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Was gutes Katzenfutter wirklich ausmacht


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 08.02.2022

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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 3/2022

Was gehört unbedingt ins Katzenfutter?

Ein gutes Futter versorgt die Katze mit allen benötigten Makro- und Mikronährstoffen. Anders ausgedrückt: Es lohnt sich, beim Futterkauf auf hochwertige Proteinquellen, einen moderaten Fettanteil, einen geringen Kohlenhydratanteil und im Idealfall auf Nassfutter zu setzen.

Warum? Weil dies der natürlichen Ernährungsweise unserer Stubentiger am ehesten nahekommt.

Mäuse und andere bevorzugte kleine Beutetiere bestehen nämlich ebenfalls hauptsächlich aus Proteinen, Fett und nur sehr wenig Kohlenhydraten. Auch Rohfütterung (BARF) ist eine Alternative, die jedoch einiges an Wissen um die Ernährung der Katze voraussetzt.

Makronährstoffe

Proteine

Was sind Proteine?

Ein Protein (auch Eiweiß genannt) ist ein komplexes Molekül, das sich aus mehreren kleineren Bausteinen, den Aminosäuren, zusammensetzt. Einige dieser Aminosäuren bezeichnet man als essentiell, d. h. die Katze ...

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... kann sie nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen. Proteine stecken vor allem in Fleisch, Fisch und Eiern. Sie übernehmen überall im Körper wichtige Funktionen: So besteht beispielsweise jede Zellwand aus einem Proteingerüst, und auch für Muskelaufbau und Stoffwechselprozesse sind sie unverzichtbar.

Wie wichtig sind Proteine für Katzen?

Sehr wichtig! Katzen decken ihren Energiebedarf hauptsächlich über Proteine. Ihr Verdauungssystem ist das eines hochspezialisierten Fleischfressers: Angefangen bei ihrem scharfen Gebiss, mit dem selbst Knochen geknackt werden können, über ihren Magen samt hochaggressiven Verdauungssäften, bis hin zu ihrem Dünndarm, der im Vergleich zu dem des Hundes relativ kurz und auf die optimale Protein-Verwertung ausgelegt ist. Der tägliche Proteinbedarf einer erwachsenen, gesunden, nichtträchtigen bzw. säugenden Katze liegt bei etwa fünf Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Wie äußert sich ein Proteinmangel?

Wenn Katzen Nahrungsproteine aufnehmen, werden diese im Körper in ihre Einzelteile, die Aminosäuren, zerlegt. Diese werden dann vom Organismus verwertet. Zu den essentiellen Aminosäuren zählt beispielsweise Taurin: Ein Taurinmangel kann sich in Herzschäden, einer geschwächten Immunabwehr, Netzhautschädigungen, verminderter Fruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen bei jungen Kätzchen äußern. Daher sind hochwertige Proteine vom Speiseplan unserer Katzen nicht wegzudenken.

Worauf muss man beim Katzenfutter- Kauf achten?

Fleisch, Fisch und Eier zählen zu den Top-Eiweißlieferanten. Da sie jedoch recht teuer sind, weichen viele Futtermittelhersteller auf billigere Alternativen aus. Die Bezeichnung „tierische Nebenerzeugnisse“ kann von Muskelfleisch über Innereien der Schlachttiere alles enthalten. Die genaue Zusammensetzung bleibt oft ungenau. Bei hochwertigem Katzenfutter werden hingegen exakte Angaben zu Fleischart und -menge gemacht, was Rückschlüsse auf die Wertigkeit der Proteine zulässt.

Kohlenhydrate

Was sind Kohlenhydrate? Kohlenhydrate sind Zucker pur: Einfachzucker wie Trauben- oder Fruchtzucker können sich zu mehreren verbinden, was zur Entstehung von Zweifach-, Mehrfach- oder Vielfachzuckern führt. Zu Letzteren gehört beispielsweise Stärke, aber auch die unverdauliche Zellulose. Vor allem das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind zur Energiegewinnung auf Glukose (ein Einfachzucker) angewiesen.

Fleisch enthält keine Kohlenhydrate, pflanzliche Kost schon eher.

Wie wichtig sind Kohlenhydrate für Katzen?

In der Katzenernährung spielen Kohlenhydrate eine untergeordnete Rolle. Zwar ist Glukose unverzichtbar, damit Energie über das Blut in die Zellen gelangt, doch Katzen sind in der Lage, ihren Blutzuckerspiegel über Proteine zu bilden. Sie sind daher nicht auf Kohlenhydrate angewiesen, was sich letztlich auch in ihrer Anatomie zeigt, die nicht auf die Erschließung von Kohlenhydraten ausgelegt ist. Sofern ausreichend Proteine aufgenommen werden können, brauchen Katzen keine Kohlenhydrate als Energiequelle.

Sind Kohlenhydrate schädlich für Katzen?

Nein, nicht zwangsläufig. Wenn eine Katze beispielsweise eine Maus ver-putzt, nimmt sie automatisch deren Magen-Darm-Inhalt mit auf. Diese Mini-Portion an Kohlenhydraten ist für die Katze ausreichend und zudem gut verträglich – schließlich hat die Maus schon Verdauungsarbeit vorgeleistet. Da Katzen Stärke nur schwer abbauen können, reagieren sie auf eine kohlenhydrat reiche Ernährung oft mit Verdauungsbeschwerden. Nur gut aufgeschlossene Kohlenhydrate können sie als Energiequelle nutzen.

Worauf muss man beim Katzenfutter- Kauf achten?

Kohlenhydrate in Form von Getreide, Kartoffeln oder Reis sind preiswerter als tierische Proteine und Fette und damit eine beliebte Alternative der Futtermittelindustrie. Trotzdem ist nicht gleich jedes Katzenfutter mit Kohlenhydratanteil schlecht: Es kommt auf die Funktion der Kohlenhydrate an. Gut aufgeschlossen können sie eine wertvolle Energiequelle und natürliche Vitaminlieferanten sein. Ihre Menge sollte jedoch gering sein und der Löwenanteil immer beim Fleischgehalt liegen.

Fette

Was sind Fette?

Fette bestehen aus mehreren Bausteinen, darunter die sogenannten Fettsäuren, die in gesättigter und ungesättigter Form vorkommen.

Letztere sind für Katzen essentiell (z. B. Linolsäure und Arachidonsäure) und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Fette sind effektive Energielieferanten und enthalten pro Gramm doppelt so viele Kalorien wie Proteine oder Kohlenhydrate.

Wie wichtig sind Fette für Katzen?

Fette sind wichtig, aber nur in Maßen erlaubt. Omega-3-Fettsäuren sind für Katzen genauso gesund wie für uns

Menschen und sorgen für eine gesunde Hautstruktur und glänzendes Fell. Sie wirken sogar entzündungshemmend! Darüber hinaus unterstützen Fette die Verwertung fettlöslicher Vitamine und sind wichtige Aromaträger.

Worauf muss man beim Katzenfutter- Kauf achten?

Aufgrund seines hohen Energiegehalts sollte Fett nur in Maßen auf dem Speiseplan Ihrer Katze stehen, sonst wird sie schnell kugelrund!

Der Fettanteil von Katzenfutter liegt je nach Zusammensetzung bei 5 bis 60 Prozent ; die meisten Katzen bevorzugen einen Fettgehalt von 25 bis 40 Prozent. Einen Anhaltspunkt liefert die Bezeichnung „Rohfett“ auf dem Etikett.

Mikronährstoffe

Wichtige Vitamine und Spurenelemente im Katzenfutter

Vitamine sind organische Stoffe, die der Körper für die verschiedensten Funktionen unbedingt braucht, aber nicht selbst bilden kann. Daher muss die Katze Vitamine mit dem Futter aufnehmen. Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine muss die Nahrung fetthaltig sein.

Gut zu wissen

Viele Vitamine und Spurenelemente kommen bereits ganz natürlich über die Zutaten Fleisch, Fisch oder Innereien wie Leber ins Futter. Wenn sie bereits über die natürlichen Zutaten im Futter enthalten sind, werden sie auf dem Etikett nicht mehr aufgeführt. Nur als Zusatzstoffe zugesetzte Vitamine und Spurenelemente werden auf dem Futteretikett aufgelistet.

Zu den fettlöslichen Vitaminen zählt man (in der Klammer steht der jeweilige Hauptwirkungsbereich):

• Vitamin A (Augen, Schleimhäute)

• Vitamin D (Knochenbau)

• Vitamin E (Radikalfänger)

• Vitamin K (Blutgerinnung)

Zu den wasserlöslichen Vitaminen zählt man:

• Vitamin B1 (Nervenstärke)

• Vitamin B2 (Gehirnleistung)

• Vitamin B6 (Nervenschutz)

• Vitamin B12 (Blutbildung, Nerven-

• Vitamin C (Immunsystem, kann die

• Niacin (Hautgesundheit)

• Pantothensäure (Abwehrsystem)

• Folsäure (Haut und Entwicklung

• Biotin (Haut, Haare, Krallen)

• Cholin (Nerven- und Muskelfunktion)

schutz) Katze aber selbst bilden)

von Kitten im Mutterleib)

Spurenelemente sind anorganische Stoffe, die der Körper zwingend, aber nur in sehr geringen Mengen (Spuren) benötigt.

Zu den Spurenelementen zählt man:

• Kupfer (Zellatmung)

• Jod (Schilddrüsenfunktion)

• Eisen (Sauerstofftransport)

• Mangan (Knochenbau)

• Selen (Haut und Haar)

• Zink (Immunsystem)

Was nicht ins Katzenfutter gehört

Getreide

Das Problem ist nicht das Getreide an sich: In kleinen Mengen und richtig aufgeschlossen, damit die Katze es auch verwerten kann, erfüllt es durchaus eine Rolle als Nährstofflieferant. Doch leider ist Getreide oft in viel zu großen Mengen enthalten, fungiert als Füllstoff und soll von einem minderwertigen Fleischgehalt ablenken. In diesen Fällen ist getreidefreies Futter ganz klar zu bevorzugen.

Konservierungsstoffe

Die Haltbarkeit von Katzenfutter, insbesondere von Trockenfutter, wird durch Konservierungsstoffe und Antioxidantien verlängert. Dies beugt Schimmelbefall, Ranzigkeit etc. vor und hält das Futter frisch. Bei Nassfutter wird selbiges durch Pasteurisation erreicht. Natürliche Antioxidantien wie Vitamin C (Ascorbinsäure) oder Vitamin E (Tocopherole) sind unbedenklich.

Chemische Konservierungsstoffe tragen die E-Nummern 200 bis 299 und sollten gemied en werden.

Verdickungsmittel

Um die Konsistenz des Futters und damit seine Optik zu verbessern, werden ihm häufig Verdickungsmittel und Emulgatoren zugesetzt. Dazu zählen unter anderm Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl.

Das Volumen des Futters kann dadurch ebenfalls erhöht werden, wodurch es „mehr“ wirkt – aber keinerlei Mehrwert für eine gesunde Ernährung der Katze bietet. Merke: Nicht alles, was gut aussieht, ist auch gut für die Katze.

Neben den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen, die lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente umfassen, kommen häufig auch technologische (z. B. Konservierungsstoffe), sensorische (z. B. Farbstoffe) oder zootechnische (z. B. Präbiotika) Zusatzstoffe bei der Herstellung von Katzenfutter zum Einsatz.

Deklariert werden müssen nur jene Zusatzstoffe, für die im Futtermittelrecht ein maximaler Höchstgehalt festgelegt ist. Neben den E-Nummern gibt es auch ein neueres System zur Kennzeichnung; eine genaue Liste der Kenn-Nummern gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus.

Farbstoffe

Egal ob künstliche oder natürliche Farbstoffe: Für unsere Katzen bieten sie keinen Mehrwert, sondern sollen das Futter lediglich für uns aufhübschen. Eine schönere Optik ist in unseren Köpfen oft gleichgesetzt mit besserer Qualität, was aber nicht zwangsläufig immer so sein muss. Gekennzeichnet sind Farbstoffe mit den Nummern zwischen E100 und E180.

Zucker

Zucker im Katzenfutter dient vor allem dazu, durch Karamellisierungsprozesse eine (für das menschliche Auge) appetitlichere Braunfärbung zu erzielen. Katzen können Süße nicht schmecken, zugesetzter Zucker ist für sie also absolut unnötig. Auch hinter Bezeichnungen wie Maltose, Melasse, Glukose, Karamell, Sirup, Fruktose steckt letztlich nichts anderes als Zucker.

Zucker-Ersatz- bzw. Süßstoffe erkennen Sie an den Nummern E420, E421 sowie E950 bis E968.

Deklaration auf dem Etikett

Geschlossene Deklaration: Hier werden die einzelnen Zutaten unter Sammelbegriffen, den sogenannten Futtermittelgruppen, zusammengefasst, wie beispielsweise tierische oder pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Mineralstoffe. Es ist ist nicht ersichtlich, welche Zutaten konkret verarbeitet wurden. Sie erhalten lediglich eine grobe Einschätzung über die Mengenverhältnisse der Zutaten. Eine Zutat, die weiter vorne aufgelistet ist, ist in größerer Menge vorhanden als eine Zutat, die in der Liste das Schlusslicht bildet.

Offene Deklaration: Hier werden anstelle von Sammelbegriffen alle Zutaten einzeln gelistet und mit Prozentangabe versehen. Für Sie ist so genau nachvollziehbar, welche Komponenten in welcher Menge in diesem Futter verarbeitet sind.

Geschmacksverstärker

Geschmacksverstärker und Aromen dienen in der Regel dazu, einen bereits vorhandenen Geschmack zu intensivieren. Das wird vor allem dann zum Problem, wenn dadurch von minderwertigen Inhaltsstoffen abgelenkt werden soll, indem man sie schmackhafter macht.

Geschmacksverstärker erkennen Sie an den Nummern E620 bis E650 auf dem Etikett.