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Welche Geldanlage passt zu mir?


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Unser Geld - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 11.05.2022
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Bildquelle: Unser Geld, Ausgabe 3/2022

„Persönliche Gespräche sind bei der Geldanlage nicht zu ersetzen“

Marcel Springer ist Wirtschaftsjurist und Geschäftsführer der Stansch Vermögensstrategien in Bückeburg (www.stansch.de). Er betreut Privatpersonen bei der Anlage von kleineren und größeren Summen.

1 Persönliche Angaben

Können in der familiären Situation Veränderungen eintreten, die sich auf Ihre finanziellen Verhältnisse auswirken können (z. B. Geburt eines Kindes, Studium eines Kindes)?

□ Ja

□ Nein

Die Frage nach dem Güterstand ist wichtig, damit Vermögen zwischen Eheleuten nicht vermischt wird. Wenn es Gütertrennung gibt, macht ein Eheleute-Depot keinen Sinn, wenn einer was einzahlt und der andere 50 % davon geschenkt bekommt. Dann eher zwei Einzeldepots anlegen bzw. mit dem Paar im Detail darüber sprechen, ob dies so gewünscht wird.

Bei solchen Fragen geht es immer um den Bezug bzw. die Einordnung von Angaben: Ändert sich in absehbarer ...

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... Zeit bereits etwas an den Vermögens-Verhältnissen? Sind gravierende Veränderungen absehbar, stellt sich immer die Frage, ob eine längerfristige Geldanlage überhaupt lohnenswert ist bzw. ob es sinnvoller ist, vorsichtiger und zurückhaltender zu agieren oder sogar zu warten, bis die Veränderung eingetreten ist, sodass wieder eine verlässlichere Planung auch der finanziellen Mittel möglich ist.

2 Der Beruf

Welchen Beruf haben Sie gegenwärtig bzw. was waren relevante frühere Berufe?

□ Kaufmännische(r) Angestellte(r) bei Bank bzw. Finanzdienstleistung

□ Sonstige(r) kaufmännische(r) Angestellte(r)

□ Technische(r) Angestellte(r)

□ Mitglied der Geschäftsleitung

□ Wirtschaftsprüfer(in)/Steuerberater(in)

□ Angehörige(r) eines anderen freien Berufs

□ Rentner(in)/Pensionär(in)

□ Anderer Beruf:

Können im Beruf Umstände entstehen, die sich auf die finanziellen Verhältnisse auswirken können? (z.B.: Droht der Verlust des Arbeitsplatzes? Steht eine Pensionierung unmittelbar bevor?)

□ Ja

□ Nein

Der Beruf ist ein wichtiger Faktor bei der Geldanlage. Hat jemand bei einer Bank gearbeitet, sind wahrscheinlich andere Vorkenntnisse vorhanden als bei einem Tischler oder einer Krankenschwester. Oder: Arbeitet jemand als verbeamtete Lehrerin, ist auch eine sichere und gute Pension garantiert. Das spielt natürlich bei der Geldanlage bzw. der Empfehlung eine wichtige Rolle.

Auch hier geht es darum, zu erkennen, ob sich an den gegenwärtigen Einkommens-und Vermögensverhältnissen etwas gravierend ändern kann.

3 Geldanlage für wen?

□ Ich handele / Wir handeln im eigenen wirtschaftlichen Interesse.

□ Ich handele / Wir handeln auf fremde Rechnung für ............................................................................................................................................. bzw. im wirtschaftlichen Interesse von ............................................................................................................................................. (z. B. im Interesse der Kinder oder Enkel).

Hier geht es auch darum, zu erkennen, ob jemand wirklich nur aus eigenem wirtschaftlichem Interesse handelt. Es kommt häufig vor, dass jemand als Vormund agiert oder eine Vollmacht hat und Geld anlegen möchte. Es kommt auch oft vor, dass Eltern oder Großeltern für Kinder oder Enkel anlegen. Das hat Einfluss auf die Art der Anlage, wenn man weiß, dass das Geld das Studium finanziert.

Daran erkennen Sie seriöse Berater

➨ Die wichtigsten Fakten erhält man am Ende des Gesprächs schriftlich ausgehändigt.

➨ Dazu gehört auch das offizielle Beratungsprotokoll, das unaufgefordert übergeben wird.

➨ Ausführliches Gespräch über Einkommen, Vermögen, Ziele der Geldanlage usw., sodass ein individuelles Konzept entsteht.

➨ Ausreichend Bedenkzeit.

➨ Ausführliche Aufklärung über Möglichkeit, einer Geldanlage zu widersprechen.

➨ Hinweis, sich eine Zweitmeinung einholen zu können.

4 Angaben zu Einkommen und Vermögen

Woraus beziehen Sie Ihre regelmäßigen Einkünfte (monatliche Netto-Einkünfte)?

Nichtselbstständige Tätigkeit bis

□ 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Selbstständige Tätigkeit/ Gewerbebetrieb

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Vermietung/Verpachtung

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Kapitalvermögen

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Rente/Pension

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Sonstige Einkünfte

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Obige Angaben sind:

□ dauerhaftes Einkommen

□ zeitweiliges Einkommen

Auf den ersten Blick wirkt es vielleicht so, also wollten Bank-und Anlageberater extrem viel wissen. Im Kern geht es jedoch nur darum, zu erkennen, woher kommt das aktuelle Einkommen und wie plausibel ist die Deckung der Ausgaben. In der Regel prüfen Finanzberater nicht nach, ob die Angaben stimmen, aber zur eigenen Sicherheit ist es wichtig, bei der Geldanlage ehrlich zu antworten.

Hier ist wichtig zu erkennen, ob es ein dauerhaftes Einkommen ist – z. B. Rente oder unbefristetes Angestellten-Verhältnis. Ein befristetes Angestellten-Verhältnis dagegen stellt kein Einkommen dar, das über die nächsten Jahre sicher ist – es kann gekündigt werden.

5 Angaben zu laufenden Kosten

Wie hoch sind die laufenden finanziellen Ausgaben pro Monat (z. B. Miete, Lebensunterhalt, Kredite, Versicherungsbeiträge)?

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Bitte genauen Betrag angeben: .......................................................................................................

Hier geht es darum, zu erkennen, wie groß das monatliche Polster ist. Es bringt nichts, wenn der gesamte Überschuss angelegt wird und dann die Waschmaschine kaputtgeht. Berater erkennen am Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben, wie tragfähig Geldanlage als Sparplan sein kann.

Wie hoch ist Ihre freie monatliche Liquidität (monatliche Einkünfte abzüglich Ausgaben)?

□ bis 2.000 Euro

□ 2.000 -5.000 Euro

□ über 5.000 Euro

Bitte genauen Betrag angeben: .......................................................................................................

Liquidität ist das, was Sie jeden Monat übrig haben, wenn man Miete, Hausfinanzierung, Lebensunterhalt etc. von den Einnahmen abzieht. Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie im Monat ausgeben. Es wäre gut, wenn jeder, der Geld anlegen möchte, die Liquidität errechnet, sich aber auch Gedanken darüber macht: „Welcher Betrag würde nicht stören, wenn er jeden Monat zur Seite gelegt wird?“

Erwarten Sie zusätzliche Vermögenszuflüsse?

□ Nein

□ Ja

voraussichtlicher Betrag und Zeitpunkt: ..................................................................................................

Vermögenszuflüsse können z. B. sein: Erbschaft, eine ausgezahlte Lebensversicherung oder eine Immob ilie, die veräußert wird.

Müssen bestimmte Summen zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung stehen?

□ Nein

□ Ja

voraussichtlicher Betrag und Zeitpunkt: .......................................................................................................

Hier geht es zum ersten Mal um die Anlage-Strategie, also das Erkennen, ob und wann bestimmte Summen einem zufließen bzw. ausgegeben werden müssen. Ein Beispiel: Wenn ich 100.000 Euro anlegen möchte, aber weiß, dass ich im nächsten Jahr 20.000 Euro Steuern nachzahlen muss, dann kann ich die 100.000 Euro nicht komplett langfristig anlegen, sondern 20.000 Euro nur kurzfristig.

6 Wie hoch ist aktuell das Vermögen?

Barvermögen, Kontoguthaben

□ bis 10.000 Euro

□ 10.000 -100.000 Euro

□ über 100.000 Euro

Wertpapiere

□ bis 10.000 Euro

□ 10.000 -100.000 Euro

□ über 100.000 Euro

Immobilien

□ bis 10.000 Euro

□ 10.000 -100.000 Euro

□ über 100.000 Euro

sonstige Vermögenswerte*

□ bis 10.000 Euro

□ 10.000 -100.000 Euro

□ über 100.000 Euro

Wenn jemand 100.000 Euro anlegen möchte, müsste ein Barvermögen von über 100.000 Euro vorhanden sein. Immobilienvermögen ist heute eigentlich immer über 100.000 Euro. Wert-und Kunstgegenstände, die einen signifikanten Wert haben, sind relativ selten. Die ersten beiden Punkte sind entscheidend. Ganz wichtig: Auch hier ehrlich sein. Wenn jemand an einigen Stellen nur Vermögenswerte unter 10.000 Euro ankreuzt, können trotzdem 100 Euro im Monat angelegt werden – auch dann sind in wenigen Jahren schon nennenswerte Vermögenswerte erzielbar.

* z. B. Kapitallebensversicherung, Unternehmens-Beteiligung, Wert-und Kunstgegenstände

„Ich will erkennen: Das kommt monatlich rein, das geht raus. Nur dann kann ich eine Strategie entwickeln“

Marcel Springer versucht stets individuelle Lösungen zu finden.

Wie hoch ist Ihr Nettovermögen (Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten)

□ bis 100.000 Euro

□ 100.000 -500.000 Euro

□ über 500.000 Euro

Bitte genauen Betrag angeben: .......................................................................................................

Hier geht es in erster Linie um Verbindlichkeiten bei Immobilien. Viele sehen angesichts der gestiegenen Immobilienpreise nur den Wert, übersehen aber das Netto-Vermögen: Ein Haus im Wert von 400.000 Euro, das aber noch mit 300.000 Euro belastet ist, hat folglich nur einen Wert von 100.000 Euro.

Woher stammen Ihre Vermögenswerte?

□ aus beruflicher Tätigkeit evtl. Teil-Betrag angeben: ...................................................................................................

□ Familienvermögen/Erbschaft evtl. Betrag angeben: .......................................................................................................

□ Sonstiges evtl. Betrag angeben: .......................................................................................................

Will jemand mehr als 100.000 Euro anlegen, dann müssen Berater klären, woher das Geld kommt – das schreibt das Geldwäschegesetz vor.

Stehen die Vermögenswerte zu Ihrer freien Verfügung?

□ Ja

□ Nein

Vermögen, über das man nicht frei verfügen kann, hat einen anderen Wert als freies Vermögen. Ist eine Immobilie also beliehen, weil es einen Kredit dafür gibt, kann die Immobilie nicht so einfach verkauft werden. Gleiches gilt für ein Wertpapier-Depot. Es kann nicht ohne Weiteres übertragen werden, wenn man die Zustimmung eines Dritten oder der Bank benötigt.

Welche der folgenden Wertpapier-Geschäfte haben Sie bisher in Anspruch genommen?

□ Orderausführung im beratungsfreien Geschäft

□ Orderausführung im reinen Ausführungsgeschäft

□ Anlageberatung

□ Vermögensverwaltung

□ Keine

Hier beginnen die Fragen nach Erfahrungen bei der Geldanlage. Bei einem Orderausführungsgeschäft findet keine Beratung statt. Man sagt zur Bank einfach: „Ich möchte die Aktie XY kaufen“ – man benötigt also jemand, der das erledigt. Solche reinen Ausführungsgeschäfte werden im Vorfeld vereinbart.

Tragfähigkeit von finanziellen Verlusten: Wie würden Sie sich einschätzen?

□ Kann keine bzw. nur geringe Verluste des eingesetzten Kapitals tragen.

□ Kann Verluste tragen (bis hin zum Total-Verlust).

□ Kann Verluste auch über das eingesetzte Kapital hinaus tragen.

Wird der erste Punkt angekreuzt, signalisiert dies Beratern, dass das angelegte Kapital auf keinen Fall weniger werden darf. Die Konsequenz lautet dann ehrlicherweise: besser keine Geldanlage am Kapitalmarkt, sondern das Geld auf einem Sparkonto belassen. Doch zur Wahrheit gehört dann auch, dass das Geld durch Inflation und Negativ-Zins in einem Jahr weniger wert ist – also tritt auch ein Verlust ein.

Die meisten Menschen kreuzen den zweiten Punkt an – man akzeptiert Schwankungen. Das heißt, Geld, das angelegt ist, wird nicht für den Lebensunterhalt gebraucht, sodass zwar auf dem Papier mal ein rechnerischer Rückgang auftauchen kann, der aber ja nur zum Tragen käme, wenn man die Geldanlage auflösen würde. Verloren wäre angelegtes Geld ja nur, wenn es Aktien-Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Apple nicht mehr gäbe, weil alle pleite wären. Aber dann hätten wir ja auch keinen Staat mehr – eine eher theoretische Möglichkeit. Und Punkt 3 kommt in der Regel praktisch nie vor, weil es ja bedeutet, dass das angelegte Kapital weg ist und man noch Geld nachschießen muss. Solche Dinge bieten seriöse Finanzberater nicht an.

Welches Anlageziel verfolgen Sie bei Ihrer Vermögensanlage?

□ Allgemeine Vermögensbildung bzw. -optimierung

□ Spezifische Altersvorsorge (z. B. Riester)

□ Überproportionale Teilnahme an Kursveränderungen (u. a. Spekulation)

□ Familienabsicherung

□ Andere Dinge

Die meisten Menschen haben als Ziel die allgemeine Vermögensbildung bzw.- optimierung. Es gibt nur relativ wenige, die Geld total offensiv, also spekulativ anlegen möchten, weil sie in kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen möchten, aber auch in Kauf nehmen, viel Geld zu verlieren.

4 verschiedene Berater

Alle haben Vor-und auch Nachteile.

BANKBERATER

Arbeiten im Auftrag einer Bank oder Sparkasse.

+ Beratung selbst ist kostenlos. Allerdings erhält die Bank (bzw. Berater) verdeckt eine Provision, z. B. von der Fondsgesellschaft, wenn es zu einem Abschluss kommt.

- Angeboten werden in der Regel nur Geldanlagen des eigenen Hauses bzw. Verbundes.

HONORARBERATER

Meist freiberufliche Berater, die unabhängig agieren. Sie erhalten ein vereinbartes Honorar; abgerechnet wird nach Stundensatz, im Schnitt etwa 150 Euro.

+ Sind in den Empfehlungen frei; haben Überblick über Angebote verschiedener Banken; sind nicht von Provisionen abhängig.

- Man bezahlt die Beratung selbst, auch wenn man keiner Empfehlung folgt.

PROVISIONSBERATER

Auch dies sind freie Beratungsbüros, die für mehrere Finanz-Institute arbeiten.

+ Beratung selbst ist kostenlos; meist größeres Angebot als reine Bankberater.

- Agieren nicht so unabhängig wie Honorar-Berater, da sie vom Abschluss bzw. den Provisionen leben; evtl. wird nicht das beste Produkt empfohlen, sondern das mit der höchsten Provision.

VERBRAUCHERSCHÜTZER

In den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen gibt es auch Hilfen bei der Geldanlage.

+ Unabhängige Hilfe, da kein Eigen-Interesse vorhanden ist. Ideal, wenn man noch eine Zweit-Meinung einholen möchte.

- Oft gibt es keine konkrete Produktberatung, sondern nur allgemeinere Empfehlungen.

Wie lange wollen Sie Geld anlegen?

□ Kurzfristig (bis zu 3 Jahre)

□ Mittelfristig (3 bis 5 Jahre)

□ Langfristig (über 5 Jahre)

Wenn Geld nur 3 Jahre angelegt werden soll, dann darf das Risiko nicht zu hoch sein. Dann muss das Geld in 3 Jahren vollständig (plus Gewinn) vorhanden sein – und darf nicht gerade um 50 % gesunken sein. Je länger der Anlagehorizont, desto mehr kann man Chancen und damit auch Risiken gestalten.

Welche Kenntnisse und Erfahrungen besitzen Sie mit Geldanlage?

□ Keine Kenntnisse und Erfahrungen.

□ Langjähriger Kunde, umfangreiche Kenntnisse und Erfahrung, z. B. über Funktionsweise, Chancen und Risiken von Aktien-,Misch-, Renten-und Geldmarkt-Fonds.

In der Tabelle sind einige Geldanlagen aufgeführt. Bitte kreuzen Sie jeweils an, ob Sie Kenntnisse bei diesen Anlagen haben und wenn ja, wie lange Sie Erfahrungen haben und wie oft Sie diese Anlagen bereits nutzten.

Haben Sie Kenntnisse und Erfahrungen in Fremdwährungsgeschäften (z. B. Kauf von Aktien/ Renten in Fremdwährung)?

□ Ja

□ Nein

Auch das ist sehr wichtig, weil die meisten Menschen mit fremden Währungen nur beim Geld-Wechsel für den Urlaub zu tun hatten. Aber viele Geld-Geschäfte finden z. B. in US-Dollar statt. Und dann gibt es dabei immer noch ein Währungs-Risiko.

Haben Sie in der Vergangenheit Wertpapiere per Kredite gekauft?

□ Nein

□ Ja

und zwar im Jahr ....................................................... für ..................................................... Euro

Das kommt zwar selten vor, zeigt, dass Geldanleger Erfahrung haben. Es kann Sinn ergeben, sich für 1 % Geld zu leihen, um dann 6 bis 7 % plus zu machen. Empfehlen kann man das aber nicht.

„Mein Rat: Niemals einem Trend hinterherlaufen“

Marcel Springer ist eher überzeugt von Anlagen mit weniger Risiko.

7 Zum Schluss: Welcher Anlegertyp sind Sie?

Nachfolgend finden Sie 5 Arten von Risikobereitschaft näher beschrieben. Wenn Sie die nächsten fünf Jahre überblicken – welche Kategorie entspricht Ihnen?

□ KONSERVATIV

Der sichere Erhalt des Geldes steht im Vordergrund. Ich möchte möglichst keine Risiken eingehen, auch wenn ich weiß, dass Kapitalmärkte schwanken können. Ich nehme dafür sehr geringe Renditen und sonstige Nachteile (z. B. inflationsbedingten Kaufkraftverlust) in Kauf.

Da es keine nennenswerten sicheren festverzinslichen Anlagen mehr gibt, kann man nur sagen: Geld auf dem Spar-oder Giro-Konto lassen. Bei einer so vorsichtigen Haltung dürfte man kaum nennenswerte Renditen erreichen. Mehr noch: Durch Inflation und Negativ-Zins dürfte das Ersparte Stück für Stück weniger wert werden. Die Strategie heißt: 100 % Liquidität.

□ SICHERHEITSORIENTIERT

Ich habe nur eine geringe Rendite-Erwartung. Der Werterhalt steht im Vordergrund. Ich möchte auch nur geringe Risiken eingehen.

In der Vergangenheit waren jährliche Wertsteigerungen von 1 bis 3 % drin. Gleichzeitig bestand ein Verlustrisiko von 5 %. Früher hat man mit dieser Einstellung noch 5 % Rendite pro Jahr erzielt – heute nicht mehr. Als Anlagen bleiben nur sehr defensive Fonds, Rentenfonds sowie Anlagen in Europa, um Währungsrisiken auszuschließen. Infrage kommen auch solide Aktien von Unternehmen mit sehr guter Bonität wie Amazon, Apple, Microsoft, Nestlé. Diese globalen Weltmarktführer sind schwankungsarm und nicht abhängig von Krieg. Dazu Rentenfonds. Strategie: bis 40 % Liquidität, 10 % Gold, 20 % Aktien oder Fonds, der Rest Anleihen und Renten.

□ AUSGEWOGEN

Ich habe eine moderate Rendite-Erwartung. Neben Zinserträgen möchte ich auch Erträge aus Kurs-Steigerungen erzielen. Dafür nehme ich auch moderate Risiken in Kauf.

Jährliche Wertsteigerung 3 bis 5 %, Verlust-Risiken von etwa 10 %. Am Ende ist es ein Mix aus Aktien, Renten und Anleihen, weltweit. Konzerne, die Dinge des täglichen Lebens herstellen, wie Procter & Gamble oder Johnson & Johnson, sind von kurzfristigen Entwicklungen abhängig. Genauso gut Autobauer: BMW, Daimler, VW. Bei Anleihen selektiv vorgehen. Früher hat man sie gehalten, heute macht es durchaus Sinn, auch mal zu verkaufen. Strategie: bis 40 % Liquidität, 10 % Gold, 26 bis 65 % Aktien oder Fonds, 30 bis 60 % Anleihen.

□ WACHSTUMSORIENTIERT

Ich möchte eine gute, sprich höhere Rendite erreichen, die möglichst dauerhaft über dem Niveau der Kapitalmarktzinsen liegt. Dafür nehme ich auch höhere Risiken in Kauf.

Pro Jahr 5 bis 9 % Wertsteigerung, Verlust-Risiko 25 %. Das Geld in Aktien weltweit anlegen. Bedenken sollte man: Bei 5 % Inflation benötigt man einen signifikanten Anteil an Aktien, um eine Rendite zu erzielen, die über der Inflationsrate liegt. Branchen mit gutem Wachstum, aber auch Schwankungen wären z. B. Halbleiter-Hersteller oder chinesische Aktien wie Alibaba oder Tencent. Ebenfalls Firmen aus der zweiten Reihe. Ökofonds hatten gute Renditen. Aber man muss Risiken in Kauf nehmen. Strategie: max. 20 % Liquidität, 10 % Gold, 60 bis 90 % Aktien oder Fonds, 5 bis 30 % Anleihen.

□ CHANCENORIENTIERT

Ich habe bei der Geldanlage hohe Rendite-Erwartungen, nehme dafür auch hohe Verlust-Risiken in Kauf.

Mehr als 9 % Wertsteigerung pro Jahr sind erwartbar, aber auch, dass der Wert in einem Jahr um 50 % sinken kann. Hier geht es um die gezielte Anlage in einzelne Aktien oder ein Markt-Segment (z. B. Biotech). Offensive Branchen sind z. B. Robotik, Wasser, Wasserstoff. Aber bitte keinem Trend hinterherlaufen. Strategie: max. 20 % Liquidität, 10 % Gold, 80 bis 100 % Aktien oder Fonds, 0 bis 10 % Anleihen.