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WEICHT VOM ORGINALZUSTAND AB!


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Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 12.04.2022

AUFTAKT JEEP TJ

Artikelbild für den Artikel "WEICHT VOM ORGINALZUSTAND AB!" aus der Ausgabe 5/2022 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 5/2022

Wenn ein Huber Hand anlegt, wird es nicht nur optisch herausragend! Der im Moab-Style modifizierte Jeep TJ zeigt sich von einer ganz eigenen Seite.

Wer „Longbeach-Rednecks“ als Aufkleber auf seinem Auto hat, der kann eine gewisse Leidenschaft für den „American way of life“ nicht leugnen. Wobei Andreas Huber nicht als braun gebrannter Feldarbeiter um die Ecke kommt, sondern als gestandener Werkstattmeister und Chef von Kfz-Technik Huber. Gerade Jeeps und große Ottomotoren finden in Langenbach ein liebevolles Zuhause! Egal ob beim Vater oder seinem Bruder. Selbst die privaten Mechaniker sind vom Jeep Virus infiziert und schrauben nach dem Feierabend an ihren eigenen Offroadern.

ES WAR EINMAL EIN TJ

Welch eine Wesensveränderung! Ich kann mir nicht helfen, aber der Huber-TJ hat mit der Serie nicht mehr viel gemein. An den alten Ami erinnert fast nur noch die klassische TJ-Karosserie. Und ...

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... sogar hier wurde Hand angelegt. Bei solchen Achsund Radkombinationen passt nicht immer alles unter die Kotflügel. Man merkt: Die Verwandlung ist tiefgrei- fend. Zwei Gramm mehr Tuning und Andi Huber muss als Fahrzeughersteller auftreten. Mit viel Liebe zum Detail und enormem technischem Verständnis wurde der TJ ja fast schon neu geboren.

ERSTER EINDRUCK

Der zählt. Letztes Jahr im Sommer war die OFF ROAD wieder mal zu Gast in Langenaltheim. Dort hatte ich das Glück, wieder einige neue Leute kennen zu lernen. Darunter auch die Familie Huber und andere, die sich mit ihren Reifen gerne formschlüssig in den Boden verzahnen. Unter den Fahrzeugen waren Prototypen und ganz viel anderes, was sich niemals auf der Straße heimisch fühlen wird. Ich hatte das Vergnügen, den Huber-TJ durch den Park zu fahren. Absolut nicht von dieser Welt. Vorher noch im Prototyp der Hölle gesessen, Strecken gefahren, die man nicht mehr laufen kann, und dann kommt der durchgehuberte TJ daher. Es war nicht zu fassen, wie der Jeep auf den gleichen Strecken wie die Protos seinen Weg fand. Ganz ohne Unimog-Achsen, meterlange Federn und LS-Motor. Doch muss einem klar sein: In der Jeep-Hütte steckt eigentlich auch ein kleiner Prototyp. Jedenfalls ist mir der Wagen wie auch der Fahrer positiv in Erinnerung geblieben. Andi, sein Bruder Michi und ich sind, sagen wir mal, im gleichen Alter und unterliegen alle drei dem Drang, unermüdlich an dem Fahrzeug der Wahl herumzuoperieren. Fertig ist man eigentlich nie. Hier noch ein kleines Detail, dort noch ein „fancy“ Aufkleber. Das Rad dreht sich so lange, bis die eigenen Ansprüche erfüllt sind.

WER KANN, DER KANN

Was soll denn jetzt das wieder heißen? Wie immer bin ich der Meinung: Wer weiß, was er tut, der macht es einfach besser. So auch hier. Für mich kann es im Normalfall nicht sechszylindrisch genug sein. Jedes Pleuel hat seinen eigenen Platz auf der Kurbelwelle. Einfach ein Traum! Doch Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden. Zum Glück. Denn ich kann mich auch an einem Achtender-Sound erfreuen. Der Serien-Otto wurde durch den 4,7-L-V8 aus einem Grand Cherokee WJ ersetzt. Mehr Power! Knallt, scheppert, will nach vorne! Wie es sich gehört, ist auch dieser V8 in der Lage, Nackenhaare stehen zu lassen und ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Die Zylinderköpfe des Motors kommen ebenfalls aus dem Achtzylinder-Tuning-Regal. Leider kann ich über den Inhalt der Köpfe keine Auskunft geben, da der Vorbesitzer dafür verantwortlich war. Nachdem der Motor zwei obenliegende Nockenwellen hat, würde ich mutmaßen, es könnte sich um scharfe Wellen handeln. Möglicherweise sind auch größere Ventile verbaut worden. Leistungstechnisch steht die Maschine jetzt mit 240 PS im Saft. Die beiden Obenliegenden machen den Motor in den Staaten etwas unbeliebter, der Kettenkasten und die damit einhergehenden Arbeiten lassen ihn ein wenig von seiner amerikanischen Robustheit einbüßen. Was in Deutschland allerdings völlig egal ist. Wer hat schon Angst vor Steu- erzeiten? Sicherlich kein Kfz-Technik-Meister mit dem Namen Huber. Das bisschen Kette macht sich von allein. Von alleine haben sich auch die beiden Getriebe gemacht. Automatik wie auch Verteilergetriebe sind original vom TJ übernommen worden. Wie sich gezeigt hat, kommen die beiden Schaltwerke bestens mit zwei Zylinderbänken zurecht. Der Meister versteht sein Handwerk. Motortuning durch Motortausch. So macht Leistungsteigerung Spaß und Sinn.

VOM UHR-ZUM FAHRWERK

Unter der Haube war noch lange nicht Schluss! Mehr Federweg, längere Lenker, andere Achsen und eine Radkombination, die sich neben der Straße daheim fühlt. Es ist so ziemlich alles geändert worden, was man kann. Beginnend mit dem Skyjacker Longarm 4“-Fahrwerk. Sagen wir so: Mit der Hilfe von blauem Licht wird die neue Anschlagkonsole des Fahrwerks an den Rahmen des TJ montiert. Die deutlich längeren Lenker sorgen in erster Linie für besseren Bodenkontakt der Räder. Die Geometrie der „kurzen“ Serienlenker lässt gerne mal ein Beinchen heben. Es reicht natürlich nicht, nur die Lenker zu verlängern und die Federn zu ersetzen. Die Vorderachse freut sich über Bilstein B8 und die hintere hat die Rancho RS9000XL dankend angenommen. Wie das Fahrwerk mit den Einschlägen zurechtkommt, lässt sich zum Teil über die Dämpfer bestimmen. Dass ein Offroad-Fahrwerk mit ganz anderen Gegebenheiten zurechtkommen muss als das eines Teerstrecken-Heizers, ist, denke ich, klar, Was vor dem Umbau schon genial war, ist der entkoppelbare Stabi. Den Splint an der Vorderachse ziehen, die Koppelstange nach vorne zum Rahmen anstecken und den Splint durch den Bolzen jagen. Das Ganze rechts und links, dann steht noch mehr Verschränkung nichts im Weg! Nicht wie beim neuen Rubicon per Knopfdruck elektrisch entkoppelbar und im möglichen Schadensfall recht teuer.

Der TJ kann höchstens den Splint verlieren. Einfach, robust, funktional. In vielen amerikanischen Konstruktionen kann man dieses Prinzip erkennen. Ich denke mal, das liegt am Land selbst. Von Alaska bis Mexiko müssen die Buden laufen. Von -40 bis 60 Grad Celsius. Allein schon der Temperaturunterschied macht der Technik zu schaffen. In der unendlichen Weite dieses Landes muss man sich eben auch etwas anders behelfen können als mitten im ADAC-Deutschland.

AN DIE ACHSE, FERTIG, LOS!

Wer sich bis jetzt die ganze Arbeit gemacht hat, der hört ganz sicher nicht bei den Achsen auf, den Offroader noch gewaltiger zu machen. Da gibts doch was von DANA! Sicher, die Vorderachse ist eine 44er mit Freilaufnaben. Die hintere ist durch eine Currie 9“ mit Scheibenbremsen ersetzt worden. Ebenfalls ein amerikanischer Klassiker in der Offroad-Szene in den U.S.A. Quersperren? Na logisch! Von wem? Na von ARB. Von wem auch sonst? Die Air-Locker lassen den TJ die Raufasertapete nach oben klettern. Sind die Sperren erstmal verriegelt, gibt es für den Jeep kein Halten mehr. Wenn an jedem Rad ein Viertel der Motorleistung ankommt, fängt er an zu beißen. Wenn der Hammer aufs Pedal fällt, gibts kein Halten mehr! Falls die Tapete doch einen Hauch zu rutschig oder zu steil sein sollte. Der Überrollkäfig von Smitttybilt macht einen äußerst robusten Eindruck. Muss man sich noch mit der Winde befreien? Kein Thema, auch hier kann geholfen werden. Die Seilwinde, natürlich von Warn, befindet sich in der Mitte des Fahrzeugs. Getunt von K&S mit zwei Bow-II-Motoren, kann kräftig gewincht werden.

RAD-REIFEN-KOMBINATION

Für das formschlüssige Einrasten in den Untergrund ist die Firma Maxxis verantwortlich. Mit ihren Creepy Crawlern in 37x12,5R15 steht der TJ stets grobstollig dem Boden gegenüber. In diesem Profil ist genügend Platz, um sich zur Not die nötige Traktion herbeizubaggern! Montiert auf Excentric Paris-Dakar-Felgen der Größe 8,5x15, ist diese Kombi alles andere als Niederquerschnitt. Recht viel Reifen auf wenig Felge könnte man auch dazu sagen. Geländewagen! Kein Rennhobel, bei dem die Reifenflanke so flach ist wie der Geldbeutel nach dem Erwerb dieser flachen Straßenbereifung auf 23-Zoll-Felgen.

LIEBE ZUM DETAIL

Ein Schriftzug hier, ein Aufkleber da. Andi Hubers TJ könnte genau so, wie er jetzt dasteht, irgendwo in den Staaten laufen. Der deutsche Redneck-Style steht dem Jeep wunderbar. Egal ob es die Nonnen sind oder das Mercedes V8-Logo. Irgendwie passt alles zusammen! Selbst die Heckklappe eines CJ5 wurde verbaut. Aus dem ganz einfachen Grund: Man kann sie abnehmen. Und ohne ein Stückchen CJ5 ist der TJ eh nicht richtig angezogen. Unterm Strich: Es ist ein absoluter Traumwagen. Für mich einer der Offroadumbauten, die das können, wonach sie aussehen!

T | Martin Frentz