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Weg in den Abgrund


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 30.03.2022

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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 7/2022

Richter Michael Jacobi ist ein angesehener Jurist, als liberal bekannt und möglicherweise auf dem Sprung zu einem nächsten Karriereschritt, als ein Ereignis ihn mehr und mehr aus der Bahn wirft. Sein Sohn Julian hat, nachdem er gerade bei der Fahrprüfung durchgefallen ist, mit dem Wagen des Vaters einen Motorradfahrer angefahren und Fahrerflucht begangen. Natürlich will der Vater mit ihm sofort zur Polizei gehen – bis er erfährt, dass das Unfallopfer Sohn des kriminellen Clanchefs Radan Sailovic ist, den der Richter für lange Zeit in den Knast gebracht hat. Das Eingeständnis der Schuld wäre tödlich für den Sohn. Also bemüht sich Jacobi um Vertuschung. Doch mit dem Verschwindenlassen seines Wagens ist es nicht getan, immer weitere Kreise ziehen seine Schachzüge, immer mehr Personen werden hinein gezogen, solche, mit denen es Verbindungen aus der Vergangenheit gibt, und ...

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... solche, die zufällig hineinstolpern. Nach und nach muss der Richter alle Prinzipien über Bord werfen.

„Euer Ehren“ basiert auf der israelischen Serie „Kvodo“ (2017). Während die hierzulande bisher nicht zu sehen war, lief das US-Remake „Your Honor“ (2020) mit Bryan Cranston in der Rolle des Richters Anfang 2021 beim Bezahlsender Sky (und ist dort gegenwärtig erneut zu sehen, kürzlich auch als DVD erschienen). So wie die US-Version den Schauplatz New Orleans für ein Spannungsfeld zwischen dem

Organisierten Verbrechen von Weißen einerseits und Schwarzen andererseits nutzte, so hinterlassen in der deutsch-österreichischen Version, angesiedelt in Innsbruck, die Grenze zu Italien und die Alpenkulisse ihre Spuren.

Anders als die fast doppelt so lange US-Version wird hier konzentrierter erzählt, auf einige der melodramatischen Verwicklungen zwischen den Figuren verzichtet und das Geschehen mit einer späten Enthüllung und einem wahrhaft bösen Ende gekrönt. Der dffb-Absolvent David Nawrath, der vor zwei Jahren mit seinem Debüt „Atlas“ einen bemerkenswerten Einstand gab und hier auch als Co-Autor verantwortlich zeichnet, hat das zügig inszeniert und viele der Figuren plastisch gezeichnet, nicht nur den Protagonisten, den Sebastian Koch nuanciert verkörpert.

Ein schönes Gespann bilden dabei Tobias Moretti als lokale Unterweltgröße „Der Fleischer“, jederzeit ein übergroßes Ego versprühend, und – der immer verlässliche – Rainer Bock (der sich in „Atlas“ als kompetenter Hauptdarsteller zeigte, der es vermochte, einen Film zu tragen) als dessen stets gelassen agierende rechte Hand, genauso versiert in der Informationsbeschaffung wie darin, eigenhändig zu töten. FRANK ARNOLD

ARD Mediathek ab 2.4., Sendung am 9. und 10.4., 6 Episoden à 45 Min●●●●●

Two Weeks To Live

RACHESERIE Rachel war noch ein Kind, als ihr Vater ermordet wurde. Danach lebte sie viele Jahre lang mit ihrer Mutter in einer Hütte in der Wildnis und wurde zur Survivalspezialistin. Jetzt kehrt sie in die Zivilisation zurück. In einer Kneipe spielen ihr Jay und Nicky einen harmlosen Streich: Rachel glaubt, das Ende der Welt stünde bevor. Die beiden Scherzkekse ahnen nicht, welche Kette an Gewalt sie dadurch in Gang setzen, denn die 21-Jährige sucht jetzt die Schuldigen am Tod ihres Vaters.

TB

ZDFneo Mediathek ab 8.4., 6 Episoden à 24 Min ●●●●●

SWR3 New Pop 2021 – Celeste

KONZERT Vor etwas über einem Jahr erschien im Januar mit „Not Your Muse“ das Debutalbum von Celeste, das ihr sofort Vergleiche mit Aretha Franklin, Nina Simone, Etta James, Sara Vaughn (sorry, größer geht’s nicht), aber auch mit Sade und Amy Winehouse einbrachte. Das Minikonzert aus dem letzten Jahr zeigt sie mit einer äußerst kompetenten Band, die eine Mischung aus Rhythm & Blues, Soul und Jazz mit starken Hip-Hop-Einflüssen zelebriert. Zeitlose Musik, in der gekonnt alt und neu gemischt werden. LUG

3sat Mediathek bis 13.4., 44 Min ●●●●●

Tatort: Borowski und der Schatten des Mondes

KRIMI Sein letztes Konzert gab Jimi Hendrix in Deutschland, als er am 6.9.1970 im Rahmen eines Festivals auf Fehmarn auftrat, nur 12 Tage vor seinem frühen Tod. Ein Gedenkstein erinnert heute daran, und auf seine Weise auch dieser „Tatort“. This time it’s personal: als nach einem Herbststurm ein skelettierter Leichnam gefunden wird, sieht sich Kommissar Borowski 50 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Damals war er zusammen mit seiner Freundin auf dem Weg zum Festival, nach einem Streit verschwand sie spurlos. Ja, es ist ihre Leiche: Borowski unternimmt einen Alleingang, geplagt von den Dämonen der Vergangenheit – ein starkes Psychogramm, auch der Familie des Mörders. Fragt sich nur, warum der 2019 gedrehte Film, der im Herbst 2020 Festivalpremiere hatte, nicht schon damals ausgestrahlt wurde. FRANK ARNOLD

ARD Mediathek ab 10.4., 90 Min ●●●●○

Inside NATO

DOKU Die NATO ist das mächtigste Militärbündnis der Welt. Und dennoch eine reine Verteidigungsgemeinschaft. In Deutschland hat es sich in den letzten Jahren so eingebürgert, dass über die NATO und ihre Werte eher gelacht wurde. Wer soll uns schon angreifen, warum sollten „wir“ also Verträge mit der NATO einhalten? Tja ... Die dreiteilige Doku führt durch die Geschichte Europas in der Nachkriegszeit, beginnend 1949 mit der Gründung unter dem Eindruck der ersten sowjetischen Atombombe, über die Kubakrise 1962, bis hin zu 9/11.

TB

ZDF Mediathek bis 1.4., 3 Episoden à 45 Min ●●●●○

Lukas

COMEDY Zehn Jahre ist der Comedian, Schauspieler und Moderator Dirk Bach jetzt tot. Und erst so langsam erkennt man, was dieser Mann eigentlich hinterlassen hat, dass er sehr viel mehr war, als nur der lustige, kleine, dicke Schwule. Selbst eine reine Comedyserie wie diese hier (immerhin mit dem Telestar, dem Deutschen Comedypreis und einer Goldenen Kamera ausgezeichnet), hat Schichten, denn Bach versteckte sein gesellschaftliches und politisches Engagement gerne hinter (nicht immer ganz geschmackssicheren) Witzen und Ironie. Der fehlt!

TB

ZDF Mediathek bis 11.3.23, 38 Episoden à 28 Min ●●●●○

Einsatz in den Alpen

THRILLER Tom und Sebastian Falk sind ungleiche Brüder, die beide für die österreichische Polizei arbeiten, der eine etwas unkonventionell Undercover im Rauschgiftmilieu von Innsbruck, der andere als Leiter einer Sondereinheit, die einen Serienmörder jagt. Als ein Armbrustkiller die Freundin von Tom ermordet, eskaliert die Situation und es kommt zu einer Jagd in den Tiroler Bergen. Erinnert zeitweise etwas sehr an „Shoot To Kill“, den großartigen Outdoor-Thriller von Roger Spottiswoode, aber das muss ja nicht schlecht sein. LUG RTL ab 31.3., 90 Min ●●●●○

So weit die Füße tragen

ABENTEUERFILM Als dieser Stoff 1959 zum ersten Mal verfilmt wurde, war der Mehrteiler über die abenteuerliche Flucht eines Wehrmachtsoldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft ein Straßenfeger. So einen Aufschlag hatte diese Kinofassung aus dem Jahr 2001 nicht mehr. Regisseur Hardy Martins wich zugunsten einer eher abenteuerlichen Handlung vom Roman und der früheren Miniserie ab. Doch was an diesem Film inhaltlich fragwürdig ist, macht er mit grandiosen Landschaftsbildern wieder gut. TB

ARD Mediathek bis 13.4., 115 Min ●●●●○

Familienerbe

KOMÖDIE Ausgerechnet an ihrem 40. Hochzeitstag verunglücken die Eltern von Maren, Leo und Mattes tödlich. Das Problem ist jetzt nicht nur, wohin mit der Torte, sondern auch, wie mit dem Erbe umgehen? Dazu taucht auch noch ein viertes Kind auf. Bisher war Maren das Herz der Familie, immer darauf bedacht, alle Wogen zu glätten und einen Ausgleich untereinander zu erreichen. Doch diese Zeiten sind vorbei ...

LUG

ARD Mediathek bis 6.7., 90 Min ●●●●○

Nosferatu

STUMMFILM Da die erste „Dracula“-Verfilmung („Drakula halála“, Ungarn 1921) als verschollen gilt, ist dieses expressionistische Meisterwerk von F.W. Murnau die älteste Verfilmung von Bram Stokers Werk. Allerdings eine, die den Namen des Originalverfassers geflissentlich ignoriert und die deshalb beinahe auch vernichtet worden wäre. Entstanden ist die Geburtsstunde des Horrorgenres, ein poetischer und künstlerischer Film, der auf vielerlei Arten deutbar ist. Gezeigt wird eine 2006 entstandene Rekonstruktion des Films, bei der alle Bilder digital bearbeitet wurden. LUG

Arte Mediathek bis 1.6., 95 ●●●●○

Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers

DRAMEDY „... und dann frag ich ihn: Martin, soll ich an dir rumspielen, hintenrum?“ Mohammed sucht einen Fremden, der ihm ein gutes Leumundszeugnis ablegt. Ein Rentner braut im eigenen Keller Bier. Das alles sind so die Sachen, die Uber-Fahrer Ben im Laufe seines Arbeitstages mitbekommt. Kein Wunder, dass der Mann depressive Anfälle vom Allerfeinsten hat, über die er aber niemanden etwas erzählt, es sei denn, er muss für einen Fremden ein gutes Leumundszeugnis ablegen. Dazu kommt eine etwas überspannte, schwangere Freundin, die ihn am Abend kurzerhand aus der gemeinsamen Wohnung schmeißt. Das ZDF hat hier eine australische Serie aus dem Jahr 2019 sehr schön adaptiert. Aber Heloten wie Benn gibt es ja inzwischen überall auf der Welt, egal ob in Melbourne oder Hamburg. LUG

ZDF Mediathek ab 12.4., 6 Episoden à 26 Min ●●●●○