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WAS HAT ER, WAS SIE NICHT HABEN?


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 24.03.2022

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Beliebte Kombination: geräumige Kompakt-SUV mit Allrad, 136 bis 150 PS starken Dieseln und Reichweiten bis 830 Kilometer

Kia Sportage 1.6 CRDi AWD 136 PS ab 38 940 Euro

VW Tiguan 2.0 TDI 4Mot. 150 PS ab 42 260 Euro

Mazda CX-5 D 150 AWD 150 PS ab 38 190 Euro

MAZDA BILDET DIE AUSNAHME

Toucheingaben sind beim CX-5 dank seines Drehdrückstellers nicht nötig. Gerade während der Fahrt macht das die Bedienung am einfachsten. In dieser Klasse ist das jedoch längst die Ausnahme.

KLARE SACHE beim Blick auf die Zulassungszahlen: Mit über 55 000 verkauften Exemplaren im letzten Jahr brauchte der VW Tiguan seine fernöstliche Konkurrenz kaum zu fürchten. Mazda CX-5 und Kia Sportage kamen gemeinsam nicht mal auf ein Viertel der Absatzzahlen des Wolfsburgers. Doch nun ist der Sportage ganz frisch vom Stapel gelaufen. Die Anfang 2022 eingeführte fünfte Generation des Korea-SUV plustert sich mit mutigem Design, Breitbildschirm-Infotainment und smartem Diesel-Antrieb inklusive 48-Volt-System und

Segelfunktion auf. Übersehen wird der ...

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... Sportage so schon mal nicht. Der CX-5, seit 2017 gebaut und damit nur ein Jahr jünger als der Tiguan, erfuhr jüngst nur eine leichte Modellpflege, präsentiert sich zum Test aber im Gewand der neuen Sonderausstattungslinie Newground mit neon-grünen Akzenten. Und der Japaner tritt als Einziger mit Schaltgetriebe an, war zum Test nicht mit dem sanft schaltenden Automatikgetriebe verfügbar – schade.

Auf dem Erfolg des Tiguan ruhten sich die Wolfsburger allerdings auch nicht aus. Ende letzten Jahres erschien das Facelift mit überarbeiteter Front, optimiertem Infotainment und neuen Assistenten. Dazu feilten die Ingenieure am Fahrkomfort. In puncto Bedienung sehen wir allerdings auch ein paar Rückschritte. Die separate Klimaeinheit bleibt zwar, doch man nahm dem Modul die festen Drehregler und Knöpfe und ersetzte sie durch kapazitive Flächen mit Touchslidern. Ähnlich sieht die Sache am Lenkrad aus. Der Sportage schindet beim Betrachten des Cockpits beinahe einen so modernen Eindruck wie sein Elektro-Bruder EV6, von dem er die beiden großen Displays nebst Bedienleiste mit Doppelfunktion für Klima und Infotainment übernimmt. Dazu wirkt im neuen Koreaner alles solide verarbeitet. Ein paar Nachlässigkeiten wie die nicht ganz so akkurate Einfassung von Verkleidungen und das meiste Hartplastik bringen allerdings einen Punktabzug zum wertigeren VW. Im Mazda gefällt die Innenraumoptik mit vielen in Lederimitat gehüllten Flächen. Doch beim genaueren Betrachten fallen leider auch läppisch verlegte Teppiche und außen grobe Spaltmaße auf – da hat die Modellpflege nicht gezündet.

Relativ anständig sind die Platzverhältnisse in allen dreien, vier Erwachsene mit Gepäck finden hier ihr kleines Reise-Glück. Aus den 4,51 Meter Außenlänge holt der Tiguan aber dann doch noch etwas mehr raus, auch im Kofferraum. Vorn wie hinten finden sich im VW zudem die am besten ausgeformten Sitze. Und auch der Zustieg zum Fond klappt im VW besonders verrenkungsfrei. Dank verschiebbarer Rückbank inklusive Neigungsverstellung der Lehne gewinnt er auch die Variabilitätswertung. Die Fondbank des Sportage beherrscht immerhin noch das mit der Neigung, der CX-5 muss da komplett passen. Mit einer gummierten Wendematte für den Laderaum bietet der CX-5 Newground aber ein nettes Gimmick. Zudem darf der Mazda immerhin 350 Kilogramm mehr an die Hängerkupplung nehmen als der Sportage. Doch der Tiguan zieht nochmals eine halbe Tonne mehr. Zudem wird die Vorrichtung bei VW auf Wunsch schon werkseitig verbaut (890 Euro). Bei Kia und Mazda gibt es den Haken nur im Zubehör.

Vor der Abfahrt sprechen wir noch das Ziel ein. Nur klappt das im Mazda nicht so einfach. Die Sprachsteuerung kennt lediglich statische Befehlsketten, was die Kommunikation verlängert. Der Dialog wirkt so nicht mehr zeitgemäß, die Systeme von VW und Kia kapieren die Ansagen viel fixer. Dazu lassen sich im Sportage auch Fahrzeugfunktionen wie Sitzheizung, Fensterheber und Heckklappe steuern. Die Mikrofone des Tiguan reagieren dafür weniger sensibel auf Störgeräusche.

Die Testwagen von VW und Mazda waren mit Head-up-Diplay ausgerüstet. Nicht ganz auf der Höhe ist die Technik des Tiguan mit zusätzlicher Scheibe. Der CX-5 projiziert direkt auf die Windschutzscheibe, allerdings ist die Darstellung unscharf.

Wer zuvor Elektroautos testen durfte, entspannt sich beim Anblick der Reichweiten. Über 700 Kilometer schaffen alle drei – gute alte Welt. Die Geräuschkulisse der Diesel klingt dagegen weniger fortschrittlich. Speziell nach dem Kaltstart kann keiner das Selbstzünder-Prinzip verheimlichen. Säuselige Dieselfrequenzen treten auch immer mal wieder bei warm gefahrenen Motoren auf. Besonders deutlich im Mazda; Tiguan und Sportage sind besser gedämmt.

Beim Beschleunigen hat erst mal der Tiguan die Nase vorn, jenseits von 100 km/h holt ihn der CX-5 aber wieder ein, dessen 2,2-Liter-Biturbo immerhin bis 5500 Touren dreht. Der etwas gemächlichere Sportage ist mit seinem nominell schwächsten Motor immerhin der Sparkönig. Anteil daran dürfte auch seine 48-Volt-Technik haben, wobei sich das System nur schwer zum Segeln überreden lässt. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet außerdem nicht ganz so verschliffen wie das des Tiguan. Das manuelle Getriebe des Mazda sorgt indes für durchgängig höhere Drehzahlen und dadurch für den höchsten Verbrauch. Zudem kennen wir präzisere Schaltboxen von Mazda.

Aber nicht unbedingt komfortablere Fahrwerke. An der weichen Abstimmung des CX-5 dürften sich nur dynamische Typen stören. Für ein SUV passt die Sache aber. Dass Sportage und Tiguan die Sache dennoch besser beherrschen, liegt auch an ihren Verstellfahrwerken. Der grundsätzliche straffe Tiguan (R-Line für 5985 Euro inklusive 20 Zoll) spricht auf kurze und lange Wellen dennoch einen Tick feiner an. Zudem regelt sein ESP bei Ausweichmanövern besonders gekonnt. Im Grenzbereich wirkt der Sportage eine Spur zu dynamisch, der CX-5 wiederum fast schon eine Spur zu phlegmatisch.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage dürfte sich inzwischen herauskristallisiert haben: Der Tiguan hat von allem ein bisschen mehr. Dass man in Wolfsburg dafür gehörig mehr Zaster verlangt, ist die unangenehme, aber altbekannte Kehrseite der VW-Medaille. Über die Kosten holt sogar der Mazda einiges wieder auf, der Sportage kann seinen 25-Punkte-Malus aus der Eigenschaftswertung sogar weitgehend ausgleichen. So kommt der Koreaner tatsächlich noch auf Schlagdistanz an den Klassenprimus heran, nur sechs Punkte fehlen. Alles andere als eine klare Sache.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

1. VW Tiguan In den meisten Punkten den Konkurrenten immer noch mindestens einen kleinen Schritt voraus. 566 Punkte

2. Kia Sportage Den Sieg knapp verfehlt und daher nicht nur aufgrund der langen Garantie eine gute Wahl. 560 Punkte

3. Mazda CX-5 Das Alter macht sich bemerkbar. Der besonders attraktive Grundpreis lockt aber immer noch. 518 Punkte

FAZIT

STEFAN NOVITSKI, MIRKO MENKE

Das Multitalent Tiguan reift in Würde, wirkt weiterhin konkurrenzfähig und setzt sich gegen den neuen Sportage durch. Der rückt dem VW erst dank fairem Preis und langer Garantie auf die Pelle. Der etwas abgeschlagene CX-5 nimmt dankenswerterweise die Rolle des Schnäppchens ein, bleibt so eine überlegenswerte Alternative.