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WELCHER WEG IST HIER DAS ZIEL?


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 05.01.2022

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 1/2022

ALLE WEGE MÖGEN NACH ROM FÜHREN. Aber nicht zu Ruhm. Was es dafür braucht, zeigen diese drei leistungsstarken Kompakten. Im Detail unterscheiden sie sich stark voneinander. Langweilig wird es indes mit keinem.

! Drei Kompakte mit zusammen fast 1200 PS – da ist Fahrspaß programmiert

Grundsätzlich einig ist sich das Trio beim Antrieb: Audi, BMW und Mercedes treten alle mit Allrad an. Und einem halben Liter Hubraum pro Zylinder. Bei der Zahl der Zylinder gehen die Meinungen dann schon wieder auseinander. Sind nun vier, fünf oder sechs das Maß der Dinge? Finden wir heraus! Folgen Sie uns bitte auf dem Weg zum Ruhm.

AUDI RS 3 LIMOUSINE: LUXUS UND LIEBE

Das edel eingerichtete Interieur gefällt mit angenehm vielen mechanischen Tasten, die sich – im Gegensatz zu einem großen Touchdisplay – blind bedienen lassen. Das Lenkrad liegt mit seinem griffigen Lochleder toll in der Hand. ...

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Das edel eingerichtete Interieur gefällt mit angenehm vielen mechanischen Tasten, die sich – im Gegensatz zu einem großen Touchdisplay – blind bedienen lassen. Das Lenkrad liegt mit seinem griffigen Lochleder toll in der Hand. Unten ist es abgeflacht, was bei Drifts eher nützt als behindert. Wer dennoch auf klassische Formen steht: Es gibt aufpreisfrei eine runde Alternative.

Die Sitze sind okay, aber tendenziell auf entspanntes Reisen getrimmt. Eine (Halb-)Schalen- Alternative bietet Audi nicht an. Seitenhalt ist vorhanden, viel haben wir auf unserer schnellen Runde nicht vermisst.

Das Fahrwerk bietet nun einen Torque Splitter an der Hinterachse, mit dem jedes Rad über eine separate Lamellenkupplung einzeln angesteuert werden kann – bei Bedarf mit bis zu 100 Prozent der nach hinten geleiteten Kraft. Die Folge: Haftungsabriss, Quertreiberei, Fahrspaß – in exakt dieser Reihenfolge. Das zu erleben setzt allerdings ein gewisses Können voraus. Instinktiv ist das Driften mit dem frontantriebsbasierten Allrad jedenfalls nicht – obwohl die leicht feuchte Strecke in diesem Fall hilft. Längsdynamisch bleibt der RS 3 mit 3,7 Sekunden auf 100 km/h tatsächlich eine Zehntel unter der Werksangabe. Der Sound des Fünfzylinders ist ein Ohrenschmaus und sorgt für Gänsehaut.

Wie sich die Konzepte auf der Rundstrecke schlagen, interessiert uns natürlich trotz der feuchten Piste. Der Audi – so unsere Befürchtung – könnte vor allem seine Probleme beim Bremsen bekommen. Denn die Ingolstädter haben IN-RS 3305 mit der optionalen Keramikbremse auf der Vorderachse ausstaffiert. So etwas in der Kompaktklasse anbieten zu können ist schon eine Wucht. Und wäre bei trockenem Asphalt sicher auch griffig. Im Nassen sind die Stopper dagegen gern mal unberechenbar. Und genau so kommt es: Wir müssen an den extremen Bremspunkten viel früher Geschwindigkeit rausnehmen als mit den beiden stahlbestückten Kontrahenten. Im Grenzbereich gibt sich der Ingolstädter dagegen tendenziell nervös an der Hinterachse. Nur wer versucht, zu viel Tempo in die Kurve mitzunehmen, erntet böses Untersteuern.

! Vier, fünf oder sechs Zylinder – bei den Motoren gibt’s die große Vielfalt

BMW M240i COUPÉ: DIE REINE LEHRE

Das Cockpit kennen wir aus dem 4er, das knubbelig gepolsterte Lenkrad liegt gut in der Hand. Lenkübersetzung und -rückmeldung gefallen uns ausgesprochen gut. Die wulstigen Sportsitze dagegen – na ja. Einstellbereich und Einbautiefe sind zwar optimal, an die Polsterung müssen sich der Rücken des Fahrers und vor allem der seitliche Rippenbereich jedoch erst mal gewöhnen.

Spontane Freundschaft schließen wir dagegen mit dem rassigen Reihensechser und dem heckbetonten Allrad. Fühlt sich einfach herrlich nach BMW an. Bei Bedarf schaltet der M240i nämlich nicht wie Audi und Mercedes die Hinter-, sondern die Vorderräder dazu, zieht die Fuhre im Extremfall so wieder gerade. Tendenziell schwänzelt der Münchner am Limit aber sowieso am liebsten mit dem Heck, bevor er womöglich ins Untersteuern abdriftet.

„Ein Vergleich ohne Zeiten und Bremswertung. Leider im Sauwetter nicht anders möglich. Spaß machen trotzdem alle.“

Alexander Bernt, Redakteur

AUDI RS 3 QUATTRO LIMOUSINE

Links: Komfortabel ausgelegtes RS-Gestühl. Der Seitenhalt reicht für nahezu alle Situationen aus. Rechts oben: Wer noch keinen Fünfzylinder gefahren ist, bekommt beim RS 3 eine der letzten Chancen. Lohnt sich! Rechts unten: Hinter jeder ovalen Blende steckt ein zweigeteiltes Endrohr, der Sound ist genial. Die Keramikbremse kostet für den RS 3 mindestens 4650 Euro. Bremsgefühl im Trockenen top

BMW M240i xDRIVE COUPÉ

Links: Das Gestühl im 2er hinterlässt den wulstigsten Eindruck, liegt in Sachen Seitenhalt knapp vor dem Audi. Rechts oben: Zylindervolumen bei allen dreien etwa 0,5 Liter, der Sechszylinder im BMW demnach mit drei Litern. Rechts unten: Blende und Auspuff rohr sind nicht miteinander verbunden. So bleibt die Passung perfekt. Die Sportbremse aus Stahl und ohne Löcher vermittelt ein tolles Gefühl

MERCEDES-AMG A 45 S 4MATIC+

Links: Die Performance-Sitze für 3891 Euro stützen im Vergleich am besten, Kopfstütze drückt aber im Nacken Rechts oben: Hier gibt’s 211 PS pro Liter Hubraum – wie im Maserati MC20. Rechts unten: Kernigster Sound im Vergleich. Die Frotzeleien beim Herunterschalten muss man aber mögen. Die 19-Zöller hinterlassen einen starken Eindruck – bei Trockenheit!

! RS 3, M240i und A 45 S sind die schärfsten Kompakt- Sportler von Audi, BMW, Mercedes

Die technische Nähe zum größeren M440i erklärt schließlich, warum der 2er im Vergleich zum Rest der Truppe geradezu fett geraten ist. 1720 Kilogramm zeigt unsere Messwaage – exakt 90 Kilo mehr als der A 45 S und satte 142 schwerer als der Audi. Immerhin lasten anteilig weniger Pfunde vorn als bei den Mitstreitern.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 320

1. Audi RS 3 Limousine Seine starke Längsdynamik und die Vernunftkategorien bringen dem RS 3 die Vorteile. 251 Punkte

2. Mercedes-AMG A 45 S Sportskanone mit teils heiklem Handling im Nassen, aber bärenstarkem Vortrieb. 249 Punkte

3. BMW M240i Gerade im Feuchten ist der schwere BMW unschlagbar launig – er ist zudem deutlich günstiger. 244 Punkte

MERCEDES-AMG A 45 S: LEISTUNG UND LUST

Das Interieur wirkt vertraut, die Bedienung gelingt über Sprachbefehle oder Fingertipps angenehm leicht. Die zupackenden Schalensitze, die aber mit 3891 Euro teuer bezahlt werden wollen, sowie das griffige Lenkrad mit Mikrofaserbezug und 12-Uhr-Marker deuten dann an, was wirklich in diesem AMG steckt. Der mit 421 PS nach wie vor stärkste Großserien-Vierzylinder scheint den Kompakten geradezu zu zerreißen. Der Allrad arbeitet nicht unähnlich zum Audi, inklusive Driftmodus. Der AMG bleibt allerdings länger stabil, bricht dann umso unvermittelter aus. Verbunden mit dem immensen Punch und der hervorragend dosierbaren Bremse ist er jedoch im Nassen um Welten schneller als der Audi. Könnte natürlich auch ein Reifenthema sein. Audi fährt einen rollwiderstandsoptimierten Bridgestone Potenza Sport, die anderen beiden Michelin PS 4S mit Herstellerkennung.

Egal welchen Weg Sie am Ende beschreiten, ruhmreiche Fahrten nach Rom bieten alle.

FAZIT

ALEXANDER BERNT, GUIDO NAUMANN

In diesem Vergleich liegt der Audi RS 3 in Führung, aber die wichtigen Kategorien Rundenzeit und Bremsweg konnten leider nicht ermittelt werden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit allen dreien – dann aber im Trockenen.