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WEGE IM ABSEITS


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 13.08.2021

Bayerische Alpen

Artikelbild für den Artikel "WEGE IM ABSEITS" aus der Ausgabe 9/2021 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Leichte Kletterpassagen beim letzten Anstieg zum Friedenrath

Beim Wandern in den Bayerischen Alpen ist man in den seltensten Fällen allein unterwegs. Vor allem an schönen Wochenenden sind viele Gipfelziele zwischen den Lechtaler und Berchtesgadener Alpen stark frequentiert oder gar überlaufen. Doch nicht überall ist das der Fall. Auf sogenannten »vergessenen Steigen« gibt es auch in Bayerns Bergen noch Touren, Sie führen oftmals über Pfade, die nicht mehr gewartet werden und nur selten markiert sind. Auch an bekannten Bergen lassen sich so mit etwas Glück ruhigere Alternativen zu den gängigen Normalwegen entdecken. Um verKarten und alte Wanderliteratur zu Rate zu ziehen. Die Nachfrage bei Einheimischen oder bei Hüttenwirten hat ebenfalls schon öfter Früchte getragen. Wer einen vergessenen Steig begehen will, sollte das stets mit Bedacht tun und die Tour gut planen. Nicht immer ist die Orientierung auf den Wegen einfach und manchmal gibt ...

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... es gute Gründe, dass die Steige nicht mehr in Karten verzeichnet sind – etwa, wenn sie durch Schutzgebiete führen oder bei Gefahr in Verzug. Zur Inspiration verraten wir nachfolgend sieben lohnende Tourenziele auf vergessenen Steigen, die allesamt ein besonderes Bergerlebnis versprechen.

Tourenvorschläge bitte umblättern

BUCHTIPP

Vergessene Steige

Weitere wilde Bergtouren für jeden Anspruch gibt es im neuen Tourenführer von Andreas Gruhle. Der Autor stellt im Buch insgesamt 30 Touren vor, auf denen sich die Bergwelt der Bayerischen Alpen, die benachbarten Berge Tirols und des Salzburger Lands neu entdecken lässt.

Andreas Gruhle: »Vergessene Steige: Bayerische Alpen« 160 Seiten, Bruckmann Verlag, München 2021, 19,99 €

1 Kreuzspitze und Kuchelbergkamm

Ammergauer Alpen

Gleich vier Gipfel warten bei dieser Tour auf ambitionierte Wanderer. Von der Ammerwaldstraße an der deutsch-österreichischen Grenze geht es zunächst über das Schwarzenköpfl auf die Ammergauer Kreuzspitze. Der Weiterweg führt über den Kuchelbergkamm auf die Gipfel von Kuchelbergkopf und Kuchelbergspitz, ehe man hinab zum Schloss Linderhof steigt.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind stets gefragt. Immer wieder sind leichtere Kletterstellen und – je nach Jahreszeit – anspruchsvolle Querungen von Schneefeldern zu bewältigen. Ein vor der Tour beim Schloss deponiertes Fahrrad erleichtert den Rückweg zum Ausgangspunkt ungemein!

mittel | 1380 Hm/1540 Hm | 19,5 km | 6–7 Std.

Start: Parkplatz in doppelter Spitzkehre der Ammerwaldstraße (1095 m) Ende: Schloss Linderhof (950 m)

Charakter: Ambitionierte Tagestour, die gute Kondition voraussetzt mit einfachen Kletterpassagen und exponierten Querungen Route: Parkplatz – Schwarzenköpfl (1897 m) – Kreuzspitze (2185 m) – Kuchelbergkopf (2026 m) – Kuchelbergspitz (2020 m) – Schloss Linderhof

2 Ochsenälpeleskopf und Kreuzkopf

Ammergauer Alpen

Selbst bei schönstem Wetter sind der Ochsenälpeleskopf und der Kreuzkopf kaum überlaufen. Und das, obwohl die Tour mit landschaftlichen Eindrücken der Extraklasse besticht. Einen rauschenden Wasserfall, einsame Almen und eine tolle Rundumsicht auf die Ammergauer Alpen gibt es während der Tour zu bestaunen. Immer wieder wird auch die bayerisch-tirolerische Grenze passiert. Der Anstieg über den kaum bekannten Nordkamm auf den Ochsenälpeleskopf ist unschwierig. Auf dem Weg zum benachbarten Kreuzkopf gibt es schon deutlich anspruchsvollere Schotter- und Felspassagen, ehe es über das Kuhkar zurück zum Ausgangspunkt geht.

mittel | 960 Hm | 9,8 km | 4–5 Std.

Start und Ende: Reutte, Hotel Ammerwald (1080 m) Charakter: Zunächst einfache Wanderung über den Ochsenälpeleskopf, der Aufstieg zum Kreuzkopf ist deutlich anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Route: Hotel Ammerwald – Almwiese – Abzweig Hirschwängalpe – Ochsenälpeleskopf (1905 m) – Kuhkarjoch – Kreuzkopf (1910 m) – Kuhkarjoch – Hotel Ammerwald

3 Dreitorspitzen

Wettersteingebirge

Eine echte bergsteigerische Herausforderung stellt die Gipfeltour auf die Leutascher und die Partenkirchener Dreitorspitze dar. Schon der Aufstieg über die Wettersteinalm zur Meilerhütte führt in hochalpines Gelände. Dort bietet sich eine Übernachtung an, ehe es am nächsten Tag felsig, ausgesetzt und technisch anspruchsvoll wird. Beim Aufstieg zur Leutascher Dreitorspitze ist man oftmals allein unterwegs. Der weglose Steig zum Gipfel hält immer wieder Kletterpassagen bereit. Darüber hinaus ist die Steinschlaggefahr durch den brüchigen Fels hoch – ein Helm und einzelnes Aufsteigen in der Rinne, um nachkommende Bergsteiger nicht zu gefährden, sind daher Pflicht. Für den Weiterweg zur Partenkirchener Dreitorspitze gibt es mehrere Optionen. Auf direktem Weg erwarten einen sehr ausgesetzte Passagen mit Kletterschwierigkeiten im III. Grad. Einfacher ist der Weg über die Aufstiegsrinne, doch auch hier ist aufgrund des losen Gesteins höchste Konzentration gefragt. Zum Gipfel führt schließlich ein gut gesicherter, mäßig schwieriger Klettersteig (A/B), der nach dem Bergsteiger-Pionier Hermann von Barth benannt wurde. Auch beim Abstieg gibt es mehrere Varianten, um wieder zurück ins Tal zu gelangen. Neben dem bekannten Aufstiegsweg bietet der Abstieg von der Meilerhütte über das Angerloch eine weitere Herausforderung in ausgesetztem Gelände.

schwierig | 2245 Hm | 26,1 km | 10–12 Std.

Start und Ende: Schloss Elmau (1008 m) Charakter: Lange und technisch anspruchsvolle Tour. Wegloser Aufstieg zur Leutascher Dreitorspitze extrem steinschlaggefährdet. A/B-Klettersteig auf Partenkirchener Dreitorspitze Route: Elmau – Wettersteinalm – Schachenhaus – Meilerhütte – Leutascher Dreitorspitze (2682 m) – Partenkirchener Dreitorspitze (2633 m) – Meilerhütte – Angerloch – Wettersteinalm – Elmau Tourenkarte Heftmitte: 12

4 Staffelgraben

Mangfallgebirge

Nicht immer muss der Gipfel im Mittelpunkt einer Wanderung stehen. Das zeigt auch diese Tour am Staffelgraben – einem Zufluss des Sylvensteinstausees. Ein unmarkierter Steig führt abenteuerlich am Bach entlang und verspricht vor allem an heißen Tagen die perfekte Abkühlung. Vom westlichen Ende des Sylvensteinspeichers wandert man in 45 Minuten zum Einstieg des Staffelgrabens. Nun sind es schmale und teilweise auch sehr steile Steige, die den Weg auszeichnen.

Nicht immer lässt sich hier der richtige Pfad so leicht finden – wer Orientierungshilfen dabei hat, ist also klar im Vorteil.

Einmal muss auch der Bachlauf selbst gequert werden. Ein »Höhepunkt« der Wanderung sind aber antik anmutende Eisenhaken, die als Tritthilfen über eine glitschige Felspassage führen und wohl schon vor mehreren Jahrzehnten dort angebracht wurden. Ist der Staffelgraben durchquert, wartet am Rißsattel noch einmal ein sensationeller Ausblick ins Tal und auf das Karwendelgebirge, ehe man den Abstieg nach Vorderriß antritt.

mittel | 520 Hm/490 Hm | 10,7 km | 3 – 4 Std.

Start: Westende des Sylvensteinspeicher (760 m) Ende: Vorderriß (782 m)

Charakter: Stellenweise etwas ausgesetzt, steil und schmaler Weg; abenteuerliche Querung mit alten Sicherungen; Wegfindung teilweise schwierig Route: Sylvensteinspeicher – Einstieg Staffelgraben – Ausstieg Staffelgraben/Laineralm – Rißsattel (1217 m) – Vorderriß

5 Wilde Fräulein

Mangfallgebirge

Im Gegensatz zum Jägerkamp am Spitzingsee bekommen die benachbarten Wilden Fräulein nur wenig Aufmerksamkeit von Wanderern. Völlig zu Unrecht, denn auch sie können mit etwas Orientierungssinn das Ziel einer lohnenden Bergtour sein. Vom Spitzingsattel führt die Wanderung zunächst über einen teilweise nur noch schwach ausgeprägten Pfad bergan und trifft bald auf den bekannten Aufstiegsweg von der Spitzingstraße. Ist der Jägerkamp erreicht, lässt man den Trubel am Gipfel schnell hinter sich. Dem Gratverlauf folgend geht es über einen unmarkierten, teilweise steilen Weg weiter nach Süden. Wenig später ist auch schon der Gipfel der Wilden Fräulein mit seinem windschiefen Gipfelkreuz in Sicht.

mittel | 615 Hm | 6,5 km | 3–4 Std.

Start und Ende: Parkplatz Spitzingsattel (1127 m) Charakter: Technisch größtenteils einfache Wanderung mit anfangs etwas schwieriger Wegfindung Route: Spitzingsattel – Abzweig Aufstieg Spitzingstraße – Jägerbauernalm – Jägerkamp (1746 m) – Wilde Fräulein (1615 m) – Spitzingsattel

6 Friedenrath

Chiemgauer Alpen

Mit einer Höhe von gerade einmal 1423 Metern ist der Friedenrath zwar nicht so hoch wie die benachbarte Hochplatte. Es lohnt sich aber, den Berg bei einer Hochplatten-Tour »mitzunehmen«. Der Weg hinauf ist im wahrsten Sinne des Wortes ein »vergessener« Steig. Er zweigt am Sattel zwischen Hochplatte und Haberspitz ab und ist in neueren Karten meist gar nicht mehr verzeichnet. Gut sichtbar führt der Pfad in felsiges, aber unschwieriges Gelände. Kurz vor dem Gipfel gibt es auch ein paar einfachere Kraxelpassagen zu bewältigen. All das ist jedoch nicht sehr schwierig und als Belohnung winkt eine grandiose Aussicht mit spektakulären Chiemseeblicken.

mittel | 1115 Hm | 15,4 km | 4–4 ½ Std.

Start und Ende: Marquartstein, Talstation Hochplattenbahn (615 m) Charakter: Zunächst steiler Anstieg zur Staffn-Alm, mäßig steil zur Hochplatte, leichte Kletterei bei einfacher Wegfindung am Friedenrath Route: Talstation Hochplattenbahn – Staffn-Alm – Sattel – Hochplatte (1587 m) – Sattel – Friedenrath (1423 m) – Staffn-Alm – Talstation Hochplattenbahn Tourenkarte Heftmitte: 11

7 Steinberg

Berchtesgadener Alpen

Der Steinberg ist ein beliebter Gipfel im Hochkalter-Massiv. Wer jedoch den kaum bekannten Anstieg über seine Nordflanke wählt, findet auch hier Bergeinsamkeit. Vom Startpunkt am Hintersee geht es zunächst in Richtung Schärtenalm bergan. Die Abzweigung, die zwischen den beiden Almhütten zum Steig in die Nordflanke führt, kann leicht übersehen werden. Es lohnt sich daher, einmal öfter einen Blick auf die Karte zu werfen. Bald schon ist der Weg besser sichtbar und durch Latschen, Gras und Geröll geht es weiter zum Gipfel. Beim Abstieg über die Blaueishütte ist noch einmal Konzentration gefragt. Geröll und glatte Platten erfordern hier Trittsicherheit!

mittel | 1300 Hm | 10,1 km | 5–6 Std.

Start und Ende: Parkplatz Hintersee-Zauberwald (795 m) Charakter: Größtenteils einfache Tour, Wegfindung teilweise etwas schwieriger, bei Abstieg zur Blaueishütte ist Trittsicherheit nötig Route: Parkplatz Hintersee – Schärtenalm – Steinberg (2026 m) – Blaueishütte – Parkplatz Hintersee