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Warum Katzen uns einfach „klicklich“ machen


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 28.02.2019

Längst haben „Grumpy Cat“, „Venus“, „Zelda“ und ihre schnurrenden Artgenossen das Internet erobert – und Herzen weltweit. Millionenfach werden ihre Bilder und Videos geklickt und geteilt. Aber warum eigentlich? BILD der FRAU auf Samtpfoten-Spuren


Der Maiu Faktor

Kater „Maru“ zwängt sich in einen viel zu kleinen Karton – und über 15 Millionen Menschen schauen begeistert auf YouTube zu. „Grumpy Cat“ guckt schlecht gelaunt in die Kamera – und mehr als 50 000 seiner Fans drücken entzückt bei Instagram aufs Herzchen. Und bei Facebook? Da wollen fast drei Millionen Mitglieder keinen der Beiträge von „Lil Bub“ ...

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Kater „Maru“ zwängt sich in einen viel zu kleinen Karton – und über 15 Millionen Menschen schauen begeistert auf YouTube zu. „Grumpy Cat“ guckt schlecht gelaunt in die Kamera – und mehr als 50 000 seiner Fans drücken entzückt bei Instagram aufs Herzchen. Und bei Facebook? Da wollen fast drei Millionen Mitglieder keinen der Beiträge von „Lil Bub“ verpassen, der kleinen Katze, die immer so aussieht, als würde sie einem frech die Zunge rausstrecken. Überall in den sozialen Netzwerken sind Katzen echte Stars. Und im deutschen Wohnzimmer auch: Die Katze ist das beliebteste Haustier, fast 14 Millionen Stubentiger leben bei uns. Das Geheimnis ihrer besonderen Beziehung zum Menschen? Die Amerikanerin Abigail Tucker hat ein Buch darüber geschrieben („Der Tiger in der guten Stube: Wie die Katzen erst uns und dann die Welt eroberten“, Kindle Edition). Sie glaubt: „Hauskatzen wiegen etwa so viel wie ein Baby, dazu die großen Kulleraugen, Stupsnase, Pausbacken. Eine Katze erfüllt ihr Leben lang das absolute Kindchenschema.“ Und das löse Studien zufolge einen Schub des Fürsorge-Hormons Oxytocin aus – vor allem bei Frauen.
Hm, sind wir wirklich so leicht um die Pfote zu wickeln? Das kann nicht der einzige Grund für den Samtpfoten-Hype sein. Denn Katzen mögen ja herzallerliebst aussehen, sind aber viel weniger brav als zum Beispiel Hunde, gelten als eher kapriziös und schwierig. Für den britischen Antrozoologen John Bradshaw („Cat Sense“, Kosmos Verlag) macht aber genau das sie nur noch beliebter – und moderner: „Katzen sind ein Spiegel unserer Zeit. Ein individuelles Tier, immer noch ein bisschen wild, das sein eigenes Leben lebt und seinen eigenen Kopf hat – das passt perfekt zu unserer stark individualisierten Gesellschaft.“ Kurz: So eine Katze hat einfach Charakter. Bestimmt wäre Kater „Maru“ nur halb so beliebt, würde er sich brav in sein Katzenkörbchen legen. Und „Grumpy Cat“ hätte weniger Fans, würde sie weniger miesepetrig aus der Wäsche gucken. Auch „Lil Bub“ hat kein Problem mit ihrem Aussehen: Dabei ist sie weit davon entfernt, „perfekt“ zu sein. Sie kam krank auf die Welt, ihre Beine sind zu kurz und neben der heraushängenden Zunge hat sie noch andere körperliche Beschwerden. Aber nicht trotzdem, sondern wohl gerade deshalb ist sie ein Star. Weil sie ihre Eigenarten hat und ihre Eigenarten auslebt. Und irgendwie scheint sie uns zuzumaunzen: Sei einfach du selbst – und du bist happy.

Eine Kate Maunzt: Sei einfach nur de seihst!

618 000 Abonnenten auf YouTube
„Maru“ Der Kater aus Japan zwängt sich in alle Boxen und Kartons, die er finden kann


473 000 Fans auf Facebook
„Sam“
Nein, die Augenbrauen sind nicht aufgemalt. Der Kater ist in New York tatsächlich so auf die Welt gekommen


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heißt im echten Leben „Tardar Sauce“ und wurde 2012 entdeckt. Sie ist die Mutter aller Star-Katzen


2,9 Millionen Fans auf Facebook
„Lil Bub“ Das Kätzchen schleckt am liebsten Joghurt und streckt wegen eines Gen-Defekts immer allen die Zunge raus


110 000 Follower auf Twitter
„Zelda“ Huch! Wegen ihrer riesigen runden Augen sieht die Londoner Samtpfote immer total erschrocken aus


Fotos: Action Press, dpa, Caters (4), Getty (3), Instagram/venustwofacecat