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Weitblick: Zukunft? Jetzt!


petra - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 07.11.2019

Geniale Ideen und Visionen, Mut und auch die Freude am Risiko: DieseFÜNF FRAUEN besitzen von allem etwas – und arbeiten daran, unser aller Leben jeden Tag ein wenig besser zu machen


Der Traum vieler Mädchen. Doch die „GNTM“-Siegerin von 2009,SARA NURU, 30, empfand das Modelbusiness als zu oberflächlich und begann ein neues Leben … als Entwicklungshelferin

Sie sei wie eine Königin begrüßt worden, erinnert sich Sara Nuru an den Tag Ende 2008. Die in Bayern aufgewachsene 19-jährige Finalistin von „Germany’s Next Topmodel“ war nach Äthiopien, der Heimat ihrer Eltern, gereist. Ein TV-Team begleitete sie. ...

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Bildquelle: petra, Ausgabe 12/2019

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... In der Schule des Dorfes Degele zeigte man Ausschnitte von Nurus „GNTM“-Auftritten: „Die Kinder schauten hypnotisiert auf den Bildschirm, mir war es unangenehm. In dieser Lehmhütte, die nass und ungemütlich war, wirkte der Glamour meines Lebens so unangemessen.“

ENGAGIERT
Sara Nuru, 30, Model mit äthiopischen Wurzeln, Fairtrade-Aktivistin und Vorbild


Sie wirkt jünger als manche 30-Jährige. Internet-Star GRETA SILVER, 71, sagt: „alles reine Kopfsache“

OFFEN SEIN
Stilbewusst optimistisch: Greta Silver, 71, Model, Autorin, YouTuberin


Dem einnehmenden Lachen kann man sich nur schwer entziehen. Und Greta Silver scheint mit 71 Jahren mehr denn je zu strahlen. „Gelassenheit statt Botox“, so lautet einer der Ratschläge, die die bekannte Hamburgerin auf ihrem YouTube-Kanal gibt. Den startete sie vor fünf Jahren, produziert zudem Podcasts, wirbt alsSilver-Ager- Model für die Lebenseinstellung: Man kann jederzeit damit beginnen, seine Träume zu verwirklichen.„Alt genug, um mich jung zu fühlen“ heißt Greta Silvers aktuelles Buch(rororo, 256 S., 16 €, ab 19.11.).

Im letzten Jahr erst hatte sie mit ihrem literarischen Debüt(„Wie Brausepulver auf der Zunge“) einen Bestseller gelandet und darin erzählt, wie sie sich nach Ehe, drei Kindern und Hausfrauenjahren nicht nur beruflich als Innenarchitektin täglich neu erfand. Ein Prozess, der anhält: „Die Zeit von 60 bis 90 Jahren ist genauso lang wie von 30 bis 60. Das Alter ist Erntezeit. Vorher war Pflicht, jetzt kommt die Kür, ohne den Stress und die Ängste der Jugend.“

Die Not von Frauen beim Feiern hat sie erfinderisch werden lassen: KIM EISENMANN, 25, und ihre Start-up-Idee eines Armbands gegen K.-o.-Tropfen

GESCHÜTZT
Kim Eisenmann, 25, Studentin und Jungunternehmerin


Kim Eisenmann zeigt lächelnd ihr schmales Handgelenk. Was so aussieht, als ob sie das Eintrittsbändchen vom letzten Festival noch nicht abgenommen hätte, ist ihr ganzer Erfinderstolz: Die 25-jährige Karlsruher Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens ertüftelte ein Armband, das Frauen vor der Einnahme von K.-o.-Tropfen schützt.

Auf dem Papierband befinden sich zwei Testfelder, und der Schnellcheck während einer Party oder eines Clubbesuchs funktioniert ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest: Man tupft etwas Flüssigkeit auf die Markierung, und falls sich diese blau färbt, sollte man lieber die Finger von dem Getränk lassen. Denn das Band reagiert auf Gamma-Hydroxybuttersäure, dem am häufigsten verwendeten Wirkstoff für K.-o.-Tropfen. Er ist leicht erhältlich und nur sehr kurz im Blut nachweisbar, was die Verfolgung der Täter erschwert. Kim Eisenmann, zu Hause in der Gemeinde Waldbronn nahe Karlsruhe, hat selbst keine Erfahrung mit manipulierten Drinks gemacht, „doch eine Freundin wachte nachts unbekleidet im Park auf und wusste nicht mehr, was passiert war“. Eisenmann recherchierte intensiv: „Das Thema wird gerne heruntergespielt, auch von der Polizei, doch ich habe mit vielen Betroffenen gesprochen. K.-o.-Tropfen sind nicht nur in Metropolen, sondern auch in der Provinz stark im Umlauf. Nicht immer stecken sexuelle Absichten dahinter. Es kann auch ein makabrer Streich auf einem Feuerwehrfest sein.“

Kim Eisenmann entwickelte ihren Drinkcheck amKarlsruher Institut für Technologie (KIT), ließ es patentieren und gründete schließlich mit ihrem Mitstudenten Sven Häuser das Start-upXantus zur Vermarktung. Mit großem Erfolg: Sogar in den Drogeriemärkten von DM ist das Produkt inzwischen erhältlich. Kim Eisenmann arbeitet in ihrer jungen Firma bereits an den nächsten Erfindungen: „Ich hatte mir schon mit acht Jahren vorgenommen, mich mit einem Startup selbstständig zu machen.“

Frischzellenkur für den Osten: Worüber andere gerne reden, das packt Gründerin JENNY MÜLLER, 35, an. Ihr Obst-to-go-Clou erobert von Halle aus die grüne Welt

KNACKIG
Jenny Müller, 35, Gründerin und Obstfan mit Rohstoff


Obstsalat ist schon immer der Lieblingssnack von Dr. Jenny Müller gewesen. Doch auf ihren Geschäftsreisen ärgerte sie sich oft: „Von frisch konnte schon nach wenigen Stunden nicht mehr die Rede sein.“ Die Marketingmanagerin, die einige Jahre für den REWE-Konzern gearbeitet hat, wagte dann vor zwei Jahren mit einer eigenen fruchtigen Idee den Schritt in die Selbstständigkeit. Sie gründete in München dieFrischemanufaktur, mit der sie in Gläser gefülltes Obst anbietet. Der Clou: Die mit einer hohen Dosis Vitamin C und einem speziellen Säurepuffer behandelten Früchte sind bis zu zehn Tage haltbar.

Jenny Müllers „Obstlaune“ aus Mango, Heidelbeere, Apfel und Granatapfelkernen ist für den To-go-Genuss – und gleichzeitig ein vorbildliches, umweltfreundliches Produkt. Die Gründeridee ist mehrfach ausgezeichnet und finanziell vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert worden. Um ihre Salate weiter zu verfeinern und den Vertrieb zu forcieren, zog Jenny Müller jüngst aus der viel gepriesenen bayerischen Hightech-Metropole nach Sachsen-Anhalt um. Die Unternehmerin wählte dafür den TechnologieparkWeinberg Campus in Halle: „Hier habe ich ideale Bedingungen für die Weiterentwicklung meiner Firma vorgefunden.“

Es gibt nicht nur Menschen, die aus dem Osten wegwollen, sondern auch welche, die kommen. Und dort Zukunftschancen sehen. Auch in dieser Hinsicht möchte die Frische-Expertin mit ihrer Standortwahl ein Zeichen setzen. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Obst-Mix, dem ersten „Made in Halle“ – auf der Basis von Ananas, Kokosnuss und Pfirsich.

Schon als Kind wollte CLAUDIA KESSLER, 54, ins All fliegen. Nun schult sie die erste deutsche Astronautin

HOCH HINAUS
Ein Leben für die Raumfahrt: Claudia Kessler, 54, Initiatorin von „Die Astronautin“


Sie war vier, als sie im Fernsehen sah, wie mit Neil Armstrong 1969 der erste Mensch den Mond betrat. Danach flogen noch viele Männer und einige Frauen ins Weltall. Claudia Kessler wollte das auch unbedingt, begeisterte sich für Mathe und Technik: „Ich hatte keinen großen Bruder. So habe ich meinem Vater oft in der Garage geholfen.“

Nach dem Studium der Luftund Raumfahrttechnik arbeitete Kessler in der Branche und erlebte in diesen Jahren elf deutsche Astronauten. Doch keine einzige Frau: „Dass wir als ein Land, das für Technologie und Ingenieurskunst steht, in der Astronautinnen-Ausbildung derart hinterherhinken, ist ein Armutszeugnis.“ Aus dieser Erfahrung heraus gründete die Bremerin (wo sie lange für Airbus arbeitete) 2017 die mit privaten Spenden finanzierte Initiative „Die Astronautin“. Was ihr selbst verwehrt blieb, wünscht sie nun einer ihrer beiden Kandidatinnen, die derzeit für Experimente in der Schwerelosigkeit trainieren – die erste Deutsche zu sein, die 2021 zur Internationalen Raumstation fliegt: „Die Mission kann wichtige Erkenntnisse liefern, wie anders der weibliche Körper im All reagiert, und Frauen bringen ganz eigene Ansätze in die Arbeit ein.“ Die Initiative möchte Frauen ermutigen, MINT-Fächer zu studieren und naturwissenschaftliche Berufswege einzuschlagen: „Raumfahrt ist spannend und liefert so viele Erkenntnisse.“


FOTO: ROBERT RIEGER

FOTO: LOTTA FOTOGRAFIE (1)

FOTO: ASTRID SUSANNA SCHULZ