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Warum unser Weihnachten ganz besonders wird


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 09.12.2022

REPORT

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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 50/2022

Dieses Fest wird anders sein. Nicht wie „Alle Jahre wieder“, sondern verheißungsvoller, dankbarer erwartet, viel höher geschätzt. Selten war die Sehnsucht nach Geborgenheit, Nähe, Zusammenhalt und Zuversicht so groß wie in diesem Jahr. Es sind herausfordernde Zeiten. Erst die Coronapandemie, die viele überfordert hat, nun der unfassbar brutale Krieg mitten in Europa, den auch Experten vor einem Jahr so nicht für möglich gehalten hätten. Obendrein die Folgen dieses Kriegs, etwa die Energiekrise, die in vielerlei Hinsicht Sorgen bereiten.

Gerade in Zeiten, in denen die Menschen von Ängsten umgetrieben werden, steckt im Weihnachtsfest eine einzigartige Kraft: die Chance, zur Ruhe zu kommen, sich auf das Wesentliche zu besinnen, Dankbarkeit zu empfinden und Energie zu tanken.

In HÖRZU berichten fünf Menschen, weshalb der Heilige Abend und die Feiertage für sie dieses Jahr außergewöhnlich sein ...

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... werden. Da ist eine Frau, die nach den Coronajahren endlich wieder Menschen zusammenbringt, die am Fest sonst allein wären. Da ist eine Mutter, die mit ihrer Familie aus dem ukrainischen Charkiw nach Hamburg floh – voll Dankbarkeit, mit ihren drei Töchtern und ihrem Mann in Sicherheit zu sein. Ein Wissenschaftler, der auf dem Eisbrecher „Polarstern“ gerade in die Antarktis unterwegs ist, um zu erforschen, wie es um unseren Planeten steht. Oder ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf, die seit Februar aus der Ukraine berichtet und sich jetzt nach Zeit mit ihrer Familie sehnt. Und ein Pastor, der nun endlich wieder vor einer vollen Kirche die Weihnachtsbotschaft verkünden möchte: „Fürchtet euch nicht!

MIRJA HALBIG

„Einsame Menschen sind herzlich willkommen!“

NUSSIN ARMBRUST AUS HAMBURG

Seit 2017 organisiere ich ein Weihnachtsfest für Alleinstehende und Alleinerziehende. Die Idee wurde aus der eigenen Not geboren, als ich mit meinem Sohn allein gefeiert habe und nicht mal Geld für einen Baum hatte, geschweige denn für Geschenke. Das wollte ich nicht noch mal erleben. Deshalb habe ich die Initiative ,Heiligabend nicht allein‘ gegründet, die sich durch Spenden finanziert. Die letzten zwei Jahre musste das Fest wegen Corona leider ausfallen, umso mehr fiebern wir ihm diesmal entgegen. Ich habe bereits 100 Anmeldungen. Viele dieser Menschen haben auch finanzielle Sorgen: Wegen der gestiegenen Kosten reicht es bei ihnen kaum, um die täglichen Lebensmittel einzukaufen. Ihnen wird ein unbeschwerter Tag geschenkt mit allem, was dazugehört: ein köstliches Buffet, ein großer Tannenbaum, viele Gespräche, für die Kinder Geschenke. Einige Menschen müssen nicht allein sein. Hoffe, ich kann es nächstes Jahr noch mehr Menschen ermöglichen, das Fest der Liebe gemeinsam zu verbringen.“

„Wir sind froh, als Familie in Sicherheit zu sein.“

NADIIA MATHOKINA AUS CHARKIW (UKRAINE)

Wir werden am 24. Dezember durch die Hamburger Innenstadt spazieren und den Lichterglanz bestaunen. Die Stadt gefällt uns sehr gut, aber vor einem Jahr hätten wir nie gedacht, dass wir heute hier sein würden. Im März sind wir aus Charkiw gef lüchtet, haben unser Zuhause verlassen, unsere Familie und Freunde zurückgelassen. Als eine Bombe ganz in der Nähe unseres Hauses einschlug, haben mein Mann und ich innerhalb von 20 Minuten beschlossen, mit unseren drei Töchtern Richtung Westen zu fahren. Mein Mann durfte mit uns kommen, weil wir drei minderjährige Kinder haben, sie sind fünf, acht und zehn Jahre alt. In Eile haben wir unser Auto mit dem Nötigsten beladen, etwas Kleidung und Essen. Acht Tage waren wir unterwegs, bis wir bei Freunden in Hamburg ankamen. Wir sind froh, nun in Sicherheit zu sein. Aber wir haben große Angst um unsere Eltern, die immer noch in Charkiw leben, und hoffen so sehr, dass es nicht mehr zu lange dauert, bis wir zurückkönnen. Durch die überwältigende Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland fühlen wir uns geborgen und empfinden eine tiefe Dankbarkeit. Traditionell feiern wir als orthodoxe Christen am 7. Januar, aber in diesem Jahr werden wir das Fest nun auch am 24. Dezember erleben und uns sicher immer daran erinnern.“

„An Bord singen wir Weihnachtslieder.“

DR. JOHANN KLAGES IN DER ANTARKTIS

Heiligabend verbringe ich als Meeresgeologe an Bord des Forschungsschiffs ,Polarstern‘. Am 22. Dezember legen wir in Kapstadt ab – Richtung Westantarktis. Um dorthin zu kommen, müssen wir durch das schwierigste Seegebiet der Erde: den Südozean. Vermutlich manövriert der Kapitän uns über die Feiertage durch haushohe Wellenberge. Ich werde meine Frau und meine beiden Kinder, zwei und sechs Jahre alt, sehr vermissen, aber ich habe gehört, dass das Fest an Bord sehr besonders ist. Die 100-köpfige Besatzung feiert gemeinsam im Blauen Salon. Es gibt gutes Essen, am Tannenbaum singen wir Weihnachtslieder, einer von uns wird dazu Klavier spielen. Was ist unsere Mission? Wir wollen herausfinden, wie sich der Antarktische Eisschild über lange Zeiträume entwickelt hat, um den heutigen schnellen Rückgang besser einordnen zu können. Seit 2010 war ich bereits viermal dort und habe jedes Mal starken Rückgang der Gletscher wahrgenommen. Die Veränderungen, die wir beobachten, sind beispiellos in den letzten mindestens 15.000 Jahren. Ich bin immer sehr gespannt darauf, in dieses Gebiet zu fahren. Mit der ,Polarstern‘ können wir in Regionen vorstoßen, in denen noch nie ein Mensch war.“

„Ich tanke Kraft, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin.“

ZDF-KORRESPONDENTIN KATRIN EIGENDORF

Mein Gefühl für Weihnachten ist, dass ich eine intensive Zeit mit meiner Familie verbringen möchte. In diesem Jahr feiern mein Mann und ich mit unserer Tochter in Los Angeles. Vor einem Jahr habe ich nicht geahnt, wie 2022 verlaufen würde. Die Weltlage hat sich fundamental verändert. Ich habe auch schon andere berufliche Jahre erlebt, die Kraft gekostet haben, aber dieser Krieg in der Ukraine ist uns und mir viel näher als jeder andere Konflikt bisher. Das zehrt. Die Menschen in der Ukraine haben einen unglaublichen Überlebenswillen. Durch die Kälteeinbrüche sehen wir katastrophale Zustände, von denen ich nicht gedacht hätte, dass wir sie in Europa im 21. Jahrhundert noch mal erleben würden. Für mich ist Weihnachten auch eine Zeit, in der ich Kraft tanke und mich auf das Wesentliche besinnen möchte: meine Familie. Sie ist mein Hafen, in den ich jederzeit ein- und auslaufen und auch zurückkehren kann.“

„Endlich wieder eine volle Kirche am 24.12.“

PFARRER JÖRG WEGNER AUS FREIBURG

Mir wird das Herz aufgehen, wenn ich in der Christvesper in die volle Kirche blicke, wie die Menschen dicht an dicht gedrängt sitzen. Wenn ich sehe, wie sich die Lichter des Weihnachtsbaums in den Augen widerspiegeln. Zu spüren, wie sich in allen ein Gefühl von Geborgenheit breitmacht. Es wird uns guttun nach den Jahren der Coronapandemie, als wir auf Distanz gehen mussten, obwohl wir uns nach Nähe sehnten. 2020 bin ich mit dem Lastenrad durch Freiburg gefahren, die Krippe vorne drin, und habe mobile Gottesdienste abgehalten. Letztes Jahr haben wir Heiligabend vor der Kirche im Freien gefeiert. Nun freue ich mich, wenn alle 350 Plätze in unserer evangelischen Auferstehungskirche besetzt sind und wir Zusammenhalt spüren. Für mich ist die Enge ein ‚Gedränge der Hoffnung‘, dass Nähe wieder geht, dass wir es wagen können – und wer möchte, setzt eine Maske auf. In einer Welt, in der eine Krise die nächste jagt, fragen viele: Wie komme ich zur Ruhe? Wo finde ich Halt und Zusammenhalt? Da ist das Beisammensein wichtiger denn je.“