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Warzen effektiv behandeln


Heil & Kraut - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 11.06.2019
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Foto: AustralisPhotography iStockphoto

Warzen gehen im Unterschied zu manchen Leberflecken nicht als Schönheiten durch – keiner mag sie. Es handelt sich um Verformungen der Hornschicht auf der Haut aufgrund von Viren, die sich in durchlässige Haut einnisten, dort vermehren und so Dell-, Flach- oder Stachelwarzen bilden.

Was sind Warzen?

Warzen – bis auf Alterswarzen – sind durch Viren verursacht. Die Viren dringen in angegriffene Haut ein und vermehren sich in der Hornhaut – die Folge sind Warzen. Diese breiten sich aus, bleiben auf lange Zeit oder verschwinden von selbst wieder. „Wundersames“ Verschwinden ...

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... belegt in der Regel ein stabiles Immunsystem, das die Viren zurückdrängt. Haben sich die Warzen erst einmal verbreitet, braucht es Zeit, sie wieder loszuwerden. Dazu dienen ärztliche Medikamente oder Hausmittel, aber bisweilen kommt man um eine Operation oder Laserbehandlung nicht herum.

Vulgäre Warzen

Zwei von drei Warzen entstehen durch Humane Papilomaviren. Das sind diese typischen Beulen mit geschuppter Haut, die sich vor allem an den Fingern, Händen, Fußsohlen und dem Gesicht ausbilden.

Diese Schwerpunkte liegen nicht daran, dass die Viren nur hier ein Biotop vorfinden, sondern weil sie sich durch Körperkontakt verbreiten. Wenn Sie zum Beispiel mit nackten Füßen in das Schwimmbad gehen, befallene Gegenstände anfassen und sich danach an der Schläfe kratzen, verbreiten Sie die Viren in Gesicht, Händen und Füßen.

Dornwarzen

Dornwarzen bilden sich durch den gleichen Erreger, jedoch nur an den Fußsohlen und nehmen eine andere Form an. Sie sind leicht gewölbt und wirken wie ein Kreis mit dunklen Punkten. An den Fußsohlen bilden sie spitze Stiele, die in die Haut wachsen und wie Dornen schmerzen.

Dellwarzen

Dellwarzen haben eine Farbe wie gerötete Haut und im Zentrum eine Delle. Sie bilden Gruppen und können größere Flächen überziehen, meist an Hals, Armen und Beinen. Hier handelt es sich um ein Pockenvirus. Viele Menschen verwechseln sie mit Pickeln und versuchen, sie auszudrücken. Das ist aber fatal, denn wenn sie die Flüssigkeit aus den Warzen drücken, verbreiten sie die Viren auf der Haut und schaffen immer neue Warzen.

Alterswarzen

Alterswarzen heißen zwar Warzen, haben aber mit den anderen Warzen wenig zu tun. Sie wachsen nicht durch Viren, sondern sind Hautverfärbungen, die entstehen, wenn die Haut altert. Die kleinsten sind so groß wie ein Stecknadelkopf, die größten wie eine Erbse.

Hausmittel

Um Warzen zu bekämpfen, eignen sich Tinkturen aus Thuja, dem Lebensbaum, der sich in Hecken findet, oder dem unbekannteren Schöllkraut. Letzteres wirkt gegen Viren und löst Eiweiße auf, so zerstört es das befallene Gewebe. Thuja ist ebenfalls ein Virenkiller und unterstützt das Immunsystem bei der Selbstheilung.

Warzen verschwinden oft von „selbst“, genauer gesagt, durch die Selbstheilungskräfte des Körpers – so wie das Immunsystem eine durch Viren ausgelöste Erkältung bekämpft. Manche Hausmittel gelten dann als wirksames Mittel, obwohl die Warzen ganz natürlich verschwinden.

Im Internet kursiert z.B. Eigen urin als Mittel gegen Warzen. Der wahre Kern ist, dass Harnstoff die Haut aufweicht und damit die Strukturen der Warzen. Die Viren, die die Warzen verursachen, bekämpft Harnstoff aber nicht. Gleiches gilt für das ebenfalls oft angepriesene Aloe Vera.

Dellwarzen


Foto: wikimedia commons, Gzzz

Hausmittel Knoblauch


Foto: Depositphotos.com

Vulgäre Warzen, auch Stachelwarzen genannt, sind die häufigste Warzenform.


Foto: 123rf

Salicylsäure

Ärzte raten dazu, bei neuen Warzen erst einmal nichts zu tun, denn fast zwei Drittel verschwinden in einigen Monaten von selbst. Wenn Sie die Warze entfernen wollen, helfen Pflaster mit Salicylsäure. Diese weichen die Haut auf, sodass ein Hautarzt oder eine Dermatologin die Warze mit einem Hornhauthobel abtragen kann.

Salicylsäure verträgt die Haut gut, doch man braucht Geduld. Ein Rückgang der Warzen zeigt sich erst nach Wochen, wobei die Säure täglich aufgetragen bzw. die Pflaster kontinuierlich getragen werden müssen.

Auf offene Wunden und entzündete Stellen sollte die Säure nicht aufgetragen werden, und auch Diabetiker und Menschen mit erkrankten Arterien und Kreislaufproblemen dürfen sie nicht verwenden. Schwangere oder Stillende sollten Mittel mit Salicylsäure nur in Absprache mit ihrem Arzt einsetzen.

Die Salicylsäure wird täglich bis zu viermal auf die Warze aufgetragen, wobei man das gesunde, umgebende Gewebe mit einer fetthaltigen Creme schützen kann. Anschließend wird die Stelle mit einem Pflaster abgeklebt. Vor jedem neuen Auftragen zieht man zunächst den Film ab, der sich gebildet hat.

Nach gut einer Woche kann man dann das erste Mal das abgestorbene Gewebe entfernen. Bevor Sie die Haut abschaben, legen Sie die Stelle 5 bis 10 Minuten in lauwarmes Wasser, um sie aufzuweichen. Diese Prozedur wiederholen Sie mindestens einmal pro Woche. Nach rund drei Monaten verschwinden so selbst größere Warzen. Bleibt die Warze trotzdem bestehen, dann lassen Sie den Rest von einem Arzt entfernen.

Knoblauch

Knoblauch gilt als Hausmittel gegen Warzen. Da er nicht nur gegen Bakterien wie Pilze, sondern auch leicht antiviral wirkt, handelt es sich hier nicht um Aberglauben.

Eine Zehe frischen Knoblauch in Scheiben schneiden und die aufgeweichte Warze damit einreiben, sodass der Saft in das Gewebe eindringt. Danach die Zehe mit der Schnittseite auf die Warze auflegen und mit einem Pflaster fixieren. Über Nacht am Ort lassen und am nächsten Morgen auswechseln. So behandeln Sie die Warze drei Wochen lang.

Knoblauch wirkt weniger stark als Salicylsäure und eignet sich deshalb nur für kleinere Warzen.

Teebaumöl

Als Hausmittel findet sich immer wieder Teebaumöl. Davon sollten Sie aber Abstand nehmen. Es wirkt zwar gegen Viren, Bakterien und Pilze, also auch gegen Warzen, oxidiert aber an der Luft – dann bilden sich schädliche Substanzen. Außerdem verfärbt es die Haut, und das wollen Sie bestimmt nicht, wenn Sie gerade aus ästhetischen Gründen eine Warze entfernten.

Stachelwarzen verhornen mit der Zeit.


Foto: muro/fotolia.com

Warzen ausbrennen

Dies überlassen Sie einem Arzt, auch wenn manche Dorfbewohner es nach wie vor praktizieren, Warzen mit einem Feuerzeug oder glühendem Metall auszubrennen. Die Verletzungsgefahr ist groß und Brandwunden infizieren sich leicht.

Ärzte brennen heute Warzen hingegen mit Elektrokoagulation aus. Der Strom fließt dabei mit hoher Frequenz durch das Warzengewebe, das so quasi ausdörrt. Die getrocknete Warze entfernt ein Chirurg dann mit einem Skalpell oder einer Art Löffel. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung.

Ein Ausbrennen empfiehlt sich erst, wenn sich die Warzen trotz Salicylsäure, Ameisensäure oder weiteren Mitteln der Apotheke halten, oder aber, wenn die Warze Schmerzen verursacht. Das ist vor allem bei Dornwarzen der Fall.

Dieses Ausbrennen eignet sich, um vereinzelte Warzen zu vernichten, nicht aber für Warzengruppen.

Warzen vereisen

Dermatologen vereisen Warzen mit flüssigem Stickstoff. Wie beim Ausbrennen ist ein Vereisen erst zu empfehlen, wenn weniger intensive Methoden nicht erfolgreich waren, und/oder die Warzen große Schmerzen verursachen.

Laser

CO2-Laser sind seit langem gegen Warzen im Einsatz. Allerdings führen sie zu langen Schmerzen bei der Wundheilung, darüber hinaus kommt es zur Narbenbildung.

Heute benutzen immer mehr Ärzte gepulste Farbstofflaser. Diese töten die Blutgefäße ab, die die Warze versorgen, und lassen so das Virus „verhungern“.

Quellen:

https://www.baby-und-familie.de/Gesundheit/Warzen- bei-Kindern-Was-hilft-339785.ht

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/dazaz/ 2012/daz-43-2012/warzenmittel-keine-kassenleistung

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Salicyls%C3%A4ure

https://xn--teebauml-t4a.info/

https://www.teebaumoel.net/

https://www.medizinius.de/aktuell-im-fokus/warzenarten/

https://www.warzen-therapie.de/behandlung/elektrokoagulation/

Warzen vorbeugen

• Vermeiden Sie es, mit den Viren in Berührung zu kommen.

• Trocknen Sie Ihre Hände und verwenden Sie Handcremes. Je feuchter Ihre Haut ist und je weniger Risse sie aufweist, umso schwerer können die Viren eindringen.

• Tragen Sie keine fremden Schuhe oder ungewaschene Socken anderer. Dort sammeln sich die Viren.

• Vermeiden Sie es, die Hygieneartikel von Fremden zu benutzen. Das reicht von Rasierklingen bis zu Deorollern.

• Verletzen Sie die Nagelhöfe an Ihren Fingernägeln nicht durch Kauen oder zu scharfes Schneiden.

• Halten Sie Ihr Immunsystem mit Wandern, Sport, Bewegung und Sauna auf Touren. Dann haben die Viren ein schweres Spiel.

• Gehen Sie so selten barfuß in öffentlichen Anstalten wie möglich. Tragen Sie zum Beispiel in Schwimmbad oder Sauna Badeschuhe.

• Fassen Sie Warzen nicht an. Falls Sie es tun müssen, waschen Sie sich unmittelbar danach die Hände und fassen sich nicht ins Gesicht oder an die Haut.