für alles, was relativ selten auftritt – wie zum Beispiel Leiden und Probleme.

Psychologen um David Levari von der Harvard University demonstrierten dies 2018 in einem Experiment, bei dem sie Probanden mehr oder weniger einschüchternde Gesichter zeigten. Je seltener dabei Furcht einflößende Porträts präsentiert wurden, desto bedrohlicher wirkten auch weniger einschüchternde Fotos auf die Teilnehmer. Derselbe Effekt zeigt sich bei moralischen Urteilen: Legte man Probanden weniger ethisch würdige Forschungsanträge vor, bewerteten sie sogar solche Anträge als problematisch, die sie vorher noch für unbedenklich hielten.

»Früher war alles besser!«? Drei Beispiele im Faktencheck

Eltern in Deutschland, vor allem die Väter, verbringen mehr Zeit denn je mit ihrem Nachwuchs.


Die Lebenserwartung der Menschen steigt weltweit relativ kontinuierlich – besonders in den ärmeren Regionen.


Zugegeben, die Kriminalitätsrate in Deutschland ist heute höher als etwa in den 1950er Jahren. Doch sie bewegt sich seit der Nachkriegszeit generell auf sehr niedrigem Niveau und nahm zuletzt sogar ab. So waren selbst in der Hochphase der Einbruchsdelikte weniger 3 von 1000 Menschen pro Jahr betroffen, und beraubt wurde etwa 1 von 1500. Das weit verbreitete Gefühl, man sei hier zu Lande nicht mehr vor Straftaten sicher, widerspricht demnach den Fakten.


Das Fazit der Wissenschaftler: Obwohl die Welt objektiv gesehen besser wird, fühlen wir uns trotzdem immer öfter bedroht, weil uns der reale Rückgang an Problemen sensibler für die verbleibenden oder auch nur für vermeintliche Schwierigkeiten macht. Der Philosoph Odo Marquard nannte dies einmal die »Penetranz der negativen Reste«: Wir haben den Eindruck, alles gehe den Bach runter, während in Wirklichkeit lediglich unsere Ansprüche steigen. Eine weitere Beobachtung aus dem skizzierten Experiment lautet: Selbst jene Probanden, die man auf die Gefahr einer solchen Wahrnehmungstäuschung aufmerksam machte, erlagen der kognitiven Verzerrung. Wissen schützt also nicht vor einer übermäßig trüben Weltsicht.

Weshalb fällt es uns offenbar so schwer, die realen Verbesserungen anzuerkennen? Und warum finden wir es geradezu unanständig, auf sie hinzuweisen – angesichts des Kriegs in Syrien, wankender Demokratien und des immer noch grassierenden Hungers in Afrika? Ein wichtiger Grund dafür ist, dass jede positive Nachricht schnell wie eine unangemessene Beschwichtigung wirkt, als wenn man von vorhandenem Leid ablenken wolle. Ging es Ihnen bis hierhin auch so? Hatten Sie das Gefühl, hier wolle jemand den Ernst der Lage herunterspielen?

Probleme nicht kleinreden, sondern anpacken
Ich will die bestehenden Probleme keineswegs kleinreden. Empirische Daten zeigen, dass die Menschheit etwa durch den Klimawandel oder die zunehmende Digitalisierung vor großen, teils auch gefährlichen Herausforderung steht. Ebenso wenig lässt sich bestreiten, dass Umweltzerstörung und kriegerische Flächenbrände manche Weltregionen ins Chaos stürzen. Doch wir sollten wegen dieser realen Probleme nicht die Augen vor den ebenso realen Verbesserungen verschließen.

Welche Konsequenzen ziehen wir aus alldem? Darf man sich entspannt zurücklehnen, da vieles besser wird? Sinnvoller wäre zu fragen: Unter welchen Umständen sind Menschen eher bereit, sich für eine bessere Welt zu engagieren – wenn sie das Gefühl haben, alles werde immer schlimmer, oder wenn sie sehen, dass Verbesserungen möglich sind? Der Umstand, dass sich das Leben in Deutschland und anderswo in der Welt so erstaunlich verbesserte, ist kein Grund zur Lethargie, sondern im Gegenteil ein Ansporn, sich zu engagieren – denn es bringt etwas! Die Welt wurde nicht besser, weil das Schicksal es so wollte, sondern weil es Menschen gab und gibt, die etwas dafür tun.


Dass sich unser Leben so erstaunlich verbesserte, ist kein Grund zur Lethargie, sondern ein Ansporn


Sicherlich kann auch die Empörung über den Status quo ein wichtiger Motor für Veränderungen sein. Allzu leicht aber mischt sich darin das Gefühl, es gehe uns schlechter, als es bei genauer Betrachtung der Fall ist. Die große Gefahr der Schwarzmalerei liegt darin, dass sie einem den Elan zur Verbesserung raubt – frei nach dem Motto: Hat doch ohnehin keinen Sinn!

Als empirisch arbeitender Sozialwissenschaftler kann ich zwar anhand langjähriger Zeitreihendaten nachvollziehen, in welche Richtung sich die allgemeine Lebensqualität im Lauf der Jahre verändert hat; und diese Daten sprechen eine eindeutige Sprache. Wie wir nächstes Jahr oder in zehn Jahren leben werden, weiß ich allerdings genauso wenig wie Sie.

Die Wirtschaft könnte durchaus in eine tiefe Rezession rutschen, der Klimawandel zur Katastrophe werden, und die politische Lage in Europa und im Rest der Welt könnte sich dramatisch verschlechtern. Doch nach Lage der Dinge gibt es wenig Anlass, den Unkenrufen der Pessimisten zu trauen. So viel Aufmerksamkeit sie mit ihren düsteren Szenarien erregen, die Fakten sehen bisher anders aus.

LITERATURTIPP

Schröder, M.: Warum es uns noch nie so gut ging und wir trotzdem ständig von Krisen reden.Benevento, 2018 In diesem Buch setzt sich Martin Schröder ausführlich mit der Kluft zwischen gefühltem Notstand und objektiver Lebensverbesserung auseinander (siehe Rezension auf S. 86).

QUELLEN

Levari, D. et al.: Prevalence-induced concept change in human judgement.Science 360, 2018

Mitchell, T. R. et al.: Temporal adjustments in the evaluation of events: the »rosy view«.
Journal of Experimental Social Psychology 33, 1997

Pietschnig, J., Voracek, M.: One century of global IQ gains: a formal meta-analysis of the Flynn effect (1909–2013).Perspectives on Psychological Science 10, 2015

Weitere Quellen im Internet: www.spektrum.de/artikel/1628768


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