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Was wär’n wir ohne Würmer?


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 90/2021 vom 06.08.2021

WURM

Von Nichtanglern werden wir Angler gern als „Wurmbader“ tituliert. Diese (oft abwertend gemeinte) Aussage stimmt. Und sie zeigt, dass Angeln und Würmer einfach zusammengehören. Außerdem fällt oft die Bezeichnung „Regenwurm“ – das stimmt nicht ganz, denn Wurmarten gibt es viele. Wurmbader ja, aber bei Weitem nicht nur Regenwurmbader! Das Tolle an den vielen Wurmarten ist, dass sich fast alle Fischarten damit fangen lassen. Angefangen vom Aal bis zum Zander, der sich gern mal einen Wurm hinter der Carolina-Montage oder dem Lindy-Rig schnappt, mögen alle Fische ab und an mal einen Wurm.

Doch welche Ringler kommen bei uns Anglern zum Einsatz? Betrachten wir die fünf wichtigsten Wurm-Typen:

Größe zeigen: Der Tauwurm

Am Bekanntesten ist wohl der Tauwurm. Diesen größten unter unseren einheimischen Würmern kann man sich nachts auf nassen Wiesen selber suchen oder auch im Angelladen kaufen. Er wird in ...

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Ein ganzer Tauwurm ist ein ganz schöner Brocken. Er lockt daher oftmals die größeren Fische an den Haken.
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... größeren Mengen beim Beködern von Welsmontagen eingesetzt. Beim Aalangeln wird der Tauwurm am besten mit einer Ködernadel über den Haken auf das Vorfach geschoben. So hat der Aal am wenigsten Chancen, Wurmstücke vom Haken zu stibitzen, und wird sicher gehakt.

Für den Winter: Der Mistwurm

Der Mistwurm kommt, wie sein Name schon sagt, im Kompost, aber auch unter total durchgetrockneten Kuhfladen vor. Er braucht sich zersetzende Stoffe, um zu gedeihen. Ködert man einen Mistwurm auf den Haken, sondert er ein charakteristisches gelbes Sekret ab, welches die Fische vor allem in den Herbst- und Wintermonaten sehr mögen. Mistwürmer eignen sich zum Beispiel hervorragend für Schleien. Aber auch frühe Aale und Karpfen lieben diesen Wurm.

Robuster Allrounder: Der Dendrobena

Ein weiterer Wurm ist der Dendrobena, auch Riesenrotwurm genannt. Im Gegensatz zum Tauwurm ist diese Wurm-Art wesentlich robuster, was Hitze und Kälte angeht. Während Tauwürmer im Auto schon bei 22 Grad heißem Wetter schlappmachen und sterben, halten es Dendrobenas auch bis 30 Grad noch aus, ohne ihre quirligen Eigenschaften zu verlieren. Dendrobenas sind daher wohl die robustesten aller Wurmarten – und außerdem ein toller Köder für Brassen und Barsche.

Fängiger Außenseiter: Der Erdwurm

Relativ unauffällig im Vergleich zu den genannten Arten ist der Erdwurm mit seiner gräulichen Färbung. Früher waren Erdwürmer bei mir immer zweite Wahl, weil man auf diese Wurm-Art nicht so schnell einen Biss bekam. An manchen Tagen allerdings bissen Aale und Barben sehr zahlreich auf diese graue Maus unter den Würmern.

Häufig unterschätzt: Der Laubwurm

Als nächstes folgt der Rot- oder Laubwurm. Diesen findet man unter alten Laubschichten, die eine Restfeuchte auch im Sommer behalten. Dieser rot gefärbte Wurm ist nur etwa halb so groß wie der Tauwurm. Trotzdem lässt ein Haken mit ein bis zwei Rotwürmern fast keinen Fisch kalt.

„Wer Würmer hat, möchte diese schnell loswerden. Für Angler gibt es kaum einen besseren Köder.“

DER TR ICK MIT DEM AUFTRIEB

Doch wie lassen sich Würmer noch verlockender am Haken anködern? Über schlammigen Böden kann man einem Wurm zum Beispiel ein wenig Auftrieb verleihen, damit er sich nicht im Schlamm verbuddelt und so aus dem Gesichtsfeld der Fische verschwindet. Das kann auf zweierlei Art geschehen: Entweder injiziert man dem Wurm ein wenig Luft, oder man bringt ihn durch ein Stück Schaumstoff zum Auftreiben. Beides funktioniert prima!

SCHASCHLIK UND ANDERE LECKEREIEN

Welche Tricks gibt es, um einen ohnehin fängigen Köder wie den Wurm noch attraktiver zu machen? Bekommt man viele Fehlbisse, oder wird der Wurm ständig vom Haken gezogen, sollte man es einmal mit Wurmschaschlik versuchen. Dazu schneidet man Dendrobenas oder Rotwürmer in kleine, zwei Zentimeter lange Stücke, die man dann einmal in der Mitte auf den Haken zieht. So entsteht nach und nach ein Gebilde, das den Haken aussehen lässt wie das Fleisch auf einem Schaschlik-Spieß. Weiterer Vorteil: Durch die vielen Schnittstellen wird enorm viel Wurmsaft im Wasser freigesetzt, der die Fische sicher zum „Spieß“ lockt.

Auftreiben:

1 Mit einer Spritze aus dem Angelladen wird dem Wurm Luft injiziert, damit er ein wenig auftreibt.

2 So treibt der Wurm im Wasser auf und wird so von den Fischen schneller gefunden.

3 Auch mit Schaumstoff lässt sich ein Wurm zum Auftreiben bringen. Ein Bleischrot auf dem Vorfach hält den Köder in der richtigen Tiefe.

Aufziehen:

1 Als erstes zieht man einen Tauwurm auf eine Ködernadel.

2 Dann hängt man oben die Hakenspitze in die Ködernadel ein und schiebt den Wurm von der Nadel auf den Haken.

3 Der fertige Wurm wird bis über das Nadelöhr auf das Vorfach gezogen. Lässt man ihn in einer L-Form stehen, rotiert er. Am Forellensee top!

SO KOMMT DER WURM AN DEN HAKEN

Die einfachste Art, einen Wurm anzuködern, besteht darin, dass man einen Haken mittig einmal durch den Wurm zieht. Die Hakenspitze bleibt dabei frei, der Wurm sieht sehr natürlich aus und wird oft schnell genommen. Der Haken kann schnell fassen, sobald ein Fisch den Köder eingesaugt hat.

Auch im Kopf lässt sich ein Wurm anködern. So wirkt er noch natürlicher. Sind jedoch viele Kleinfische im Gewässer, bekommt man häufiger Fehlbisse, wenn diese auf dem freien Ende des Wurms herumkauen und nicht gehakt werden. Sind dagegen Schleien und Karpfen die Beute, wird der Wurm meist gleich eingesaugt, und der Haken kann fassen. Gleiches gilt auch für Barsche, die einen Wurm oft komplett schlucken.

In stark beangelten Gewässern kann man einen Wurm auch am Haar anbieten. Dazu verwendet man Haken mit kurzen Haaren und kleinen Köderspießen, sogenannten „Push Stops“. Man nimmt mit der Ködernadel den Push Stop auf und rammt ihn durch den Wurm. Am anderen Ende stellt sich der Push Stop quer und dient wie ein Boiliestopper dazu, dass der Wurm nicht vom Haar fallen kann.

MIT L-FORM AM FORELLENSEE

Auch am Forellensee lassen sich mit Würmern tolle Fänge machen. Dazu ködert man einen halben Tauwurm so auf den Haken, dass er in einer leichten L-Form vom Greifer absteht. Wirft man den Köder nun aus und holt ihn wieder ein, rotiert dieser um die eigene Achse. An der Tremarella-Methode wird der Tauwurm dann oft zum Superfänger.

LOCKEN MIT WURMDUFT

Doch nicht nur als ganze Köder besitzen Würmer eine magische Anziehungskraft. Auch im Lockfutter ziehen sie zum Beispiel Brassen sicher an den Futterplatz. Dazu besorgt man sich ein Pfund

Anköderung Push Stop:

1 Man schneidet den Kopf des Wurms an der Spitze ab. Dann schiebt man eine Ködernadel mit Push Stop in die Schnittstelle.

2 Dann führt man den Push Stop an der gewünschten Stelle des Wurms aus.

3 Der Push Stop wirkt wie ein Boilie-Stopper und verhindert, dass der Wurm vom Haar rutschen kann .

Wurm-Duft:

Wurm-Fragen

Was Würmer wirklich wollen

Würmer sind das Metier von Benjamin Fröse von Bestworm. Wir haben den Wurm-Spezialisten ausgequetscht und Interessantes erfahren …

Blinker: Ihr Wurmköder-Vertrieb hat sich auf Kompostwürmer spezialisiert. Warum?

Benjamin Fröse: Bei den Kompostwürmern gibt es drei Arten: den Dendrobena, den Mistwurm und den Kompostwurm (Eisenia andrei), der erst in jüngerer Zeit entdeckt wurde. Der Dendrobena ist groß und fleischig, Mistwurm und Kompostwurm dagegen klein und zappelig. Alle Wurmarten sind leicht zu hältern.

Blinker: Was ist die optimale Nahrung für die Kompostwürmer?

Benjamin Fröse: Die perfekte Nahrung bietet unsere Wurm Spezialerde. Sie besteht aus einem Anteil Papierschnitzeln und dunklem Torf mit hohem Zersetzungsgrad.

Blinker: Bei welchen Temperaturen fühlen sich die Würmer am wohlsten?

Benjamin Fröse: Bei Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad fühlen sich alle Kompostwürmer sehr wohl. Sie ertragen aber selbst Temperaturen bis 35 Grad. Allerdings wird es über 30 Grad eng für die Kompostwürmer.

Blinker: Welcher ihrer Wurmarten fängt am besten?

Benjamin Fröse: Alle Kompostwürmer fangen. Allerdings kann man am Wasser auch experimentieren, indem man eine Rute mit Dendrobena und eine zweite mit Mistwurm oder Kompostwurm gegeneinander antreten lässt. Im Laufe der Jahreszeiten wird man Unterschiede feststellen können!

Weitere Infos: www.bestworm.de

Würmer und reinigt diese von Erde. Danach gibt man sie in einen Pole Cup und zerschneidet sie zu Wurm-Mus. Dieses gibt man entweder ins Futter, in den Futterkorb – oder man füttert es pur mit dem Futterbecher an der Kopfrute. „Chopped Worms“, also zerschnittene Würmer, nennen die Engländer diese Methode des Anfütterns. Wem diese Prozedur zu unappetitlich ist, der bekommt von der Firma Van den Eynde auch den fertigen Liquid Booster „Worm“. Dieser eignet sich als Zugabe zum Grundfutter oder auch zur Steigerung der Lockwirkung bei Partikelködern.

WÜRMER SELBER SUCHEN

Doch wie kann man sich Würmer am besten selber suchen? Am einfachsten funktioniert das mit einer Mistgabel. Deren Zinken rammt man so weit wie möglich in den Boden, dann schlägt man oben auf den Stiel. Diese Erschütterungen übertragen sich ins Erdreich, die Würmer flüchten aus dem Boden und können nun einfach eingesammelt werden.

Was auch geht, aber weniger erfolgreich ist: Man setzt eine Schüssel mit stark konzentriertem Seifenwasser an. Dieses streut man auf den Rasen, dorthin, wo man die Würmer vermutet. Das Seifenwasser dringt in ihre Gänge und sie flüchten ebenfalls aus dem Erdreich. Ich würde Ihnen allerdings ans Herz legen, eine biologisch abbaubare Seife zu nehmen – der Umwelt zuliebe.

ERFOLGREICH MIT KUNST

Doch neben echten Würmern liefern verschiedene Hersteller auch Kunstwürmer, so zum Beispiel die Firma Berkley oder die ungarische Firma Energofish mit ihren Jelly-Baits oder den täuschend echten Wurmimitationen. Der Vorteil an den Kunstwürmern: Sie werden nicht von Kleinfischen attackiert, sondern aber häufig Lockstoffe ab, die viele Fische interessant finden.