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Was die Küchenwelt bewegt: 2018 / 2019


KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 31.10.2018

Man sieht nichts, man hört nichts, man riecht nichts – so lauten die Küchentrends 2019 aus sinnlicher Perspektive. Und je mehr Nichts, desto kostspieliger. Im Gegenzug gibt es viel Gefühl.


Erstaunlich ist es schon, wie hurtig der Transfer Mailand-Ostwestfalen in den wenigen Monaten seit April umgesetzt wurde. Dokumentierten wir im vergangenen Jahr an dieser Stelle noch eine stabile Anzahl weißer oder anders heller Möbel, tauchte die Küchenmeile diesmal analog zu den Präsentationen der Eurocucina tief in dunkle bis tiefdunkle Sphären. Kein Hersteller, der auf sich hält, versagt sich dem Trend zur schwarz ...

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... gestalteten Front. Genauer gesagt zur mattschwarz gestalteten Front. Das beginnt in Preisstufe 1 und reicht bis in jene Gefilde, in denen ein Preisetikett als vulgär gilt. Womit der erste sinnliche Trend genannt ist: das Sehen. Denn schwarze Fronten funktionieren im Küchenalltag nur, wenn diese unempfindlich, gar resistent sind gegen Fingerabdrücke und andere alltagstypische Gebrauchsspuren. Sonst leidet die Eleganz schon bei der Montage. Weiße Handschuhe hin oder her. Die technischen Lösungen, um diesen Effekt zu erzielen, reichen von der finalen Beschichtung bzw. Lackierung bis zum Schichtstoff, der aus sich selbst heraus Fettfinger ignoriert. Zwischen dieser per Nanotechnologie induzierten Qualität und einer Lacklaminat-Lackierung liegen Welten. Im Preis und im sinnlichen Erleben. Denn die samtweiche Haptik einer Oberklassen-Oberfläche schmeichelt Auge und Fingerkuppen. Überhaupt fühlen: Neben den Uni-Fronten in Schwarz, Dunkelbraun, Greige oder der Riege der nach wie vor top-aktuellen Grautöne geht es wie schon erwartet immer markanter zu. Umgesetzt mit metallisch schimmernden Oberflächen (von Kupfer und Messing bis zum Industriestahl mit Unikat-Charakter), mit textilen Strukturen sowie Furnieren und Replikationen in Stein, Beton und Keramik. Und natürlich Holz in allen Variationen, sofern es sich um Eiche handelt. Selbst Massiv-Holz kommt zu neuen Ehren in den Versuchen der Hersteller, mit fühl- und erlebbaren Oberflächen ein tragfähiges Gegengewicht zu den glatten Display-Oberflächen der Gerätewelt zu kreieren.

Was den Geräteherstellern wiederum nicht zum Vorwurf gemacht werden soll. Nichts gegen versenkbare Backofenknebel, aber im Premium gehört eher das farbige TFT-Display zum guten Ton. Wer diesem Industriezweig Einfallslosigkeit nachsagt, weil sämtliche Neuvorstellungen derzeit auf schwarz lackiertem Glas zu basieren scheinen, ignoriert das große Ganze. Aufgeräumtheit und elegantes Understatement lässt sich eben bevorzugt mit Ausstattungen bewerkstelligen, die sich dezent und wenn möglich flächenbündig zurücknehmen. Es sei denn, man möchte ganz bewusst ein Statement schaffen. Das gilt für Geräte und für die Spülzeile mit ihren XXL-Becken. Die Arbeitsfläche wiederum geht eigene Wege. Sie wird zunehmend zum prägenden Designmerkmal einer individualisierten Küche. Oft auch im Verbund mit der ebenfalls individuell gestalteten Küchennische.

Im Pflichtenheft einer „trendstarken Küche“ sind aber nicht nur pflegeleichte und markant gestaltete Oberflächen dokumentiert, sondern auch möglichst leise Geräte und ein wirkungsvoller Dunstabzug. Im offen gestalteten Lebensraum hat eine scheppernde Geschirrspülmaschine nichts zu suchen. Ebenso wenig ein vor sich hin gurgelnder Kühlschrank oder ein röchelnder Dunstabzug. So viel zur Eingangsthese „nichts sehen, nichts hören, nichts riechen – aber viel fühlen“.

Angesichts einer immer differenzierter dargestellten Durchgängigkeit der Programme, sind identische Optiken immer öfter in verschiedenen Preisklassen zu realisieren. Auch das ist einer der Trends in einem von Individualität, flexibler Modularität und zunehmend auch von Vernetzung geprägten Lebensraum, der sich mehr an aktuellen Bedürfnissen orientiert als an dogmatischen Einrichtungsstilen.

Immer mehr Küchen

Der Blick über die aktuellen Produkttrends hinaus führt zu eher nüchtern wirkenden, aber durchaus brisanten Themen wie Lieferzeiten, Kapazitätsanpassungen und Logistik. Das sind drei Schlagworte, die die Branche derzeit beschäftigt. Durch die Pleite der Alno AG türmten sich die branchenüblichen Lieferzeiten Anfang des Jahres auf bis zu 12 Wochen. Ausnahmen gab es natürlich auch. Inzwischen seien es vielerorts wieder marktübliche vier bis fünf Wochen, heißt es aus den Unternehmen.

Die nächste große Veränderungswelle wird wohl in zwei bis drei Jahren über die Branche schwappen, wenn die bei marktführenden Unternehmen wie nobilia, Häcker, Schüller oder Leicht Küchen geplanten zusätz- lichen Fertigungskapazitäten ans Netz gehen. Die Umfänge sind in der Summe gewaltig, und es bleibt spannend abzuwarten, wie sich dies auf den Inlandsmarkt auswirken wird. Denn das wird es gewiss. Auch wenn die Expansion im Export immer wieder als Grund für die Investitionen genannt wird. Die kleineren, mittleren und mittelgroßen Unternehmen der Branche versuchen verstärkt mit „automatisierter Losgröße 1“ auf die Kapazitätsausweitungen der großen Wettbewerber zu reagieren. So formulierte es beispielhaft Sachsenküchen-Geschäftsführer Elko Beeg.

Immer weniger Fahrer

Für alle Unternehmen der Branche zunehmend zur Herausforderung wird die Logistik. Genauer gesagt der Mangel an Berufskraftfahrern. „Das wird von Tag zu Tag schlimmer“, berichtet der Geschäftsführer eines mittelständischen Küchenmöbelherstellers auf Nachfrage. Eine Einschätzung, die viele seiner Kollegen teilen. Schon heute fehlen 45000 Lkw-Fahrer in Deutschland, im Jahr 2020 sollen es laut der Initiative „FairTruck“ gar 150000 Fachkräfte sein. Die Versuche, geeignetes Fachpersonal vom Wettbewerb loszueisen, ist längst Alltag, und wer seine Fahrer ausschließlich als möglichst effizienten Produktionsfaktor betrachtet, könnte bei den genannten Prognosen schon bald alt aussehen – trotz oder gerade wegen der zusätzlichen Kapazitäten, die derzeit entstehen.

Küche & mehr

Dass Küchenmöbelhersteller mit ihrem Know-How in der Lage sind, auch Möbel für Wohn- und Lebensbereiche über die Küche hinaus zu fertigen, ist keine Neuigkeit. Sehr wohl aber, mit welcher Konsequenz nun Programme dafür aufgestellt und in die Verkaufsunterlagen integriert wurden. Allen voran Marktführer nobilia, der seine komplette Messe-Kommunikation darauf ausrichtete, seine Handelskunden davon zu überzeugen, auch Bäder, Flure und Schlafzimmer sowie Speise- und Wohnzimmer einzurichten. „Mehr als Küche“: Die traditionellen Wohnmöbler und Badmöbelproduzenten sollten die Küchenmöbelbranche in diesen Tagen gut im Blick behalten. Die Konkurrenz, so scheint es, kommt nicht mehr allein aus Polen oder China, sondern formiert sich vor der eigenen ostwestfälischen Haustür.

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