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Wasser sparen Verbrauch reduzieren, Komfort steigern


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 13/2014 vom 21.11.2014

Wasserhahn, Brausekopf oder WC – für jeden Anspruch gibt es das richtige Produkt. Wichtig ist, dass die Qualität stimmt und der Wasser- und Energieverbrauch im Rahmen bleiben. Wir stellen Modelle vor, die mit dem kostbaren Nass sparsam umgehen.


Artikelbild für den Artikel "Wasser sparen Verbrauch reduzieren, Komfort steigern" aus der Ausgabe 13/2014 von ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Axor/ Hansgrohe SE

Auch wenn sich Bad- und WC-Armaturen auf den ersten Blick oft ähneln, unter der verschieden stark verchromten Oberfläche gibt es bei der Technik deutliche Qualitätsunterschiede. So werden Produkte von Markenherstellern im Labor bis zu einer halben Million Mal geöffnet und geschlossen. Das entspricht im privaten Haushalt einem Einsatz von ...

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... etwa 20 Jahren. Funktioniert trotzdem einmal bei Thermostatarmaturen von Qualitätsherstellern wie Hansgrohe, Grohe, Kludi oder Ideal-Standard nach Jahren etwa die Temperaturregelung nicht mehr so richtig, halten sie – anders als Billiganbieter – entsprechende Kartuschen als Ersatzteil vorrätig. Ein solcher Austausch ist oft günstiger und sinnvoller, als gleich eine komplett neue Armatur zu kaufen.

Wassersparen, Langlebigkeit und Bedienungskomfort haben sich alle Qualitätshersteller auf die Fahnen geschrieben. Das bedeutet in der Praxis für den Verbraucher, dass die Wasserwege in der Armatur garantiert kein Nickel oder Blei enthalten und eine intelligente Technik den Wasserverbrauch verringert. Und die Reduzierung des Wasserverbrauchs ist nicht nur in Mittelmeerländern wichtig. Auch in Deutschland muss Wasser nach Gebrauch aufwendig gereinigt werden, und auch die Energiekosten für das Erwärmen des Wassers sind nicht unbeträchtlich: Für Warmwasser wird zwölfmal mehr Energie eingesetzt als etwa für Beleuchtung. Insgesamt zwölf Prozent des Energieverbrauchs eines Durchschnittshaushalts.

Wassersparen lohnt sich. Wer weniger warmes Wasser verwendet, senkt die Kosten und schützt gleichzeitig durch die geringere CO2 -Emission die Umwelt. Derzeit beträgt der Wasserverbrauch in Deutschland rund 120 Liter pro Tag und Person. Der Verbrauch lässt sich mit einfachen Maßnahmen, wie dem Einbau von Durchflussbegrenzern oder einer modernen Armatur, auf rund 80 Liter drücken.

Sparbrausen und Duscharmaturen

Für ein Bad sind mindestens 140 Liter Wasser nötig, bei großen Wannen auch erheblich mehr. Drei Minuten duschen mit Spararmatur verbraucht dagegen nur 18 bis 27 Liter. Wer gern ausgiebig und sparsam duschen möchte, sollte einen Durchflussreduzierer einbauen und/oder einen Brausekopf wählen, der die Durchflussmenge senkt. Im Gegensatz zu simplen Lochbrausen lassen Sparduschköpfe unabhängig vom Druck nahezu immer gleich viel Wasser fließen. Ein kleiner Strahlwinkel verhindert zusätzlich, dass Wasser ungenutzt zur Seite spritzt.

Solche Brausen brauchen zwischen acht und zehn Litern in der Minute. Die Rain dance Select S 120 von Hansgrohe benötigt zum Beispiel neun Liter, bietet drei Strahlarten und verfügt über eine Schmutz filtertechnik, die Kalkablagerungen verhindert (um 100 Euro). Sechs Liter pro Minute verspricht die Firma Wolf-Umwelttechnologie für ihre Bubble-Rain-Duschköpfe. Nach einem patentierten Prinzip werden in einer Wirbelkammer Wasser und Luft miteinander vermischt, sodass mit Luft gefüllte Wasserblasen aus der Dusche strömen (Bubble-Rain espresso uno, 89 Euro). Einen anderen Weg geht die Firma Ilisin & Sohn. Der Ili-D-Duschkopf sorgt für einen „weichen Regentropfenstrahl“, so der Hersteller. Bei einem Verbrauch von sechs Litern wird ein Nutzungsgrad von fast 100 Prozent erreicht. Weil praktisch kein Wasserdampf entsteht, beschlagen auch Kacheln oder Spiegel nicht (Ili-D Viktoria chrom, um 70 Euro). Auch Thermostatarmaturen helfen zu sparen, weil sie nach kurzem Vorlauf das Wasser in der gewünschten Temperatur liefern. Eine Sicher heitssperre verhindert, dass das Wasser unbeabsichtigt heißer als 38 Grad aus dem Hahn fließt. Weil man den Wasserfluss problemlos stoppen und mit der gleichen Temperatur wieder laufen lassen kann, spart man das kostbare Nass. Beispiel ist die Grotherm 2000 von Grohe (Wandmontage für rund 250 Euro).

Foto: Hansgrohe SE

Waschbeckenarmaturen

Eine Zweigriffarmatur am Waschbecken braucht Geduld und Nerven. Sparsamer und bequemer sind Einhebelmischer, die meist über eine Wassersparfunktion verfügen – erst wenn man den Hebel über einen Widerstand drückt, wird der volle Wasserfluss möglich. Sensorgesteuerte Wascharmaturen, die nur dann Wasser spenden, wenn eine Hand unter den Hahn gehalten wird, werden immer beliebter. Sie gibt es für Kaltwasser oder Mischung, mit elektrischem Anschluss oder Batterie. Die Eurosmart CE Infrarot Elektronik von Grohe wird mit Batterie gesteuert und lässt sechs Liter in der Minute laufen (um 250 Euro). Möglich machen dies Durchflussbegrenzer, die unabhängig vom Wasserdruck den Wasserstrahl begrenzen. Perlatoren mischen dem Wasser Luft bei. So fühlt sich der Wasserstrahl angenehm füllig an, ohne dass mehr Wasser fließt. Beispiele für hochwertige Produkte sind der Kludi O-CEAN Waschtisch Einhandmischer, der mit seinem integrierten Eco-Luftsprudler 40 Prozent Wasser spart (um 140 Euro) und von Dornbracht die Gentle Einhandbatterie mit maximal sieben Litern Durchfluss in der Minute (um 200 Euro). Ceramix Blue von Ideal-Standard lässt zwischen sechs und neun Litern ins Waschbecken fließen (um 100 Euro).

Foto: Ideal-Standard GmbH

Toilettenspülung

Von den täglich rund 120 Liter Wasser pro Person werden allein 40 Liter für die Toilettenspülung verbraucht. Die Messlatte für einen modernen Spülkasten liegt bei einem Verbrauch von sechs Litern für ein Großreinemachen, ansonsten reichen drei Liter. Wichtig: Die Toilette muss zum Wasserdurchfluss des Spülkastens passen, sonst wird dauerndes Nachspülen fällig. Bei vielen Spülkästen lässt sich der Wasserdurchfluss einstellen. Moderne Toiletten werden heute übrigens oft mit 90 Millimeter statt 100 Millimeter Rohrquerschnitt angeschlossen. Dadurch steigt die Durchflussgeschwindigkeit. Für eine gleichbleibende Fließgeschwindigkeit wird dann weniger Wasser benötigt. Auch Druckspüler sind auf einen Verbrauch von meist sechs bis neun Liter die Minute einstellbar. Auf einen kurzen Druck fließt sogar deutlich weniger. Druckspüler der Armaturenklasse 1 arbeiten heute geräuscharm und sind mit den Krachmachern früherer Tage nicht mehr vergleichbar: zum Beispiel die WC-Spülarmatur Rondo A. S. mit Eco-Joy (um 240 Euro) von Grohe.

Foto: GROHE

Wannenarmaturen

Die Preise für Wannenarmaturen von Markenherstellern unterscheiden sich stark: Von rund 100 bis zu 1.000 Euro und mehr. Grundsätzlich hat Wassersparen an der Badewanne keinen Sinn: Wer baden will, braucht möglichst schnell viel warmes Wasser. Doch wer auch in der Wanne duscht, sollte bedenken: Mit einer Handbrause und einer Thermostatarmatur lässt sich Energie und Geld sparen. Hansgrohe bietet zum Beispiel den Ecostat Comfort Care Wannenthermostat (im Internet um 200 Euro). Optisch ansprechend ist die Wannenrand-Zweilocharmatur mit Bedienhebel Hansamix vom Hersteller Hansa. Hier verschwindet die Technik unter der Wanne, der Standauslauf ist gleichzeitig auch als Handbrause zu benutzen (Einbaukörper und Armaturen um 650 Euro).

Foto: HANSA Metallwerke AG

Tipps zum Wassersparen und zur Pflege der Armaturen

Die Pflege der Armaturen sollte ohne Mikrofasertücher und Scheuerschwämme vonstatten gehen. Sie verkratzen auf Dauer die Oberfläche. Auch Essigessenz, Essigreiniger und Chlorbleiche sind tabu, sie können erhebliche Schäden verursachen. Die Gebrauchsanweisungen der Reinigungsmittelhersteller sind in puncto Reinigerdosierung und Einwirkdauer unbedingt zu befolgen. Kalk ist regelmäßig zu entfernen. Bei der Sprühreinigung die Mittel nicht auf die Armatur, sondern auf das Reinigungstuch aufsprühen; die Mittel könnten sonst in die Armatur eindringen und Schäden verursachen. Zum Schluss der Reinigung sollte ausreichend mit klarem Wasser nachgespült werden, um die Reiniger restlos zu entfernen.

Foto: diego cervo/iStock/Thinkstock

Alte Armaturen kann man mit einem Durchflussbegrenzer aufwerten. Wenn es tropft, liegt es meist an der Dichtung. Die kann man austauschen oder besser gleich eine neue Spararmatur einbauen.

Foto: Eisenhans/Fotolia

Ältere WC-Spülkästen halten noch 14 Liter Wasser vor, da ist der Einbau einer Wasserstoppfunktion sinnvoll. Auf Knopfdruck wird dann der Wasserfluss gestoppt und nicht der ganze 14-Liter-Vorrat heruntergespült. Solche Stopptasten für den nachträglichen Einbau kosten etwa 20 Euro.

Foto: iStockphoto/Thinkstock

Durchflussregler oder Konstanthalter sind schnell eingebaut und nicht teuer. Sie kosten zwischen vier und zehn Euro. Als ringförmige Metalleinsätze werden sie am Auslass eines Wasserhahns oder vor einen Duschkopf montiert. Der Duschschlauch muss nur abgeschraubt und der Regler an den Anschluss der Armatur angebracht werden. Hochwertige Produkte zur Verminderung der Durchflussmenge bietet zum Beispiel die Firma RC Mannesmann (www.rst-wassersparer.de).

Foto: Hansgrohe SE

Strahlregler sparen Wasser, denn sie mischen meist Luft unter den Wasserstrahl, sodass er trotzdem voll und kräftig wirkt. Solche Perlatoren werden wie Durchflussreduzierer einfach in den Hahn ein- (mit Innen gewinde) oder aufgeschraubt (mit Außengewinde) und kosten zwischen fünf und acht Euro. Aber Achtung: Weil sich vor ihnen leicht Rost- oder Kalkrückstände ansammeln, sollten sie häufiger gereinigt oder ausgewechselt werden.

Foto: fefufoto/Fotolia

Einfache Durchflussbegrenzer reduzieren durch starre Öffnungen den Wasserstrahl. Das hat den Nachteil, dass bei niedrigem Wasserdruck nur wenig aus dem Wasserhahn kommt. Durchfluss- oder Mengenregler sind da komfortabler; sie arbeiten nach einem dynamischen Prinzip: Bei hohem Wasserdruck verengt sich die Öffnung, bei niedrigem Druck weitet sie sich. So bleibt der Durchfluss auch bei unterschiedlichem Wasserdruck konstant.