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WAS SIE SCHON IMMER ÜBER SEX WISSEN WOLLTEN


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 15/2022 vom 31.03.2022

10 HOT STORIES

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Artikelbild für den Artikel "WAS SIE SCHON IMMER ÜBER SEX WISSEN WOLLTEN" aus der Ausgabe 15/2022 von Grazia. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Grazia, Ausgabe 15/2022

WORAN ERKENNE ICH, DASS ES LIEBE IST UND NICHT NUR LUST?

Paar-und Sexualtherapeutin Beate Quinn: Lust heißt vor allem Aufregung, Begeisterung und das Gefühl, vom Partner magisch angezogen zu werden. Die sexuelle Energie steht im Vordergrund. Doch Liebe besteht zudem aus Intimität und Verbindlichkeit. Hier ist der Fokus nicht nur auf das Äußerliche und Körperliche gerichtet, sondern es besteht ein tiefgründiges Interesse an unserem Gegenüber. Die wohl einfachste Erkennung zwischen Lust und Liebe ist die Frage: An welchem Ort verbringen Sie die meiste Zeit, und gibt es überhaupt Zukunftspläne?

WIE OFT HABEN DIE DEUTSCHEN WIRKLICH SEX?

Paar-und Sexualtherapeutin Beate Quinn: Eine Studie zum Sexualverhalten der Bevölkerung in Deutschland ergibt, dass die Deutschen im Durchschnitt vier-oder fünfmal Sex im Monat haben, das entspricht also rund einmal pro Woche. Der sexuelle Akt, also die ...

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... Zeitspanne zwischen der Penetration der Vagina bis hin zur Ejakulation, dauert bei Paaren im Schnitt drei bis dreizehn Minuten.

IST BINDUNGSANGST EINE KRANKHEIT ?

Paartherapeut & Single-Coach Eric Hegmann: Nein. Die „International Classification of Diseases“ listet Bindungsangst nicht als eigenständige Diagnose. Aber wir müssen uns eins klarmachen: Trennung und Verlust sind mit das Schlimmste, das Menschen passieren kann, und belastet unsere Psyche sehr stark, was sich evolutionär erklären lässt. Wenn man früher sozusagen in der Steppe allein gelassen wurde und der Stamm weitergelaufen ist, war man praktisch dem sicheren Tod ausgeliefert. Deswegen triggern uns Verlust und Trennung so. Das Bedürfnis nach Bindung ist also jedem Menschen gegeben. Auch der Bindungsängstliche braucht Bindung, allerdings hat er durch seine Prägung und durch seine Beziehungshistorie die Erfahrung gemacht, dass es für ihn einfacher zu ertragen ist, lieber keine enge Bindung zuzulassen, um sich später nicht mit dem Trennungsschmerz auseinandersetzen zu müssen.

WIE BEICHTE ICH MEINEM PARTNER, DASS MEINE ORGASMEN NUR GESPIELT SIND?

Paar-und Sexualtherapeutin Beatrice Wagner: Das ist knifflig. Eigentlich sollte man sagen: Trennen Sie sich und machen Sie es beim nächsten Mal besser! Wenn Sie den Mann lieben, wird er immer leiden. Natürlich bricht für den Mann eine Welt zusammen, wenn die Partnerin ihm beichtet, sie habe ihre Orgasmen jahrelang nur vorgespielt. Natürlich ist das ein großer Vertrauensmissbrauch, erst recht, wenn man dem Mann das unsensibel um die Ohren haut. Man sollte sich vor einem Gespräch unbedingt in den anderen hineinversetzen. Tipp Nummer eins: Sofort aufhören mit dem Theater, das geht gegen einen selbst. Tipp Nummer zwei: Dann sollte man sich der Wahrheit langsam nähern. Das gelingt, indem man sagt: „Du, es fällt mir in letzter Zeit immer schwerer, zum Orgasmus zu kommen. Ich sehne mich danach, dass wir etwas Neues ausprobieren.“ Dem Mann wird so die Möglichkeit gegeben, sein Gesicht zu wahren. Andernfalls wird er ja richtig vorgeführt! Man sollte in dieser Situation auf Reset drücken, also nicht zurückspringen, um aufzuarbeiten, sondern versuchen, es ab sofort besser zu machen.

WIE VERMEIDE ICH, DASS EIN STREIT ESKALIERT?

Kommunikationsexperte Stefan Häseli: Meine drei No-Gos in der Kommunikation:

Erstens: Vermeiden Sie Du-Angriffe und ganz allgemeine Vorwürfe. Aussagen wie „Du denkst ja so oder so nur an dich!“ schaffen entweder Konflikte oder heizen einen bestehenden an. Ein Angriff löst praktisch immer einen Gegenangriff oder Rückzug wie Schweigen oder Weglaufen aus.

Zweitens: Lassen Sie Ihren Zynismus links liegen. Aus Sätzen wie „Das hast du ja wieder einmal super hingekriegt!“ hört der andere es heraus, wenn Stimme und Inhalt nicht übereinstimmen. Ein gemeiner Gedanke macht die Stimme fies. Wenn das Wort dann ein ausgesprochenes Lob ist, spürt man diesen Widerspruch in Form von gefühltem Zynismus. Das macht es dem Gegenüber nicht einfach, darauf zu regieren. Wer zynisch ist, wirkt unberechenbar, gerade in Konfliktsituationen.

Drittens: Ignorieren ist keine gute Strategie. Der Kommunikationstheoretiker Paul Watzlawick hat schon festgestellt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Das stimmt auf jeden Fall. Wer nicht spricht, kommuniziert trotzdem. Sobald jemand die Aussagen des Gegenübers ignoriert, hat er zwar nicht gesprochen, aber dennoch in aller Deutlichkeit gezeigt, dass einen der andere oder das Thema weder interessiert noch wert ist, darauf zu reagieren.

AKTUELL WIRD DER BEGRIFF „TOXISCHE BEZIEHUNG“ INFLATIONÄR GEBRAUCHT. WAS BEDEUTET DAS EIGENTLICH?

Diplom-Psychologin Nele Sehrt: Wenn die Beziehung dauerhaft mehr Kraft kostet, als sie gibt, man sich gegenseitig nicht mehr vertraut, verzweifelt ist und das Gefühl hat, den oder die Partner/in emotional und dauerhaft nicht mehr erreichen zu können und/oder man Angst hat, sich in irgendeiner Form falsch zu verhalten und damit eventuell einen Streit auszulösen, der körperliche oder psychische Gewalt mit einbezieht – dann sind das Anzeichen, dass man in einer toxischen Beziehung steckt.

IST MEINE EIFERSUCHT KRANKHAFT?

Diplom-Psychologin Nele Sehrt: Das Gefühl der Eifersucht sagt Ihnen erst einmal, dass es da jemanden gibt, der Ihnen wichtig ist – und den Sie nur ungern verlieren möchten. Das kann in leichter Form sogar ein schönes Gefühl sein, durch das man merkt, dass einem nicht alles egal ist, was der/die andere macht. Manche Menschen merken erst dadurch, dass sie sich verliebt haben. Eifersucht kann auch später noch entstehen, wenn man mit dem Partner oder der Partnerin zu wenig die Beziehungsgrenzen kommuniziert hat und sich nicht sicher ist, ob es ein gemeinsames Wertesystem gibt. Schwierig kann es werden, wenn man ständig Vermutungen anstellt, stets vom Schlimmsten ausgeht und versucht, das Verhalten des anderen zu kontrollieren.

BEZIEHUNGSSTATUS : ES IST KOMPLIZIER

HABE ICH ZU HOHE ANSPRÜCHE?

Diplom-Psychologe Ulrich Wilken: Man sollte sich fragen: Wozu sind denn die hohen Ansprüche da? Manchmal nur, um sich selbst zu bestätigen, dass es da draußen einfach keine brauchbaren Männer oder Frauen mehr gibt. Diese Menschen haben in ihrer Lebensgeschichte oft keine Erfahrungen damit gemacht, Vertrauen in die bedingungslose und beständige Liebe aufzubauen. Das heißt, sie haben für sich abgespeichert: Ich bin nicht richtig, ich genüge nicht, ich bin nicht liebenswert. Leider führt das zu einer selbst erfüllenden Prophezeihung. Diese Personen suchen sich Partner aus, bei denen es dann am Ende – im Sinne ihrer Erwartungshaltung – doch nicht klappt. Das ist keine bewusste Strategie, das läuft unbewusst ab. Ich halte nichts davon, mit Checkliste in ein Date zu gehen. Wenn man sich gewertschätzt fühlt, ist es doch egal, ob der Partner Goethe zitieren kann oder dieselbe Musik hört. Dann kann die Unterschiedlichkeit sogar bereichernd sein! Was man allerdings immer einfordern darf, sind die Grundformen der Achtung. Die da wären: Respekt und Wertschätzung. Wenn der Typ also schon beim ersten Treffen nur von sich redet: Arrivederci! Null Toleranz herrscht natürlich auch bei verbaler oder psychischer Gewalt und Handgreiflichkeiten. Aber das sollte ja jedem klar sein!

SIND WIR HIER IM TINDERGARTEN?

WARUM GERATE ICH IMMER AN DIE FALSCHEN?

Paartherapeut & Single-Coach Eric Hegmann: Wenn Sie stark verlustängstlic h sind, dann ist das ein typischer Satz: „Ich gerate immer an die Falschen! Diejenigen, die sich für mich interessieren, die finde ich langweilig, und die, die ich spannend finde, die wollen mich nicht.“ Dahinter steckt die Aussage: Ich werde nur getriggert von Menschen, die schwer zu haben sind, bei denen ich mir Mühe geben und mir meine Liebe verdienen muss. Die anderen, die verbindlich sind, die werden als langweilig in der Friendzone abgelegt. Das wird häufig als „Beuteschema-Problem“ bezeichnet. Online-Dating hat das Phänomen insofern verschlimmert, als wir heute viel mehr Menschen kennenlernen und viel mehr Trennungserfahrungen machen als jede Generation vor uns. Und jede Trennungserfahrung macht etwas mit uns und verstärkt meistens die vorhandene Prägung. Jedes Date, zu dem Sie gehen und das sich als Reinfall entpuppt, hinterlässt Spuren in Ihrem Selbstwert.

SIND WEGEN TINDER & CO. DIE ANSPRÜCHE GEWACHSEN?

Diplom-Psychologe Ulrich Wilken: Natürlich! Früher gab es diese Wahlfreiheit nicht. Heute ist der nächste Flirt nur einen Wisch entfernt – also auch die Möglichkeit, den optimalen Partner zu finden. Die Gesellschaft suggeriert uns ständig, dass nur das Beste gut genug ist. Mittelmaß ist nicht erlaubt. Und das gilt auch für die Partnerwahl.

WIE SCHAFFE ICH ES, DASS DER BEZIEHUNGSSEX AUCH NACH JAHREN NOCH PRICKELND BLEIBT?

Paar-und Sexualtherapeutin Beate Quinn: Wer nicht über Sex spricht, wird auch bald keinen mehr haben! Raus aus der Sprachlosigkeit, fangen Sie an, über Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen. Die meisten Paare lieben sich leider auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner!

Zu viel Nähe tötet das Begehren! Guter Sex entsteht durch Spannung und das Gefühl, einander etwas fremd zu sein. Auszeiten ohne den Partner erhöhen nicht nur die Vorfreude aufeinander, sondern man hat sich danach auch wieder etwas Neues zu erzählen.

Nehmen Sie sich bewusste Auszeiten als Paar! Legen Sie sich mal wieder richtig ins Zeug, so wie am Anfang der Beziehung. Denken Sie sich einfach etwas aus, um den Partner mal wieder zu überraschen, zum Beispiel neue Spielarten. Abwechslung ist das Geheimrezept für Appetit auf Sex!