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Was nur Insider wissen


Deutsch perfekt - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 07.08.2019

Organisiert und geordnet: So sieht München auf den ersten Blick aus. Wer aber genau hinschaut, der entdeckt viele seltsame Phänomene – von komischen Biertraditionen bis zu fehlenden Gleisen. Zwölf Erklärungen.


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Bildquelle: Deutsch perfekt, Ausgabe 10/2019

Das Bier am Viktualienmarkt
München-Anfänger lernen schnell ein wichtiges Kriterium für einen Biergarten: Welches Bier schenkt er aus? Im zentralsten Biergarten, am Viktualienmarkt, bekommen sie mit dieser Logik aber ein Problem. Dort gibt es nämlich mal Löwenbräu, mal Paulaner, mal Augustiner, Spaten, Hofbräu oder Hacker-Pschorr – aber nie alle gleichzeitig, sondern immer das Bier einer Brauerei ...

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Das Bier am Viktualienmarkt
München-Anfänger lernen schnell ein wichtiges Kriterium für einen Biergarten: Welches Bier schenkt er aus? Im zentralsten Biergarten, am Viktualienmarkt, bekommen sie mit dieser Logik aber ein Problem. Dort gibt es nämlich mal Löwenbräu, mal Paulaner, mal Augustiner, Spaten, Hofbräu oder Hacker-Pschorr – aber nie alle gleichzeitig, sondern immer das Bier einer Brauerei nach der anderen. Der Grund: Die Stadt als Besitzerin des Viktualienmarkts will alle sechs großen Brauereien gleich behandeln. Alle vier bis sechs Wochen ist deshalb eine andere Brauerei an der Reihe und darf ein bestimmtes Kontingent ausschenken. Und: Es geht nach Alphabet. Ziemlich kompliziert ist aber die Frage, welche Brauerei wie viel ausschenken darf. „Das schwankt von der Hektoliterzahl her oft stark”, sagt der Wirt des Biergartens, Werner Hochreiter. Der Grund: Weil der Stadt nicht nur der Viktualienmarkt gehört, sondern zum Beispiel auch noch verschiedene Theater, das Olympiagelände und der Tierpark, wo auch Bier ausgeschenkt wird, kalkuliert der Verein der Münchener Brauereien jährlich ein Gesamtkontingent für alle städtischen Institutionen mit Ausschank. Das wird dann gleichmäßig auf die einzelnen Brauereien und Ausschankorte aufgeteilt.Franz Kotteder

Die zwei Namen der Einkaufsstraße
Dass die Kaufingerstraße an der Kreuzung mit den ziemlich kleinen Straßen Färbergraben und Augustinerstraße ihren Namen ändert und zur Neuhauser Straße wird – das ist kein Zufall. An dieser Stelle, auf Luftbildern oder in einem Stadtplan noch immer gut am gekrümmten Verlauf der Querstraßen zu sehen, stand vor 800 Jahren Münchens erste Stadtmauer. Wer genau hinsieht, kann auf dem Pflaster der Fußgängerzone vor dem Kaufhaus Hirmer die farbig markierten Grundrisse eines nicht mehr existierenden Stadttores entdecken. Dieses Kaufingertor wurde wegen seiner reichen Bemalung mit Fresken auch Schöner Turm genannt. Das Tor wurde im Jahr 1807 kaputt gemacht. Auf Höhe der schon lange weggemachten ersten Stadtmauer ändern noch viele andere Münchener Straßen ihren Namen: Die Weinstraße zum Beispiel wird zur Theatinerstraße, und die Dienerstraße wird zur Residenzstraße.Dominik Hutter

Die Gleise 1 bis 4 am Hauptbahnhof
Der Münchener Hauptbahnhof ist mit 34 Gleisen der zweitgrößte Bahnhof der Welt. Aber oberirdisch beginnt die Zählung erst mit Gleis 5. Der Grund: Als der Holzkirchner Flügelbahnhof im Jahr 1922 in Betrieb ging (der Starnberger Flügelbahnhof ist schon seit 1893 in Betrieb), hatte der Bahnhof 36 oberirdische Bahnsteige – die Gleise 1 bis 10 waren der Holzkirchner Bahnhof. Aber als 1972 die S-Bahn in Betrieb ging, bekamen die unterirdischen Bahnsteige die Nummern 1 und 2. Die beiden oberirdischen Gleise mit diesen Nummern wurden nicht mehr gebraucht und stillgelegt. Nach Umbauten in den 90er-Jahren gab es dann auch die Gleise 3 und 4 nicht mehr. Die Nummern der anderen Gleise änderte die Bahn wegen der komplexen Stellwerkslogik des Münchener Gleisvorfeldes nicht – vom Zentralstellwerk an der Hackerbrücke aus werden 295 Weichen und weit mehr als 440 Signale gestellt. Man hätte sonst alle Gleise neu den Weichen und Signalen zuordnen müssen. In den 90er-Jahren, so erinnern sich Leute von der Bahn, hatte der Hauptbahnhof eine Überkapazität. Dass die Einwohnerzahl Münchens und damit auch der Bahnverkehr in den kommenden Jahren immer mehr werden würde – das hat damals niemand erwartet.Andreas Schubert

Nach dem Grand Central Terminal in New York ist der Münchener Hauptbahnhof der zweitgrößte der Welt.


ausschenken
hier: einschenken und
verkaufen
die Brauerei, -en
• Fabrik, in der Bier
gemacht wird
gleich beh„ndeln
hier: ≈ gleiche Möglichkeit
geben
schw„nken
hier: sehr unterschiedlich
sein
der Wrt, -e
hier: Chef eines
Biergartens
das Gelænde, -
hier: Areal
stædtisch
hier: so, dass sie der
Stadt gehören
der Ausschank
von: ausschenken
gleichmäßig aufteilen auf
• zu gleichen Teilen
geben an
der Zufall, ¿e
• Sache, die ohne Absicht
passiert und ohne dass man
daran gedacht hat
gekr•mmt
• L gerade
der Verlauf, ¿e
hier: Richtung, in die
etwas geht
die Querstraße, -n
• Straße, die eine
Kreuzung mit einer anderen
Straße hat
das Pfl„ster, -
• Straße aus großen
Steinen
der Gr¢ndriss, -e
• Zeichnung als Plan für
ein Gebäude
die Bemalung, -en
von: bemalen = mit
Farbe malen auf
oberirdisch
• über der Erde
der Flügelbahnhof, ¿e
• Teil von einem großen
Bahnhof
n Betrieb gehen
hier: beginnen zu
funktionieren
stlllegen
hier: machen, dass etwas
nicht mehr funktioniert
der }mbau, -ten
• Änderung
das St¡llwerk, -e
• Anlage mit technischen
Geräten zur Kontrolle von
Signalen bei der Bahn
das Gleisvorfeld, -er
• Areal von Gleisen vor
einem Bahnhof
die Weiche, -n
• Konstruktion am Gleis,
über die ein Zug auf ein
anderes Gleis fährt
zuordnen
• sagen, dass etwas Teil
einer speziellen Kategorie
ist

Das Badeverbot am Eisbach
Sich einfach mal treiben lassen in der stressigen Großstadt, das ist eines der schönsten Erlebnisse im sommerlichen München. Aber leider ist das offiziell verboten, wenigstens das Baden im Eisbach. Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, die sich um den Englischen Garten und damit auch um den Eisbach, Schwabinger Bach und Oberstjägermeisterbach kümmern, hat das Baden im Englischen Garten verboten. Besonders der Eisbach gilt wegen seiner manchmal starken Strömung als gefährlich. Schilder warnen deutlich vor der Lebensgefahr in diesem Bach. Dort sterben auch wirklich immer wieder Menschen. Trotzdem lassen sich im Sommer vor allem junge Münchener durch den Park treiben. Kontrolliert wird das Verbot normalerweise nicht, auch Rettungsschwimmer arbeiten dort nicht. Der Grund dafür ist einerseits die große Ausdehnung des Areals. Andererseits will die Gartenverwaltung den Eindruck vermeiden, dass es mit Rettungsschwimmern doch ein offizielles Flussbad sein könnte. An der Eisbachwelle dürfen Surfer mit Erfahrung übrigens seit 2010 offiziell aufs Wasser gehen. Baden ist dort aber trotzdem verboten – und auch viel zu gefährlich.Andreas Schubert

Der U-Bahnhof Goetheplatz
Der Goetheplatz ist die einzige Münchener U-Bahnstation, die nicht die Standardgröße des 1971 in Betrieb genommenen U-Bahn-Systems hat. Der Bahnhof ist ein paar Meter länger. Er wurde schon 1941 im Rohbau fertiggestellt, zusammen mit dem Streckentunnel Richtung Sendlinger Tor. Damals sollte dort ein anderer Zugtyp fahren, der einer S-Bahn ähnlicher war als der heutigen U-Bahn – und länger gewesen wäre. Statt der aktuell bei der U-Bahn üblichen Stromschiene war dort eine Oberleitung geplant. Bei langsamer Fahrt kann man in den Tunnelwänden Richtung Sendlinger Tor Ausbuchtungen erkennen, in denen die Strommasten stehen sollten. Das Projekt wurde 1941 wegen des Kriegs gestoppt, der Rohbau wurde als Luftschutzbunker und Trümmer- Deponie benutzt. Später gab es darin auch eine Pilzzucht. Beim Bauen der U-Bahn ab 1965 wurden die alten Bauten ins neue System integriert.Franz Kotteder

Die Farbe der Hausnummern
Das typische Münchener Hausnummernschild ist – wie die bayerische Staatsflagge – weiß-blau. Ein Zufall ist das nicht, denn die Straßennamen- und Hausnummernsatzung der Stadt will explizit weiße Schrift auf kobaltblau emailliertem Eisenblechschild haben. Ordnung muss sein. Trotzdem findet man in der Stadt auch braune und grüne Schilder, es wären sogar rote oder pinke möglich. Wie kann das sein? Werner Widemann ist Vermessungsamtsrat und meint, dass etwa 90 Prozent aller Schilder in der Stadt blau sind. Aber: Vor allem in den 50er-Jahren hat es Wohnungsbaugesellschaften gegeben, die – aus welchem Grund auch immer – lieber grüne oder braune Schilder wählten. „Solange die noch gut lesbar sind, lassen wir sie nicht austauschen”, sagt Widemann. Obwohl sie eigentlich nicht erlaubt sind. Es gibt aber auch eine Möglichkeit, legal andere Farben an die Wand zu bringen: Hausbesitzer können eine Ausnahmegenehmigung beantragen. „Grundsätzlich ist keine Farbe verboten”, erklärt Widemann, solange der Kontrast zwischen Nummer und Schild deutlich genug sei, dürften Schilder auch lila sein. Allerdings kämen solche Anträge sehr selten vor. „Das blaue Schild gehört zu München, und den meisten gefällt das auch.”Thomas Schmidt

Nasses Spektakel: Erst seit 2010 dürfen Surfer offiziell auf den Eisbach. Schwimmen bleibt verboten.


sch treiben l„ssen
hier: passiv im Wasser
liegen
das Erlebnis, -se
von: erleben = eine spezielle
Erfahrung machen
die Verw„ltung
• Administration
der B„ch, ¿e
• kleiner Fluss
die Strömung, -en
• starke Bewegung des
Wassers in eine Richtung
g¡lten „ls …
• nach Meinung vieler
…sein
w„rnen vor
• sagen, dass man gut
aufpassen soll oder dass
etwas gefährlich ist
die Lebensgefahr
• Risiko zu sterben
der R¡ttungsschwimmer, -
• Person, die Menschen
hilft, die beim Schwimmen
in einer Notsituation sind
die Ausdehnung
hier: Größe
den Eindruck vermeiden
• machen, dass man nicht
glaubt
die W¡lle, -n
• ≈ Form von Wasser (z. B.
bei Wind)
der Rohbau, -ten
• Gebäude, von dem nur
die Mauern fertig gebaut
sind
die Str¡cke, -n
hier: Teil einer Bahnlinie
üblich
• normal
die Stromschiene, -n
• Gleis mit Strom für
elektrische Züge
die Oberleitung, -en
• ≈ Konstruktion über
den Gleisen, durch die der
Strom transportiert wird
die Ausbuchtung, -en
hier: ≈ nach außen runde
Form
der Strommast, -en
• Konstruktion, an der
ein elektrisches Kabel so
gemacht ist, das es nicht
nach unten fallen kann
der L¢ftschutzbunker, -
• Bunker, in dem die Menschen
bei einer Attacke mit
Bomben geschützt sind
die Tr•mmer-Deponie, -n
hier: großer Platz, an
dem kaputte Gebäudereste
gelagert werden
die Z¢cht
hier: Produktion und
Pflege einer bestimmten
Pflanzenart
der Bau, -ten
hier: Konstruktion;
Gebäude
die Staatsflagge, -n
hier: großes Stück Stoff
in speziellen Farben als
Symbol für eine Region
Deutschlands
die Hausnummernsatzung
• Regeln für Hausnummern

Die Äußere Wiener Straße
Wer in München nach einer Äußeren Wiener Straße sucht, wird lange suchen müssen. Auch Google-Maps hilft da nicht weiter. Denn es gibt zwar eine Innere Wiener Straße im Stadtteil Haidhausen, von der äußeren Zwillingsschwester fehlt aber jede Spur. Weil die eigenen Beine und das Internet nicht zur Antwort führen, muss die Stadtverwaltung die Sache erklären: Beim Geodaten Service München, der sich um die Straßennamen kümmert, heißt es: „In München gab es von 1856 bis 1956 auch eine Äußere Wiener Straße, sie wurde im Jahr 1956 in Einsteinstraße umbenannt.” Namenspatronin der beiden Wiener Straßen war übrigens nicht die Hauptstadt Österreichs, sondern der Beginn der Landstraße, die München über Braunau und Linz mit Wien verband. Warum aber vor mehr als 60 Jahren Albert Einstein und sein Bruder Alfred als Namensgeber die Landstraße ablösten, weiß auch bei der Stadtverwaltung niemand mehr.Fridolin Skala

Wer sein Bier aus einem dieser Objekte hinter diesen Schlössern trinken darf, ist Hofbräuhaus-Premiumgast.


Die Schlösser im Hofbräuhaus
Den Münchenern fehlt vieles: saubere Luft, bezahlbare Wohnungen, Parkplätze – und sogar Masskrugtresore. 616 Plätze gibt es im Münchener Hofbräuhaus, aber wie so oft: nicht für jeden. Geld hilft bei diesem Statussymbol gar nichts. Wer ein Schließfach will, muss ungefähr zwei Jahre darauf warten und das Hofbräuhaus davor schon oft besuchen. Denn nur wer aktives Mitglied bei einem der mehr als 200 Stammtische ist, kommt auf die Liste. Dann wartet man – etwas makaber – auf den Tod. Denn freiwillig hat noch keiner seinen Platz im Tresor aufgegeben. Wer einen hat, muss seinen Steinkrug nur herausholen, spülen und mit geöffnetem Deckel auf den Tisch stellen. Dann weiß der Kellner: Bitte vollmachen! Für München ist die Tresormiete ziemlich günstig: drei Euro pro Jahr. So können die Kunden mehr Geld fürs Bier ausgeben.Ingrid Fuchs

Draußen trinken
Länger draußen trinken: Am Sendlinger- Tor-Platz ist das kein Problem. Was an anderen Stellen in München verboten ist, ist dort möglich: Drei Betriebe dürfen dort länger als bis 23 Uhr draußen bewirten. Warum? Wegen der Umgebung: In Arealen, in denen keine direkten Anwohner in ihrer Nachtruhe gestört werden könnten, darf länger ausgeschenkt werden. Am Sendlinger-Tor-Platz gibt es drei Betriebe, die das zwischen sechs Uhr morgens und drei Uhr nachts draußen dürfen. Der Weg zur eigenen Freischankfläche geht über einen Antrag bei der Bezirksinspektion. In der Nähe von Denkmälern ist außerdem eine genaue Beschreibung des Mobiliars nötig, um „die Einwirkung auf das Stadtbild zu beurteilen”. Die Bezirksinspektion entscheidet dann gemeinsam mit dem zuständigen Bezirksausschuss, der Polizei und bei Lärmfragen auch mit dem Referat für Gesundheit und Umwelt über den Antrag. Stimmen alle zu, steht der Freischankfläche nichts mehr im Wege.Merlin Gröber

das emaillierte Eisenblechschild,
-er

• Schild aus dünnem,
flachem und schwerem
Metall, auf das ein Material
zum Schutz gelegt ist
der Verm¡ssungsamtsrat,
¿e

• Person, die in einem Amt
arbeitet, das ein Register
über alle Grundstücke eines
Stadtteils hat
(das Gr¢ndstück, -e
• Stück Land mit spezieller
Lage und Größe)
die Wohnungsbaugesellschaft,
-en

• Firma, die Gebäude baut
und vermietet
sol„nge
hier: bis
austauschen
hier: wechseln
die Ausnahmegenehmigung,
-en

hier: offizielle schriftliche
Erlaubnis, andere
Farben für die Schilder zu
wählen
gr¢ndsätzlich
hier: ≈ prinzipiell
sei
Konj. I von: sein
vorkommen
• geben
der [ntrag, ¿e
• schriftliche Bitte
die Zwllingsschwester, -n
• ≈ eine von zwei
Schwestern, die am selben
Tag geboren werden hier:
Straße
von … fehlt jede Spur
• … ist absolut nicht zu
finden
¢mbenennen
• einen anderen Namen
geben
der Namenspatron, -e
• Person, die vor langer
Zeit ein sehr religiöses
Leben gelebt hat und von
Katholiken besonders geliebt
wird, nach der jemand
genannt wird
verbnden mt
hier: zusammenbringen
„blösen
• an die Stelle kommen
von
der Masskrug, ¿e
• Geschirr für einen Liter
Bier
das Schließfach, ¿er
• ≈ kleiner Schrank, in den
man Dinge schließen kann
der St„mmtisch, -e
• Gruppe von Personen,
die sich z. B. einmal pro Woche
in einem Lokal treffen
makaber
• so, dass man über den
Tod Späße macht
aufgeben
hier: L behalten
der D¡ckel, -
• oberer Teil zum Öffnen
und Schließen
der Betrieb, -e
hier: Gaststätte;
Biergarten
der [nwohner, -
hier: Person, die in der
Nähe eines Restaurants
oder einer Bar wohnt
die Freischankfläche, -n
• Bewirtung auf öffentlichem
Areal
die Bezrksinspektion
• lokales Amt der Stadtadministration,
das sich z. B.
um Gaststätten kümmert
das Mobiliar
• Möbel
die Einwirkung, -en
• ≈ Effekt

Die Diversität des Münchner Kindls
Nicht-Münchener hören das nur ungern, aber München ist oft weltoffener und moderner als andere Städte. Während die Wörterdivers unddrittes Geschlecht sich nur langsam etablieren, lebt das Münchner Kindl – die wichtigste Figur der Stadtkultur – so eine Vielfalt schon lange vor. Der Beweis kommt aus dem Jahr 1304. Damals wurde auf dem Stadtwappen ein Mönch als Bild gezeigt, die rechte Hand zum Schwur erhoben, in der linken ein rotes Buch. Etwas später wurden dem Mönch kindlichere Züge verpasst, später wurde die Figur weiter verniedlicht. Dahinter steckte Kunst, nicht Politik. Das älteste bekannte Dokument, in dem die Figur Münchner Kindl hieß, ist von 1727. Als die Kinderbuchautorin Ellis Kaut im Jahr 1938 die Rolle spielte, wurde das Kindl weiblich. Seit damals steckt unter der schwarzen Kutte immer eine Frau – die als Botschafterin Münchens zum Beispiel den Einzug der Wirte auf dem Oktoberfest anführt.Ingrid Fuchs

Die Bahnen zur Einsteinstraße
Auch der Münchener Nahverkehr hat so manches Geheimnis, was nichts Schlechtes sein muss. Zum Beispiel fragen sich viele Fahrgäste, die die feinsten Feinheiten der Münchener Verkehrsgesellschaft nicht kennen: Was sind das für Straßenbahnen, die manchmal ganz plötzlich kommen? Straßenbahnen,die überhaupt nicht im Fahrplan stehen? Aber an denen immer das gleiche Ziel steht: „Einsteinstraße”. In diese Trams, wie Straßenbahnen in München heißen, können Fahrgäste ohne Probleme einsteigen. Denn die Züge, die zurück zum Betriebshof fahren, fahren meistens auf dem ganz normalen Weg der jeweiligen Linie. Bevor der Zug dann von diesem regulären Linienweg wegfährt, informiert eine Durchsage die Fahrgäste. Die können trotzdem bis zur letzten Haltestelle an der Grillparzerstraße weiterfahren, bevor die Tram in den Betriebshof fährt. Alle Trams werden nachts dort abgestellt. Am frühen Morgen findet die „Ausrückfahrt” statt. Die Züge sind dann auf unterschiedlichen Linienwegen unterwegs. Intelligente Tram-Fans mögen diese speziellen Fahrten wegen Verbindungen, die es regulär überhaupt nicht gibt.Andreas Schubert

Neue Töne in Bus und Bahn
Der neue Jingle, den die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) seit Dezember vor Haltestellenansagen abspielt, ist nicht nur populär. Manchen ist er zu laut, manchen ist er zu leise. Manchen fehlt auch der Hinweis „nächster Halt”. Aber woher kommt die f, fis, gis, abgespielt als zwei Sechzehntel und ein Achtel? Das ist nicht sofort klar. Wer aber bis zu einer Endhaltestelle fährt, bekommt einen erweiterten Jingle vorgespielt. Der hört sich an wie das Glockenspiel am Marienplatz. Er geht so: f, fis, gis, dann kommt zweimal cis als Achtel. Und München-Experten merken da, dass das ein Motiv aus dem Schäfflertanz („Aber heit is koid”) von Wilhelm Siebenkäs ist. Wer öfter mit der MVG fährt und anfällig für Ohrwürmer ist, der bekommt das Lied vielleicht den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Die Schäffler tanzen nur alle sieben Jahre – zuletzt in diesem Frühjahr. Dem musikalischen Anschlag der MVG sind die Münchener für die nächste Zeit pausenlos ausgesetzt.Andreas Schubert

Das Münchner Kindl spielt auch beim Oktoberfest eine wichtige Rolle.


beurteilen
hier: eine Meinung
haben, wie etwas ist
zuständig
hier: so, dass man für
einen Sektor verantwortlich
ist
der Bezrksausschuss, ¿e
hier: Gruppe von Personen,
die sich offiziell um ein
spezielles lokales Thema
kümmert
das Referat, -e
hier: Abteilung in einem
Amt
zustimmen
• Ja sagen
sch etablieren
• einen sicheren Platz in
der Gesellschaft finden
die Vielfalt
hier: viele Varianten
vorleben
hier: ein positives
Beispiel für andere sein
der Beweis, -e
von: beweisen = hier:
zeigen, dass eine Vermutung
richtig ist
das St„dtwappen, -
• ≈ Emblem einer Stadt
der Mönch, -e
• Mann, der nur für seine
Religion lebt, z. B. auch
nicht heiratet
z¢m Schwur erhoben
• für ein feierliches
Versprechen nach oben
gehalten
kndliche Züge verp„ssen
• so als Bild zeigen, dass er
kindlich aussieht
verniedlichen
hier: ≈ machen, dass
man denkt, sie ist ein Kind
die K¢tte, -n
• ≈ langes, weites Kleid
die Botschafterin, -nen
hier: Frau, die eine Stadt
öffentlich unterstützt und
bekannt macht
der Einzug, ¿e
hier: das Hineingehen
„nführen
• an erster Position stehen
das Geheimnis, -se
• geheime Sache
der Betriebshof, ¿e
• ≈ Garage für Züge
jeweilige (-r/-s)
• diese (-r/-s)
„bstellen
• ≈ parken
die Ausrückfahrt, -en
• Fahrt zur Anfangshaltestelle
der Linie
der Jingle engl.
, kurze Melodie
„bspielen
• ≈ z. B. im Radio spielen
lassen
die Tonfolge f, fs, gs
• Sequenz der Laute f,
f#, g#
erweitert
hier: ≈ mehr als
das Glockenspiel, -e
• mechanische Konstruktion,
die zu bestimmten
Zeiten eine Melodie mit
Glocken spielt
(die Glocke, -n
• Gegenstand aus Metall,
der einen Laut produziert)
der Schæfflertanz
• traditioneller Volkstanz
der Ohrwurm, ¿er
hier: m Lied/Melodie,
die man sich schnell gut
merken kann
„nfällig sein für
• ≈ oft bekommen
der [nschlag, ¿e
hier: ≈ Attacke
ausgesetzt sein
hier: ≈ konfrontiert sein
mit; leben müssen mit


Fotos: Jens Schwarz/laif; Chr.Offenberg/Shutterstock.com

Fotos: aluxum/iStock.com; Franz Marc Frei; Quelle: Dies ist eine einfachere Version eines Texts aus der Süddeutschen Zeitung.

Foto: FooTToo/Shutterstock.com; Quelle: Dies ist eine einfachere Version eines Texts aus der Süddeutschen Zeitung.