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Was Sie in den Vereinigten Staaten beachten sollten: Die große Freiheit


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 91/2019 vom 06.09.2019

Es gilt immer noch: Die Vereinigten Staaten sind ein Fliegerparadies. Nicht nur wegen der einzigartigen Landschaften, die dort zu sehen sind, sondern vor allem wegen der Selbstverständlichkeit, mit der Allgemeine Luftfahrt dort betrieben wird. Wir geben Tipps für den Fliegerurlaub


SERVICE FLIEGEN IN DEN USA

Wenn man es noch nicht selbst erlebt hat, ist kaum zu glauben, wie unbegrenzt die Möglichkeiten der Fliegerei in den USA sind. Flugleiter kennt dort kein Mensch, ebensowenig Öffnungszeiten für Flugplätze oder Landegebühren. »Kleine« Flugplätze haben in der Regel Landebahnen von 1500 Metern Länge – ...

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Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 91/2019

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... asphaltiert. Avgas gibt es für gut einen Euro pro Liter. Die Scheinanerkennung ist einfach (siehe Kasten Seite 69). Doch ein paar Details sind zu beachten.

The Big Apple Einfach im Tiefflug an Manhattan vorbei – die Verfahren dafür sind genau festgelegt


Die Suche nach dem Flugzeug

Einen Vercharterer finden Sie am besten per Internet-Recherche. In Florida sind viele Anbieter den Umgang mit Ausländern gewöhnt, anderswo nicht unbedingt. Hier hilft es, zusätzlich zu einer E-Mail-Anfrage auch mal anzurufen, um Details zu klären. Dann weiß der Vercharterer, dass hinter der »obskuren« Mail aus fernen Landen tatsächlich ernstes Interesse steht.

Florida Keys Wer im Südosten der USA fliegt, sollte auf den Flug entlang der Inselkette nicht verzichten


FOTOS. LUKAS STRAUBINGER, CHRSTINA KRYWKA

Gewöhnungsbedürftig Mit den Verfahren und dem Kartenmaterial in den USA muss man sich beschäftigen – das kostet mehr Zeit, als viele europäische Piloten denken


Las Vegas im Sonnenuntergang Nachtflug ist in den USA üblich, die meisten Plätze haben eine Beleuchtung, die vom Piloten per Funk aktiviert werden kann


FOTOS: HEIKE HEGER, JOHANN TÖRNER

STANDARDWERK

Das Buch »Fliegen in den USA« von Klaus-Jürgen Schwahn enthält alle Informationen zum Thema und ist uneingeschränkt zu empfehlen. Es kostet 28,50 Euro und ist auf der Website des Autoren unter www.fliegen-usa.de zu erhalten.

Je nach Flugzeugmuster sind die Bedingungen an die Flugerfahrung für deutsche Verhältnisse oft hoch, weil in den USA viel mehr geflogen wird. Das gilt nicht für Cessna 172 oder Piper Archer, wohl aber für Muster mit Einziehfahrwerk oder Glascockpit. Viele Vermieter verlangen eine »Renter’s Insurance«, die den Selbstbehalt und Regressansprüche abdeckt – man kann sie in den USA leicht abschließen.

In den USA wird meist nach der sogenannten Hobbs-Zeit abgerechnet, die vom Anlassen des Motors bis zu dessen Abstellen zählt. Das macht die Charterpreise gegenüber reiner Flugzeit etwas teurer. Dennoch ist Fliegen in den USA deutlich günstiger als bei uns. Man hat also die Wahl, entweder ein übliches »gut gebrauchtes « 70er-Jahre-Flugzeug viel billiger zu fliegen als bei uns – oder ein bei uns selten in der Vermietung zu findendes Muster zum gleichen Preis wie bei uns die altgediente 172 zu chartern, etwa eine Bonanza oder Cirrus.

Vor dem selbstständigen Fliegen steht ein Rental Checkout, also der Flug mit einem Fluglehrer, der überprüft, ob man den Mieter tatsächlich alleine loslassen kann. Die Fluglehrer werden pro Stunde bezahlt – auch, wenn sie am Boden Unterricht geben.

Checkout als Chance

Beim Checkout kann Pluspunkte sammeln, wer sich zuvor schon mit dem Handbuch der Maschine beschäftigt hat und die wichtigen Speeds auswendig weiß. Geflogen wird das übliche Programm mit Langsamflug und Steilkurven sowie einigen Starts und Landungen. Auch die Funkkenntnisse wird sich der Lehrer anhören. Einen halben Tag sollte man hierfür mindestens einplanen, bei USA-Neulingen ist eher ein voller Tag angemessen.

Unser Rat: Nutzen Sie diese Chance, sich für relativ geringe Kosten von einem Profi in die US-Fliegerei oder in die örtlichen Gegebenheiten einführen zu lassen! Und nutzen Sie die Gelegenheit auch, um den Flight Review eintragen zu lassen, den Sie innerhalb der vorigen 24 Monate gemacht haben müssen, wenn Sie als Pilot-in-Command tätig werden wollen. Der Review umfasst laut Gesetz mindestens eine Stunde Schulung am Boden sowie eine Stunde in der Luft.

Will man mehrere Tage unterwegs sein, verlangen die meisten Vercharterer eine Mindestabnahme von Stunden pro Tag. Üblich sind drei bis vier – die sich manchmal auf zwei herunterhandeln lassen.

Wohin zuerst?

An Destinationen herrscht in den USA kein Mangel. Zwei sind besonders attraktiv, auch wegen des meist guten Wetters: Florida und der Südwesten.

Der US-Bundesstaat im Südosten liegt relativ nah an Europa. Florida eignet sich für Tagestrips ebenso wie für Rundreisen. Unbedingt zu empfehlen ist der Flug entlang der Inselkette der »Keys« bis nach Key West, ebenso ein Ausflug nach Everglades City zum Airboat Ride und auf die Insel Cedar Key.

Im Südwesten eignen sich die Großstädte Kaliforniens sowie Las Vegas und Phoenix als Ausgangspunkte. Hier ist Vorsicht geboten: Das Gelände ist hoch, außerdem wird es vor allem im Sommer sehr heiß. Eine Cessna 172 ist hier allerhöchstens ein Zweisitzer, man muss sich mit den Prozeduren fürs Leanen auskennen. Nachmittags macht die Thermik das Fliegen besonders für Passagiere oft sehr ungemütlich.

Wer diese Voraussetzungen beachtet, dem seien unter vielen anderen diese Ziele ans Herz gelegt: Bryce Canyon und Grand Canyon, die Gegend um den Lake Powell, das Monument Valley sowie die Stadt Sedona mit ihrem besonders schön gelegenen Flugplatz.

Egal wo, wie und wie lange Sie Ihren Urlaub planen: Das Fliegen in den USA sollte man sich nicht entgehen lassen!


Abgerechnet wird von »Motor an« bis »Motor aus«


Monument Valley Der Südwesten der USA ist fliegerisch besonders attraktiv, aber durch große Dichtehöhen auch anspruchsvoll


Pilot Certificate Die Gebrüder Wright zieren die Plastikkarte, die jedem Inhaber einer US-Pilotenberechtigung von der FAA zugeschickt wird


Lizenz-Anerkennung

Mit etwas Vorlauf ist die »Validation« einer europäischen Lizenz durch die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) kein Problem. 45 bis 90 Tage empfiehlt die Behörde – meist geht es schneller.

Verification Los geht es mit einem Formular, zu finden unter bit.ly/345paU4. Auf Basis dieses Formulars fragt die FAA bei der zuständigen europäischen Behörde an, ob es die Lizenz des Piloten und sein Medical gibt und ob sie gültig ist – dieser Prozess nennt sich »Verification«. Als dessen Ergebnis stellt die FAA einen »Letter of Verification« aus, den auch der Antragsteller erhält. Vor einigen Jahren weigerte sich das deutsche LBA aus Datenschutzgründen, das Vorhandensein eines Medicals zu bestätigen. Dieses Problem ist inzwischen gelöst, es könnte nur noch bei älteren Tauglichkeitszeugnissen auftreten. Man erkennt es daran, dass die Bestätigung des Medicals auf dem Brief der FAA fehlt. Dann ist die Lösung, sich einmalig auch ein US-Medical ausstellen zu lassen. Im Antragsformular müssen Sie auch die örtliche Niederlassung der FAA anzugeben, in deren Bereich geflogen werden soll. Diese Büros nennen sich Flight Standards District Office (FSDO). Auch die angegebene FSDO erhält eine Kopie des Letters of Verification. Ein nachträglicher Wechsel auf eine andere FSDO ist aber kein Problem.

Lizenzausstellung In den USA wird dem Antragsteller das Pilot Certificate ausgestellt. Das geht auf zwei Wegen. Der erste: Man holt sich einen Termin beim FSDO und geht dorthin. Das ist nur nach vorheriger Terminabsprache möglich – manche FSDOs sind nur an wenigen Tagen der Woche geöffnet. Am besten rechtzeitig vorher anrufen. Die Alternative: Manche FSDOs haben Prüfer in ihrem Bereich ermächtigt, die Anerkennung vorzunehmen. Einige, etwa in Florida, erlauben gar keine Besuche mehr und verweisen stets an Prüfer. Die sind zeitlich sehr viel flexibler, nehmen für ihre Dienste aber eine Gebühr. Auf beiden Wegen erhält der Pilot eine vorläufige Lizenz auf Papier, die sofort gilt. Die endgültige Plastikkarte (siehe Bild unten) kommt später per Post.

Vor dem Fliegen Oft diskutiert, häufig missverstanden, aber die Rechtslage ist klar: Ab jetzt gelten für das US Pilot Certificate auch die amerikanischen Regeln. Das heißt: Wer als PIC fliegen will, braucht erstmal einen Flight Review mit Fluglehrer.