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Wassergipfel der Umweltorganisationen


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Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.07.2019

Am 28. Mai 2019 haben der WWF und Aqua Viva zum zweiten Mal einen Wassergipfel der Umweltschutz- und Fischereiorganisationen (inklusive SFV) durchgeführt. Rund 30 Gewässerfachpersonen aus verschiedenen Organisationen haben sich in Rheinau darüber ausgetauscht, wie die politische Zusammenarbeit gestärkt und optimiert werden kann.


rur – Ziel des Gipfeltreffens war, die gemeinsamen Themen im Gewässerbereich politisch besser zu platzieren und auf einer möglichst breit ...

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rur – Ziel des Gipfeltreffens war, die gemeinsamen Themen im Gewässerbereich politisch besser zu platzieren und auf einer möglichst breit abgestützten und abgesprochenen Front zu verteidigen. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass in Sachen politischer Arbeit für den Gewässerschutz die Koordination der beteiligten Akteure verbessert werden muss. Das ist den Umwelt- und Fischereiorganisationen wichtig, da die Gewässer der Schweiz stark beeinträchtigt sind, das Gewässerschutzgesetz kontinuierlich abgeschwächt wird und es beim Vollzug der gesetzlichen Grundlagen hapert.

Brisantes Thema Restwasser

Eines der brisanten Themen, welches sowohl die Fischereiverbände als auch die Umweltorganisationen beschäftigt, sind die nach wie vor viel zu knapp dotierten Restwasser. Diese zu knappen Restwassermengen dürfte es per Gesetz seit Ende 2012 gar nicht mehr geben! In Rheinau wird dies besonders deutlich. Hier «fliessen» wegen des Wasserkraftwerks die meiste Zeit des Jahres nur noch 5 m3/s Wasser durch die Rheinschlinge. Um dies optisch zu kaschieren, stauen zwei zusätzliche Wehre das Restwasser zu zwei Stauseen auf. Auf einer sehr kurzen Strecke sind so drei für Fische unüberwindbare Hindernisse gebaut worden. Aus einer dynamischen Flusslandschaft ist eine Aneinanderreihung von monotonen Stauseen entstanden, welche ökologisch verarmen. Das zeigt sich auch an den mageren Fischbeständen und der veränderten Artenzusammensetzung der Fische in diesem Abschnitt. Mehr Dynamik benötigen beispielsweise die Äschen und Bachforellen, welche hier kaum noch anzutreffen sind. Seit Jahren setzt sich Aqua Viva für diesen Abschnitt des Rheins ein, der auch im Bundesinventar der schützenswerten Landschaften und Naturdenkmäler steht.

Kampf für naturnahen Flusslauf

Das primäre Ziel wäre der Rückbau der Kraftwerksanlagen, um wieder eine dynamische und ökologisch wertvolle Rheinschlinge zu schaffen. Falls diese Lösung nicht konsensfähig wird, fordert Aqua Viva im Rahmen der Neukonzessionierung den Umbau des Kraftwerks Rheinau zu einem Laufkraftwerk und den Rückbau der beiden Hilfswehre. Auch auf diese Weise würde die Rheinschlinge wieder mit der natürlichen Wassermenge versehen. Doch bis zur Neukonzessionierung geht es noch rund 15 Jahre. Mehr Wasser brauchen die Fische aber umgehend und per Gesetz seit Ende 2012. Daher soll nun rasch die Restwassermenge erhöht werden. Diese Strategie wird von Aqua Viva während einer Exkursion im Anschluss des Gipfels auf dem Boot vorgestellt. Die lokalen Fischer bestätigen, dass dies auch aus ihrer Perspektive angebracht wäre.

Rund 30 Vertreter verschiedener Umweltschutz- und Fischereiorganisationen haben sich am 28. Mai 2019 in Rheinau getroffen und die politische Stärkung des Gewässerschutzes diskutiert.