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Warum ich Nagelsmann an keinem Tag nachtrauere …


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 36/2021 vom 08.09.2021

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "Warum ich Nagelsmann an keinem Tag nachtrauere …" aus der Ausgabe 36/2021 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 36/2021

SPORT BILD: Herr Mintzlaff, bei seinem Abschied von RB hatte Julian Nagelsmann gesagt, er komme nicht mit einem großen T6- Bus, um viele Leipziger mit nach München zu nehmen. Nach Waru Nagelsmann Tag nach drei Co-Trainern und dem Teampsychologen ist ihm zuletzt auch Marcel Sabitzer gefolgt. Dayot Upamecano war schon zuvor gewechselt. Halten Sie einen Parkplatz für den T6 mit Ex-Leipzigern für das Spiel am Samstag frei?

OLIVER MINTZLAFF (46): Nein, den werden sie sicher nicht brauchen. Ich sage es mal so: Zwischen Karl-Heinz Rummenigge und mir hatte sich über Jahre hinweg ein sehr großes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Ich gehe davon aus, dass sich das zwischen Oliver Kahn und mir auch entwickelt.

Die Bayern hatten auch Interesse an Ihrem Mittelfeldspieler Konrad Laimer. Nach SPORT BILD-Info gab es da sogar Gespräche über einen Transfer. Wäre das der ...

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Schauen Sie, das ist die normale Vorgehensweise des FC Bayern. Natürlich lösen die Bayern bei uns, aber auch bei anderen Vereinen, gerne mal ein wenig Unruhe aus. Im Fall Konrad Laimer gab es nur eine Kontaktaufnahme zwischen dem FC Bayern und dem Spieler, nicht aber zwischen den Bayern und uns. Für uns ist dieses Vorgehen nicht neu, daher hat es bei uns auch zu keinerlei Aktionismus geführt.

Haben die Bayern Sie leergekauft, oder haben Sie den Bayern das Geld aus der Tasche gezogen?

Wir stehen in Leipzig jetzt nicht vor einem leeren Regal. Trainer und Spieler, die jetzt bei uns sind, befinden sich ebenso im obersten Fach wie diejenigen, die gegangen sind. Bayern hat uns also nicht leergekauft, zumal wir den Wechseln von Julian Nagelsmann und Marcel Sabitzer letztendlich ja auch zugestimmt haben.

An wie vielen Tagen haben Sie Nagelsmann bisher nachgetrauert? An keinem einzigen, denn so ist der Profisport. Ich bin Julian sehr dankbar, er ist ein fantastischer Trainer, hat Meilensteine gesetzt, und wir haben gemeinsam sportliche Highlights erlebt. Aber nun haben wir einen neuen Chefcoach, auf den ich mich sehr gefreut habe. Jesse Marsch versprüht viel positive Energie, lebt den Teamgedanken vor, nimmt alle mit und tut sehr viel dafür, dass sich unser Wir-Gefühl noch weiter stärkt. Zudem hat er ein klares Verständnis von unserer Spielphilosophie.

Wenn Nagelsmann rund um das Spiel am Samstag Zeit hätte, würden Sie mit ihm etwas trinken gehen, oder muss das nicht sein?

Rund um das Spiel wird er keine Zeit haben, aber wir werden auf jeden Fall mal in München essen gehen. Wir sind ja nicht im Bösen auseinandergegangen, ganz im Gegenteil. Wir schreiben uns hin und wieder. Ich habe ihm für den Start alles Gute gewünscht, er hat uns zum Sieg im Pokalspiel gratuliert. Da wir ein gemeinsames Hobby haben, werde ich ihn sicherlich mal in den Bergen besuchen und eine Runde Mountainbike mit ihm fahren.

„Es gab eine Kontaktaufnahme vom FC Bayern zu Konrad Laimer“

Trainer, Abwehrchef und Kapitän vom Vize- Meister zum Meister – würden Sie bei einem Angebot von Bayern auch gehen? Es gab ja zuletzt auch einige Angebote, darunter von der DFL …

Das ist richtig, ich habe meinen Vertrag bei RB aber verlängert, weil RB ein toller Klub ist und ich dem Verein in den nächsten Jahren noch weiteren Input geben möchte – und glaube, dass ich das auch kann. Und bei den Bayern bin ich übrigens sehr gespannt, in welche Richtung die Entwicklung geht.

Wie meinen Sie das?

Die Bayern waren für mich immer stark geprägt durch Karl-Heinz Rummenigge, so wie Borussia Dortmund durch Aki Watzke. Das sind zwei der besten Fußball-Manager in Deutschland. Davon haben wir zu wenige. Wir bräuchten mehr Rummenigges und Watzkes, die eine klare Meinung haben und dafür einstehen. Dazu sind sie exzellent vernetzt, verstehen den Fußball und stellen den Fokus für die wichtigen und zukunftweisenden Themen des Profifußballs stets in den Vordergrund. Wir müssen aufpassen, dass wir die großen Charaktere und Impulsgeber für den deutschen Fußball nicht verlieren.

Um wie viele Jahre wurde RB von den Bayern zurückgeworfen: fünf, zwei oder null?

Natürlich hätten wir Ibrahima Konaté (wechselte zum FC Liverpool; d. Red.), Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer gern behalten, und Julian Nagelsmann haben wir auch nicht zu den Bayern fortgejagt. Wir können das alles richtig einordnen: Neuzugänge wie zum Beispiel Josko Gvardiol oder Ilaix Moriba sind hochtalentiert. Aber trotz ihrer internationalen Erfahrung benötigen sie Zeit, bei uns anzukommen und sich zu entwickeln. Auch die Implementierung von Jesses Fußball- Philosophie geht nicht von jetzt auf gleich. Aber wir als Verein bestimmen immer selbst, wie viel Zeit wir uns geben.

„Beim Champions-League-Los dachte ich: Ach du Schande!“

Bisher hat Leipzig in dieser Bundesliga-Saison einmal gewonnen und zwei Spiele verloren. Die nächsten Gegner heißen Bayern, Manchester City und Köln. Wann werden Sie nervös?

Mag sein, dass andere Vereine nervös werden, aber seien Sie sicher: Bei uns gibt es weder eine Shortlist mit Trainerkandidaten noch besteht die Gefahr von Panik, falls wir nicht sofort alles gewinnen. Natürlich müssen wir mit unserer hohen Qualität im Kader anfangen zu punkten, denn wir wollen wieder in die Champions League. Aber wir lassen uns als Entscheidungsträger nicht von der Tabelle treiben. Wir geben allen die nötige Ruhe.

Sie wollten Innenverteidiger Maxence Lacroix aus Wolfsburg verpflichten. VfL-Manager Jörg Schmadtke hat erst Ihr Angebot für zu niedrig befunden und dann öffentlich die Verhandlungen für beendet erklärt. Haben Sie sich da verpokert?

Nein, es ist vielmehr ein gutes Beispiel dafür, wie mit einem Transferwunsch grundsätzlich umgegangen werden sollte, nämlich respektvoll. Wir haben erst den Verein gefragt, ob wir mit dem Spieler sprechen können, und haben dann die aus unserer Sicht maximale Ablösesumme geboten. Als die Verhandlungen in guten Gesprächen beendet wurden, haben wir Maxence angerufen und ihm gesagt, dass es schade ist, man sich aber immer zweimal im Leben sieht. Und ich kann Jörg Schmadtke verstehen: Der Spieler wird nächsten Sommer sicherlich nicht günstiger.

Ihr Zugang Ilaix Moriba hatte sich mit Barcelona überworfen, wäre 2022 ablösefrei gewesen. Nun zahlt RB bis zu 22 Mio. Euro Ablöse. Konnten Sie nicht warten, weil er sonst zu Tottenham gegangen wäre?

Nun, zum einen wollten wir nicht mit dem FC Barcelona in den Krieg ziehen, das ist auch eine Frage des Respekts. Zum anderen haben wir bei anderen Talenten gesehen: Es ist bei uns oft ein langer Weg zum Stammspieler. Also wollten wir lieber Mittelfeld-Talent Ilaix Moriba kam für bis zu 22 Mio. Euro vom FC Barcelona nach Leipzig jetzt damit beginnen als später. Und dass andere Vereine, und zwar Top- Klubs aus Europa, auch interessiert waren, stimmt. Es war ein harter Kampf, und es ging dabei eher um Überzeugung als um Geld.

Lothar Matthäus sagt, Leipzig hat in der Breite den besten Kader der Liga. Hat er recht?

Lothar lügt nie (lacht).

Ganz ehrlich: Was waren Ihre ersten Gedanken, als Leipzig in eine Champions-League-Gruppe mit Manchester City und Paris St-Germain gelost wurde?

Ich habe gedacht: Ach du Schande! Ich hatte die ganze Zeit gehofft, dass wir nicht in die Gruppe A gelost werden. Für die Fans sind Spiele gegen Manchester City, PSG und Brügge super. Aber wir haben erlebt, was für ein fantastisches Gefühl es ist, ins Achtelfinale einzuziehen. Da hofft man natürlich, dass man nicht die Gruppe erwischt, bei der man auf dem Papier nicht die größten Chancen hat. Aber lassen Sie uns die Spiele mal spielen. Das Achtelfinale bleibt weiterhin unser Ziel. Dafür müssen wir aber 150 Prozent geben, wir brauchen zwei Siege gegen Brügge, mindestens zwei perfekte Tage gegen die beiden Großen und das nötige Matchglück.