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WAS KOMMT AUF DIE BRANCHE ZU?


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Taspo Garten-Design - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 09.09.2022
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Den Kopf in den Sand zu stecken ist eine Möglichkeit, auf Herausforderungen zu reagieren. Clever ist sie nicht. Doch was erwartet unsere Branche für die Zukunft, und wie reagieren die Betriebe? Wir haben Mitte August bei fünf Unternehmen nachgefragt.

Die Unsicherheit ist groß: Wo geht es hin mit den Materialpreisen, wie reagieren die Kunden auf die enorme Inflationsrate? Wie beeinflusst die politische Weltlage die grüne Marktwirtschaft? Und wie können die Unternehmen ihre Mitarbeiter in puncto Inflation entlasten? Viele Fragen, auf die die Unternehmen für ihren Betrieb eine Antwort finden müssen.

SWITCHEN SORGT FÜR FLEXIBILITÄT

„Die Materialpreise werden nicht noch einmal so angehoben werden wie in diesem Frühjahr“, so die Erwartung von Philipp Erhardt, Geschäftsführer der Erhardt Garten- und Landschaftsbau GmbH in Karlsruhe und Vorstand für Markt und Wirtschaft beim Verband Garten-, Landschafts- ...

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... und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. (VGL). „Dass sich das Preisrad zurückdreht, glaube ich allerdings auch nicht, da wird die Industrie schon dafür sorgen.

Im GaLaBau finden wir aber eine luxuriöse Situation vor, denn bei der Vielzahl an Materialien und baulichen Möglichkeiten, können wir bei Engpässen oder zu hohen Preisen tatsächlich zwischen den Produkten switchen. Deshalb trifft es uns hier nicht ganz so hart. Bei den Transporten werden die momentanen Zuschläge mit Sicherheit eingepreist und bei Rohstoffen wie Stahl sollten wir uns an Tagespreise gewöhnen. Kraftstoffe sind mittlerweile als hochspekulativ anzusiedeln, doch ich glaube nicht, dass wir hier noch einmal über die 2,00 Euro-Marke hinausschießen. Der hohe Dieselpreis bleibt uns erhalten, er ist politisch motiviert. Ein echter Aufschrei in der Bevölkerung blieb hier leider aus, vielleicht wäre dann mehr passiert“, schätzt Erhardt die Lage ein.

Das Kundenverhalten beschreibt der Unternehmer als verhalten optimistisch. Wirkliche Zurückhaltung sei in der einkommensstarken Karlsruher Region bislang nicht zu spüren. „Zudem ist der Garten seit der Pandemie zum Statussymbol aufgestiegen. Im öffentlichen Bereich sind ebenfalls genügend Finanzmittel durch die ganzen Förderungen vorhanden, hier liegt das Problem eher darin, dass die guten Planungsbüros überlastet sind und die vorhandenen Mittel gar nicht abgerufen werden. Für die genehmigten aber bislang aufgrund der hohen Auslastung im Handwerk noch nicht gebauten Wohneinheiten hilft die konjunkturelle Abschwächung eher für die Verwirklichung“, glaubt Erhardt. „Bei den gewerblichen Aufträgen wurde bislang trotz hoher Preise keine Auftragsvergabe versagt und es wird gebaut wie geplant, ohne Abstriche, so unsere aktuelle Erfahrung“.

„Bei der Kalkulation darf nicht vergessen werden, die untergejubelten Zuschläge weiterzugeben, dennoch sollte man hier nicht zu ängstlich agieren und mit Gürtel und Hosenträger als Risikozuschlag planen“, meint der Unternehmer, der keine großen regionalen Umsatzeinbrüche erwartet.

Das Thema hitzeresistente Pflanzen sei im privaten Sektor leider noch kein akutes Thema, Zisterne und Regenrückhaltung dagegen schon. „Bei der Dach- und Fassadenbegrünung sollten wir dringend aufpassen, dass diese nicht von anderen Gewerken übernommen werden, denn es gehört in unseren Kompetenzbereich.“

Der Switch zur E-Mobilität wäre Wunsch, aber der Netzbetreiber verhindere den Anschluss mehrerer Wallboxen auf dem Betriebsgelände. Auch die Infrastruktur innerhalb von Karlsruhe sei noch nicht so weit und das Dreifache für eine

E-Maschine auszugeben eben auch eine immense Investition. Dagegen versucht das Unternehmen mehr heimische Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit einzusetzen. Die Mitarbeiter werden durch die Fahrtkostenerstattung sowie die Mitnahme von Firmenfahrzeugen unterstützt. Jobtickets werden bezahlt und über Tankgutscheine und Sachbezüge ein Teil der Belastung abgefangen.

„Wir nehmen die Situation schon jetzt als angespannt wahr. Aber Angst war schon immer ein schlechter Begleiter – das Team festigen und mit den Partnern an einem Strang ziehen ist Teil ihrer Lösung.“

Felix und Stefania Grupp (Grupp Garten- und Landschaftsbau, Kornwestheim)

„Im GaLaBau, mit der Vielzahl an Materialien und baulichen Möglichkeiten, können wir bei Engpässen oder zu hohen Preisen zwischen den Produkten switchen.“

Philipp Erhard (Erhard Garten- und Landschaftsbau, Karlsruhe)

DIE SICHT EINES JUNGEN UNTERNEHMENS

Felix und Stefania Grupp führen die Grupp Garten- und Landschaftsbau GmbH in Kornwestheim. Das junge Unternehmerehepaar erwartet weiter steigende Preise, damit verbundene Ängste und entsprechenden Zeitdruck bei ihren Kunden, wenn es um die Verwirklichung der Objekte geht.

„Wir nehmen die Stimmung schon jetzt als angespannt wahr und gehen davon aus, dass sich dies in naher Zukunft weiter verstärkt“, so Stefania und Felix Grupp. Die beiden versuchen positiv zu bleiben, denn Angst war schon immer ein schlechter Begleiter. Das Team festigen, mit wichtigen Geschäftspartnern an einem Strang, lautet der Plan.

Kundenwünsche ändern sich ständig und sind im Wandel. „Viele haben durch die Pandemie gemerkt, wie wertvoll ein schöner Garten ist. Das Thema „Grün“ wird zukünftig auch bei öffentlichen Auftraggebern eine große Rolle spielen und wir rechnen mit vermehrten Anfragen zu Dach- und Vertikalbegrünungen.“

„Die Kundenwünsche werden nachhaltiger und dies wirkt sich auch auf die Auswahl der Materialien aus.“

Achim Off, Geschäftsführer der Bietigheimer Gartengestaltung (Tamm)

In Sachen betrieblicher Fortschritt sehen sich die Grupps bei der Digitalisierung bereits sehr gut aufgestellt. „Stillstand war für uns noch nie eine Option“, erklären die beiden, die auch bei der Materialwahl immer Ausschau nach Innovationen halten. Pflanzengabionen sind eine dieser Entdeckungen und eine wunderbare Möglichkeit, für einen grünen und somit klimafreundlichen Sichtschutz in verschiedenen Projekten.

Um die Inflationsauswirkungen für die Mitarbeiter abzumildern, werde zurzeit ein Konzept ausgearbeitet.

NACHHALTIGKEIT GEWINNT AN BEDEUTUNG

Achim Off ist Geschäftsführer der Bietigheimer Gartengestaltung in Tamm bei Ludwigsburg. Seine Einschätzung: „Ich erwarte bei den Materialpreisen tatsächlich eine Beruhigung. Im Gegensatz dazu gehe ich von weiterhin leicht steigenden Treibstoffpreisen aus. Sollte sich beim Kriegsgeschehen in der Ukraine keine positive Tendenz in Richtung Waffenstillstand oder sogar noch mehr abzeichnen, erwarten wir eine eingetrübte Kundenstimmung mit durchaus weniger Investitionslust. In Sachen Energie haben wir uns bereits frühzeitig auf eigene Beine gestellt und in erneuerbare Energien investiert. Auf unseren Hallendächern liegt eine großflächige Photovoltaik-Anlage und wir betreiben bereits die ersten Fahrzeuge mit Solarstrom. Somit erwarte ich, dass wir endlich aus unseren Fehlern lernen und uns in Sachen Energie unabhängiger machen.“

Kundenwünsche werden nachhaltiger, davon geht Off aus und dies wirkt sich auch auf die Auswahl der Materialien aus. „An unserer Kundenausrichtung werden wir nichts verändern und weiterhin vor allem den öffentlichen und gewerblichen Bereich abdecken.“ Als Inflationsentlastung für seine Mitarbeiter könnte er sich eine Einmalzahlung – ähnlich wie beim Corona-Bonus – sehr gut vorstellen.

EINSCHÄTZUNG AUS DEM LÄNDLICHEN RAUM

Die Firma App in Unlingen agiert sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. „Mit den steigenden Zinsen und den Materialpreisen ist auch der Wohnungsbau extrem teuer geworden. Wir rechnen hier mit einer sinkenden Realisierung der Projekte, da vermutlich die Käufer wegbrechen“, erläutert Uschi App, Geschäftsführerin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende im VGL.

Bei den Materialien, aber auch bei den Gärten können aus ihrer Sicht die Preise nicht noch weiter erhöht werden. „Zurzeit ist es am Telefon recht ruhig geworden und wir müssen keine Anfrage mehr abblocken. Das was jetzt an uns herangetragen wird ist sehr gezielt und mit echtem Interesse.“ Die Planung hochwertiger privater Gärten durch Tochter Nina App laufe ungebrochen weiter.

„Der Garten- und Landschaftsbau ist breit aufgestellt und eine Nische findet sich immer“, weiß App aus Erfahrung. Das Klima spiele der grünen Branche in die Karten und wer nicht nur über Betonwissen verfügt, werde in Zukunft mehr biodiverse hochwertige Pflanzungen anlegen. „Die guten GaLaBauer werden auch in den nächsten Jahren genügend Aufträge haben“, schätzt App und sollte es doch anders kommen, steckt in jeder Krise eine Chance. „Jedes Tief lässt die Kreativität wachsen, es gibt mehr Zeit für neue Gedanken und solide aufgestellte Traditionsunternehmen sind so gefestigt, um auch mal eine Talsohle zu durchleben. Für hoch verschuldete Unternehmen könnte das eine gewisse Ungewissheit mit sich bringen.“

Viel Potenzial sieht App auch in den energetischen Sanierungen, welche die Wohnungsbaugesellschaften noch zu stemmen haben. „Wegebau, Entwässerung sowie Neupflanzungen gehören hier in der Regel mit dazu.“ Und nach wie vor gebe es „unglaublich viele Menschen mit unglaublich viel Geld, auch hier werden weiterhin Aufträge vergeben“, ist sich App sicher. Sie rechnet mit einem Rückgang des sozialen Wohnungsbaus, aber auch der Bautätigkeit in Neubaugebieten, die jedoch beide eher weniger zu Apps Kundenstamm zählen.

Die Auslöse für die MitarbeiterInnen auf der Baustelle wurde wegen der hohen Energiekosten und der Inflation auf 12 Euro pro Tag angehoben, was rund 250 steuerfreie Euro mehr im Geldbeutel bedeutet. Die Angestellten im Büro erhalten entsprechende Tankgutscheine.

„Der Garten- und Landschaftsbau ist breit aufgestellt, eine Nische findet sich immer. Die guten GaLaBauer werden auch in den nächsten Jahren genügend Aufträge haben.“

Uschi App (Firma App, Unlingen)

EINSCHÄTZUNG AUS NORDRHEIN-WESTFALEN

Benjamin Küsters, Geschäftsführer der Gartenhof Küsters GmbH in Neuss, beobachtet eine gewisse Besorgnis bei anderen Unternehmen, nicht nur aus dem Baugewerbe, aber auch bei Privatpersonen aufgrund der aktuellen Entwicklungen. Sicherlich sei im Moment ein gewisser Grad an Vorsicht sowie Wachsamkeit, besonders aus kaufmännischer Sicht, angebracht.

Küsters selbst sieht aber auch drei Punkte, die ihn leicht optimistisch stimmen: „Manche Produkte und Dienstleistungen waren einfach viel zu günstig verfügbar. Die aktuelle Preisentwicklung ermöglicht beziehungsweise vereinfacht nachhaltigeren Ersatz-Produkten den Markteintritt. So mancher Anbieter kann nun die Preise realisieren, die er schon vor Jahren benötigt hätte. Natürlich gibt es aber leider auch Fälle, in denen der aktuelle Zusammenhang nicht nachvollziehbar ist. So gesehen kann diese Entwicklung sogar positive Effekte für die Branche und die Gesellschaft bedeuten. Das ist ähnlich wie bei tariflichen Lohnsteigerungen, die für alle gleich sind und den Markt nicht verzerren, sondern schwarze Schafe einfach mehr auffallen lassen. Dennoch sollte die Inflationsspirale nicht mit außertariflichen Lohnsteigerungen in Gang gesetzt werden.“

Vielleicht führe die aktuelle Lage ja auch dazu, dass nicht mehr laufend neu gebaut, produziert, konsumiert und somit ja auch verschwendet wird. Der Maßlosigkeit könnte im besten Fall ein reflektiertes Denken und Handeln folgen, selbst wenn dies nur aus monetären und nicht aus moralischen Gründen geschieht. „Ein Abkühlen der überhitzten Baubranche und der Konsumgesellschaft wäre wünschenswert. Gepaart mit einer wiederentdeckten Wertschätzung für das Handwerk und unseren Beruf, wäre das ein Gewinn. Und vielleicht sogar der Ursprung für neue Märkte und Produkte.“

„Dem Neubaukunden, der seine erste Immobilie mit wenig Eigenkapital finanziert, schlägt die Marktentwicklung sicherlich auf die Stimmung. Privatkunden, die sich hochwertige Gärten bauen lassen, scheint dies dagegen wenig zu interessieren. Gewerbliche Investoren können ihre laufenden Projekte sowieso nicht stoppen und für ihre künftigen Objekte werden sie maximal ein paar Anpassungen vornehmen lassen“, schätzt Küsters den Markt ein. Wohn- und Arbeitsraum würden weiterhin dringend benötigt, allerdings beobachte er hier ein gesteigertes Bewusstsein sowie eine vermehrte Nachfrage nach zeitgemäßem Bauen mit Design, gekoppelt mit den Attributen Natur, Klima und Gesellschaft. „Diesen Gegebenheiten passen wir uns bestmöglich an, denken aber auch über neue Marktsegmente wie beispielsweise Klimaanpassungsmaßnahmen in Neubau und Bestand nach. Dazu gehört für uns ebenfalls, zu erfassen, welche Kundenwünsche naturnahe Gärten beinhalten. Das setzt automatisch ein Nachdenken über die Energieart unseres Maschinenparks in Gang. Hier agieren wir systemoffen und für uns kämen auch Treibstoffalternativen in Betracht. Noch hat die E-Mobilität einen zu geringen Aktionsradius für uns, aber im Privatbereich sind diese Maschinen hochinteressant, da leise und ohne Dieselgestank. Aufgrund des geringeren Eigengewichts kann sogar mehr Last bewegt werden und die Leistungsstärke ist durch das höhere Drehmoment besser. Wir wissen, unsere Kunden stehen auf grünes Image, weshalb wir schon jetzt nur noch handgeführte Elektrogeräte im Privatgarten benutzen und den Maschinenpark sukzessive umstellen werden.“

Als Entlastungsmaßnahme für die hohen Energiepreise sowie die Inflation kann er sich einen steuerfreien Energiekostenzuschlag zum Abfedern der Belastungen für seine MitarbeiterInnen durchaus vorstellen.

WIE WERDEN DIE GÄRTEN DER ZUKUNFT AUSSEHEN?

Heimische Produkte mit kurzen Transportwegen, Regenwasserspeicherung sowie verschiedene Rückzugsorte und Ruhebereich oder gar ein GardenOffice haben für Erhardt Zukunft im Garten. Achim Off sieht hier vor allem das Thema der Trockenheitsverträglichkeit platziert. Für Grupps ist der Garten der Zukunft funktional und gemütlich. Er bietet Zuflucht und Sicherheit, dort ruht man sich aus und tankt Energie. Wichtig sei, sich Gedanken darüber zu machen, was für einen persönlich wesentlich ist. Für die einen könne das die Hängematte neben dem Naturteich sein, für die anderen die Möglichkeit, eigenes Gemüse und Kräuter anzubauen. Aber eines sollte ein Zukunfts-Garten immer sein: Grün!

Uschi App sieht im Garten der Zukunft heimische Materialien sowie klimaresiliente und trockenheitsverträgliche Pflanzen, aber ganz sicher keine autochthonen Gehölze. „Zisternen sind aus meiner Sicht ein Muss, und zwar für das gesamte Oberflächenwasser, ebenso Dach- und Fassadenbegrünungen. Bei Letzterem sind die Kunden immer noch sehr skeptisch, hier bedarf es weiterer Aufklärung über die Vorteile als natürliche Klimaanlage. Im Hausgarten würde ich zudem hitzeresistenten Pflanzen den Vorzug vor einer automatischen Bewässerung geben. Rasenflächen werden verschwinden und bunte Wiesen dafür Einzug halten.

„Ehrlich“ ist der Garten der Zukunft aus der Perspektive von Benjamin Küsters. Die Gestaltung passt sich perfekt in die Umgebung, in die Landschaft, aber auch in gesellschaftliche Belange ein. Monokulturflächen wie Rasen oder Schotter seien Fremdkörper, die es so nicht mehr geben werde.

„Manche Produkte und Dienstleistungen waren einfach viel zu günstig. Die aktuelle Preisentwicklung vereinfacht nachhaltigeren Ersatzprodukten den Markteintritt.“

Benjamin Küsters (Geschäftsführer Gartenhof Küsters, Neuss)