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Was tun bei einem Zeckenbiss


kinder! - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 24.06.2021

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Bildquelle: kinder!, Ausgabe 8/2021

Ein Zeckenbiss ist eigentlich ein Zeckenstich

Zecken verstecken sich in feuchten Gegenden und im Unterholz. Meist lauern die kleinen Spinnentiere in Wiesen, hohen Gräsern und Büschen. Wenn man also über eine Wiese läuft oder an einem Busch vorbeigeht, nimmt man die Zecke quasi durch Abstreifen als „blinden Passagier” mit. Zwar spricht man meistens von einem Zeckenbiss, eigentlich müsste es aber Zeckenstich heißen. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie in die Haut und saugen bei ihrem Wirt Blut – bei Menschen und Tieren.

So kann man einem Zeckenbiss vorbeugen

Geschlossene Schuhe, Socken, lange Hosen und Shirts sowie eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz verhindern zwar nicht, dass eine Zecke zusticht. Aber in diesem Fall muss sie erst mal auf der Kleidung ...heller

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... entlangkrabbeln, bis sie eine freie Hautstelle zum Stechen findet. Auf entdeckt man die schwarzen Tierchen schneller. Zudem gibt es viele Anti-Zeckensprays (sogenannte Repellents), die Wirkung zeigen.

So erkennt man einen Zeckenstich

Ein Zeckenstich bleibt oft erst einmal unbemerkt, denn er tut in der Regel nicht weh. Das liegt daran, dass die Zecke die Einstichstelle mit ihrem Speichel betäubt. Umso wichtiger ist es, nach dem Spielen im Freien Kleidung und Körper gründlich nach Zecken abzusuchen. Die kleinen Blutsauger bevorzugen feuchte und warme Körperareale wie Kniekehlen, Schamgegend und Achselhöhlen. Bei Kindern setzen sie sich auch gerne in den Haaren fest. Die winzigen Spinnentiere sind im hungrigen Zustand nur etwa zwei bis vier Millimeter groß, oft nimmt man sie zunächst nur als schwarzen Punkt wahr. Ist die Zecke mit Blut vollgesaugt, kann sie bis zu zehn Millimeter dick sein und fällt dann von der Haut wieder ab. Zurück bleibt ein winziger blutiger Fleck, der manchmal leicht juckt.

So entfernt man eine Zecke

Wichtig ist es, die Zecke so schnell wie möglich herauszuziehen, wenn man sie entdeckt. „Das Risiko, dass Borrelien übertragen werden, steigt mit der Zeit an”, erklärt Dr. Stefan Renz, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder-und Jugendärzte in Hamburg.

„FSME-Viren werden dagegen sofort über- tragen. Allerdings verläuft eine Infektion bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen deutlich leichter und bleibt meist ohne Folgen.”

Am einfachsten rückt ihr der Zecke mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte zu Leibe. Das Tier muss möglichst dicht über der Einstichstelle gefasst und langsam herausgezogen werden. Dabei nicht drehen! „Ganz falsch ist es, Öl oder Klebstoff auf die Zecke zu tropfen”, betont der Kinderarzt. „Die Zecke gibt dann möglicherweise mehr erregerhaltigen Speichel ab, und das Infektionsrisiko steigt.” Bleiben kleine Teile der Zecke in der Haut zurück, ist das kein Grund zur Sorge. Der Stechapparat und die Mundwerk- zeuge bergen kein Infektionsrisiko und werden normalerweise nach ein paar Tagen von selbst abgestoßen.

So entfernt ihr eine Zecke mit der Pinzette: Nah an der Haut greifen und langsam herauszie-hen. Die Stichstelle kontrollieren. Am besten notiert man sich im Kalender, wann die Zecke gestochen hat, und kontrolliert die Ein- stichstelle mehrmals pro Woche. Was Eltern sich sparen können: die Zecke ins Labor zu schicken, um sie dort auf Erreger testen zu lassen. „Das ist reine Geldschneiderei”, meint Dr. Stefan Renz.

Wann zum Arzt?

Wenn man an der markierten Stelle in den ersten zwei Wochen nach dem Zeckenstich einen wachsenden roten Fleck oder eine ringartige Verfärbung von mehr als zwei Zentimeter Durchmesser bemerkt, solltet ihr den Arzt aufsuchen. Ein Arztbesuch steht ebenfalls an, falls in dieser Zeit grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf-oder Gliederschmerzen auftreten. Dann besteht der Verdacht, dass die Zecke Borrelien oder FSME übertragen hat.

Was ist Borreliose?

Die meisten Zeckenbisse heilen problemlos wieder ab, sie können aberr auch ernst zu nehmende Folgen haben. Zecken können Borrelien in sich tragen. Das sind Bak terien, die infolge einer Übertragung durch einen Zeckenstich beim Menschen Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, auslösen können.

In der ersten Phase der Erkrankung kann es zu einer sich ausbreitenden Rötung (Wanderröte/Erythema migrans) kommen. Diese ringförmige, etwa fünf Zentimeter große Schwellung tritt einige Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich an der Einstichstelle oder anderen Körperstellen auf – und breitet sich mit der Zeit aus. Fieber, Kopf-und Muskelschmerzen oder Gelenkentzündungen kommen oft dazu. Die Hälfte der Infektionen verläuft jedoch symptomfrei.

Die zweite Phase, die Wochen nach dem Stich beginnen kann, zeichnet sich durch Nervenentzündungen bis hin zu Nervenlähmungen, Herzmuskelentzündungen und Schwellungen der Lymphknoten aus.

Die dritte Phase kann auch noch nach Jahren auftreten. Es kommt häufig zu Gelenkentzündungen, die von selbst wieder abschwellen. In seltenen Fällen kann es zu Hirnentzündungen mit geistigem Abbau und Störungen der Koordination kommen. Frühzeitig erkannt, lässt sich Borreliose mit Antibiotika erfolgreich behandeln. Einen Impfschutz gibt es jedoch nicht. Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist grundsätzlich das Infektionsrisiko.