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WELCHE REIFEN SIND FIT FUR DEN SOMMER?


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Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 03.03.2022

Wer kriegt die Kurve? In unserer Gelände-wertung müssen sich die Kandidaten auch bei der Fahrt über Stock und Stein bewähren

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Rund und schwarz sind sie alle, doch nicht nur beim Preis gibt es Unterschiede. Neun Standard-, ein AT-und ein AS-Profil im Test

DIE TAGE WERDEN WIEDER LÄNGER, die kalte und dunkle Jahreszeit liegt endlich hinter uns. Wenn die ersten Blumen sprießen und Ostern vor der Tür steht, ist es an der Zeit, an die Sommerreifen zu denken.

Viele Autobesitzer warten mit dem Kauf der Sommerbereifung viel zu lange. Die besten Angebote locken zu Beginn der Wechselsaison. Spätestens Ende März steigen mit zunehmender Nachfrage die Preise. Hinzu kommt: Das Angebot ist seit längerer Zeit knapp. Die Transportkapazitäten sind eingeschränkt, dadurch kommt es immer wieder zu Rohstoffengpässen in der Fertigung. Schon im zurückliegenden Winterreifengeschäft war die Verfügbarkeit einzelner Dimensionen deutlich reduziert.

So oder so, neue Sommerreifen reißen ein spürbares Loch in die Haushaltskasse. Mit Entsorgungs und ...

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... Montagekosten werden schnell 600 bis 700 Euro fällig. Die Reifen halten dann durchschnittlich vier bis fünf Jahre.

Doch was ist die beste Wahl? Die meisten Sicherheitsreserven bieten erfahrungsgemäß die teuren Premiummarken. Oder tut’s auch der Billigreifen aus Fernost? Laien können die Unterschiede kaum erkennen. Da kommen wir ins Spiel. Mit unseren standardisierten Messverfahren und viel Erfahrung testen wir seit 30 Jahren Reifen – alles, was rund und schwarz ist. In diesem Jahr haben wir Reifen für die boomende Klasse der kompakten SUV auf die Teststrecken geschickt. Die passen etwa für die Bestseller VW Tiguan, Skoda Kodiaq oder Volvo XC40. Die Dimension 235/55 R 18 ist außerdem geeignet für Fahrzeuge wie Audi A6 allroad und ältere Toyota-RAV4-Modelle.

Unser Tipp: Die teuersten Reifentypen sind oft nicht die besten. Schauen Sie in der Ergebnistabelle nach dem für Ihr persönliches Fahrprofil idealen Reifen. Sie sind hier nicht fündig geworden? Kein Problem, denn sämtliche Reifentests der vergangenen Jahre sind auf unserer Onlineseite archiviert und sind jederzeit gratis für Sie abrufbar. Unter www.autobild.de/ratgeber/reifen finden sie außerdem weitere Tipps zum Thema Reifenkauf und Umrüstung.

WAS LEISTET EIN GANZJAHRESREIFEN?

Mitgetestet: Goodyear Vector 4Seasons Gen-3

Immer mehr Autofahrer sparen sich den saisonalen Gang zum Reifenhändler und setzen auf Ganzjahresreifen. Ein mit Fragezeichen behafteter Kompromiss. Wie groß sind die Sicherheitsdefizite gegenüber den Spezialisten für Sommer und Winter? Klare Antwort: Sie sind vertretbar. Das mit vielen Einschnitten (Lamellen) versehene Profil hat bei Handling und Bremsen klare Nachteile. Das Lenkansprechen ist verzögert, die Seitenführung eingeschränkt, und am Stauende fehlt unter Umständen eine halbe Wagenlänge. Dafür ist er auch bei Schnee und Eis ein zuverlässiger Begleiter. Gegenüber den Sommerspezialisten schneidet er am Ende mit einem befriedigenden Gesamtergebnis ab.

DIE TESTS IM GELÄNDE

TRAKTION GRAS / KIES / SAND / SCHLAMM

Bei den Offroad-Disziplinen müssen die Kandidaten ihr Können auf unterschiedlichsten Untergründen beweisen. Die Zugkraft (Traktion) wird als Beschleunigung (Gras/Matsch) oder gegen träge Masse mithilfe einer Zugstange und einer Kraftmessdose (Kies/Sand) gemessen. Die Tests werden teils mit Hinterradantrieb oder im 4x4-Modus durchgeführt. Was rechnerisch zu stark unterschiedlichen Werten führt. Die Testbedingungen auf losem oder matschigem Untergrund sind schwierig.

Für jede Testdisziplin werden mindestens zwei komplette Durchgänge gefahren. Ohne Fehl und Tadel: der Ventus S1 evo3 von Hankook. Auch Goodyear und Michelin machen abseits der Straße eine gute Figur. Ein wenig enttäuschend der neue Grabber GT Plus von General Tire, der trotz AT-Profil keine Bäume ausreißen kann und den Standardprofilen oft hinterherfährt. Der 4Seasons liegt auf hohem Niveau, ist auf Sand und Gras überragend, patzt aber im Schlamm.

HANDLING SCHOTTER

Die staubige Schotterstrecke ist schnell und fahrerisch anspruchsvoll. Der lose Untergrund wechselt zwischen scharfkantigen Steinen und sandigen Abschnitten. Hier geht es hauptsächlich um sicheren Grip und Robustheit. Überzeugend das dynamische Fahrverhalten und die gute Balance des Maxxis Victra Sport 5.

Dicht gefolgt von Falken und Michelin. Mit enttäuschend geringer Seitenführung fährt der Billigreifen dem Feld hinterher.

! Abseits asphaltierter Pisten trennt sich die Spreu vom Weizen: Der traktionsstarke Hankook hat hier die Nase vorn.

NEUVOR­STELLUNG

LINGLONG GRIP MASTER C/S

Im Frühjahr führt der chinesische Reifenhersteller Linglong drei neue Produktlinien auf dem europäischen Markt ein. Alle drei tragen die Bezeichnung Master im Namen. Für einen ersten Check hatten wir den Grip Master C/S im Test. Die zur Verfügung gestellten Vorserien-Reifen überzeugten mit einem ausgeglichen hohen Leistungsniveau. Die Nässe-und Aquaplaningeigenschaften sind durchweg im guten Bereich. Lediglich beim Handling auf Schotter und trockener Piste gab es Abzüge bei Lenkan sprechen und Seiten-führung.

DIE TESTS BEI NÄSSE

AQUAPLANING & KURVENAQUAPLANING

Bei Starkregen verstopfen oft die Siele, und schlagartig entstehen große Pfützen oder kleine Bäche. Bei schneller Fahrt bildet sich unter dem Reifen ein Wasserkeil, und das Fahrzeug verliert den Kontakt zur Fahrbahn, wird kurzfristig unkontrollierbar. Michelins Primacy 4 verliert früh den Kontakt. Die Kandidaten von Falken und Toyo bieten die größten Sicherheitsreserven, zusammen mit dem Ganzjahresreifen.

HANDLING & KREISBAHN

Auf dem bewässerten Rundkurs zählen nur der beste Nassgrip und die maximale Querbeschleunigung. Das Feld liegt hier sehr eng zusammen. Die Nässespezialisten kommen von Falken, Toyo und Maxxis. Sie überzeugen mit sicherer Seitenführung und guter Balance. Mit den Reifen von General und Imperial schiebt der Testwagen deutlich früher aus der Kurve.

BREMSEN

Katastrophales Ergebnis für den asiatischen Billigreifen: Sein um zehn Meter verlängerter Bremsweg bedeutet am Stauende eine Restgeschwindigkeit von über 40 km/h. Wer hier am falschen Ende spart, kommt teuer zum Stehen. Die Standardprofile von Falken und Hankook bieten die besten Sicherheitsreserven. Beide Kandidaten können sich vom Verfolgerfeld leicht absetzen. Gut eine Wagenlänge hinter den Topbremsern kommen Maxxis und Pirelli zum Stehen. Sie liegen damit auf dem Niveau des Ganzjahresreifens.

Der Test wurde unterstützt von Falken, General Tire, Goodyear, Hankook, Maxxis, Michelin, Nexen, Pirelli und Toyo. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unab-hängigkeit finden Sie unter www. axelspringer.de/ unabhaengigkeit

DIE TESTS BEI TROCKENHEIT

HANDLING

Bei der schnellen Hatz auf dem Rundkurs geht es um Lenkansprechen, Balance und Kurvenstabilität. Die beste Rundenzeit erzielt der Azenis FK510 SUV von Falken. Auch auf Hankook und Toyo ist unser Testwagen schnell und sicher unterwegs.

BREMSEN

Zehnmal wird jeder Reifen aus Tempo 100 gebremst. Wichtig: Nach jeder Bremsung folgt eine Abkühlrunde. Die Top-Bremser stehen nach unter 35 Metern – sehr beachtlich. Nur der Ganzjahresreifen braucht eine gute Wagenlänge mehr.

VORBEIFAHRGERÄUSCH

Auf einer zertifizierten Asphaltstrecke wird von außen das Vorbeirollgeräusch gemessen. Für das menschliche Ohr sind Unterschiede ab drei Dezibel in der Lautstärke klar wahrnehmbar.

Der wahre Flüsterreifen kommt von Goodyear.

ROLLWIDERSTAND

Der Rollwiderstand des Reifens hat großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Wichtig im Alltag: der Fülldruck. Bitte unbedingt regelmäßig kontrollieren! Nach Faustformel senkt Michelins Primacy 4 den Spritverbrauch um sechs Prozent gegenüber dem Falken. Das entspricht einer Kraftstoffersparnis von immerhin 0,5 Liter pro 100 km.

FAZIT

HENNING KLIPP UND DIERK MÖLLER

Goodyear und Hankook leisten sich in keiner Disziplin Ausrutscher, teilen sich verdient den Testsieg. Fahrdynamisch ist der Falken erste Wahl -mit Abstrichen bei den Offroad-Tests.

ALLE ERGEBNISSE AUF EINEN BLICK

Die Bewertung erfolgt in Schulnoten von 1 = „sehr gut“ bis 6 = „ungenügend“. Die Prozentzahlen hinter den Einzeldisziplinen entsprechen der Gewichtung. Kapitelnoten ab 2-und Einzelnoten ab 3+ in sicherheitsrelevanten Disziplinen erlauben kein „vorbildlich“ mehr. Einzelnoten ab 3 in sicherheitsrelevanten Disziplinen führen zur Abwertung. Alle Kandidaten erscheinen in der Reihenfolge ihrer Qualitäten. Die Kapitelwertungen fließen zu je einem Drittel in die Gesamtwertung ein.