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Was Machst du gerade?


flow - epaper ⋅ Ausgabe 60/2021 vom 01.09.2021

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Bildquelle: flow, Ausgabe 60/2021

MODEDESIGNERIN JANINA

Janina Bauer

„DIE NATUR IST MEIN RUHEPOL, DER ORT, AN DEM ICH ICH SELBST SEIN KANN.“

Was machst du gerade?

Ich arbeite an der ersten Modekollektion für unser Label Farm ums Herz. Unser Farmleben hat uns dazu inspiriert, deshalb setzen wir auf nachwachsende Materialien und Naturtöne. Außerdem stecken Philipp und ich mitten im Umzug – demnächst wohnen wir nur noch zehn Gehminuten von der Farm entfernt.

Ihr habt eine Farm?

Ja, so nennen wir unser Stück Land liebevoll. Alles fing vor zwei Jahren mit einer Weide an, die wir gepachtet haben. Ich habe von einem Selbstversorgergarten geträumt, Philipp hatte Lust auf handwerkliche Projekte. Zusammen kamen wir auf die Idee, Alpakas zu halten. Wir haben uns viel Wissen angeeignet, einen Stall gebaut, die Weide eingezäunt, den Garten angelegt und neben drei Alpakas inzwischen auch Hühner und einen Hund. Heute kann ich mir ein Leben ohne die Farm gar nicht mehr ...

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Was ist so erfüllend daran?

Die Farm bedeutet alles für mich. Sie ist mein Ruhepol, der Ort, an dem ich ganz ich selbst sein kann. Das Gartenjahr mitzuerleben und mich um die Tiere zu kümmern wirkt auf mich entschleunigend. Es gibt dort keinen Handyempfang und wir verbringen ganze Tage draußen in der Natur. Das ist ein unbeschreibliches Glücksgefühl und ein guter Ausgleich zu unseren Jobs am Computer.

Ist das nicht eine Menge Arbeit?

Auf jeden Fall. Uns ist wichtig, ein ökologisches Gleichgewicht zwischen Natur, Mensch und Tier zu wahren. Wir bauen Gemüse an, düngen es mit Alpakamist, die Gemüseabfälle bekommen unsere Hühner, und sie wiederum legen Eier, die wir essen. All das machen wir nach Feierabend und am Wochenende, die Farm ist unser Hobby. Aber ich genieße es, so naturverbunden zu leben, und wir halten uns regelmäßig Momente des Nichtstuns frei. Und was man über Alpakas sagt, ist tatsächlich wahr: Sie machen glücklich.

Ihr sanftmütiges, neugieriges Wesen ist mir all die Mühe wert. Mein liebster Moment ist, wenn ich auf der Weide liege, ein Buch lese und die Alpakas zufrieden neben mir Gras zupfen.

Hinke Weikamp

Was machst du gerade?

Ich fertige in meinem Atelier Drucke aus Materialien an, die ich in der Natur finde. Besonders gern arbeite ich mit Moos; ich färbe es ein und lege es in die Druckpresse, sodass auf dem Papier ein Abdruck der Form zurückbleibt. Auf dem gleichen Blatt arbeite ich dann mit einem neuen Stück Moos weiter. So entsteht beim Monoprint aus vielen Einzelteilen in Kleinstarbeit eine organische Form, die wie eine Pflanze oder ein Zweig anmutet.

Was gefällt dir daran?

Diese Drucktechnik habe ich in meinem ersten Jahr an der Kunsthochschule entdeckt. Jeder Druck ist ein Unikat. Ich kann gar nicht aufzählen, was ich schon alles unter die Presse gelegt habe, sogar CDs. Tinte reagiert auf Textur, und ich liebe es, damit zu experimentieren.

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit Moos zu arbeiten?

Ich bin gerne in der Natur und habe schon immer Kieselsteine, schöne Trockenblumen und Zweige gesammelt. Als mein Freund und ich in ein Atelierhaus in Utrecht gezogen sind, teilten wir uns mit den Bewohner:innen der anderen Atelierhäuser einen Kirsch- und Gemüsegarten. Ich begann, Pflanzen und Wurzeln aufzuheben und unter meine Presse zu legen. Aber längst nicht alles eignet sich für den Druck. Manche Dinge gehen kaputt oder müssen erst in Wasser eingeweicht werden. Moos hingegen bleibt weich und funktioniert sehr gut mit Tinte.

Kannst du vorher planen, wie ein Druck aussehen wird?

Nein, das lässt sich nicht vorhersagen, denn jeder Gegenstand reagiert anders. Es ist wie im echten Leben: Ich versuche, Unvorhersehbares offen anzunehmen.

Schließlich birgt es auch die Chance, positiv überrascht zu werden. Im Gegensatz zu meiner grafischen Arbeit, bei der ich im Vorfeld alles akribisch plane und skizziere, arbeite ich beim Monoprint sehr intuitiv. Ich vertiefe mich in das Material. Wenn etwas schiefgeht, weil ich zu viel oder zu wenig Tinte aufgetragen habe, werfe ich das Blatt nicht weg.

Manchmal schaue ich es mir später noch einmal an und komme auf neue Ideen.

„UNVORHERSEHBARES BIRGT AUCH DIE CHANCE, POSITIV ÜBERRASCHT ZU WERDEN.“

Diana Ezerex

„ICH EMPFINDE ES ALS PRIVILEG, TIEFE EMOTIONEN IN ANDEREN AUSLÖSEN ZU KÖNNEN.“

Was machst du gerade?

Vor Kurzem ist mein erstes Album erschienen. Das ist nicht nur wahnsinnig aufregend für mich, sondern auch mit jeder Menge Arbeit verbunden. Meine Band und ich versuchen, so viele Konzerte wie möglich zu spielen – auf Festivals, aber natürlich auch endlich wieder in Gefängnissen. Der Plan ist, bald in einer Jugendarrestanstalt aufzutreten.

Momentan warten wir noch auf die Zusage des Ministeriums. Aber wir sind guter Dinge. Und ich freue mich sehr darauf, nach der langen Corona-Pause endlich wieder live spielen zu können.

Wie bist du auf die Idee gekommen, in Gefängnissen aufzutreten?

Ich mache gerne Sachen, die sonst keiner macht. Und gehe zu den Menschen, zu denen sonst niemand geht. Ich möchte mit meiner Musik eine Brücke schlagen zwischen Menschen, die sonst vielleicht nicht miteinander in Berührung kommen würden. Aus diesem Grundgefühl heraus ist die Idee mit den Gefängniskonzerten entstanden. Ich spiele dort ganz ohne Gage und vor allem ganz nah an den Insassen. Das ist für mich jedes Mal ein intensives Erlebnis.

Inwiefern? 

Am Ende meiner Konzerte plane ich oft ein paar Songs zum Mitsingen ein, bei denen selbst die scheinbar härtesten Männer mitmachen. Einer tat daseinmal besonders inbrünstig; erst dachte ich, er macht sich lustig. Aber danach kam er auf mich zu, legte die Hand auf seine Brust und sagte mit Tränen in den Augen, dass ihn meine Musik berührt habe und er das nie vergessen werde. In solchen Momenten wird mir klar, was für ein Privileg es ist, tiefe Emotionen in anderen auszulösen.

Jeder Mensch hat ein Talent, das er oder sie einsetzen kann. Man muss nur über den eigenen Tellerrand hinausblicken.

Auf deinem Album singst du auch über diese Begegnungen.

Genau. So möchte ich noch mehr Menschen mit dem Thema in Berührung bringen und ihnen zeigen, dass wir uns alle im Innern viel ähnlicher sind, als wir glauben. Und dass jede einzelne Person es wert ist, gesehen und gehört zu werden.