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Warum hilft keiner dem Deutschen Fernsehballett?


Super TV - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 13.02.2020

Die Tanz-Legenden Emöke Pöstenyi und Dagmar Gelbke sprechen exklusiv in Super TV


Artikelbild für den Artikel "Warum hilft keiner dem Deutschen Fernsehballett?" aus der Ausgabe 8/2020 von Super TV. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Super TV, Ausgabe 8/2020

EMÖKE PÖSTENYI


DAGMAR GELBKE


PETER WOLF Der Geschäftsführer des Deutschen Fernsehballetts hat das Aus verkündet. Ende 2021 soll endgültig Schluss sein


Warum gibt es keine Aufträge mehr vom ZDF?


Sie gehörten zu uns wie das Sandmännchen und Helga Hahnemann. Sie glänzten in „Ein Kessel Buntes“, wirbelten über alle Bühnen des Landes, aber auch durch Filme wie den „Tatort“ und später in der Carmen Nebel-Show. Traurig, dass nun nach fast 60 Jahren das baldige Aus verkündet wurde für das Deutsche Fernsehballett. Damit verschwindet ...

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... eine der Größen der deutschen Showbranche einfach im Nichts. Geschäftsführer Peter Wolf bedauerte gegenüber : „Es gibt nicht mehr genug Aufträge für die Tänzerinnen und Tänzer.“ Doch, warum ist keine Hilfe in Sicht? Der TV-Produzent hatte das Fernsehballett 2012 vom MDR übernommen. Schon einmal, 2014, konnte das Ende nur mit Hilfe von Prominenten abgewendet werden: darunter Stargeiger David Garrett, Komiker Hape Kerkeling und Moderatorin Carmen Nebel. Wo bleibt heute der Aufschrei? Emöke Pöstenyi (77) gehörte damals zu den ersten, die Ballettmeister Günter Jätzlau für das neue Ensemble des Deutschen Fernsehfunks 1962 auswählte. 40 Jahre ihres Lebenswegs sind untrennbar mit dem Fernsehballett verbunden. Was meint sie zu dem Ende? „Es überrascht mich nicht. Ich hatte das schon viel früher erwartet, so selten wie das Ballett noch in Musiksendungen zu sehen gewesen ist“, sagt sie im Ge- spräch mit Super TV. „Es fehlen die großen Fernsehshows, in die das Ballett mit eigenständigen Auftritten integriert ist. Wenn es diese Möglichkeit von den Sendern nicht bekommt, ist es besser aufzuhören.“ Wirklich schade, denn auch im internationalen Vergleich muss sich das Deutsche Fernsehballett nicht verstecken. Wenn sich die TV-Bosse nur richtig bemühen, dann wären viele Sendungen zu finden, die der Tanztruppe Aufträge geben könnten. Wie wäre es zum Beispiel mit Auftritten bei „Let’s Dance“? Auch für die Helene Fischers Shows wäre ihr Auftritt ein Gewinn. Und warum hat es seit 2017 keinen Auftrag mehr vom ZDF gegeben? Hat das etwa was mit Carmen Nebels Streit mit Peter Wolf zu tun? Unser beliebter DDR-Showstar Dagmar Gelbke (70), die natürlich auch schon mit dem Fernsehballett auftrat, kann das bevorstehende Aus der legendären Tanztruppe noch gar nicht richtig fassen. „Ich bin wirklich sehr enttäuscht, dass es nun enden soll“, lässt sie ihren Emotionen gegenüber Super TV freien Lauf. „Das Ballett hat einen hohen künstlerischen Wert, ist ein Ensemble mit Weltniveau. Ich verstehe nicht, dass der MDR so etwas aus der Hand gibt, schon die Veräußerung vor ein paar Jahren war nicht in Ordnung“, findet sie.

Abschiedstournee. Vielleicht passiert ja doch noch ein Wunder für die 32 Tänzerinnen und Tänzer aus 18 Nationen. Für eine Rettung wäre noch zwei Jahre Zeit. 2020 soll es noch zwölf TV-Shows geben, 2021 folgen eine große Abschiedstournee und Konzertauftritte mit verschiedenen Künstlern. Am 4. Dezember 2021 wird das Ensemble dann zum endgültig letzten Mal bei einem Konzert von Semino Rossi in Bremen tanzen. Falls es dann tatsächlich vorbei ist: Was wird dann aus den Künstlern? Vorbei die Zeiten, als es in der DDR nach 15 Jahren eine Tänzer-Rente gab. Auch vom MDR ist nichts zu erwarten. Die Truppe ist nicht fest angestellt. Carla Oya (41), Choreografin des Fernsehballetts, sagte gerade in einem Interview: „Wir haben so viele Jahre hart gearbeitet, wir sind wie eine Familie geworden. Jetzt hoffe ich, dass alle Tänzer bald neue Jobs finden.“
Eine Frage des Alters. Aus der Branche ist zu hören, dass die Künstler sicherlich keine Probleme haben werden, woanders Engagements zu bekommen. Sie sind einfach so gut ausgebildet und professionell, dass es an Angeboten nicht mangeln wird. Doch es ist natürlich auch immer eine Frage des Alters. Und es ist traurig, wenn ein Team so auseinandergerissen wird. Bleibt zu hoffen, dass doch noch jemand hilft …


Traurig, wenn ein gutes Team sich trennen muss


PRIVATE TANZTRUPPE Die Kaster-Zwillinge und die Tänzerin Gabi Schreier (M.) gründen nach der Wende ein eigenes Ensemble. Kleine Gruppen zu bilden, wäre auch für andere Tänzer jetzt eine Idee für die Zukunft


FERNSEHAUTRITTE“ Schon 1996 wirkte die Tanztruppe im „Tatort“ mit. Sie könnten doch auch heute als Gaststars in der „Sachsenklinik“, auf dem „Traumschiff“ oder bei Krimis gebucht werden


ZU GAST BEI SHOWSTARS Wie hier beim „Herbstfest der Volksmusik“ könnte das Fernsehballett in vielen Shows auch nach 2021 für Wirbel sorgen. Warum nicht auch bei „Let‘s Dance“?


IM KINO 18 Tänzerinnen des Fernsehballetts durften 2019 im Kinofilm „Traumfabrik“ auftreten. Es gibt sicher einige Produktionen, bei denen ein Tanz-Ensemble für Glanz sorgen würde


Fotos: ddp images, Facebook/deutsches-fernsehballett, picture alliance (3), MDR (3)/Lander/Winkler