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Was Frauen wollen


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JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 20/2023 vom 13.01.2023

EXPERTENINTERVIEW

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Mittlerweile gibt es eine beachtliche Auswahl an Flinten speziell für Damen.

Ob auf dem Schießstand oder auf der Jagd, kaum etwas ist unangenehmer als eine Flinte, die schlecht in der Hand und im Anschlag liegt, da sie zu groß und oft auch zu schwer ist. Die Firma Beretta hat aus diesem Grund eine Reihe verschiedener Modelle speziell für Damen und zierliche Schützen entwickelt. Die Redaktion hat sich gemeinsam mit Christian Schulte, Produktmanager bei Beretta, auf die Suche nach der perfekten Damenflinte gemacht.

Redaktion: Unser heutiges Thema ist die perfekte Damenflinte. Wenn es ums System geht, welche Vorteile bietet eine Bockdoppel-, gegenüber einer Doppelflinte?

Christian Schulte: Der Grund für den großen Erfolg der Bockdoppelflinte, die ab den 70er Jahren die Doppelflinte als meistverwendete Flinte abgelöst hat, lässt sich leicht nachvollziehen. Durch die exakt übereinander liegenden Laufachsen der beiden Läufe werden seitlich wirkende Kräfte ...

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Christian Schulte: Der Grund für den großen Erfolg der Bockdoppelflinte, die ab den 70er Jahren die Doppelflinte als meistverwendete Flinte abgelöst hat, lässt sich leicht nachvollziehen. Durch die exakt übereinander liegenden Laufachsen der beiden Läufe werden seitlich wirkende Kräfte vermieden, der Rückstoß wirkt geradlinig und die Waffe hat weniger Mündungsausschlag und ein deutlich angenehmeres Schussverhalten. So kann bei der Bockdoppelflinten der Treffersitz direkt im Moment des Schusses deutlich besser beurteilt werden. Das sorgt für schnelle Lernerfolge und erleichtert die Korrektur für den zweiten Schuss. Bockdoppelflinten im Kaliber 20 oder besonders leichte Modelle im Kaliber 12 kommen hier auch den Bedürfnissen derjenigen Jägerinnen entgegen, die nicht den ganzen Tag mit einer schweren 12er-Flinte unterwegs sein wollen. Die eleganten und leichten Doppelflinten sind schön anzusehen und haben immer noch viele Anhänger, gerade bei den klassischen Gesellschaftsjagden ist das geringe Waffengewicht ein großer Vorteil. Dieser muss aber mit einem deutlich schlechteren Schussverhalten bezahlt werden und weniger versierte Schützinnen haben oft Probleme, mit diesen Flinten sicher zu treffen und schnelle Lernfortschritte zu machen.

Wie sinnvoll ist es, sich sofort auf ein Schaftmaß festzulegen? Brauche ich zunächst Übung und einen gefestigten Anschlag, um die perfekte Flinte zu wählen?

Für einen perfekten Anschlag brauche ich eine perfekte Grundhaltung, die erst einmal erlernt werden muss. Natürlich muss die Schäftung der Flinte an die Körpergröße der Schützin angepasst sein, mit einem deutlich zu langen oder auch zu kurzem Schaft wird ein schneller Lernerfolg unnötig erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Nach einem Blick auf die Körpermaße kann ich die benötigten Maße schon ausreichend genau bestimmen, die für ein erfolgreiches Lernen mit der Flinte erforderlich sind.

Sollte zu Beginn mit Schafterhöhung und verstellbarem Schaft gearbeitet werden?

Das kann sinnvoll sein, birgt aber auch Risiken! Wie bereits erwähnt, muss erst einmal die ideale Grundhaltung für das erfolgreiche Schießen gefunden werden. Ich erlebe dabei sehr oft, dass bei Flinten mit Verstellmöglichkeiten mit teils abenteuerliche Einstellungen versucht wird, den Schaft „auf Biegen und Brechen“ so herzurichten, dass damit getroffen wird. Dies ist aber in aller Regel nicht erfolgreich, es muss akzeptiert werden, dass eine methodisch korrekte Körperhaltung nicht angeboren ist und erarbeitet werden muss. Zu früh eine vom Standard stark abweichende Einstellung vorzunehmen oder auch einen Maßschaft mit ent- sprechend exotischen Maßen anfertigen zu lassen, hilft in aller Regel nicht.

Wie wichtig ist das Gewicht der Flinte, schießt sich eine schwere Flinte besser als eine leichte Flinte?

Das Gewicht der Flinte muss natürlich für die Schützin händelbar sein und man sollte das Gewicht auf die tatsächliche Verwendung im jagdlichen Alltag abstimmen. Wird die Flinte über einen ganzen Jagdtag getragen, ist eine schwere Sporting-Flinte mit über 3,65 Kilogramm oder auch eine normale Jagdflinte mit ungefähr 3,25Kilogramm für die meisten Jägerinnen nicht erträglich - im wahrsten Sinne des Wortes. Wird die Waffe jedoch überwiegend im Ansitzschirm oder auf dem Schießstand genutzt, so sorgt eine schwerere Flinte für einen gleichmäßigeren Anschlag und deutlich mehr Ruhe und Feedback im Moment der Schussabgabe. Ultraleicht-Flinten im Kaliber 12 und 20er Flinten bringen dann auch noch einmal bis zu 400 Gramm weniger auf die Waage. Die Haptik spielt auch eine große Rolle, speziell bei sehr kleinen Händen. Hier ist ein der Handgröße angepasster Pistolengriff oder eine schlanke 20er Flinte erheblich besser geeignet, man sollte sich da unbedingt vom persönlichen Gefühl leiten lassen!

Wenn ich eine Waffe für Treibjagd, Entenstrich und Krähenjagd aber auch für den Schießstand bzw. Parcours möchte, worauf sollte ich achten?

Generell kann man sagen, dass sportliche Flinten auch problemlos zur Jagd verwendet werden können und dass man mit jeder Jagdflinte auch Spaß auf dem Schießstand haben kann. Der Unterschied liegt einzig und allein im Gewicht, alle anderen Parameter wie Schienenbreite, ventilierte Laufschienen oder rote Leuchtkörner sind hier als Beiwerk zu betrachten.

Es gilt abzuwägen: Was ist mir persönlich wichtig? Wie oft werde ich mit der Flinte zum Jagen rausgehen und wie oft werde ich die Flinte auf dem Schießstand nutzen? Auch die typische Jagdsituation ist entscheidend: Ist man den ganzen Tag mit dem Hund im Revier unterwegs, wird man unbedingt jedes unnötige Gramm vermeiden wollen, wird die Flinte aber überwiegend zur Tauben-Krähen- oder Entenjagd aus dem Ansitzschirm heraus genutzt, spielt das Gewicht kaum eine Rolle.

Mein Tipp: Nach Abwägung der persönlichen Situation die schwerste Flinte nehmen, die in das Anforderungsprofil passt und die für die Schützin noch problemlos händelbar ist. Schwere Flinten bringen Ruhe in die Anschlagbewegung und ermöglichen eine präzise Schwungbewegung, außerdem springt die Waffe im Schuss weniger als eine leichtere, sodass die Schützin häufiger selber erkennen kann, wie das „Abkommen“ im Schuss war, also mit welchem Teil der Garbe getroffen wurde oder wo der Schuss eventuell vorbeigegangen ist. Beim Büchsenschießen können die meisten nach recht kurzer Zeit ziemlich präzise ansagen, wo der Schuss gesessen hat, das Gleiche sollte dann auch beim Flintenschiessen möglich sein.

Welche Möglichkeiten habe ich, die Balance positiv zu beeinflussen?

Über die perfekte Balance wird viel geredet, oft aber ohne klar auszusprechen, worum es geht. Entscheidend ist, dass die Laufachse auf den kalkulierten Zielpunkt zeigt, wenn der Schaftrücken die Wange berührt. Ist die Flinte kopflastig, ist der Anschlag zwar fertig, der Lauf muss jedoch noch nach oben zum Ziel gebracht werden. Dabei rutscht oft der Schaft zu weit nach oben aus der Schulter und sorgt unter Umständen dann auch für blaue Flecken. Umgekehrt wird bei einer schaftlastig balancierten Flinte die Laufachse häufig über das Ziel hinaus „rutschen“ und heftige Korrekturbewegungen sind dann meist wenig erfolgreich, da eine dynamische Schwungbewegung so natürlich unmöglich gemacht wird. Hauptfaktor für die Balance ist die Position der vorderen Hand, greift diese den Vorderschaft nahe der Basküle, so sind leichtere und kürzere Läufe sinnvoll, bei einer Griffposition in der Mitte des Vorderschaftes oder sogar am vorderen Ende machen längere und schwere Läufe Sinn. Im gewissen Rahmen können Gesamtgewicht und Balance aber auch nachträglich durch Zugabe von Gewichten verändert werden, sodass die Flinte nun auch optimal zur jeweiligen Schützin passt.

Wenn es um Führigkeit und „pointability“ geht, sind kurze Läufe zu bevorzugen oder helfen mir lange Läufe beim Treffen weiter Ziele?

Wie bereits beschrieben, hat die Lauflänge in erster Linie Einfluss auf die Balance. Die Reichweite und das „Zusammenhalten“ der Schrotgarbe wird davon nicht beeinflusst. Eine um 10 Zentimeter unterschiedliche Lauflänge ergibt nur circa 2 bis 3 Meter pro Sekunde unterschiedliche Mündungsgeschwindigkeit, die Abweichung von Patrone zu Patrone innerhalb einer Schachtel ist da schon deutlich größer! Mit dem Begriff „pointability“ kann ich so recht nichts anfangen, für mich ist im Vergleich mehrerer Flinten ein ruhiges Schussverhalten mit geringem Hochschlag der Mündung im Schuss viel wichtiger, um gute Ergebnisse zu erzielen. Brauche ich bei weiten und langsamen Zielen mehr Ruhe und Präzision, greife ich mit meiner Führhand einfach kürzer am Vorderschaft, sodass ich mehr Gewicht vor der Hand habe und dadurch das Schwungverhalten stabilisiere. Muss ich jedoch eine extrem schnelle und nahe Taube im Parcours treffen, die nur kurz sichtbar ist, so greife ich etwas weiter vorne und mache die Flinte so agiler und beschleunige den Schwung!

Nur bei einer perfekten Grundhaltung kann es einen perfekten Anschlag geben.

Bietet das Kaliber 20 gegenüber einer 12er Flinte Vorteile – hat diese ein besseres Schwingverhalten, weniger Rückstoß? Der große Vorteil der 20er Flinten liegt natürlich im Gewicht und der Führigkeit. Diese leichten Flinten sind nicht gedacht, um maximale Schrotladungen auf den Weg zu bringen. Mit 24 oder 28 Gramm Vorlage bei einer 20er nutze ich die Vorteile, ohne dass der Rückstoß allzu unangenehm wird. Viele werden sagen, dass eine leichte Flinte nicht zu empfehlen sei, da der Rückstoß viel zu stark wird. Witzigerweise haben aber die wenigsten, die diese Weisheit weitergeben, jemals selber mit einer 20er Flinte bei gleicher Vorlage wie bei der 12er im direkten Vergleich geschossen. Auch hier sollte man einzig und allein seinem eigenem Empfinden vertrauen!

Ich habe bereits eine Flinte mit Standardmaßen, welche Möglichkeiten gibt es, um diese auf mich anzupassen?

Die Länge und der Pitch können von einem versierten Büchsenmacher oder Schäfter problemlos verändert werden, die Senkung kann unter bestimmten Umständen durch eine Korrektur der Schaftanalage reduziert werden, ansonsten könnte man auch einen verstellbaren Schaftrücken nachträglich einsetzen oder ein Schaftpolster aus Silikon oder Leder verwenden, um eine ausreichende Draufsicht auf die Schiene zu gewährleisten. Schwierig wird es, wenn der Abzugsfinger das Züngel nicht umfassen kann und somit eine präzise Schussauslösung im richtigen Moment unmöglich gemacht wird. Eine Verkürzung des Griffabstands durch nachträgliches Modellieren des Pistolengriffs ist sehr schwierig und sieht auch nicht besonders professionell aus. Manchmal hilft aber eine Reduzierung des Pistolengriff-Umfangs, sodass der Daumenballen weiter nach vorne kann und der Finger somit etwas mehr Reichweite bekommt. Für diese Änderungen ist jedoch ein Fachmann mit entsprechender Erfahrung gefragt. Bei einer Neuwaffe sollte man sich aber das Leben nicht zu schwer machen, gibt es eine Flinte mit einem für die jeweiligen Körpermaße passenden Schaft, sollte man nicht zu viel Aufwand in de Anpassung einer an sich nicht passenden Flinte investieren.

Bietet ein spezieller Damenschaft hier Vorteile und wenn ja, welche?

Der Markt bietet heute viele Möglichkeiten: Neben den für etwa ab 1,75 Meter große Schützen gestalteten Standardschäften gibt es spezielle Schäfte für zarter gebaute Damen und Herren, wie zum Beispiel die Vittoria-Modelle von Beretta, die eine Standard-Schaftlänge von 355 Millimeter haben und einen engeren Griffradius für entsprechend kürzere Finger, einen erhöhten Schaftrücken für ausreichende Draufsicht auf die Visierschiene und einen angepassten Winkel der Schaftkappe (Pitch) haben, sodass es keine unangenehme Kontakte der unteren Schaftspitze zu empfindlichem Gewebe gibt. Die Schaftlänge kann hier, wie bei den Standardschäften, durch austauschbare Schaftkappen um 5 Millimeter reduziert und bis zu 10 Millimeter verlängert werden, ohne dass Arbeiten am Holz erforderlich werden. Sind die Länge und die Schaftform passend gewählt oder eingestellt, steht dem erfolgreichen Treffen mit einem „Standardschaft“ nichts mehr im Wege! Dabei deckt der Vittoria-Schaft mit entsprechender Anpassung der Länge durch den Austausch der Schaftkappen die Anforderungen für circa 162 bis 178 cm große Schützinnen ab. Natürlich kann der Schaft vom Fachmann auch zusätzlich noch für kleinere Schützinnen gekürzt werden. Ist die Schützin grösser und kann der Abzug an einer Flinte mit normalem Pistolengriff problemlos vom Abzugsfinger erreicht werden, macht der Damenschaft natürlich weniger Sinn. Häufig muss jedoch auf Grund der unterschiedlichen Gesichtsform die Senkung reduziert werden, damit eine ausreichende Draufsicht auf die Visierschiene auch gut möglich ist.

Haben Sie drei einfache Tipps für uns, mit denen jeder seine Schießleistung verbessern kann?

Ich empfehle allen Flintenschützen zu Beginn eine sorgfältige Ermittlung der Treffpunktlage Ihrer Flinte auf ruhende und auch auf fliegende Ziele! Für erfolgreiches Treffen brauche ich ein in meinem visuellen „Speicher“ fest verankertes Zielbild, welches mir im Idealfall schon vor der Schussauslösung bestätigt, dass ich das Ziel treffen werde. Dazu muss ich wissen, wie viel Schiene ich sehen soll und wie viel Abstand zwischen Korn und Ziel gesehen werden soll. Und ich muss natürlich wissen, wie groß der Durchmesser der Garbe ist und wie viel Abweichung möglich ist, ohne dass ich vorbeischieße. Dazu lege ich oft Wurfscheiben auf einen Hang, zum Beispiel den Geschossfang von einer Rollhasenanlage oder ähnlich geeignete Flächen. Das muss ich natürlich mit dem Schießstandbetreuer absprechen, damit die Sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet ist. Mit ungefähr 10 bis 20 Schüssen auf eine Entfernung von knapp 20 Metern bekomme ich schon ein sehr gutes Bild, wo meine Flinte hin schießt. Man sollte eher eine kürzere Entfernung wählen, sonst ist die Garbe so groß, dass keine genaue Beurteilung des Treffersitzes möglich ist. Das Ganze sollte man dann wiederholen auf eine einfache Wurftaube, die exakt gerade von mir weg- oder auf mich zufliegt. Daneben empfehle ich immer, sich anfänglich aus dem normalen Schießbetrieb rauszunehmen und den Stand nach Möglichkeit stundenweise anzumieten.

Das bringt Ruhe und man kann sich mit häufigem Treffen einfacher Wurftauben viel schneller auf ein ansprechendes Leistungsniveau bringen, als wenn man in regulären Durchgängen trainiert. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es dabei ideal, wenn man darauf achtet, dass man über 70 Prozent Trefferquote bleibt. So wird es nach kurzer Zeit möglich, seine Fehler selbst zu erkennen und entsprechende Korrekturen vorzunehmen, ohne dass man auf oft falsche Ansagen des Treffersitzes durch Helfer angewiesen ist. Also: Raus aus der Rotte und sich nicht scheuen, die Tauben aus dem Voranschlag heraus zum Zerplatzen zu bringen oder später dann mit einem deutlich verkürzten, jagdlichem Anschlag zu trainieren. Und immer, wenn man bei zunehmendem Schwierigkeitsgrad unter 70 Prozent Trefferquote rutscht, wieder bei der erfolgreich bewältigten Lernstufe einsetzen. So kann man die Lern-Treppe recht schnell erklimmen. Sollte man später einmal an Wettbewerben teilnehmen wollen, muss hier natürlich wieder den Wettkampf-Vorschriften und den Anschlag-Regeln gefolgt werden. Zum Treffen lernen taugt das aber eher nicht und man sollte sich daher auch nicht falsch beeinflussen lassen. Für das Erlernen des richtigen Schusses und Abholens beim Skeet-Schießen eignet sich der Voranschlag perfekt. Lernerfolge stellen sich viel schneller ein und man erkennt schneller selbst, wenn diese Punkte nicht stimmen. Macht sich jemand darüber lustig, so fordert man einfach einmal eine Vergleichs-Runde Skeet aus dem Voranschlag ein. Haben Sie bloß keine Angst, dass Sie sich als Anfänger blamieren könnten, das macht der vermeintlich sehr erfahrene Schütze dann schon ganz alleine!

die Schultermuskulatur, die Rücken- und Gesäßmuskulatur in die Beine und somit in den Boden abgeleitet werden. Leider erlebe ich fast immer, dass der Rückstoß weitestgehend nur vom Oberkörper aufgefangen wird. Dies erschwert das Treffen und sorgt für völlig unnötige Belastungen bis hin zu schmerzhaften Blutergüssen in der Schulter und am Oberarm oder sogar Prellungen am Kiefer oder am Jochbein.

Schwere Flinten bringen Ruhe in den Anschlag und ermöglichen einen präziseren Schuss.

Gibt es typische Haltungs- oder Anschlagsfehler, die häufig gemacht werden?

Nur bei einer perfekten Grundhaltung kann es einen perfekten Anschlag geben! Leider haben jedoch nahezu alle Schützinnen, die zu mir kommen, eine falsche Grundhaltung. Angefangen bei einer Fußstellung im Ausfallschritt und einer Verdrehung des Körpers mit falschem Winkel zur Schussrichtung sowie weiter mit einer falscher Positionierung der Flinte in der Erwartungshaltung und mit einer Kopfhaltung, die das Erreichen eines gleichbleibendes Zielbilds im Anschlag praktisch unmöglich macht. Nur bei einem methodisch korrekten Stand mit entsprechender Grundspannung und Ausrichtung kann der Rückstoß der Flinte über Nur wenige Ausbilder haben ein funktionierendes Konzept, wie Sie unter Berücksichtigung der besonderen Anatomie bei Frauen eine torsionsfreie Körperhaltung mit ausreichender Grundspannung, mit stabilem und beweglichem Stand sowie mit perfekter Startposition der Flinte exakt in der Blickachse der Schützin herstellen können.

Wird die Flinte aus dieser genannten Grundhaltung heraus mit Kontakt der Laufachse zum Ziel in den Anschlag gehoben, zeigt die Laufachse in dem Moment, wo der Schaftrücken Kontakt zur Wange bekommt, schon perfekt auf den Zielpunkt und der Schuss kann in einer dynamischen Bewegung ausgelöst werden.

Wie wichtig ist das Thema Trockentraining beim Flintenschießen?

Natürlich helfen Übungen ohne Schuss dabei, ein „Muskelgedächtnis“ aufzubauen und sich dadurch einen möglichst perfekten, gleichmäßigen Anschlag anzutrainieren.

Dabei sollte auf möglichst langsame Bewegungen in der Aufwärts- und in der Abwärtsbewegung geachtet werden. Können mehr als fünf Anschläge ohne „Murren“ der Muskeln bewältigt werden, ist die Muskelbelastung bereits zu gering! Das richtige Wissen ist an dieser Stelle eine sehr wichtige Voraussetzung für das richtige Heimtraining, sonst besteht die Gefahr der „Zemen- tierung“ falscher Bewegungsabläufe, die dann später nur mühsam und zeitaufwändig wieder abtrainiert werden können.

Welche Übungen empfehlen Sie uns für das Training zu Hause?

Damit es erst gar nicht zum Antrainieren falscher Abläufe kommt, brauchen Sie eine verlässliche Kontrolle! Mein Tipp hierfür: Stellen Sie sich circa 1,5 Meter vor einen Spiegel und machen Sie Übungsanschläge, während Sie wirklich ausschließlich in die schwarze Pupille Ihres eigenen Zielauges schauen. Sollten Sie dabei feststellen, dass die „Frau im Spiegel“ bei jedem Anschlag den Kopf zur Waffe korrigiert, anstatt die Flinte zum Kopf zu heben, so wissen Sie sofort, dass Sie dann etwas falsch machen! Nach jedem ausgeführten Anschlag schauen Sie kurz, ob Sie im Spiegel exakt gerade von vorne in den oberen Lauf der Flinte hineinschauen können. Ist das der Fall, so können Sie sicher sein, dass der Lauf auch auf das Ziel gezeigt hat und Ihr Zielbild korrekt ist.

Auch hier gilt: Wenig Anschlagweg der Flinte und extrem langsame Abläufe mit paralleler Bewegung der Laufachse zum Ziel, damit ein möglichst intensives Training der Muskulatur bei gleichzeitug voller Kontrolle der Abläufe erfolgen kann. Darüber hinaus hat sich auch das Training mit einem Übungslaser oder mit einer Taschenlampe bewährt, mit denen verschiedene Anschlagund Schwungbewegungen trainiert werden können. Und nicht vergessen: Am Anfang aller Bemühungen sollte unbedingt getestet werden, ob Sie ein dominantes Auge haben oder nicht! Nur etwa die Hälfte aller Schützen können mit beiden geöffneten Augen wirklich erfolgreich treffen, alle anderen müssen für eine eindeutige Zuordnung des Zielauges entweder das nichtzielende Auge schließen oder mit einem geeigneten Hilfsmittel auf der Brille das Ziel und sodann auch die Visierschiene auf der entsprechenden Seite jeweils ausreichend abblenden.

GETESTETE MODELLE:

BDF Beretta 678 Silver Pigeon 3

Kal. 20/76 Gewicht: 2,85 kg

BDF Beretta Ultraleggero

Kal. 12/76 Gewicht: 2,90 kg

BDF Beretta 687 Silver Pigeon 3

Kal. 12/76 Gewicht: 3,29 kg

BDF Beretta 694 Sporting

Kal. 12/76 Gewicht: 3,52 kg

BDF Beretta DT11 Sporting

Kal. 12/76 Gewicht: 3.71 kg