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WEGE- UND PLATZPFLEGE: Manche mögen‘s heiß


Friedhofskultur - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 01.04.2019

Un-, Wild- oder Kulturbegleitkraut. Wie man es auch nennt, das ungeplant wachsende Grün auf öffentlichen Wegen und Plätzen, es kann zum Problem werden. Marion Sippel-Boland stellt Geräte vor, mit denen Sie effizient und kostengünstig Wildkraut entfernen und regulieren können.


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Die Firma Reinex rückt dem Unkraut mit Wasserdampf zu Leibe. Vorteil dieses Verfahrens ist der sparsame Wasserverbrauch.


Foto: Sippel-Boland

Die chemische Bekämpfung ist laut § 12 Pflanzenschutzgesetz auf befestigten Freilandflächen und Nichtkulturland untersagt oder nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. Allerdings ist diese ...

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... Möglichkeit infolge der jüngsten Diskussion um die potenziell krebserregende Wirkung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat und den daraus resultierenden strikten Einschränkungen auf Länderebene sowie Anwendungsverboten in einigen Kommunen praktisch vom Tisch. Die Alternative ist die manuelle Wildkrautbeseitigung: Die ist jedoch personal- und damit kostenintensiv. Praktikable Lösungen im Bereich der mechanischen wie der thermischen Wildkrautbekämpfung sind daher so gefragt wie nie.

Das Angebot reicht bei den mechanischen Geräten von Wildkrautbesen bis zu Bürsten und Wildkrautentfernern (speziell für wassergebundene Beläge). Für die thermische Behandlung sind Abflammgeräte, Infrarot-, Heißluft-/Heißdampf-, Heißwassersowie Heißschaumgeräte im Einsatz. Allerdings sucht man auch hier die Eier legende Wollmilchsau vergebens. Es ist kein Zufall, dass es solch eine Breite an mechanischen und thermischen Geräten gibt. Jedes Gerät hat seine Vor- und Nachteile – Erfolg verspricht der Ansatz, Besen, Bürsten und Hitze zu kombinieren. Es geht also um die clevere Kombination unterschiedlicher Verfahren.

Mechanische Verfahren

Für den Einsatz auf befestigten Flächen bieten sich Wildkrautbürsten an. Es gibt sie handgeführt oder als Anbaugeräte. Wie beispielsweise Weedo, die handgeführte Wildkrautbürste derKersten Arealmaschinen GmbH . Ausgestattet mit einem 5,5 PS Honda-Motor ohne eigenen Radantrieb wird sie über die Rotation der Bürste angetrieben. Der Bürstenteller lässt sich mit verschiedenen Werkzeugen bestücken: mit Büscheln oder mit Zöpfen. Die aggressiven Zöpfe eignen sich für ebene, eher unempfindliche Flächen mit starkem Wildkrautbewuchs. Allerdings können sie Striemen auf Pflaster und Beton hinterlassen, und sie gehen nicht so gut in die Fugen. Um bei Flächen und Fugen eine gleich gute Reinigungswirkung zu erzielen, empfiehlt Ludger Hüning, Technischer Verkaufsberater bei Kersten, den Einsatz von Büscheln, er rät zu einer Kombination aus Flach- und Welldraht. Die Büschel sind auf eine Arbeitsbreite von 40 bis 50 Zentimetern (cm) einstellbar und eignen sich für ebene, befestigte Flächen, speziell aber für Randsteine. Darüber hinaus bietet das Unternehmen noch weitere Wildkrautbürsten als Anbaugeräte. Für wassergebundene und geschotterte Flächen hat das Unternehmen vier Wildkrautentferner-Modelle im Programm.

Neben Wildkrautbürsten für große Flächenleistungen mit Arbeitsbreiten von 1.250 bis 2.300 Millimetern (mm) bietet dieBema GmbH Maschinenfabrik mit dem Groby eine einfache Konstruktion für den flexiblen Einsatz gegen Schmutz und Wildkraut zwischen Bodenplatten, an Randsteinen und Gehwegen an. Der Anbau erfolgt über die Stapleraufnahme des Trägerfahrzeugs. Die Drahtseilzöpfe sind mit Kunststoff ummantelt, was für mehr Druck und einen gleichmäßigen Abrieb sorgen soll. Andere Besätze für unterschiedliche Bodenverhältnisse sind möglich. Im Programm hat Bema mit dem Groby light auch eine kompaktere Ausführung, die sich für kleine Trägerfahrzeuge eignet und bodenschonender ist.

Um mögliche Beschädigungen auf Belägen zu vermeiden, hat dieGepa GmbH für ihre handgeführten Geräte Unkraut-Jet 400 und Unkraut-Jet 400 plus eigens einen Fadenkopf entwickelt, der mit Spezialkunststofffäden bestückt ist, die keine Spuren hinterlassen sollen. Zur Anwendung kommen vier verschiedene Fadensätze, die sich werkzeuglos wechseln lassen. Der Fadenkopf mit Abweiserteller und Windmesser-System beseitigt nicht nur das Unkraut; durch das drehende System entsteht ein Unterdruck im Gehäuse, der das Unkraut in den Auffangbehälter (50 Liter) zieht. Das Gerät ist mit einem Honda-Motor (4,6 PS) ausgestattet. Die Arbeitsbreite beträgt 42 cm. Der Unkraut-Jet 400 plus hat zusätzlich einen 15 cm Kanten-Mähkopf. Mit dem Unkraut-Jet 400 Akku steht auch ein batteriebetriebenes Modell (maximal 800 Watt) mit einer Laufzeit von vier bis fünf Stunden zur Verfügung. Die Unkraut-Jets beseitigen Unkraut bis maximal 15 bis 20 cm Höhe. Die Flächenleistung beträgt pro Stunde je nach Bewuchs etwa 1.000 bis 1.500 Quadratmeter (m2). Pro Arbeitstag (sieben Stunden) ist von folgenden Verbrauchskosten auszugehen: Benzinverbrauch fünf Liter à 1,35 Euro plus drei Satz Arbeitsfäden à 2,95 Euro.

Thermische Verfahren

Alle thermischen Verfahren basieren auf der gleichen Grundidee: Durch Temperaturen über 60 Grad Celsius (°C) stockt das Eiweiß in den Zellen, die Pflanzen sterben ab. Unterschiede gibt es jedoch bei den Übertragungsmedien. Außerdem ist nicht jedes thermische Verfahren für alle Bodenbeschaffenheiten geeignet. Unter dem Namen Thermhit bietetKersten Abflammgeräte des holländischen Unternehmens HOAF an. Bei diesen handgeführten Wildkrautbrennern erhitzt eine offene Flamme eine Infrarotplatte oder -gitter. Die infrarote Strahlungswärme wird mit heißer Luft kombiniert. Durch die hohen Temperaturen (700 °C) sterben die Pflanzen innerhalb von sieben Tagen ab.

In breiten Fugen fühlt sich Wildkraut wohl.


Zöpfe und Büschel aus Well- und Flachdraht (Kersten).


Fotos: Sippel-Boland

Das Anbaugerät Groby light im Einsatz.


Foto: Bema GmbH

Unkraut-Jet 400: Fadenkopf mit Kunststofffäden.


Fotos: Sippel-Boland

Der Heater 500 kombiniert erhitzte Keramikplatten und Infrarot-Strahlung.


Als Kontrolle für die richtige Arbeitsgeschwindigkeit gilt die Druckprobe. Hinterlässt die behandelte Pflanze beim Zusammendrücken einen dunkelgrünen Abdruck, stimmt die Geschwindigkeit. Ein Leitblech ermöglicht randgenaues Arbeiten an Bordsteinkanten. An Blumenbeete/ Grünstreifen lasse sich bis auf zwei cm ohne Verbrennung heranfahren.

Der Thermhit ist für alle Flächen außer Tartanbahnen und Kunstrasen geeignet. Für eine optimale Pflege empfiehlt Ludger Hüning, Verkaufsberater bei Kersten, Anfang April eine erste mechanische Grundreinigung, zwei bis drei Wochen später die erste thermische Behandlung. Ab dann werden die Flächen alle drei bis vier Wochen thermisch unkrautfrei gehalten, je nach Vegetation und Witterung.

DieAdler Arbeitsmaschinen GmbH hat mit dem Heater Flexi und Heater 500 zwei handgeführte und mit dem Heater 1000 oder 1400 zwei Anbaugeräte im Programm. Mit Hilfe von Propangas oder LPG-Autogas werden Keramikplatten hoch erhitzt. Die Kombination von Infrarot-Strahlung und Hitze von 800 bis 900 °C vernichten die Pflanzenzellen und reduzieren die Keimfähigkeit der Samen. Es entstehe keine offene Flamme. Die Geräte sind auf befestigten und wassergebundenen Flächen einsetzbar.

Das Basismodell, der Heater 500, wird handgeschoben, hat eine Arbeitsbreite von 53 cm und ist auf eine handelsübliche elf kg-Gasflasche abgestimmt (Heater Flexi: Arbeitsbreite: 35 cm, fünf oder elf kg Gasflasche). Beim Heater 500 E erfolgt der Antrieb über eine Batterie. Große Antriebsräder und ein Differenzial-Getriebe sorgen für Wendigkeit und leichtes Arbeiten. Das Gerät verfügt über einen Vorwärts- und Rückwärtsgang, die Geschwindigkeit ist stufenlos regelbar. Zur Anpassung an Wege und Flächen ist die Infrabox höhenverstellbar. In ihr werden Infrarot-Strahlung und Hitze so gebündelt, dass sich die behandelten Bereiche auf etwa fünf bis zehn cm daneben beschränken. Für schwer erreichbare Ecken und Kanten ist das Gerät mit einem Handbrenner ausgerüstet. Die Gesamtkosten pro m2 inklusive Abschreibung über vier Jahre gibt Adler bei fünf Stunden/Tag und 100 Tagen pro Jahr beim Basismodell mit 0,01 Euro/m2 und beim Batteriemodell mit 0,02 Euro/m2 an. Die Anbaugeräte Heater 1000 und 1400 passen an viele Trägerfahrzeuge und sind serienmäßig mit einer Funkfernbedienung ausgestattet. Die Arbeitsbreiten sind 1.050 und 1.400 mm. Es sind sechs oder acht Strahler eingebaut. Die Gesamtkosten pro m2 liegen bei 0,01 Euro. Im ersten Jahr der Anwendung sollten laut Adler fünf Durchgänge geplant werden. Diese können dann langfristig auf etwa drei Durchgänge pro Jahr reduziert werden. Für eine erfolgreiche Behandlung ist ausreichend Blattmasse erforderlich, ideal seien fünf bis zehn cm hohe Pflanzen. Am effektivsten sind die beiden ersten Einsätze im Frühjahr und die letzten im Spätsommer. Die Einsätze im Hochsommer seien oft weniger nachhaltig, da Sommerhitze und Regen das Wachstum der Pflanzen begünstigen. Wer auf der Suche nach weiteren Abflammgeräten und Infrarotstrahlern ist, der wird unter anderem beiReinhold Müller Maschinen + Technik (www.mueller.top) und bei derReinert Metallbau GmbH(www.abflammtechnik.de) fündig. Beide Firmen bieten kleinere Geräte mit Flaschenwagen oder rückentragbare Modelle an, haben aber auch fahrbare Modelle im Programm.

Das Leitblech des Thermhit 75 ermöglicht ein randgenaues Arbeiten.


Foto: Marion Sippel-Boland

Heißwasser und Heißschaum

Wasser gilt als guter Wärmeträger. Außerdem ist Heißwasser zur Bekämpfung des Wildkrauts praktisch für jede Bodenbeschaffenheit geeignet, ob Pflasterflächen, Schotter, Kies, Splitt, wassergebundene Wege, Rinnsteine, auf Dachflächen oder an Zaunrändern.

Kärcher bietet mit Weed Control Zubehör für seine Heißwasser-Hochdruckreiniger an. Damit kann Wildkraut mit circa 98 Grad heißem Wasser bekämpft werden. Für kleinere und mittlere Flächen ist der Aufsatz WR 20 mit einer Arbeitsbreite von 20 cm konzipiert. Er wird an der Lanze des Hochdruckreinigers angebracht und eignet sich mit nur 300 Gramm Gewicht für den flexiblen Einsatz besonders an schwer zugänglichen Stellen, wie an Mauern und Kanten. Für größere Flächen, etwa auf Verkehrsinseln oder Pflasterflächen, empfiehlt sich der WR 50 mit einer Arbeitsbreite von 50 cm und einem abnehmbaren und verstellbaren Fahrwerk. Weed Control ist mit verschiedenen Hochdruckreinigern kombinierbar. Für die Wildkrautbekämpfung bietet sich insbesondere die Trailer-Variante an, also ein als Anhänger konzipierter Heißwasser-Hochdruckreiniger mit einem Tankvolumen von 500 Litern Wasser und 100 Litern Treibstoff. Da das Wasser drucklos ausgebracht wird, ist der Bedarf an Brennstoff geringer als im Vergleich zur herkömmlichen Heißwasser-Hochdruckreinigung. Das autarke System mit Trailer benötigt knapp über acht l/min. Die Motorleistung wird in der Unkraut-Stufe abgesenkt, was den Kraftstoffverbrauch reduziert. Der Großteil des Brennstoffverbrauchs wird für die Erhitzung des Wassers über Brenner benötigt. Zur weiteren Reduktion des Brennstoffverbrauchs sind Wärmetauscher vorgesehen, die es ermöglichen, die Abwärme des Motors für die Vorerwärmung des Wassers zu verwenden. Bei der Heißwasserbehandlung geht Kärcher von einem drei- bis viermaligen Einsatz aus. Sinnvoll ist darüber hinaus ein regelmäßiges Reinigen mit dem Besensystem der Kehrsaugmaschine, damit sich keine Samen in den Belagsfugen und an den Seitenrändern absetzen können.

Die Universität Kopenhagen verglich unterschiedliche Wildkrautbeseitigungsarten: am besten schnitt das Heißwasser-Verfahren ab.


Grafik: Mantis/Meclean1

Distel vor und nach der Heißwasserbehand- …


Fotos: Mantis/Meclean

… lung mit dem BioMant Aqua Weedsolution.


DieMantis ULV-Sprühgeräte GmbH hat mit BioMant Aqua Weedsolution verschiedene Modelle in diversen Größen zur Heißwasserbehandlung neu im Programm. Die Modelle sind mit Dreipunkt oder Euro-Anschluss für Traktoren und Werkzeugträger lieferbar, oder aber auch mit Montagerahmen zur Montage auf Elektrofahrzeugen, Pick-ups oder ähnlichem. Als Zubehör sind eine Düse, ein Hand-Sprühbalken auf Rädern, Sprühbalken, Ausleger mit Düsen und Flex-Spritzschirmen in diversen Breiten lieferbar. Das Gerät kann vollständig elektrisch angetrieben werden. Die Wassererwärmung erfolgt über einen LPG- oder Dieselbrenner. Das Temperaturkontrollsystem gewährleiste eine Temperatur von konstant 99,5 °C, wodurch die maximale Arbeitsgeschwindigkeit beibehalten werden könne (zwei bis vier km/h). Je nach Modell wird der Weedsolution mit ein oder zwei Arbeitskräften bedient. Zum Einsatz in Gärten und auf kleinen Flächen bietet sich der WSCompact an.

DieHeatweed Technologies GmbH bietet patentierte Sensortechnik zur Wildkrautbekämpfung mit Heißwasser. Bei dem Verfahren wird mit einem 1,20 oder 1,60 Meter breiten Dosiersystem fast kochend heißes Wasser gezielt auf das Wildkraut gesprüht. Durch die Sensortechnik ist der Wasserauftrag sehr sparsam und es können hohe Flächenleistungen bis 30.000 m2/Tag erreicht werden. Das Wasser wird mit nur zwei bar Druck aufgetragen, daher ist das System sowohl auf befestigten als auch auf wassergebundenen Flächen sowie auf Kunstrasen einsetzbar. Heatweed hat neben den zwei Anbaumaschinen (XL 140 und Sensor 2.0) mehrere Handmaschinen (Mini, Mid, High und Multi) im Programm. Das Unternehmen hat 2017 das Produkt-Portfolio von Wave Europe übernommen.

DieElmo GmbH bietet unter dem Produktnamen Elmotherm Flächenpflegegeräte für verschiedene Einsatzzwecke an. Das Angebot reicht vom autarken Single Therm ET 1 mit Einzelbrenner, Tank und Stromaggregat über den ebenfalls autarken Double Therm ET 2 mit Doppelbrenner für große Flächen bis zu den mobilen Geräten für kleinere Flächen. Da wären der Mobile Therm ET 3, der an die Wasserversorgung und Stromversorgung des Unternehmens oder Hauses angeschlossen werden muss, oder der Vario Therm ET 4, das System im kompakten geschlossenen Anhänger für den flexiblen autarken Einsatz, das sich auch an die Hauswasser- und Stromversorgung anschließen lässt.

Das Unternehmen kombiniert Heißwasser und Heißschaum, die in einem Arbeitsgang über eine Doppeldüse in zwei Lagen übereinander ausgebracht werden können. Dadurch werde eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit mit sehr guten Ergebnissen erreicht. Mit dem Heißwasser/Ökoschaumverfahren kann die Temperatur des heißen Wassers länger gehalten werden. Das führt auch zu einer Wasser- und Energieersparnis. Der Elmotherm Organic Foam ist in die Betriebsmittelliste für Ökobetriebe (FIBL) aufgenommen. Man braucht für das Ausbringen keine Genehmigung. Der Schaumteppich löst sich nach wenigen Minuten rückstandsfrei auf. Alle Geräte können aber auch ohne den wärmeisolierenden Heißschaum als reines Heißwassergerät eingesetzt werden.

Ein Sensor erfasst das Unkraut, und das heiße Wasser wird gezielt und abgegeben (Heatweed).


Fotos: Sippel-Boland

Zacho arbeitet mit 800 °C heißer Luft.


Blick unter die Dampfhaube (Reinex).


Einjährige Wildkräuter werden nach Angaben des Unternehmens zu 100 Prozent und ebenso aufliegender Samen mit sofortiger Wirkung erfasst. Wurzelunkräuter können mit einer Kombination aus unterirdischer Anwendung mit einer Sonderlanze und dem Heißwasser-Schaum-Verfahren oberhalb wirkungsvoll bekämpft werden (zum Beispiel Riesenbärenklau – hier liege auch ein Ergebnis von der Biologischen Bundes-Anstalt Braunschweig, heute Julius Kühn Institut – JKI, vor). Elmo empfiehlt anfangs eine dreimalige Behandlung pro Jahr über mehrere Jahre. Danach kann das Pflegeintervall abhängig vom Pflegeziel reduziert werden.

Heißluft und Heißdampf

Zacho geht dem Wildkraut mit einem patentierten Heißluftsystem an den Kragen. Der Hersteller, der in Deutschland exklusiv über dieStavermann GmbH vertrieben wird, verspricht mit seinem System eine hohe Behandlungsgeschwindigkeit, einen geringen Gasverbrauch und geringe Betriebskosten. Zacho hat zwei handgeführte (UKB 625, UKB 655) und drei Anbaugeräte (UKB 1000, UKB 1200, UKB 1400) im Programm. Das Prinzip besteht darin, dass ein Motor das Turbogebläse antreibt. In der Brennkammer werden Luft und Gas verbrannt. Die auf 800 Grad Celsius erhitzte Luft wird im Prallteller verwirbelt und gleichmäßig verteilt. Die effektive Seitenabschirmung gewährleistet randnahes Arbeiten. Die Geräte sind auf wassergebundenen und befestigten Flächen einsetzbar, nicht aber bei Stufen. Die heiße Luft lasse die Wildkräuter absterben, auch Samen werde keimunfähig gemacht. Das Gerät UKB 655 wurde auf der Galabau 2018 als Messe-Innovation ausgezeichnet.

Reinex Hochdrucktechnik GmbH setzt auf Wasserdampf (135 °C) und bietet Anbaugeräte für verschiedene Trägerfahrzeuge an. Beispielsweise einen 90 KW-Brenner auf einem Citymaster CM 1600 von Hako. Das Anbaugerät mit einer Arbeitsbreite von 1.000 mm ist in drei Teilbreiten unterteilt. Es wird vom Geräteträger über Magnetventile angesteuert.

Während der Behandlung werden Heißschaum und -wasser ausgebracht (Elmo).


Fotos: Elmo GmbH

Das Ergebnis unmittelbar nach der Heißschaumbehandlung.


Eine Zusatzhaube dient der Behandlung von Bordsteinen und Pflasterrinnen. Sie bedampft von oben, ist in alle Richtungen schwenkbar und sowohl rechts als auch links einsetzbar. Maximal sind Anbaugeräte bis 1.600 mm Arbeitsbreite ausgerüstet mit einem Doppel-Brenner lieferbar. Zudem bietet Reinex Handgeräte in verschiedenen Breiten an. In der Haube wird der Wasserdampf abgebremst, um eine Verwirbelung und Vermischung mit der Umgebungsluft zu vermeiden. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt im sparsamen Wasserverbrauch. Er stehe im Vergleich zum Heißwasserverfahren im Verhältnis 1:5. Für die Wildkrautbeseitigung sind laut Jörg Pfretzschner jährlich sieben bis acht Durchgänge nötig, für eine Reduzierung reichen vier bis fünf.

Pflegekonzepte

Wie von den Herstellern zu erfahren war, sind die alternativen Verfahren zur Wildkrautbeseitigung stark nachgefragt. Für welches System man sich letztendlich entscheidet, hängt von verschiedenen Faktoren ab: etwa davon, welche Maschinen und Geräte bereits vorhanden sind und von der Größe und der Beschaffenheit der zu reinigenden Flächen. Denn nicht jedes Verfahren eignet sich für jede Belagsart. Und nicht jedes Gerät ist witterungsunabhängig einsetzbar. Empfehlenswert ist das Entwickeln eines Pflegekonzeptes mit definierten Pflegezielen und -kategorien und die Kombination verschiedener Verfahren. So kann etwa präventives Kehren das Unkrautvorkommen von vornherein reduzieren. Andererseits kann eine einseitige Regulierung bestimmte Pflanzenarten fördern. Wichtig ist der Einsatz von gut eingearbeitetem und erfahrenem Fachpersonal.

1 Kristoffersen P., Rask A.M. & S.U. Larsen (2008). Non-chemical weed control on traffic islands: a comparison of the efficacy of five weed control techniques. Weed Research 48, 124 – 130

Mechanisch: Anbieter (Auswahl)

• Adler Arbeitsmaschinen GmbH,www.adler-arbeitsmaschinen.de
• Bema GmbH Maschinenfabrik,www.kehrmaschine.de
• Gepa GmbH,www.gepamaschinenbciu.de
• Hako GmbH,www.hako.com
• Kärcher,www.kaercher.com
• Kersten Arealmaschinen GmbH,www.kersten-maschinen.de
• Lipco GmbH,www.lipco.com
•Westermann Radialbesen GmbH,www.westermann-radialbesen.de

Thermische Verfahren

Thermische Verfahren eignen sich für fast alle Flächen/Beläge, sie sind allerdings nicht witterungsunabhängig einsetzbar. Der Energieverbrauch ist vergleichsweise hoch. Nach jeder Behandlung müssen die Wildkrautreste entfernt werden, sonst bilden sie die Grundlage für neuen Bewuchs. Außerdem wird bei fast allen thermischen Verfahren durch die Erwärmung der oberflächliche Samenvorrat zum Keimen angeregt (praktisch nicht vermeidbar), was einen zweiten Arbeitsgang in kurzem Abstand (etwa vier Wochen je nach Witterung) erforderlich macht.
BeimAbflammen und beiInfrarot besteht Brandgefahr. Eine Veraschung muss vermieden werden, da sonst ein Düngeeffekt entsteht. Ein gutes Ergebnis beim Abflämmen setzt eine geringe Arbeitsgeschwindigkeit voraus. Daraus resultiert auch eine geringe Flächenleistung.Heißluft gilt gegenüber Infrarot als effektiver, weil es die Flitze auch in die Fugen und Ritzen drückt.
Heißwasser ist sowohl großflächig, als auch auf kleinen, heterogenen Flächen einsetzbar, allerdings ist der Energieverbrauch hoch.Heißschaum verstärkt die Fleißwasserwirkung und ermöglicht dadurch eine höhere Flächenleistung. Der Schaum stößt bei der Bevölkerung aber mitunter auf Vorbehalte. Vorteil beiHeißdampf ist der geringere Wasserverbrauch gegenüber Wasserdampf.

S. Bracke/sibo

Vor- und Nachteile mechanischer Verfahren

Für den Einsatz von Wildkrautbürsten spricht:
•weitgehend wetterunabhängig,
•bei regelmäßigem Einsatz nachhaltiger Bekämpfungserfolg,
•durch Anpassung des Bürstenmaterials und richtige Geräteauswahl für fast alle nicht wassergebundenen Oberflächen geeignet.

Als Nachteile sind zu nennen:
•Vegetationspunkte ausdauernder Wurzelunkräuter können sich in Pflasterfugen unter Oberflächenniveau verlagern,
•vor allem kleine Pflastersteine können ausgebürstet werden,
•Steinschlag ist möglich,
•Geräuschbelästigung, vor allem bei den kleinen, handgeführten Rasenmäher ähnlichen Geräten
•Borstenabrieb (Feinstaub, Kleinstbestandteile, Problem an Gewässern).

(Quelle: Susanne Bracke, LWK NRW)