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Welches „Krokodil“ hat die Nase vorn?


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eisenbahn magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.10.2022

Modellbahn: Fahrzeuge

Verglichen & gemessen

Gleich drei Hersteller haben dieses Jahr formneue bzw. überarbeitete H0-Modelle der schweren Güterzug-Elektrolokomotive E 94 in der DB-Epoche-IV-Ausführung ausgeliefert. NebenMärklinund Trixüberraschte auch Pikomit einer H0-Neukonstruktion. Rocohat sein bekanntes Modell überarbeitet und modernisiert. Die Lokomotive gibt die Ursprungsversion der E 94 wieder und basiert auf jenem Modell, dass schon Mitte der 1980er-Jahre auf den Markt kam. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte lieferte Rocodiverse DB- und DRG-Versionen und verbesserte regelmäßig die Technik im Modell. Unsere Test-

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Bildquelle: eisenbahn magazin, Ausgabe 11/2022

Die beiden H0-Neukonstruktionen der Bundesbahn-Baureihe 194 von Piko (links) und Märklin im Güterzug-Einsatz auf der H0-Anlage des Autors

Piko

Märklin /Trix

Lok aus Bergheim ist die 194 118-6 der Deutschen Bundesbahn. Stellen muss diese sich derMärklin-bzw. Trix-Ellok194 050-1 der DB. Sie ist eine komplette Neukonstruktion der Vorbild-Ursprungsversion und hat nichts mit der Märklin-Vorgängerlok gemein, die es ...

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... gibt. Dritte im Bunde ist die neue Bundesbahn-Ellok 194 576-5 von Piko, die eine ab 1954 neu gebaute, überarbeitete Maschine zum Vorbild hat.

TECHNISCHE WERTUNG

Konstruktiver Aufbau

Die Grundkonstruktion der Fahrgestelle und des Lokrahmens ist bei den Modellen der drei Hersteller gleich.

Die Antriebsgestelle und der Brückenrahmen bestehen aus Druckguss. Der Motor sitzt im Brückenrahmen, verfügt über Schwungmassen auf beiden Seiten und treibt über Kardanwellen und Schnecken-/Stirnradgetriebe beide Drehgestelle an.

↑ Märklin/Trix – Hier sind erster und dritter Radsatz je Drehgestell angetrieben. Der erste Radsatz ist mit je zwei Haftreifen belegt. Die mittlere Achse ist seiten- und höhenverschiebbar gelagert. Bei diesem Modell sind auch die Gehäuse aus Metall. Die Führerstandseinrichtung erlaubt einen freien Durchblick. Das Dreilicht-Spitzensignal an beiden Seiten wird über eine LED-Platine erzeugt. Die Hauptplatine mit H0-Test der DB-Baureihe 194 der 21mtc-Schnittstelle und mfx-Decoder sitzt auf dem Brückenrahmen. Daneben ist noch Platz für den Lautsprecher. An Front und Rückseite sind Kurzkupplungsaufnahmen mit Kulissenführung verbaut.

↑ Piko – Die Getriebe wirken auf die jeweils äußeren Radsätze der Drehgestelle. Die mittleren Radsätze sind abgefedert gelagert, die äußeren zu den Fronten hin tragen je einen Haftreifen. Die Lokomotive hat NEM-Kupplungsaufnahmen mit Kinematik auf beiden Seiten. Im Mittelteil befindet sich die Hauptplatine mit PluX-22-Schnittstelle für einen Digitaldecoder. Der Lautsprecher ist in der Widerstandshaube unter dem Dach eingesetzt. Die Gehäuseoberteile bestehen aus Kunststoff. Der Durchblick durch die Führerhausfenster ist frei. Die drei Lampen an den Lokfronten werden mit warmweißen LED beleuchtet.

↑ Roco – Die Getriebe treiben sämtliche Radsätze der Ellok an; die jeweils äußeren sind mit zwei Haftreifen belegt. Alle Achsen sind seitenverschiebbar gelagert. Die Lokomotive hat unter beiden Pufferträgern radial bewegliche NEM-Kupplungsaufnahmen. Auf dem Mittelteil sitzt die Hauptplatine mit der PluX-22-Schnittstelle. Bei diesem Modell sind dort der Sounddecoder und daneben der Lautsprecher platziert. Die Gehäuseteile sind aus Kunststoff. Das Dreilicht-Spitzensignal wird über LED erzeugt. Der Blick durch die Führerstände ist frei – diese sind mit einer vereinfachten Inneneinrichtung versehen.

Digitalausstattung

↑ Märklin/Trix – Der Decoder ist für Motorola-, mfx- und DCC-Systeme geeignet, für den „Spielmodus Lokführer“ vorbereitet und meldet sich beim Aufgleisen an geeigneten Zentralen an. Er bietet 29 schaltbare Funktionen, davon sieben Licht- und 22 Geräusch-Funktionen. Das Betriebsgeräusch ist viel zu laut eingestellt und wirkt noch undifferenzierter als bei der Roco-Maschine. Im Analogbetrieb gibt es keine Geräusche, das Modell erreicht dabei eine zu geringe Geschwindigkeit und ist für den Anlagenbetrieb nicht wirklich brauchbar.

↑ Piko – Der Sounddecoder XP 5.1 ist ein Multiprotokollbaustein mit Zwölf-Bit-Sound. Er kann im DCC-, mfx- und Motorola-Digitalsystem betrieben werden und ermöglicht auch die Selbstanmeldung. Das Modell ist mit 23 schaltbaren Funktionen ausgestattet, davon sind sieben für unterschiedliche Beleuchtungszustände und 14 für Geräusche. Der Motorensound ist für eine 194er gut getroffen und überzeugt durch eine recht authentische Wiedergabe. Der Decoder kann auch im Analogmodus arbeiten, leider ist dann aber der Sound nicht abschaltbar, und das Modell fährt nur im Schritttempo, was den Anlagenbetrieb einschränkt.

↑ Roco – Der Sounddecoder ist fürDCC-undMotorola-Systeme geeignet. Er bietet 20 schaltbare Funktionen, davon sieben für Licht und zwölf für Geräusche. Letztere klingen diffuser und weniger klar als beim Piko-Modell. Für den Geschmack des Testers sind die Anfahrgeräusche auch zu laut. Im Analogbetrieb ist die Maschine praktisch nicht einsetzbar, da sich das Geräusch nicht abschalten lässt und die Lok nur eine mittlere Geschwindigkeit erreicht.

Maßgenauigkeit

→ Märklin/Trix – Das Modell ist weitgehend maßstäblich ausgeführt, eine deutlichere Abweichung vom Vorbild zeigt nur die Höhe bis zu den Puffern. Lokgehäuse und Fahrwerk sind in den Proportionen gut umgesetzt.

→ Piko – Die Lok ist maßstäblich umgesetzt und gibt die Proportionen des Vorbildes ausgezeichnet wieder. Alle Maße sind bis auf geringe Abweichungen im Zehntelmillimeterbereich vorbildgerecht.

→Roco – Auch dieses Modell ist bis auf geringfügige Abweichungen weitgehend maßstäblich umgesetzt worden. Fahrwerk und Aufbauten geben die Proportionen des Vorbildes sehr gut wieder.

Langsamfahrtverhalten

Für die Fahrtests wurden die Digitalloks mit einer Roco-Z 21-Station betrieben. Die Geschwindigkeitsermittlung erfolgte über Zeit/Weg-Messungen.

→ Märklin/Trix – Die Ellok setzt sich bei Fahrstufe 1 mit umgerechnet 2 km/h in Bewegung. Diese Geschwindigkeit hält sie stetig und ohne zu ruckeln bei. Das Fahrgeräusch ist dabei gering, wobei beim Märklin-Modell das Schleifergeräusch deutlich wahrnehmbar ist. Ansonsten lässt sich die Lok im Rangierbereich gut regeln.

↑Piko – Das Ellokmodell setzt sich bei Fahrstufe 1 mit etwa 0,4 km/h in Bewegung. Diese äußerst geringe Geschwindigkeit wird sogar stetig und ohne zu ruckeln beibehalten. Ein Fahrgeräusch ist dabei kaum hörbar, auch nicht bei hochgeregeltem Rangiertempo.

↑ Roco – Diese Ellok startet bei umgerechnet sehr langsamen 0,6 km/h, auch hier bei Fahrstufe 1 und sehr kontinuierlich. Das Modell läuft recht leise und lässt sich zum Rangieren gut regeln.

Streckenfahrtverhalten

↑ Märklin/Trix – Das „Krokodil“ beschleunigt gleichmäßig und zog auf unserem Testparcours taumelfrei seine Runden. Es durchfuhr anstandslos alle Märklin-C-Gleis-Kombinationen samt Weichen. Der 360-Millimeter-Gleisradius wird problemlos befahren. Bei voll aufgedrehtem Regler fährt die Maschine umgerechnet 120 km/h, was die zu- lässige Höchstgeschwindigkeit des Vorbildes um 30 km/h übersteigt. Das Fahrgeräusch ist sehr gering und wird nur bei Märklins Ellok durch das Mittelschleifergeräusch übertönt.

↑ Piko – Ruhig und gleichmäßig und fast geräuschlos zieht die 194er ihre Runden und durchfährt Gleiskombinationen aus Roco- und Peco-Gleisen samt Weichen ohne Probleme. Das Modell befährt den Roco-R 2 mit 358 Millimetern problemlos. Bei Fahrstufe 126 fährt die Maschine vorbildgerecht umgerechnete 100 km/h. Das Maximaltempo ist nur leicht höher.

↑ Roco – Die Lok beschleunigt taumelfrei und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von umgerechnet 125 km/h. Das ist ein tolerierbarer Kompromiss zu den 90 km/h des Vorbildes. Die Lok durchfuhr anstandslos unsere Gleistrassen. Das Fahrgeräuschistnurgeringfügiglauter als jenes der Piko-Maschine. Der Mindestgleisradius ist auch hier Roco-R 2.

Ausrollverhalten

Gemessen wurde nicht der Ausrollweg nach dem abrupten Herunterregeln von Fahrstufe 128 auf 0 – der sich bei allen Modellen um einen Meter bewegt –, sondern die Ausrollstrecke nach Spannungswegnahme am Gleis wie bei der Betätigung der Notstopptaste.

↑ Märklin/Trix – Die Schwungmassen sorgen für gute 15 Zentimeter Ausrollweg aus der Höchstgeschwindigkeit. Bei vorbildgerechten 90 km/h sind es noch acht Zentimeter. Sogar bei niedrigen Geschwindigkeiten ist noch etwas Fahrdynamik spürbar.

↑ Piko – Der Motor mit zwei Messing-Schwungmassen von 17,5 Millimetern Durchmesser sorgt für 14 Zentimeter Ausrollweg aus der Höchstgeschwindigkeit bei Verlust der Speisespannung. Auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten ist noch genug Fahrdynamik zu beobachten, um kurze Stromunterbrechungen auf Weichenherzstücken oder verschmutzten Schienenköpfen überrollen zu können.

↑ Roco – Dank zweier dicker Schwungmassen rollt das Modell aus voller Geschwindigkeit bei Stromunterbrechung etwa 19 Zentimeter aus. Kurze Stromaussetzer werden auch bei geringer Geschwindigkeit sicher überrollt.

Zugkraft

Die Zuglastwerte der Modelle wurden über eine Seilrolle mit Federwaage ermittelt.

↑ Märklin/Trix – Das Modell schleppt dank der vier aufgezogenen Haftreifen eine Zuglast von 240 Gramm. Im Fahrbetrieb hatte die Lok mit sehr langen Güterzügen in allen Betriebssituationen keinerlei Probleme. Bei voller Belastung schleudert die Lokomotive.

→ Piko – Diese Elektrolokomotive zieht maximal 140 Gramm Last über die Seilrolle. Das ist zwar der schwächste Messwert in diesem

→ Elloktrio, genügt aber für einen Güterzug aus 50 Achsen im Gleiswendel bei drei Prozent Steigung. Bei voller Belastung schleudert das Modell, was den Motor schont.

Roco – Die Maschine verfügt über vier Haftreifen und zieht damit 200 Gramm Zuglast. Auch sie schleppt lange Güterzüge über Gleiswendel mit Steigungen von drei Prozent ohne Probleme. Bei Überlastung schleudert die Maschine.

Stromabnahme

↑ Märklin/Trix – Durch die nicht isolierten Radsätze wird bei Märklin eine Polarität von allen Kuppelradsätzen über den Metallrahmen abgegriffen. Die zweite Polarität wird über den Mittelschleifer abgenommen. Mit dieser systemtypischen Stromabnahme wird es im Anlagenbetrieb keine Probleme geben. Die Trix-Maschine für das DCC-System hat Radschleifer an den mittleren und inneren Radsätzen für den Pluspol, was ebenfalls für eine sichere Stromabnahme genügt.

↑ Piko – Die Fahrspannung wird von allen Radsätzen auf beiden Seiten der Radreifen über Schleiferbleche abgenommen. Das ist eine ausgezeichnete Basis für eine sichere Stromabnahme.

Roco – Auch hier wird die Fahrspannung von allen Radsätzen für beide Polaritäten über Spurkranzschleifer von innen abgegriffen, was eine optimale Basis bietet.

Wartungsfreundlichkeit

?4 Märklin/Trix – Die Lok wird sicher von einer Klarsicht-Blisterschale umschlossen und in einem stabilen Umkarton gelagert. Die achtsprachige Betriebsanleitung im DIN-A6-Format informiert über die notwendigen Wartungsaufgaben, die Fähigkeiten des Decoders und enthält auch die Ersatzteilliste. Die Demontage der drei Lokgehäuse erfolgt durch Lösen von jeweils zwei Schrauben unter den Vorbauten und zwei unter dem mittleren Gehäuse. Nach Lösen von zwei Schrauben auf der Platine kann diese angehoben werden, sodass der Motor für Wartungszwecke erreichbar ist. Die Stirn- und Rückbeleuchtung erfolgt wartungsfrei durch mit LED bestückte kleine Platinen in den Vorbauten.

↑ Piko – Das Modell ist in einem Faltblister eingebettet und in einem massiven Umkarton sicher verpackt. Die mehrsprachige Betriebsanleitung beschränkt sich auf das Wesentliche und gibt Hinweise zur Inbetriebnahme der Lok und zu den notwendigen Wartungsarbeiten. Eine Ersatzteilliste mit Explosionszeichnungen zur Zerlegung der Lok ist beigefügt. Vor der Demontage der Vorbauten sind die Verbindungskabel der UIC-Steckdosen von den Vorbauten abzuziehen. Die Hauben der Vorbauten können dann nach oben abgezo- gen werden. Das mittlere Gehäuse kann durch Lösen von zwei Schrauben an der Unterseite und durch Abheben entfernt werden. Jetzt ist die Plux22-Schnittstelle erreichbar. Löst man weitere zwei Schrauben auf dem Mittelteil mit der Platine, ist der Motor für Wartungsarbeiten zugänglich. Die Stirn- und Rückbeleuchtung durch LED ist wartungsfrei. Die Befestigungsbohrungen für die Zurüstteile sind exakt ausgeführt und fixieren die Teile ohne Klebstoff.

Verglichen & gemessen

↑ Roco – Die Lok ist sicher in Schaumstoff gelagert; dieser wirdvoneinemstabilenUmkartonumschlossen. Die dreisprachige BetriebsanleitungimDIN-A5-Formatinformiert über die notwendigen Wartungsarbeiten und die Montage der Zurüstteile. Eine Ersatzteilliste ist extra enthalten. Die Demontage der Lokgehäuses erfolgt durch Spreizen der Gehäuse und Abziehen vom Fahrgestell. Danach ist die Schnittstelle mit Decoder erreichbar.NachLösenvondreiSchraubenauf der Hauptplatine kann man diese abhebenundkommtandenMotorheran. Die Stirn- und Rückbeleuchtung ist dank LED wartungsfrei.

ERGEBNIS* TECHNISCHE WERTUNG

Märklin/Trix ↑ (1,7)

Piko ↑ (1,4)

Roco ↑ (1,4)

OPTISCHE WERTUNG

Aufbau und Detaillierung

↑ Märklin/Trix – Proportionen und Erscheinungsbild gemäß des Vorbildes der Ursprungsausführung mit den gelenkigen Fahrwerken, den Vorbauten und dem Lokkasten sind gut getroffen. Die Vorbauten entsprechen dem Zustand der Lok in den späteren 1970er-Jahren. Sie wurden bei Revisionen immer mal wieder ausgetauscht und verändert. Die dunkelgrau lackierte Dachpartie trägt Stromabnehmer, die für den SBS-39-Typ etwas zierlicher sein könnten. Auch stört die gut sichtbare Schraubbefestigung. Die Dachdetaillierung mit Gitterlaufrosten und allen Ausrüstungsteilen sowie der Hochspannungsanlage ist vorbildgerecht nachgebildet.DieSeitenderLokkästensind vorbildkonform graviert und zeigen zierliche, scharfkantige Details. Die Griffstangen an den Führerständen und umlaufend auf den Vorbauten sind freistehend. Die DB-Laternen an den Lokfronten sind etwas zu groß geraten. Das Anschlusskabel der oberen Lampe ist zu dick. Der Führerhausdurchblick ist frei, und die Maschinenraumfenster sind mit hellgrauen Attrappen hinterlegt. Ein Lokführer fehlt.

Piko

Roco

Märklin /Trix

↑ Piko – Das Modell entspricht ausgezeichnet dem Vorbild der von der DB in den 1950er-Jahren nachgebauten Maschinen mit den weitgehend detaillierten Lokgehäusen und der absolut vorbildgetreuen Dachausstattung. Hier ist alles nachgebildet wie die neuen Stromabnehmer vom Typ SBS 39, die bei dieser Version nachgebildeten Hochspannungskabel mit Kabelendverschlüssen oder die Gitterlaufroste aus Ätzteilen. Isolatoren, Kabel, Armaturen, Handgriffe – alles ist überzeugend verkleinert. Die Gravur der Seitenund Stirnwände überzeugt ebenfalls.

Verglichen & gemessen

Die umlaufenden Griffstangen sind fein ausgeführt, die Frontlampen aus unteren DB-Reflexlaternen und typischer oberer runder Lampe sind zierlich und vorbildentsprechend.

Ein Hingucker sind bei der 1945das neben der linken Loklaterne montierte rote Zusatzlicht, das dem Lokführer im Schiebebetrieb das Umschalten des Rotlichts vom Führerraum aus ermöglichte. Die Kabel zu den oberen Frontlampen sind aus elastischem Kunststoff und freistehend ausgeführt, allerdings im Durchmesser und in der Farbe etwas zu auffällig. Die Rahmen der Seitenfenster und die Gitterroste an den Seitenwänden sind scharfkantig und präzise graviert. Hinter den Seitenfenstern ist eine Inneneinrichtung ohne Lokführer angedeutet.

↑ Roco – Die Maschine gibt eine Version der Ursprungsserie wieder. Proportionen und Erscheinungsbild des Vorbildes sind gut getroffen. Die Gehäusedetails sind fein graviert, die Griffstangen an den Führerstandaufstiegen und auf den Vorbauten freistehend. Die 194 118 hatte ab Mitte der 1970er-Jahre Stromabnehmer mit Doppelschleifstück, was es erlaubte, mit nur einem Pantografen zu fahren.

Störend sind aber die Zentralbefestigungen der Stromabnehmer. Die Dachlaufroste sind aus geätztem Metall, die Gravuren an den Gehäusen konturenscharf und sauber ausgeführt. Der Abstand zwischen Vorbauten und Lokkasten ist zu groß. Die Führerstände sind rudimentär nachgebildet, in einem sitzt ein Lokführer. Hinter den Seitenfenstern des Lokkastens ist eine Inneneinrichtung angedeutet. An den Fronten sind die DB-Reflexstirnlampen nachgebildet, korrekterweise bei dieser Maschine auch für das dritte Spitzenlicht. Allerdings fehlt hier der E-Anschluss mit Kabel für die obere Stirnlampe. Die Frontfenster haben angesetzte Scheibenwischer in Ruhestellung, allerdings ohne Antriebsgestänge.

Fahrgestell

→ Märklin/Trix – Das Metallfahrgestell ist in seiner Ausführung nicht so filigran und detailreich umgesetzt worden wie bei Piko. Die Sandkästen, Radlager und sonstigen Anbauteile sind auch hier flacher und nicht so prägnant graviert. Die Sandfallrohre enden nicht in Rad- laufebene. Auf eine Nachbildung des Fahrgestells von unten haben die Göppinger Konstrukteure verzichtet. Die Bremsschläuche und Originalkupplungsimitationen sind Zurüstteile zur Selbstmontage. Die NEM-Kupplungsaufnahmen sind in Kulissen geführt.

↑ Piko – Die ausgezeichnete Detaillierung setzt sich im Fahrgestell fort. Komplett ausgestattete Pufferträger, zierliche Aufstiege zu den Führerhäusern, vorbildgerecht nachgebildete Bremsbacken, Sandkästen und Sandfallrohre machen das Fahrgestell optisch sehr filigran. Piko hat sogar den Unterboden mit der Nachbildung der Fahrmotoren und Bremsgestänge versehen. Allerdings sind die Pufferteller im Durchmesser zu klein. Im Zurüstsatz sind Bremsschläuche und Schraubenkupplungsimitationen zum Nachrüsten der Pufferträger enthalten. An beiden Fronten ist eine in Kulissen geführte NEM-Kupplungsaufnahme verbaut.

↑ Piko – Die ausgezeichnete De- Roco – Die aus zähem Kunststoff gespritzten Fahrgestellblenden sind in ihrer Ausführung solide, aber nicht so filigran wie bei Piko nachgebildet. Die Anbauten wie Sandkästen, Radlager, Ausgleichshebel etc. sind flacher graviert. Hier erkennt man das Alter der Roco-Konstruktion. Die Sandfallrohre enden nicht in Radlaufebene. Die NEM-Kupplungsaufnahmen sind nicht kulissengeführt. Die Bremsschläuche, Originalkupplungsimitation und Heizkabel sind Zurüstteile zur Selbstmontage.

Räder

↑ Märklin/Trix – Die Metallradsätze sind im Durchmesser maßstäblich verkleinert, wurden aber nicht lackiert. Die Radreifen sind dunkel vernickelt. Die Spurkränze mit 1,25 Millimetern Höhe entsprechen der Märklin-Hausnorm.

→ Piko – Die Speichenradsätze wirken durch ihre schwarzen Kunststoffkerne und die dunkle Vernickelung der Radreifen überzeugend. Der Durchmesser ist korrekt, die Spurkranzhöhe von einem Millimeter akzeptabel.

→ Roco – Die Radsätze mit Kunst- stoffkern sind maßstäblich ver- kleinert und haben dunkel vernickelte Radreifen mit 0,8 Millimeter hohen Spurkränzen. Ob die rote Farbe korrekt ist, darf für die Epoche IV eher bezweifelt werden.

↑Farbgebung

↑ Märklin/Trix – Die Metallgehäuse sind minimal heller als im RAL-Ton 6020 lackiert. Das Dach ist korrekt entsprechend RAL 7022 eingefärbt. Die Dacharmaturen, Stromabnehmer und Dachleitungen sind rot ausgeführt, die Isolatoren braun. Das Metallfahrgestell der Lok ist schwarz lackiert. Die Anbauarmaturen bestehen aus eingefärbtem Kunststoff. Farbunterschiede zwischen den lackierten Metallteilen und den farbigen Kunststoffen sind kaum wahrnehmbar.

↑ Piko – Das Modell ist im korrekten Farbton Chromoxydgrün nach RAL 6020 lackiert. Das Dach zeigt einen dunklen Grauton und entspricht Umbragrau RAL 7022. Schön heben sich davon die feinen roten Stromabnehmer, die vollständige Hochspannungsbestückung und die Dachleitungen ab. Die Abdeckung des Hochspannungskabels müsste jedoch in Dachfarbe gehalten sein. Rahmen, Pufferträger, Tritte und Anbauteile sind in seidenmattem Schwarz eingefärbt. Farbliche Unterschiede zwischen lackierten Metall- und farbigen Kunststoffteilen sind kaum sichtbar.

↑ Roco – Vorbauten und Lokkasten sind im korrekten Farbton RAL 6020 lackiert. Der weiße Streifen zwischen Gehäuse und Rahmen war eine Besonderheit der Freilassinger Loks, was auch das Modell attraktiver macht. Das Dach ist für die Epoche IV zu hell lackiert. Der Rahmen der Lok mit Anbauteilen, die Bremsen und die Pufferträger sind schwarz ausgeführt. Bei diesem Modell sind geringe Glanzunterschiede zwischen einzelnen lackierten Teilen und den Kunststoffteilen sichtbar.

Verglichen & gemessen

Beschriftung

↑ Märklin/Trix – Die Lok ist vorbildgerecht entsprechend dem Untersuchungsdatum 22. April 1977 als 194 050-1 der Deutschen Bundesbahn mit Beheimatung beim Bw Nürnberg der BD Nürnberg beschriftet. Loknummern, DB-Schriftzug und die anderen Anschriften auf dem Führerhaus sind mit weißer Schrift gedruckt und vorbildgerecht nicht erhaben ausgeführt. Auf die rote Einfärbung der Steckdosen am Rahmen hat Märklin verzichtet. Die Beschriftung ist typografisch korrekt, gut lesbar und erwies sich über den Testzeitraum als griff- bzw. abriebfest.

↑ Piko – Die Lok ist vorbildgerecht entsprechend der Epoche IV als 194 576-5 der DB mit Beheimatung beim Bw Nürnberg Rbf der BD Nürnberg mit einem Untersuchungsdatum vom 4. August 1980 beschriftet. Loknummer, DB-Eigentumsschriftzug und die restlichen Anschriften sind mit weißer Schrift vorbildgerecht auf dem Lokgehäuse und dem Rahmen gedruckt. Die gelben Markierungen an den Gittertüren der Vorbauten und die roten Tupfer auf den Steckdosen am Rahmen setzen kleine farbliche Akzente. Die Beschriftung ist typografisch richtig, gut lesbar und erwies sich über den Testzeitraum als grifffest.

↑ Roco – Diese Ellok ist als 194 118-6 der DB beschriftet und bei der BD München und im Bw Freilassing zu Hause. Die letzte Untersuchung fand am 5. August 1982 statt. Die Anschriften am Lokkasten sind in weißer Schrift aufgedruckt. Auch hier sind die gelben Markierungen an den Gittertüren und die rote Lackierung der Steckdosen vorhanden. Die Beschriftung ist typografisch korrekt, gut lesbar und unterlag im Testzeitraum keinerlei Abnutzung.

Beleuchtung

↑ Märklin/Trix – Das Dreilicht- Spitzensignal wird mittels LED erzeugt, die ihr Licht über Lichtleitstäbe in die Laternennachbildungen übertragen. Die Leuchtintensität ist gut. Es können durch den Decoder unterschiedliche Digitalkonstellationen einschließlich Anfahrlampen, und Führerstandbeleuchtung geschaltet werden.

↑ Piko – Das Dreilicht-Spitzensignal vorn und hinten wird durch warmweiße Leuchtdioden erzeugt. Die Leuchtintensität ist sehr gut und erscheint nicht zu hell. Zusätzlich sind die Rotschlusslichter rechts neben den Loklaternen schaltbar beleuchtet. Über den Decoder sind auch Führerraum, Maschinenraum und Anfahrlampen aktivierbar.

*So haben wir bewertet:

Die einzelnen Testkriterien werden mit Qualitätspfeilen bewertet: entspricht der Schulnote Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4) sowie Ungenügend (5).

Die Zwischenwertungen für die TestblöckeTechnikund Optikwerden ermittelt, indem rechnerisch die Summe aller „Noten“ durch deren Anzahl geteilt wird. Auch die Gesamtwertungspfeile im Fazitwerden auf diese Weise aus allen beurteilten Testkriterien ermittelt. Ab einem Wert von X,5 und schlechter wird der nächstschlechtere Wertungspfeil vergeben.

ERGEBNIS*

OPTISCHE WERTUNG

Märklin/Trix ↑ (1,8)

Piko↑ (1,3)

Roco ↑ (2,0)

↑ Roco – Die Lok verfügt über ein Dreilicht-Spitzensignal mittels LED in Warmweiß bzw. zweimal Rot, was mit der Fahrtrichtung wechselt. Die Lichtausbeute ist gut. Schaltbar sind auch Licht für die Führerräume und ein Parklicht, bei dem beidseitig die unteren Lampen rot leuchten. Anfahrlampen hat die Lok nicht.

FAZIT DES TESTERS

DerTestgehteindeutigzugunstenderPiko-Neukonstruktionaus. Das ebenfalls aus neuen Formen stammende Märklin/Trix-Modellbelegt Platz zwei und ist weniger auf Detailreichtum, sondern mehr auf Robustheit ausgelegt. Die gleich gute Roco-Ellokkann trotz ihres Alters durchaus mithalten.

↑ Märklin/Trix (1,7) – Alles ist solide gemacht, aber nicht immer hundertprozentig detailreich und vorbildgerecht umgesetzt. Die Optik ist gut, die Betriebseigenschaften sind es ebenso. Auch die Digitalausstattung ist zeitgemäß. Der Preis von rund 480 Euro gibt sich aber ambitioniert.

↑ Piko (1,3) – Diese Ellok ist ausgezeichnet detailliert und überzeugt optisch voll. Das Modell liefert obendrein eine Top-Technik und klasse Betriebseigenschaften. Die Elektronikausstattung lässt kaum Wünsche offen. Der Anschaffungspreisvon435Euroistfürein Modell mit dieser aufwendigen Ausführung angemessen und verschafft dem Testsieger weiteren Vorsprung.

↑ Roco (1,7) – Das Modell ist optisch und technisch gut gemacht. Die Betriebseigenschaften sind sehr gut, die Digitalausstattung hat jedoch Spielraum nach oben. Bei rund 320 Euro Anschaffungspreis ist das Modell speziell für Betriebsmodellbahner ein Kauftipp.

Jürgen Gottwald