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Was unsere Füße verraten – Wie wir sie verraten


Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 23.07.2021

Artikelbild für den Artikel "Was unsere Füße verraten – Wie wir sie verraten" aus der Ausgabe 4/2021 von Deine Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 4/2021

Füße sind schön

Wann haben Ihre Füße zuletzt Beachtung, Zuneigung oder gar Bewunderung erfahren? Oder sind sie dem „Aus den Augen – aus dem Sinn-Syndrom“ zum Opfer gefallen? Vermutlich bejahen viele diese Frage. Der Grund liegt auf der Hand: Die Füße sind am weitesten von Kopf und Hirn entfernt! Interessanterweise werden 98 % der Menschen mit gesunden Füßen geboren, aber etwa 80 % entwickeln später Probleme, die mit einem geschwächten Fußgewölbe zu tun haben. Woran das liegt? Die meisten Menschen tragen ihre Füße tagsüber in Schuhen und strecken sie nachts unter der Bettdecke aus.

So fristen diese normalerweise ein Schattendasein. Das ist so, als ob Sie ein halbes Leben Ihre Hände in Handschuhe stecken. Die Folgen sind gravierend: Knie-, Hüft-, Wirbelsäulen- bis hin zu Kiefergelenksbeschwerden können auftreten und sich im schlimmsten Fall manifestieren. Wo ist Linderung oder vielleicht sogar Heilung ...

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... zu erwarten? Eines vorab. Es gibt meiner Erfahrung nach einen Weg. Aber dieser braucht Zeit und Einsatz und beinhaltet ein lebenslanges Training. Eine begleitende Serie intensiver Körperbehandlung kann deshalb sinnvoll sein.

Hand und Fuß – eine ganzheitliche Betrachtungsweise

Das Geheimnis dahinter: Ein Schlüssel zur Gesundheit Ihres Fußes liegt in der wieder zu erlangenden Funktion des Großzehenballens.

Zunächst ein Einstieg in die wunderbare Welt der Füße.

Gewusst, dass diese erstaunliche Parallelen zur Hand aufweisen? Aber nicht nur das: Die Hand, genauer gesagt, der Daumenballen ist der Schlüssel, um den Fuß zu begreifen! Hände und Füße sind Kontaktorgane und zwar genau wie Gesicht (Augen, Nase, Mund) und Becken (Sexualorgane). Mit meinen Füßen gehe ich auf jemanden zu oder von ihm weg – mit meinen Händen berühre ich jemanden oder etwas oder weise jemanden oder etwas ab. Die Füße sind folglich ebenso Kontaktorgane – auch in Bezug auf die Erde! Jeder Schritt, den Sie gehen, kann, abhängig davon wie Sie gehen, ein Streicheln oder ein Trampeln sein. Wenn Sie sich die Erde als Ganzheit, als lebendiges Wesen, vorstellen (GAIA Theorie), wie würden Sie Ihre Schritte wahrnehmen? Marschieren Sie im Stechschritt voran, trampeln Sie auf ihr herum oder berühren Sie diesen Planeten sanft? Ein Planet, der so groß, so kraftvoll und auch so schön ist!

Die Hand, genauer gesagt, der Daumenballen ist der Schlüssel, um den Fuß zu begreifen!

Ein guter St and im Leben ermöglicht Information aus erster Hand.

Mit den Füßen spüren wir die Erde. Wenn wir denn die Erde spüren. Denn entweder isoliert uns der Asphalt von ihr oder eine Gummisohle. So verlieren wir mehr und mehr die Anbindung. Wir werden haltlos, orientierungslos, und am Ende sind wir ratlos. Wir beziehen unsere Informationen aus der Zeitung. Wir richten uns nach dem, was die Nachrichten sagen, und nicht mehr nach dem, was wir spüren. Über die Füße erden wir uns. Deshalb ist es wichtig, auf die nötige Freiheit im Schuh zu achten. So sollte die Großzehe nicht Richtung Außenseite abgedrängt werden und ausreichend Platz sein, damit der Großzehenballen seine Aufgabe erfüllen und richtig abrollen kann.

Die Anatomie von Hand und Fuß

Gehen wir weiter und erschließen uns die Anatomie von Hand und Fuß.

Etwa ein Viertel der rund 200 Knochen unseres Skeletts steckt in beiden Füßen, das sind also etwa 50 Stück. Weitere 50 befinden sich in unseren Händen. Das bedeutet, die Hälfte unserer Knochen verteilt sich auf Hände und Füße. Das zeigt die Wichtigkeit, die gleichermaßen für

Körperverletzung im Gewand der M ode am Beispiel des „Füß ebindens “

Die Extremform ist der Lotusfuß, eine 1 000-jährige chinesische „Tradition“, bei der die Füße von kleinen Mädchen durch Knochenbrechen und anschließendem extremen Abbinden irreparabel deformiert wurden. Die Folge war, dass Frauen ihre Kraft, ihren stabilen Stand verloren und somit in eine Abhängigkeit gezwungen wurden.

Wie erlangt man Zugang zu seinem Großzehenballen?

1. Spreizen Sie die Zehen. Das Zehenspreizen ist der „Auftakt“ zur Aktivierung des Quergewölbes. Gelingt dies (noch) nicht, üben Sie es dennoch. „Fake it, till you make it“, heißt es. So beugen Sie einer Verschlimmerung vor.

2. Drücken Sie auf einem Stuhl sitzend den Großzehenballen in den Boden, versuchen Sie dies zu tun ohne dabei die Zehen in den Boden zu krallen. Die Zehen sollten dabei locker bleiben können. Wenn die Knie etwas weiter auseinander stehen, so dass der Großzehenballen 1 bis 3 Zentimeter vom Boden entfernt steht, ist dies noch anspruchsvoller und es wird zudem die „Verschraubung“ des Fußes trainiert .

3. Erkunden Sie Ihre Fußumrisse und bringen damit Beweg-lichkeit auch in das Sprunggelenk: Sie stellen Ihren Fuß auf die Ferse, so dass sowohl der Klein-als auch der Großzehenballen in der Luft sind. Dann bewegen Sie Ihren Fuß entlang der Außenkante und stellen Ihren Fuß auf den Kleinzehenballen, dass sowohl die Ferse als auch der Großzehenballen nach oben stehen. Die Zehen können dabei ebenfalls nach oben zeigen. Dann bewegen Sie Ihren Fuß entlang des Ballens auf den Großzehenballen. Somit hat nur der Großzehenballen Kontakt mit dem Boden. Kleinzehenballen als auch die Ferse stehen nun nach oben. Die Zehen bleiben dabei weiterhin ‚unbeteiligt‘ und können in die Luft zeigen. Dann bewegen Sie Ihren Fuß weiter, bis er wieder auf der Ferse steht. Machen Sie etwa fünf bis zehn Runden in beide Richtungen.

Hände wie für Füße gilt: Viele Knochen bedeuten viele Gelenke, viele Gelenke bedeuten viele Möglichkeiten sich zu bewegen! Bei der Hand ist uns das geläufig. Denn mit der Hand handeln wir. Und was tun wir mit unseren Füßen? Ja genau, unsere Füße sind keine Füllmaterialien für Schuhe. Kurz gesagt, unsere Füße sind erschaffen, um auf sämtlichen Untergründen der Erde zuhause zu sein: felsig, sandig, moosig, steinig, erdig, steil bergauf, steil bergab, schräg usw. Die blanken Füße vertragen zudem zumindest kurzfristig sehr kalte wie auch sehr heiße Temperaturen („Feuerläufe“). Leider gehen wir meist in Schuhen, und falls wir doch barfuß sind, dann meistens auf ebenen Flächen. Doch der Mensch wächst am Widerstand, und das gilt auch für den Fuß. Doch der Widerstand fehlt und gleichermaßen fehlt die Freiheit. Das ist die größte „Herausforderung“ für die heutigen Füße. Denn sie müssen sich den Schuhen anpassen, die nicht selten unpassend sind. Den Füßen wird es dabei „langweilig“, ihnen stinkt es, nicht nur, weil die Luft zum Atmen fehlt. Ihnen fehlt auch der Anreiz ihre 50 Knochen, ihre 60 Muskeln zu stärken und ihre über 60 Gelenke zu koordinieren.

Die Deine Gesundheit August/September liegt im Barfußgehen, das im Bestfall von einem Fußtraining begleitet wird.

Wird eine Fähigkeit nicht benutzt, so geht sie in der Regel verloren – die Natur kennt da kein Pardon. Die Lösung liegt im Barfuß gehen, das im Bestfall von einem Fußtraining begleitet wird, mit welchem Sie den Zugang zu Ihrem Großzehenballen wiederfinden.

Im Großzehenballen liegt der Schlüssel

Betrachten Sie zunächst ihre eigene Hand. Wie greifen (be-greifen), wie erfassen Sie etwas? Es ist das Zusammenspiel Ihres Daumens/ Daumenballens mit den anderen vier Fingern, egal ob Sie Axt, Messer, Stift oder Nähnadel ergreifen. Die Grundlage unserer Kultur: Das Be-greifen, das Er-fassen wäre nicht möglich ohne die Kraft und Koordination des Daumenballens. Das Äquivalent zum Daumenballen ist der Großzehenballen. Er ist der entscheidende Teil der „Gewölbearchitektur“. Diese besteht aus drei Partnern: Ferse, Großzehenballen und Kleinzehenballen. Der Großzehenballen kann sich aktiv zum Kleinzehenballen bewegen und formiert dadurch das Quergewölbe. Er kann sich auch aktiv zur Ferse bewegen und formiert dadurch das Längsgewölbe. Erst wenn Quer- und Längsgewölbe aktivierbar sind, können alle darüber liegenden Gelenke sich gesund, also biomechanisch korrekt, bewegen. Die Gesundheit von Wirbelsäule, Knie-, Hüft- bis hin zum Kiefergelenk hängt folglich von der Gesundheit des Fußes ab und mit ihr zusammen! Was für die Hand also das „Begreifen“ mit dem Daumenballen ist, ist für den Fuß das Aktivieren von Längsund Quergewölbe mittels Großzehenballen. Menschen mit Fußdeformitäten wie dem Knick-, Senk- und Spreizfuß haben diese Fähigkeit nicht oder nur eingeschränkt. Die Prävention beziehungsweise die Therapie liegt also darin, jene Muskeln zu trainieren, die den Großzehenballen in die drei „Richtungsvektoren“ bewegen, und zwar synchron in die Erde, zu Kleinzehenballen und Ferse. So einfach das gehen kann, so komplex wie auch lohnend ist dieser Weg.

Quirin Waldhauser ist Physiotherapeut, Manualtherapeut, Sportlehrer und Fußtrainer. Er lebt und arbeitet in einer Praxis für Physiotherapie im Chiemgau. Aufgrund einer eigenen Fußschwäche (Spreizfuß) hat er im Laufe von Jahren ein Training entwickelt, um selbstständig sein Fußgewölbe zu aktivieren, seine Sprunggelenke zu stabilisieren und um einem beginnenden Hallux valgus entgegen zu wirken. Seine Erkenntnis:

Der Glaube eines Menschen und sein freier Wille bestimmen seinen Lebensweg. Sein Fußgewölbe kann ihn dabei unterstützen! In seiner freien Zeit engagiert er sich auf dem „Lebensfeld-Jaksch“, einem Projekt, indem der Anbau von freiem, also samenfestem Saatgut, der Humusaufbau und die Veredelung von selbst produziertem Obst und Gemüse eine Schlüsselrolle spielen.

Nähere Infos zu Fußtraining und Körperarbeit unter www.erdigsonnigheiter.de