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Was machst du gerade


flow - epaper ⋅ Ausgabe 50/2020 vom 02.06.2020

Das haben wir drei Menschen gefragt, die wir klasse finden


Artikelbild für den Artikel "Was machst du gerade" aus der Ausgabe 50/2020 von flow. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: flow, Ausgabe 50/2020

VISUAL ARTIST NADINE


Schokohersteller GIUSEPPE


DOZENTIN Paula


FOTOS CAMILO BRAU, DANA PLEASANT (NADINE), GUNDA SCHLIEP (GIUSEPPE), ANOUK DE KLEERMAEKER (PAULA), STYLING ANNE-MARIE REM (PAULA), HAARE/MAKE-UP CARMEN ZOMERS AGENCY (PAULA)


„ICH SPRINGE GERN VON BLUME ZU BLUME UND SCHAUE MIR ALLES AN.“


Bunte Illustrationen, riesige Figuren aus Styropor oder digitale Welten - Nadine sucht immer nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten


Seit Neuestem programmiert Nadine auch Augmented Reality


Nadine Kolodziey

Was machst du gerade?

Seit letztem Jahr bin ich ...

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... Lehrbeauftragte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, wo ich 2016 selbst mein Diplom gemacht habe. Wegen der Corona- Pandemie musste ich meinen Kurs spontan umplanen. Er findet jetzt komplett online statt, und zwar in dem Spiel Animal Crossing. Alle Studierenden bekommen eine Konsole, bauen ihren Avatar und wir gestalten gemeinsam unsere eigene Welt. Das habe ich noch nie gemacht. Deshalb gibt es viel zu organisieren, auszuprobieren und zu bearbeiten.

Du übersetzt deine Illustrationen, Installationen und Collagen seit einer Weile in die digitale Realität. Was fasziniert dich so daran?

Ich liebe es, zu experimentieren und die Möglichkeiten von Kunst auszuloten. Stift und Papier waren mir irgendwann zu eindimensional und meine Installationen aus Styropor sind auf Dauer nicht sehr nachhaltig. Außerdem kann ich diese virtuelle Welt überall hin mitnehmen. Ich war in den letzten zwei Jahren keine vier Tage am selben Ort. Dank virtueller Realität kann ich überall, wo ich gerade bin, in meine Arbeit abtauchen und Zug oder Parkbank zu meinem Atelier machen.

Das klingt nach einem sehr beschäftigten Alltag. Wie behältst du den Überblick?

Generell bin ich ein sehr aktiver Mensch, der gerne von Blume zu Blume springt, um sich alles anzuschauen. So bekomme ich meine Ideen. Einmal am Tag gönne ich mir eine Lernstunde, in der ich mir Vorträge anhöre oder Bücher zu einem Thema lese, das mich schon lange interessiert. Das schafft eine gute Balance zwischen mir und meiner Arbeit.

Gibt es auch Momente, in denen du dich ohne Plan treiben lässt?

Wenn ich wirklich eine Pause brauche, gehe ich bewusst offline und stöbere etwa auf Flohmärkten, Edelsteinbörsen oder besuche klassische Museen. Immer wieder entdecke ich dort Dinge, nach denen ich gar nicht gesucht habe. Dabei kann ich mich ganz auf den Moment konzentrieren - das perfekte Kontrastprogramm zur Bilderflut auf Social Media.

Giuseppe Zuccaro

Naschen ohne schlechtes Gewissen: Giuseppes Schoko-Snack ist vegan, fair und plastikfrei


Was machst du gerade?

Ich baue mein eigenes Unternehmen auf, das natürliche und faire Schoko-Snacks herstellt. Gerade arbeiten wir daran, das noch nachhaltiger hinzubekommen. Und auch transparent zu machen, wie unsere Schokolade hergestellt wird, indem wir die ganze Wertschöpfungskette auf das Wachspapier drucken.

Was bedeutet dir Nachhaltigkeit?

Ich finde, man kann sich gar nicht bewusst genug sein, dass unser Handeln Effekte auf unseren Planeten hat. Selbst wenn es um so etwas kleines wie Schokolade geht. Ich finde es wichtig zu fragen: Woher kommen die Rohstoffe? Wie werden sie verarbeitet? Von wem? Welche Wege liegen zwischen Acker und Supermarktregal?

Warum machst du in Schokolade?

Für mich ist Schokolade einfach etwas Magisches. Sie hat eine große Anziehungskraft auf die meisten Menschen. Obwohl das, was die Discounter verkaufen, nur sehr entfernt etwas mit Schokolade zu tun hat. Ich hatte die ungesunde, in Plastik und Alu eingepackte Automatenschokolade von Großkonzernen vor vier Jahren einfach satt. Statt mir das Nachmittagstief zu versüßen, hat sie mir nur ein schlechtes Gewissen gemacht.

Seitdem stellst du deine eigene Schokolade her. Was lernst du?

Mir wird einmal mehr bewusst, dass wir in der westlichen Welt im Überfluss leben, Produkte werden immer überdrehter und verrückter. Das weckt bei vielen den Wunsch nach etwas, das sie überschauen und begreifen können.

Heißt konkret?

Bei unserer Schokolade habe ich mich auf das konzentriert, was mir am meisten schmeckt: Beeren, geröstete Nüsse, Kakaosamen. Letztere sind von Natur aus wahnsinnig aromatisch. Da braucht es sonst nicht viel. Und das ist ja durchaus oft so, dass weniger mehr ist.

Was hat der Elefant damit zu tun?

Er geht als Leittier voraus, ist ein starker Beschützer, familienbewusst, der größte Brückenbauer der Natur. Das passt.


„UNSER HANDELN HAT EFFEKTE AUF UNSEREN PLANETEN, DERER WIR UNS BEWUSST SEIN MÜSSEN.“



„WIR MÜSSEN NICHT ALLE GLEICH SEIN. ES IST DIE VIELFALT, DIE UNS STARK MACHT.“


Im Containerdorf Spark Village in Amsterdam leben rund 240 Menschen zusammen


„Ich fühle mich nie allein, es ist immer jemand da“, sagt Paula


Paula Smith

Was machst du gerade?

Ich lebe in einem Containerdorf mit 240 anderen Bewohnern, die von überall auf der Welt kommen. Vor einiger Zeit haben wir damit begonnen, die Außenwände unseres Gemeinschaftswohnzimmers zu streichen. Wir sind aber nur zur Hälfte fertig geworden. Jetzt kümmern wir uns um den zweiten Teil.

Weshalb lebst du hier?

Andere Kulturen interessieren mich. Ich bin in Rotterdam aufgewachsen und habe türkisch-kurdische Wurzeln. Gleichzeitig möchte ich mich im sozialen Bereich engagieren, deshalb habe ich Soziale Arbeit studiert. Neben meinem Hauptjob als Hochschuldozentin konnte ich mich hier im Wohnprojekt eine Zeit lang als Community Builder einbringen.

Was bedeutet das?

Jeder Block in unserem Containerdorf hat ein bis zwei Community Builder. Das sind Bewohner, die ehrenamtlich zusätzliche Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen. Am Anfang hat mich die Frage beschäftigt, wie ich dafür sorgen kann, dass die Bewohner gern in den Gemeinschaftsraum kommen. Frischer Minztee hilft schon mal. Ein paar Leute haben angeregt, gemeinsam zu kochen. Kürzlich gaben eritreische Bewohner Tanzstunden. Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich Menschen aus Afghanistan und Äthiopien miteinander Fußball spielen, die Pflanzenbeauftragten kümmern sich um die Beete, Leute plaudern in Hängematten oder lernen im Sprachcafé Niederländisch. Man kann eine Menge darüber lernen, was eine funktionierende Gesellschaft braucht.

Was braucht sie aus deiner Sicht?

Wenn ich aus meiner Tür komme, treffe ich immer jemanden zum Unterhalten. Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund leben hier zusammen und achten aufeinander. Wir müssen nicht alle gleich sein; es ist die Vielfalt, die uns stark macht. Deshalb sollten wir nicht nach einer Gesellschaft streben, in der jeder die gleichen Werte vertritt, sondern nach einer Gemeinschaft, in der unterschiedliche Werte und Lebensweisen zusammen existieren können.