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Welcher Putter passt zu mir?


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GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2022 vom 14.11.2022

PUTTER

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Das Spiel auf den Grüns ist oft dafür entscheidend, wie es auf der Runde läuft. Gelochte Putts können gute Annäherungen mit einem Birdie veredeln oder dabei helfen, auf scheinbar verpatzten Löchern doch noch das Par zu retten. Bleibt der Putter »kalt«, steigt die Frustration, sinkt das Selbstvertrauen und das so oft zitierte Momentum geht verloren. Putting ist vor allem auch der Bereich, in dem niemand einen körperlichen Nachteil im Vergleich zu Mitstreitern hat. Für das Putten bedarf es keiner besonderen Schnellkraft oder Beweglichkeit, um einen Ball ein paar Meter nach vorne rollen zu lassen. Neben Finesse und Training benötigt man vor allem auch: den richtigen Putter. GM zeigt, was wichtig ist.

Das Design: Blade, Mallet oder High-MOI

Blade-Putter sind deutlich schmaler als die Mallet-Modelle mit ihren unterschiedlichen Formen (Halbkreis, Flügel und Co.). Sie sind seit vielen Jahrzehnten ...

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... fester Bestandteil der Ausrüster-Portfolios, während sich Mallet-Modelle erst im Laufe der Zeit immer höherer Beliebtheit erfreuen. Die extremste Ausprägung dieser Gattung sind High-MOI-Putter (Moment of inertia = Trägheitsmoment). Diese Modelle mit sehr großem Hinterbau bieten die maximale Fehlerverzeihung, da möglichst viel Gewicht mittig ausgespart und an den Rändern des Kopfs platziert wird.

Die Sache mit dem Schwungbogen

Früher gab es das ungeschriebene Gesetz, dass die schmalen Blade-Putter ein Modell für die besseren Spieler seien und Mallets für alle anderen. Doch allein der Blick auf die Profi-Touren, wo gleichermaßen Blades und Mallets den Weg in die Bags finden, beweist, dass diese Aussage nicht mehr stimmt. Was nach wie vor gilt: Blade-Putter eignen sich mit ihrer Gewichtung in Richtung Spitze (Toe-Hang) eher für Spieler mit ausgeprägtem Schwungradius. Mallet-Putter hingegen sind tendenziell neutral gewichtet, obwohl es mittlerweile immer mehr Mallets mit Toe-Hang-Optionen gibt. Fest steht: Durch die Größe weisen Mallet-Putter einen tieferen Schwerpunkt sowie ein höheres Trägheitsmoment auf – und damit steigt die Fehlertoleranz bei Treffern außerhalb der Mitte.

Ziehlhilfen

Ein weiterer Faktor sind die Ziellinien. Da bei Mallet-Modellen mehr Platz zur Verfügung steht, verwenden die Hersteller oft verschiedene Ausrichtungshilfen und Formen auf der Rückseite des Kopfes, um beim Zielen zu unterstützen.

Ausbalanciert oder mit Toe-Hang?

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum passenden Putter ist die Analyse der eigenen Schwungbewegung. Insbesondere der Schwungbogen spielt dabei eine wichtige Rolle. Spieler mit ausgeprägtem Radius sollten auf einen Putter mit Toe-Hang setzen. Die Gewichtung in Richtung Spitze unterstützt die Bewegung dabei, den Ball möglichst punktgenau im Sweetspot zu treffen. Diese Art von Putterköpfen unterstützt das Schließen des Schlägerblatts in Richtung Ballkontakt. Auf der anderen Seite profitieren Golfer mit relativ gerader Pendelbewegung mehr von einem ausbalancierten und neutral gewichteten Schlägerkopf. Die Art des Putters lässt sich leicht feststellen: Bei Toe-Balanced-Puttern zeigt die Spitze zum Boden, wenn Sie den Schaft auf Ihrem Finger balancieren.

Unterschätzt: Das Hosel

Das Verbindungsstück zwischen Schaft und Schläger ist ein oft übersehener Aspekt bei der Wahl eines Putters. Bei den meisten Modellen liegt die Verbindung an der Hacke (Heel) des Schlägers. Es gibt aber auch Varianten, bei denen der Schaft mittig an der Top-Linie ansetzt. Das Hosel beeinflusst direkt den Grad des Toe-Hangs eines Putters. Bei der Wahl des passenden Hosels, sind neben der Schwungbahn zwei weitere Aspekte wichtig: Verfehlen meine Putts eher links oder eher rechts das Loch? Wo steht Ihre Augenlinie oder Ihr »dominantes« Auge im Set-up im Vergleich zum Ball? Um die Augenlinie zu ermitteln, nehmen Sie die Ansprechposition für den Putt ein und stellen sich an den Ball. Dann lassen Sie einen Ball von Ihren Augen aus fallen. Landet der Ball zwischen Ihren Füßen und dem Ball, befindet sich Ihre Augenlinie innerhalb vor dem Ball und umgekehrt. Viele Coaches versuchen zu vermitteln, dass die Augen – und vor allem das »dominante« Auge – direkt über dem Ball sein sollten. Das dominante Auge ermitteln Sie, indem Sie Ihre Augen abwechselnd schließen, auf einen bestimmten Punkt gucken und beim Öffnen beider Augen erkennen, ob dieser Punkt eher mit dem Blick Ihres rechten oder linken Auges deckungsgleich ist.

Single Bend: Kann Spielern mit gerader, aber auch bogenförmiger Schwungbewegung helfen. Vor allem, wenn sich die Augen eher hinter dem Ball befindet. Hilfreich, wenn die Mehrzahl der verfehlten Putts das Loch links verfehlen (geschlossenes Schlägerblatt).

Flow Neck: Geeignet für gefühlsbetonte Spieler mit ausgeprägtem Schwungbogen, die mit den Augen eher vor dem Ball sind. Durch den starken Toe-Hang auch für diejenigen geeignet, deren Putts das Loch häufig auf der rechten Seite (offenes Schlägerblatt) verfehlen.

l-Neck (Plumbers Neck): Ähnliche Eigenschaften wie das Flow-Neck-Hosel. Allerdings mit weniger Toe-Hang. Daher eine passende Wahl für Spieler mit mittlerem Schwungbogen. Das Offset begünstigt, dass sich die Hände im Treffmoment vor dem Ball befinden.

Hart oder weich im Treffmoment?

Das Material in der Schlagfläche ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie sich der Treffmoment anfühlt beziehungsweise anhört. Dabei gibt es zwei Optionen: Eine Schlagfläche, die aus dem Material des Schlägerkopfs besteht oder Modelle, bei denen ein Insert aus Kunststoff zum Einsatz kommt. Welche Variante am besten passt, entscheidet das Gefühl. Inserts vermitteln größtenteils ein weicheres Gefühl als gefräste Putter aus Metall. Auf der anderen Seite fühlen sich metallene Putter härter an. Durch in die Schlagfläche gefräste Rillen gibt es mittlerweile auch Putter aus Metall, die sich ähnlich weich anfühlen wie Modelle mit Einsätzen.

Wie wichtig ist der Schaft?

Jeder Hersteller hat unterschiedliche Schaftlängen im Angebot. Je nach Körpergröße oder Armlänge sollte das passende Modell eine ordentliche Set-up-Position begünstigen, bei der die Augenlinie bestenfalls über oder leicht vor dem Ball ist. Eine unpassende Länge des Schlägers hat unangenehme Folgen für die Bewegung. Sie erschwert es, den Ball auf die gewünschte Linie zu schicken, die Schlagfläche gerade an den Ball zu bringen und kann auch einen großen Einfluss auf Ihre Distanzkontrolle haben. Auf den Touren weltweit kommen neben den konventionellen Längen zwischen 32 und 35 Inches auch überlange Modelle zum Einsatz. Bei diesen Modellen (Belly, Besenstiel) unterscheidet sich aber auch die Art des Griffs sowie die Schwungtechnik.

Putter sind in den meisten Fällen mit Stahlschäften ausgestattet. Beim Fitting-Prozess kann auch die Auswahl des Schafts eine Rolle spielen, wenn auch ein geringerer im Vergleich zum Eisen- oder Hölzer-Fitting. Einige Hersteller bieten speziell auf die Puttbewegung konzipierte Spezialschäfte an.

Wie greift man am besten?

Vor allem in den vergangenen Jahren hat sich auch bei den Puttergriffen einiges entwickelt. Ein wichtiger Faktor ist die Dicke des Griffs (von Standard bis Oversize). Je dicker der Griff, desto eher lassen sich die Handgelenke ruhig stellen. Sind diese während des Schwungs sehr aktiv, kann ein dicker Griff dazu beitragen, die Bewegung zu verbessern und den Ball solider zu treffen. Die Schattenseite ist, dass sich der Ballkontakt etwas tauber anfühlen kann. Weitere Unterschiede ergeben sich aus der Beschaffenheit der Griffe (glatt versus konturiert). Am Ende entscheidet der Wohlfühlfaktor.

01_ Reverse Overlap + vermittelt gutes Gefühl - eher nichts bei zu aktiven Handgelenken

02_ Cross-Handed + wirkt Löffel-Bewegung des Handgelenks gut entgegen + kann Ausrichtung verbessern - fühlt sich zunächst sehr fremd an

03_ Claw-Grip + sehr gute Variante, um überaktive Handgelenke zu eliminieren - schwierige Anpassung bei Spielern mit ausgeprägtem Schwungbogen

04_ Armlock + sorgt für passive Hände und begünstigt ruhige Pendelbewegung -Gefühl geht eventuell verloren, spezieller Putter benötigt

Weshalb ein Fitting sinnvoll ist…

Der Fitter kann mithilfe moderner Technik schnell individuelle Besonderheiten in der Putt-Bewegung feststellen. So entsteht ein klares Bild, was Schwungbahn, Rhythmus, Eintreffwinkel oder Schlagflächenstellung im Treffmoment betrifft. Insgesamt können je nach Analysesystem dutzende Parameter bestimmt und analysiert werden. Die zur Verfügung stehenden Daten helfen dabei, Schwachstellen zu benennen und diese dann schrittweise zu verbessern, indem der Spieler neue Modelle in verschiedenen Settings ausprobiert. Dabei ist der große Vorteil, dass neben dem Gefühl auch Daten die Verbesserungen belegen können.

Drive for the show, putt for the dough?

Jeder Golfer kennt diesen Spruch, der die Bedeutung des Spiels auf den Grüns für den Gesamterfolg herausstellen soll. Lange Drives seien etwas für Angeber, Putts das eigentlich Entscheidende. Ganz so, wie es einige Nostalgiker oft proklamieren, stimmt das nicht: Ja, eine Runde Golf besteht bei Profi-Spielerin oft aus 32 und mehr Putts, wohingegen Amateure durchschnittlich 40 und mehr Schläge auf dem Grün benötigen. Aber einige dieser Putts fallen in die Kategorie Tap-In – also Schläge aus wenigen Zentimetern, die kein besonderes Talent erfordern, um sie ins Loch zu schieben. »Es ist die Drivelänge, die den Hauptunterschied macht«, weiß Statistik-Guru Mark Broadie. Entgegen der weitläufigen Meinung mache das lange Spiel etwa zwei Drittel des Unterschieds aus – zwischen Anfängern und guten Amateuren, zwischen Amateuren und Profis und zwischen Profis und sehr guten Profis. Beim Blick auf die Tour-Statistiken zeigt sich diese Tendenz schwarz auf weiß: Von den besten fünf Spielern auf der PGA Tour in der Kategorie »Strokes Gained: Putting« schaffte es in der vergangenen Saison keiner zum Saisonfinale nach East Lake. Von den Top fünf der Kategorie »Off the tee« hingegen alle. Fazit: Putten ist enorm wichtig, lange Abschläge aber noch bedeutender für den Gesamterfolg. Laufen beide Bereiche zur Höchstform auf, ist alles möglich.