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WAS IST DAS PROBLEM DER FORMEL 1?


Motorsport-Magazin.com - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 27.06.2019

ES WIRD VIEL GEMECKERT UND GELÄSTERT, ABER WAS IST WIRKLICH DAS PROBLEM?


Artikelbild für den Artikel "WAS IST DAS PROBLEM DER FORMEL 1?" aus der Ausgabe 3/2019 von Motorsport-Magazin.com. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorsport-Magazin.com, Ausgabe 3/2019

»Die Formel 1 ist tot!«-»Den Mist schaue ich mir nicht mehr an!«

Wer einen Blick in die Kommentare unter unseren YouTube-Videos wirft, stolpert immer wieder über solche und ähnliche Beiträge-wenn auch in vielen Fällen mit bedeutend schlechterer Rechtschreibung. Nun ist jedem, der sich in der weiten Welt von Social Media bewegt, hinlänglich bekannt, dass Twitter, Live-Chats, Kommentarbereiche & Co mit äußerster Vorsicht zu genießen sind-wenn überhaupt. Ich warte nur darauf, ab wann vor dem ...

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... Betrachten der Kommentare ein Disclaimer mit »Betreten auf eigene Gefahr« verpflichtend vorangeschaltet werden muss. Aber ich schweife ab…

Entscheidend ist der Tenor der Fan-Meinungen und der lautet ganz klar überwiegend: die Formel 1 hat ein Problem. So weit, so gut (oder eher schlecht, schließlich sind Probleme zunächst einmal nichts Gutes). Bei der Lösung des oder der Probleme gibt es viele Ansätze. Die lautstarke Minderheit in den Social-Media-Kanälen setzt aufs Schimpfen, Nörgeln und Fluchen. Einer Lösung bringt uns das nicht weiter. So komisch es sich anhören mag, aber da bringen uns die Ideen der FIA, des Rechteinhabers Liberty und der Teams schon bedeutend weiter.

Das Spektrum reicht von einem neuen Wochenend-Zeitplan über weniger Freiheiten für die Teams beim Einsatz von neuen Teilen und Setups bis hin zu mehr Einheitsteilen und einer Budgetobergrenze. In jedem dieser Bereiche gibt es Pro-und Contra-Punkte, die von den Beteiligten in endlosen Meetings bis zum Exzess rauf und runter diskutiert werden. Nicht umsonst wünschte sich Bernie Ecclestone einst scherzhaft, die Teamchefmeetings mit Wasserflaschen beliefern zu dürfen: »Dadurch würde ich ein Vermögen verdienen!«

Es ist bekannt, dass Veränderungen immer erst einmal negativ beäugt werden. Das gilt für die jüngsten Neuerungen wie den Halo, aber auch für lange etablierte Abläufe wie den Parc Fermé oder das Verbot des T-Cars. Gerade die Vorschrift, das Setup des Autos ab dem Qualifying nicht mehr straffrei verändern zu dürfen, rief ihrer Zeit einen massiven Aufschrei im F1-Paddock hervor (wie das in einer Welt ohne Twitter ausgesehen hat, mag man sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen können). Und zugegeben: auch wir waren zunächst nicht davon überzeugt. Der Grund dafür war aber, dass wir es einfach nicht anders gewohnt waren und es uns gar nicht anders vorstellen konnten.

Entsprechend kann man vielen der Vorschläge durchaus erst einmal einen Vertrauensvorschuss geben-so lange wirklich alles in Ruhe durchdacht wird und es keine Schnellschüsse wie zuletzt mit dem Qualifying-Format gibt. Die große Frage ist jedoch eine ganz andere: Sind eine spätere Anreise oder Einschränkungen beim Testen von neuen Teilen wirklich das wahre Problem der Formel 1? Ich sage nein und stimme Toro-Rosso-Teamboss Franz Tost zu, der klipp und klar sagt: »Wir müssen die Show verbessern, die Kosten reduzieren und das Geld fair verteilen.«

Damit die Stimmung bei den Fans und damit das Klima in den Kommentar-Bereichen auf Social Media umschwingt, gibt es einen einfachen Weg, der allerdings umso schwieriger zu erzielen ist: der Sport auf der Rennstrecke muss an jedem Rennsonntag begeistern-und nicht nur hier und da. Genau darauf sollte der Fokus liegen. Nicht auf dem Kleinkram drumherum, nicht auf dem Erhalten der eigenen finanziellen sowie sportlichen Vorteile und nicht darauf, wie man Fans und Sponsoren in Zukunft noch mehr Geld aus den Taschen ziehen kann. Wenn der Ausdruck nicht so verdorben wäre, würde ich fast schreiben: »Make F1 great again.« Also leihe ich mir lieber ein Zitat beim Kaiser: »Geht’s raus und fahrt‘s Rennen.«


FOTOS: LAT IMAGES