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WAS REIMT SICH SCHON AUF „EVERY BODY“?


combo - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 14.06.2019

Die Suche nach der passenden Antwort auf diese Frage dauerte geschlagene fünf Jahre und lautet – wie könnte es anders sein – Monaco Franze. Das ist der neueste musikalische Streich von DeSchoWieda. Die vierköpfi ge Mundart-Combo aus Erding zelebriert zur Melodie des Welthits „Everybody“ von den Backstreet Boys die Geschichte und die legendären Zitate der fi ktiven Münchner Kulturfi gur „Monaco Franze“, anno dazumal verkörpert vom unvergesslichen und 1997 verstorbenen Helmut Fischer. Ursprünglich lautete der Refrain in der Bavarian-Everybody-Version: Es ist der Hansi – aber der wurde, nach reifl icher ...

Artikelbild für den Artikel "WAS REIMT SICH SCHON AUF „EVERY BODY“?" aus der Ausgabe 2/2019 von combo. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: combo, Ausgabe 2/2019

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... Überlegung, noch vom Franze abgelöst.

Frei nach Monacos Lebenseinstellung: „A bisserl was geht imma“ – cruisen DeSchoWieda Max Josef Kronseder (Gitarre, Gesang, Mundharmonika), Felix Ranft (Schlagzeug, Kochlöffel und weitere Rhythmus-Groove-Instrumente), Tobias Reinhard Loechle (Quetschn, Kontrabass, Gesang) und Johannes Benedikt Loechle (Tuba, Flügelhorn, Geige) in einem weißen Ford Mustang Cabrio locker-lässig durch München. Die Instrumente sind natürlich mit an Bord – da schauen nicht nur die Münchner Spozln (Ladys) zweimal hin. Der Clip steht, wie viele weitere, für die DNA des Erfolgsprojekts De-SchoWieda: der bayerische Dialekt, der Wiedererkennungswert von Welthits, regionale Instrumente und eine große Portion Augenzwinkern und gute Laune.

”ВЕI UNSEREN ERSTEN VIDEOS, VORALLEM BEI,NIMMA’, SCHNELLTEN DIE KLICKRATEN IM SEKUNDENTAKT NACH OBEN. WIR HABEN DAUERND MITEINANDER TELEFONIERT UND KONNTEN GAR NICHT GLAUBEN, WAS DA PASSIERT.”

Dieses Konzept war nicht von Anfang an in Stein gemeißelt, ist aber voll aufgegangen: 2014 durchbricht die Nummer „Nimma“ mit der Melodie des Chartstürmers „Timber“ von Pitbull die Millionen-Schallmauer auf YouTube und Facebook. Seither schwimmt das sympathische Quartett aus Erding auf der Erfolgswelle und hat nicht vor, so schnell wieder von dieser Welle abzusteigen
Lokalaugenschein im Probenlokal von DeSchoWieda. Wobei Probenlokal ein eher vornehmer Ausdruck für die Garage mitten in einem Industriegebiet in der Pampa ist. Beim Nachbarn werden Eisenteile geschweißt, auf der gegenüberliegenden Seite lagern Tausende Pflastersteine. Aber im Unterstand für den Tourbus, der gleichzeitig auch die Kreativwerkstatt von DeScho-Wieda ist, lautet die Begrüßung erst einmal: „Bier oder Limo?“ Mit einem hellen Erdinger Stiftungsbräu in der Hand, wird man sofort herzlich in die sympathische Runde miteinbezogen – nur Tubist Hannes steht noch im Stau. Bei DeSchoWieda stimmt die Chemie. Abgehobenheit? Fehlanzeige
Daran hat auch der Erfolg nichts geändert. Damals, bei der Bandgründung im März 2013, wie heute treffen sich die Burschen „um einfach zu musizieren, uns taugt das gemeinsame Spielen.“ Die Frau von Max kommentierte die ersten Zusammenkünfte und Proben vor sechs Jahren mit einem lapidaren: „Fangst schon wieder was Neues an.“ Mit Nummern wie „Da Grantler“, „Easy Rider“, „Nimma“ und „Monaco Franze“ aber sammelten DeSchoWieda Millionen Klicks auf diversen digitalen Musikplattformen und in den sozialen Netzwerken. Kein Wunder. Bei ihren Konzerten geht brutal die Post ab. Ihre Fans singen lauthals die Texte mit und tanzen auf den Tischen. „Bei unseren ersten Videos, vor allem bei ‚Nimma’, schnellten die Klickraten im Sekundentakt nach oben. Wir haben dauernd miteinander telefoniert und konnten gar nicht glauben, was da passiert. So etwas erlebst du nicht oft“, schildert Tobi, der in den Musikvideos der Gruppe meistens hinterm Steuer sitzt, Max gesanglich ergänzt und Quetschn spielt. Ganz aus heiterem Himmel kam der Erfolg dann aber doch wieder nicht: „Wir haben schon bei unseren ersten Gehversuchen in den Kellern unserer Elternhäuser und später bei Auftritten in Erding gemerkt: Unsere Mischung kommt an, da geht was.“ Wobei, einen Hit wie „Timber“ in Dialekt zu bringen und den E-Bass durch die Tuba zu ersetzen – das könnte theoretisch auch in die Hose gehen. Ist es aber nicht. „Die Feuerteufe für ‚Nimma’ war bei einem Auftritt in einem Tennisclub – da war uns schon nicht ganz so wohl vorher, aber die Leute haben das gefeiert und sind auf den Tischen gestanden“, erzählt Sänger Max.

Und genau dafür machen Max, Tobi, Hannes und Felix, die übrigens alle brav in die Kreismusikschule gegangen sind, Musik: „Wenn die Menschen richtig mitgehen und deine Texte mitsingen – das ist das Größte.“ Absoluter Höhepunkt in der bisherigen Karriere von DeSchoWieda? Die beiden Auftritte 2015 und 2016 beim Woodstock der Blasmusik – dicht gefolgt von einem Gig im Zuge der Meisterfeier des FC Bayern München.
Noch ein Wort zum Woodstock und zum österreichischen Publikum: „Ganz egal, ob in Linz, im Innviertel oder in Wien: Die Österreicher sind von Beginn an mit Enthusiasmus bei der Sache, das ist einmalig“, ist sich die Band einig. Selbst die rot-weiß-rote Hauptstadt haben DeSchoWieda mit ihrem breiten „Boarisch“ erfolgreich gerockt. „Wir haben im Flex gespielt. Vorher haben sie uns dort noch erzählt, dass noch nie jemand Tuba in dieser Wiener Institution gespielt hat – aber dem Publikum war das egal. Die Menschen haben das Lokal zum Kochen gebracht“, erinnern sich DeSchoWieda gerne zurück. Das wäre bei manchem Lokalmatador aus Österreich, der auch auf Dialekt und Volksmusik-Elemente baut, wohl undenkbar…

VOM ERSTEN TON AN GIBT DIE BAND DRUCK UND VERMITTELT EINE LOCKKUR-LEICHTE EIN-STELLUNG ZUM LEBEN UND ZUR (VERMEINT-LICHEN) WICHTIGKEIT DER EIGENEN PERSON.

Bei so viel Zuneigung in den Farben rot-weiß-rot liegt es auf der Hand, dass die neue „Tour de Franz“ Mitte Mai in Kufstein begonnen hat und beim diesjährigen Woodstock der Blasmusik Ende Juni ihren absoluten Höhepunkt erleben wird. „Und im Herbst treten wir dann bei Brass Palmas auf – das wird wie Urlaub.“ Für diesen „Urlaub“ wird aber dennoch fleißig geprobt und der Song „Nimma“ spontan abgeändert: „Was am Woodstock war, des was i nimma…“. Ort im Innkreis halt dich fest – schon diese paar Takte beweisen: DeSchoWieda haben fest vor, die Hütte abzureißen. Vom ersten Ton an gibt die Band Druck und vermittelt eine locker-leichte Einstellung zum Leben und zur (vermeintlichen) Wichtigkeit der eigenen Person. Hannes an der Tuba und Felix am Schlagzeug grooven wie die Weltmeister. „Wir freuen uns auf die Tour, aufs Live-Spielen, aufs miteinander Musizieren.“
DeSchoWieda, das sind nach wie vor vier Freunde, die einfach gerne gemeinsam Musik machen, und mit dem Auto übers Land fahren. Das heißt aber nicht, dass sie ihr Geschäft nicht ernst nehmen. „Wir sind wie eine kleine Produktionsfirma und machen alles selbst – zum Beispiel auch die ganz speziellen Videos im Auto. Die Grundidee dazu stammt von einem Video, das ich gesehen hatte, in dem drei israelische Polizisten im Auto sitzen und ‚The Lion Sleeps Tonight’ zum Besten geben“, erzählt Tobias, der Planung, Aufnahme und Schnitt selbst in die Hand nimmt. Die schnellen Schnit-te, die mindere Qualität, ja auch der eine oder andere Wackler sind Teil des Programms und gehören zur Bildsprache von DeSchoWieda dazu. Apropos Bildsprache: In der Probengarage stechen einem sofort neongrüne Stoffbahnen ins Auge. Beim zweiten Stiftungsbräu angelangt, ist es höchste Zeit ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern: Das Video zu „Monaco Franze“, den übrigens alle Bandmitglieder hoch verehren, ist nämlich vollständig im musikalischen Refugium, also der Probengarage, entstanden. Die Stadtaufnahmen von München hat der FC Bayern zur Verfügung gestellt, und sie wurden mittels sogenannter Green-Screen-Technik hineingeschnitten. So mancher Kommentator bei YouTube hatte so etwas schon vermutet.

Ein weiteres kleines Geheimnis kann an dieser Stelle ebenfalls gelüftet werden: Bei der DeSchoWieda-Version von „Despacito“ (Luis Fonsi) spielt Kabarettistin Monika Gruber die Hauptrolle. Angebahnt hat diese Zusammenarbeit die gemeinsame Zahnärztin in Erding. Ja, da in Oberbayern ist die Welt noch in Ordnung…

„WAS HEISST DESPACITO AUF BOARlSCH”, RUFT DA DIE MONI. „FAHR ZUA DU ALTE SCHACHTEL”, TONT ES AUS DEM AUTO HINTER IHR.

„Die Herausforderung war, dass es schon lustig sein sollte, aber kein Sketch“, sagt Drummer Felix. Der Humor kam spontan von einem Spezi der Gruppe, gleich zu Beginn des Videos: „Was heißt Despacito auf boarisch“, ruft da die Moni. „Fahr zua du alte Schachtel“, tönt es aus dem Auto hinter ihr. „Na, des hoaßts net.“…Unbedingt anschauen und mitlachen. „Despacito“ bedeutet übrigens „ganz langsam, gemächlich“. In der Garage im Industriegebiet wird es langsam ernst mit dem Proben. „Beim Spielen entstehen oft die lässigsten Sachen.“ DeSchoWieda haben noch viele Ideen im Kopf. Im Sommer ist es Zeit, wieder ins Studio zu gehen. „Wir wollen den momentanen Schwung mitnehmen, fleißig sein, verschiedene Dinge und Nummern, auch mit anderen Künstlern, ausprobieren“, sagt Max zur nahen Zukunft. „Geht do no mehra“, heißt die Devise 2019. In diesem Sinne schwebt DeSchoWieda eine Deutschland-Städte-Tour vor. Anfragen gibt es sogar aus den USA und Brasilien. Aber vor einer möglichen Südamerika-Tournee, startete erst einmal die aktuelle „Tour de Franz“ in Tirol als Support für die Spider Murphy Gang. Einen Tipp hatten diese Legenden für DeSchoWieda bereits parat: „Burschen – übts net zvui.“